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Ökolandbau in Deutschland

Den Umsatzzahlen nach könnte man meinen, der deutschen Ökolandwirtschaft geht es besser denn je. Doch leider wird nur ein Bruchteil der konsumierten Lebensmittel in Deutschland produziert.

Bio Schildchen
jd-photodesign / Fotolia.com

7,55 Milliarden Euro gaben die Deutschen 2013 für Biolebensmittel und -getränke aus –  das sind 7,2 % mehr als im Jahr 2012 (Arbeitskreis Biomarkt, 2014). Mit diesen Umsatzzahlen ist Deutschland unangefochtener Europameister und Vize-Weltmeister nach den USA.

Immer mehr Ökolebensmittel werden importiert

Eigentlich, so möchte man meinen, stellt diese Entwicklung ein enormes Potenzial für die deutsche Biolandwirtschaft dar. Doch bleibt dieses bislang ungenutzt. Nur ein Bruchteil der in Deutschland konsumierten Biolebensmittel wird auch auf deutschen Feldern und in deutschen Ställen produziert. Heimische Händler müssen immer häufiger auf Ware aus dem Ausland zurückgreifen. So wurden im Wirtschaftsjahr 2009/2010 zum Beispiel 50 % der Biomöhren, -äpfel und -gurken sowie 28 % der Biokartoffeln importiert (AMI, FiBL, AgroMilagro, 2011). Und es steht nicht in Aussicht, dass sich die Importmengen in naher Zukunft verringern werden.

Nachfrage übersteigt heimisches Angebot

Während sich die Bionachfrage in Deutschland in den vergangenen 10 Jahren verdreifachte, hat sich die Bioanbaufläche gerade einmal verdoppelt – und Zuwachsraten bei der Anbaufläche werden immer kleiner. So bewirtschafteten deutsche Ökolandwirte 2013 gerade einmal 1 % mehr Fläche als 2012. Auch die Zahl der Betriebe ist nicht sonderlich angestiegen: 2013 sind 452 Ökobetriebe hinzugekommen – das sind gerade mal 2 % mehr als im Vorjahr.

Nach Jahren des Wachstums nimmt die Vorzüglichkeit des deutschen Ökolandbaus immer mehr ab, was auch am landwirtschaftlichen Durchschnittseinkommen deutlich wird: So lag im Wirtschaftsjahr 2013/2014 das durchschnittliche Einkommen (Gewinn plus Personalaufwand je AK) von Ökobetrieben mit 30.982 € seit vielen Jahren erstmals wieder unter dem Einkommen konventioneller Vergleichsbetriebe (33.002 €, Quelle: Thünen-Institut).

Warum kriselt es bei den deutschen Ökoerzeugern?

Nach Meinung des Biodachverbands BÖLW (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft) liegt ein Hauptgrund für die Entwicklungshemmung des Biolandbaus hierzulande in den unzureichenden politischen Rahmenbedingungen. Besonders die Unsicherheiten bei der Ökoförderung, so der BÖLW, würde viele Landwirte davon abhalten, ihren Betrieb umzustellen. Hinzu kommt, dass das derzeit hohe Preisniveau für konventionelle Produkte den Ökolandbau für viele Landwirte unattraktiver macht. Darüber hinaus führe der stark zunehmende Energiepflanzenanbau zu einer Verknappung der Flächen; die Biolandwirte könnten bei den stark gestiegenen Kauf- und Pachtpreisen nicht mehr mithalten. Und auch die zunehmende Aufnahme von Bioprodukten in das Sortiment von Supermärkten und Discountern der vergangengen Jahre war eher kontraproduktiv für die deutschen Öko-Erzeuger. Denn diese Entwicklung hat zu einem enormen Preisdruck und zur Verlagerung der Produktion in Länder mit niedrigerem Lohnniveau geführt.

Ausländische Erzeuger im Bio-Boom

So erleben andere Länder Europas gerade einen regelrechten Bio-Boom. In Polen stieg zum Beispiel die Ökoanbaufläche zwischen 2004 und 2010 von knapp 82.730 ha auf fast 521.970 ha – ein Plus von 531 %! Litauen und Lettland vergrößerten ihre Bioanbaufläche im gleichen Zeitraum um mehr als 250 %. Die deutsche Anbaufläche nahm im Vergleich dazu gerade mal um 29 % zu.

Jörg Planer, Meckenheim |

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