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Praxistest: Lohnt sich Reiswaschen wirklich?

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Nach meinem letzten Blogbeitrag zum Thema Sushi mit Kindern musste ich immer mal wieder diskutieren, ob man den Reis wirklich waschen muss. Ich habe es getestet.

Nach meinem letzten Blogbeitrag zum Thema Sushi mit Kindern musste ich immer mal wieder diskutieren, ob man den Reis wirklich waschen muss. Meine Recherchen im Netz ergaben: Wer schon einmal kleine Krabbeltiere in einer Packung entdeckt hat, wäscht seinen Reis immer. Ansonsten geht es aber vor allem darum, die im Reis gebundene Stärke herauszuwaschen. Denn die funktioniert ein bisschen wie Kleber – und macht den Reis pappig. Aber macht ein bisschen Waschen da wirklich den Unterschied?

Zwei Haufen gekochter Reis auf einer Schieferplatte: links ungewaschen, rechts gewaschen vor dem Kochen.
Judith Pulg | Fotografie

Wie das so ist: Ich konnte es nicht lassen und habe den Praxistest gemacht. Jeweils eine kleine Tasse Reis, nach gleicher Manier gekocht. Nur dass ich die eine vorher zehn Mal mit frischem Wasser ausgewaschen habe und dann eine Stunde lang habe abtropfen lassen. Währenddessen verlor das Wasser tatsächlich eine ganze Menge Stärke, was sich an der von Mal zu Mal nur wenig schwächeren Trübung des Wassers bemerkbar machte. (Als das Wasser auch nach dem zehnten Mal noch nicht ganz klar war, habe ich zugegebenermaßen aufgegeben und mich mit meinem Ergebnis begnügt.)

Das Fazit: Es macht tatsächlich einen Unterschied, ob man den Reis vor dem Kochen wäscht oder nicht. Allerdings ist der Unterschied nicht so deutlich, wie ich es erwartet hätte – zumindest nicht bei der von mir benutzten Marke.

Sushi-Reis mit glänzenden Reiskörnern – vor dem Kochen gewaschen

Am auffälligsten ist der Glanz der Reiskörner: Während der ungewaschene Reis eher trüblich-stumpf aussieht, glänzen die gewaschen Körner schön glasig – so wie es bei Sushi-Reis sein sollte. Auch der Geschmack erschien mir irgendwie reiner. Der Unterschied war allerdings minimal.

Und das Kleben? Hier muss ich gestehen, dass ich keinen großen Unterschied feststellen konnte. Beide Portionen ließen sich mit etwas Wasser an den Händen gut formen, ohne übermäßig an meinen Händen zu kleben. Ich hatte sogar das Gefühl, dass die gewaschenen Reiskörner noch etwas besser aneinander haften. Aber vielleicht ist das ja auch der gewünschte Effekt: zu kleben, ohne zu schmieren.

Ich könnte mir jedenfalls vorstellen, dass die Schmierschicht zwischen den Reiskörnern je nach Sorte und vorausgehender industrieller Bearbeitung bei ungewaschenem Reis deutlich stärker ausfallen kann, als es bei mir der Fall war. So wie es bei manchen Reissorten ja auch gewünscht ist – etwa bei Risotto oder bei Milchreis. Für diese Gerichte sollte man den Reis vorher also nicht zu doll waschen.

Und bei Sushi? Ich werde das künftig aus dem Bauch heraus entscheiden. Der Unterschied war für meinen Geschmack zu gering, als dass ich die lange Wartezeit um jeden Preis in Kauf nehmen würde. Zu einer richtigen Sushi-Zeremonie wird es in meinem Ablauf aber weiter dazugehören. An einem schönen gemütlichen Abend, mit Zeit und Ruhe. Also dann, wenn die Kinder im Bett sind...

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