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Quälgeist Quecke

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Das fiese Wurzelunkraut schickt sich an, mein Gemüsebeet zu übernehmen! Aber nich' mit mir!

Im Rasen ist die Kriech-Quecke (Elymus repens) ja noch einigermaßen erträglich. Zwar fällt sie auch dort unschön auf, weil sie fahler wirkt als die gewünschten Rasengräser und noch dazu stets wie breitgelatscht aussieht. Aber immerhin, sie ist ein Gras zwischen Gräsern, sei's drum.

Quecke
ioanna_alexa / stock.adobe.com

Dieses Jahr aber erdreistet sie sich, massiv in mein Gemüsebeet einzuwandern. Diese feindliche Übernahme bin ich nicht gewillt zu akzeptieren – nur, was tun? Erst mal habe ich mich gefragt, weshalb sie für ihren Einzug eigentlich so lange gebraucht hat. In den vergangenen Jahren war von Queckenspitzen im Beet noch keine Spur. Tatsächlich hatte ich da aber auch meist recht eng gepflanzt oder so ausladend wachsende Gemüsearten wie Zucchini, Kürbis oder Kartoffeln angebaut. Die haben den Boden wahrscheinlich so sehr beschattet, dass die Quecke schlicht nicht genug Licht bekommen hat.

Dieses Jahr, da ich mich vorbildlich an die empfohlenen Pflanzabstände gehalten habe, funkt sie mir prompt dazwischen. Vermutlich hätte ich das Problem umgehen können, wenn ich gleich im Frühjahr zu meinem niegelnagelneuen Mulchpapier gegriffen hätte. Aber ich konnte nicht; die Vorstellung, den jungfräulichen Boden mit etwas Trockenem zu überdecken, während endlich alles grünt und sprießt, war einfach zu trist, daher hatte ich es wieder gen Spätsommer geschoben.

Naja, hätte, hätte, Fahrradkette und so weiter, jetzt ist die Quecke jedenfalls da und muss wieder weg. Und das ist echt saudumm. Hacken geht nicht, da aus jedem Wurzelstückchen eine neue Pflanze sprießt, da hätte ich in kürzester Zeit einen Quecken-Urwald im Beet. Die große Grabegabel kann ich auch nicht einsetzen, um die Erde vorsichtig zu lockern und dann die Queckenpflänzchen herauszuziehen, da ich dann unfreiwillig alles andere miternten würde. Das einzige, was hilft, wenn man Queckenbekämpfung quasi im Bestand betreibt, ist konsequente mühselige Handarbeit.

Das hat dazu geführt, dass ich a) mittlerweile einen tief sonnengebräunten Nacken habe und dass b) die Attraktivität des Mulchpapiers schlagartig gestiegen ist. Sobald die nächsten Reihen leer werden, pflanze ich definitiv nur noch in Kombi mit diesem aparten Zelluloseprodukt. Dann werde ich hoffentlich erst mal nicht mehr zupfen müssen, sondern Tee trinken und abwarten, ob „Natronkraft die Quecke schafft“.

P.S.: Falls jemand vorhat, in die Kaninchenzucht einzusteigen, möchte ich hiermit als Zuchtziel den „Queckenfressenden Scheinriesen“ vorschlagen, ein gut zwischen die Gemüsereihen passendes Zwergkaninchen mit dem Appetit eines Deutschen Riesen und eindeutiger Lieblingsspeise. Auch auf Kriechenden Hahnenfuß darf es meinetwegen voll abfahren, dann lasse ich mich unter Umständen doch noch mal auf die Haustierdiskussion ein...

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