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Rhabarber

Früher hatte der Rhabarber in vielen Bauerngärten einen festen Platz. Auch heute ist das robuste Gewächs aufgrund seiner einfachen Kulturführung in vielen Hobbygärten zu finden.

Rhabarber-Pflanze im Garten
jlmcloughlin / Fotolia.com

Geschichte und Besonderheiten

Der aus Ostasien stammende Rhabarber wurde bereits vor 4.000 Jahren in China als Arzneipflanze genutzt. Auf die Idee, die dickfleischigen Stiele dieser Pflanze zu essen, kamen erst die Engländer Mitte des 18. Jahrhunderts.

Der Rhabarber mit seinen elefantenfußgroßen, gekrausten Blättern und seinen dickfleischigen Stielen ist eine imposante Staude, die bis zu einen Meter hoch und 1,5 m breit werden kann. Es gibt rot- und grünfleischige Sorten. Bevorzugt werden heute rotfleischige Sorten wegen des milderen Geschmacks und des geringeren Gehalts an Frucht- und Oxalsäure. Die grünfleischigen Sorten sind dafür wesentlich ertragreicher.

Aufgrund seines säuerlichen Geschmacks wird Rhabarber meist mit viel Zucker als Kompott, Kuchen, Konfitüre oder Dessert zubereitet – oft auch in Kombination mit Früchten. Dies mag der Grund dafür sein, warum viele diese „fruchtig-fleischigen Pflanzenstiele“ dem Obst zurechnen. Offiziell handelt es sich bei Rhabarber jedoch um ein Gemüse.

Tipp: Um eine vierköpfige Familie mit Rhabarber zu versorgen, reichen in der Regel meist zwei Pflanzen im Garten. Wer gerne am Zucker sparen und Rhabarber mal als „Nicht-Süßspeise“ zubereiten möchte, sollte in jedem Fall eine rotfleischige Sorte wählen. Mit seinem leicht säuerlichen Geschmack eignet er sich sehr gut als Gemüsebeilage zu Fleisch- oder Fischgerichten, als süß-saures Chutney oder als Gratin mit Käse.

Standortbedingungen

Ein gut mit Humus versorgter Boden an einem sonnigen bis halbschattigen Standort ist ideal. Aufgrund des hohen Wasserbedarfs sollte der Boden ein gutes Wasserhaltevermögen besitzen, jedoch nicht zur Staunässe neigen.

Fruchtfolge und Mischkultur

Die ausdauernde Staude kann weit über zehn Jahre an ihrem Platz verbleiben. Daher sollte man ihr von Anfang an einen geeigneten Standort zukommen lassen.

Rhabarber verträgt sich gut mit Buschbohnen, Kohlarten, Salat und Spinat.

Aussaat / Pflanzung

Pflanzung

Pflanzgut lässt sich hervorragend durch Teilung eines vorhandenen Wurzelstocks – zum Beispiel vom Nachbarn – gewinnen. Pflanzfähige Rhizome lassen sich auch über den Gartenfachhandel beziehen.

Pflanzzeit

Günstige Pflanzzeit ist der frühe Herbst, es kann aber auch im Frühling gepflanzt werden.

Abstand

Der Platzbedarf je Pflanze beträgt etwa 1 m2.

Düngung

Rhabarber ist ein Starkzehrer. Eine Kompostgabe von etwa 2-3 l/m2 im Frühjahr versorgt die Pflanze mit den nötigsten Nährstoffen. Zusätzlich sollte im März und Juni (nach der Ernte) jeweils mit 60 g Hornmehl oder Hornspäne gedüngt werden − alternativ auch mit anderen organischen oder mineralischen Düngern. Die Untersuchungsergebnisse einer vorher durchgeführten Bodenprobe müssen bei der Düngerbedarfsermittlung berücksichtigt werden.

Pflege

Rhabarber eignet sich für jeden Garten und sogar für den Balkon. Die ausdauernde Staude ist sehr pflegeleicht und unkompliziert im Anbau. Trotz der großen Blattfläche und der hohen Verdunstung müssen gut eingewurzelte Pflanzen nicht gegossen werden. Bei trockener Witterung sollte man jedoch zur Gießkanne greifen, um holzigen Stängeln vorzubeugen.

Schädlinge und Krankheiten

Blattfleckenpilze (v. a. in feuchten Jahren)

Ernte und Lagerung

Um zu gewährleisten, dass sich kräftige Pflanzen entwickeln, darf im ersten Jahr nach der Pflanzung nicht geerntet werden und im 2. Jahr nur von April bis Mitte Mai. Ab dem dritten Jahr kann die Pflanze dann normal beerntet werden, jedoch niemals über den 24. Juni hinaus, damit sich die Pflanze für das kommende Jahr regenerieren kann. Aus dem gleichen Grund sollte auch darauf geachtet werden, dass etwa ein Drittel der Blätter an der Pflanze verbleibt und Blütenstängel früh genug herausgebrochen werden.

Verwendet werden nur die fleischigen Stiele. Zum Ernten zieht man sie mit einer Drehbewegung von der Pflanze ab. Die Blätter sind wegen der hohen Gehalte an Oxalsäure nicht genießbar.

In ein feuchtes Tuch eingewickelt, können die Rhabarberstangen im Kühlschrank mehrere Tage aufbewahrt werden. Auch das Einfrieren ist möglich, dafür sollten die Stängel vorher geschält und in Stücke geschnitten werden.

 

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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