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Naschen von der bunten Wiese?

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Gänseblümchen habe ich schon als Kind geliebt. Und auch als Mama freue ich mich riesig, wenn mir meine Kinder mit einem kleinen Strauß Wiesenblumen entgegen gerannt kommen. Allerdings...

Gänseblümchen habe ich schon als Kind geliebt. Und auch als Mama freue ich mich riesig, wenn mir meine Kinder mit einem kleinen Strauß Wiesenblumen entgegen gerannt kommen. Allerdings landet bei uns nur ein Teil der Blumen in der Vase: Einen Teil der Blüten nascht mein Sohn heimlich während des Pflückens...

Kleinkind riecht an Gänseblümchen, im Hintergrund eine saftig grüne Wiese.
iStock.com / linus_forsberg

Nun kann man Gänseblümchen tatsächlich essen, genau wie Löwenzahn- oder Holunderblüten (Essbare Blüten). Trotzdem bin ich verunsichert. Schließlich gibt es auch genug Pflanzen, von denen Kinder lieber die Finger lassen sollten. Und manche davon ähneln essbaren Kräutern sehr. Die giftigen Maiglöckchen aus Nachbars Garten könnten zum Beispiel leicht als Bärlauch durchgehen. Und das kann für kräuterliebende Fünfjährige schnell zum Verhängnis werden...

Deshalb ist unsere Regel: Nichts in den Mund nehmen, bevor ein Erwachsener sich die Pflanze angeschaut und sein OK gegeben hat! Und zwar an jedem neuen Ort!

Schließlich können die Gänseblümchen auf einer Ackerwiese auch mit Pestiziden besprüht sein. Und wer weiß, ob die Petersilie dort im Beet wirklich für die Suppenküche angepflanzt wurde oder ob dort die – mir bisher selbst unbekannte – giftige Hundspetersilie aus dem Boden sprießt?

Ich selbst bin als Kind einmal im Krankenhaus gelandet, weil eine Freundin – selbst noch ein Kindergartenkind – mir Beeren von Nachbars Hecke angepriesen hat (so zumindest meine Erinnerung: „Die hat gesagt...“). Zur Beobachtung auf die Kinderstation, Magen auspumpen, weinen. Keine schöne Erinnerung. Aber eine, die bleibt.

Ob mein Sohn sich in einem solchen Fall an unsere Regel hält? Ich kann es nur hoffen. „Der hat aber gesagt, ich soll das machen!“ ist der Satz, den ich gerade am häufigsten höre, wenn die Kinder irgendetwas angestellt haben...

Aber wie kann ich ihn schützen? Komplettverbot? Ständige Beobachtung? Ist das realistischer durchzusetzen als unsere Regel...?Ich versuche ihm zu erklären, dass selbst ich und andere Erwachsene giftige und ungiftige Pflanzen nicht immer unterscheiden können und dass auch wir dann die Finger davon lassen.

Lecker statt Mecker: Diese Kräuter dürfen auf den Tisch!

Bei aller Vorsicht: Es ist doch toll, dass mein Sohn sich so für Pflanzen und Kräuter interessiert. Deshalb lasse ich mich auch gerne anstecken, informiere mich und hole selbst mal ein paar Pflanzen auf den Tisch. Gänseblümchen-Sirup haben wir schon gekocht. Und im grünen Salat sorgen ein paar Blüten für tolle Hingucker und schmecken – irgendwie nach Feldsalat... Auf www.eatsmarter.de könnt ihr euch bei der Auswahl der Kräuter inspirieren lassen und findet über die Suche auch gleich eine bunte Auswahl an Rezepten – zum Beispiel mit Gänseblümchen.

Aber eines habe ich mir vorgenommen: Ich werde mich mich selber schlau machen! Welche Pflanzen sind genießbar? Von welchen sollte man die Finger lassen? Wie gehe ich vor, wenn ich mir unsicher bin? (Die verlinkten Broschüren gibt es beim BLE-Medienservice kostenlos zum Download.)

Nur so kann ich meinem Sohn begleiten und schulen. Und vielleicht heile ich damit auch meine neurotische Angst vor Giftattacken aus dem Pflanzenreich und werde selbst eine mündige Gärtnerin...

Wie geht ihr mit den „Gefahren der Natur“ um? Aufklärung? Verbote? Freiheit? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Ich freue mich über jeden Tipp! Hinterlasst mir einfach einen Kommentar!

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