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Nüsse: Verbraucherschutz

Nüsse sind – in Maßen verzehrt – lecker und gesund. Werden sie jedoch falsch gelagert, können sie ranzig werden, schimmeln und somit gesundheitsschädliche Stoffe bilden.

Nusssortiment in einer Schale mit Nüssen daneben
zb89v / Fotolia.com

Zu diesen Stoffen gehören die Schimmelpilzgifte, sogenannte Mykotoxine. Zu dieser Gruppe gehören Aflatoxine. Sie sind deshalb so gefährlich, weil sie giftig und Krebs erregend sind – sie können vor allem Leber- und Nierenkrebs auslösen. Das Krebsrisiko der verschiedenen Aflatoxine ist unterschiedlich hoch, am höchsten ist es beim Aflatoxin B1. Schimmelpilze wachsen besonders gut bei mäßigen oder warmen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit und schlechter Belüftung. Unter diesen Bedingungen produzieren sie immer mehr Giftstoffe. Vorsicht: Kochen, Backen oder Braten kann die schädlichen Wirkungen der Pilzgifte nicht ausschalten!

Nüsse aus feuchtwarmen Regionen sind häufiger von Schimmel befallen. Dazu gehören vor allem Erdnüsse, Haselnüsse, Paranüsse, Mandeln und Pistazien. Walnüsse werden überwiegend in Europa und den USA angebaut und sind seltener betroffen.

Wer einen atypischen, häufig muffigen oder unangenehm bitteren Geschmack feststellt, der sollte: "Nicht schlucken, sondern spucken!"

Wer einmal eine schlechte Nuss erwischt hat, wird deshalb nicht sofort krank. Und in der Regel bewahrt uns unser sensibler Geschmackssinn davor, größere Mengen verdorbener Produkte zu essen. Auch das Auge und die Nase können überprüfen, ob die Nuss in Ordnung ist oder nicht: Ist sie verfärbt, hat sichtbaren Schimmel oder riecht muffig, dann sollte sie sofort entsorgt werden.

Wegen der gesundheitsgefährdenden Wirkungen der Aflatoxine gibt es innerhalb der Europäischen Union Grenzwerte, die auch durch Probennahme überwacht werden.

Bei ranzigen Nüssen ist der hohe Fettanteil verdorben. Unter dem Einfluss von Licht, Sauerstoff und Feuchtigkeit werden die Fette zersetzt und es entstehen Abbauprodukte, die nicht nur schlecht riechen und schmecken, sondern zum Teil auch gesundheitsschädlich sind. Auch hierbei bewahrt unser sensibler Geruchs- und Geschmackssinn uns in der Regel davon, ranzige Nüsse in größeren Mengen zu verzehren. Geschieht das dennoch, können beispielsweise Magen-Darm-Verstimmungen die Folge sein.

Für Kleinkinder gilt: Vorsicht bei bitteren Mandeln
Bittermandeln enthalten unter anderem Amygdalin, das im Körper zu der giftigen Blausäure umgewandelt wird. Sie sind daher roh nicht zum Verzehr geeignet. Vorsicht ist vor allem bei Kleinkindern geboten, denn fünf bis sechs Bittermandeln können für sie bereits tödlich sein! Durch Kochen und Backen verflüchtigt sich die Blausäure und es sind keine gesundheitliche Schäden zu befürchten. Das aus Bittermandeln gewonnene Bittermandelöl ist ebenfalls weitestgehend von Blausäureverbindungen befreit und daher ungefährlich.

Radioaktivität bei Paranüssen

Untersuchungen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) zur Strahlenbelastung von Lebensmitteln zeigten, dass Paranüsse rund 1.000-fach höhere Radiumgehalte aufweisen können als die Gesamtnahrung in Deutschland. Durchschnittlich essen wir 0,1 Gramm Paranüsse pro Person und Tag. In dieser Größenordnung ist das unbedenklich. Belastender kann es aber für diejenigen sein, die regelmäßig deutlich mehr Paranüsse verzehren. In Internetforen wird teilweise empfohlen, zum Beispiel zur Verbesserung der Selenversorgung jeden Tag zwei Paranüsse zu essen (rund 8 Gramm). Damit kann ein Wert von 160 Mikrosievert pro Jahr erreicht werden. Zum Vergleich: Bei durchschnittlichen Ernährungsbedingungen beträgt die Aufnahme natürlicher Radionukleide mit der Nahrung pro Jahr etwa 300 Mikrosievert. Der Verzehr von zwei Paranüssen pro Tag erhöht also die Aufnahme um etwa die Hälfte.  Aus Sicht des Bundesamtes für Strahlenschutz muss bei einer Strahlenbelastung in dieser Höhe aber niemand mit negativen gesundheitlichen Folgen rechnen. Weitere Informationen gibt es unter www.bfs.de

Autorin: Ruth Rösch, Düsseldorf

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