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Die Methode "SinnExperimente"

Gesundheitsförderlich, klimafreundlich und vielseitig essen! Das gelingt am besten, wenn wir die Lebensmittelvielfalt kennen und schätzen. Voraussetzung dafür ist ein feiner Geschmackssinn.

Mädchen riecht an roter Paprika
Arnout van Son, BLE

Wer beim Essen seine fünf Sinne einsetzt, wird die große Vielfalt unserer Lebensmittel mit ihren feinen Unterschieden entdecken. Daher ist Sinnesbildung eine effektive Maßnahme im Rahmen der Gesundheitsförderung in Kita und Schule und ein zentraler Baustein der modernen Ernährungs- und Verbraucherbildung.

Eine Methode mit viel Potenzial

SinnExperimente in der Schule wecken die Neugier auf Lebensmittel. Über die Methode und die verblüffenden Erkenntnisse hat schon mancher Schüler Produkte probiert, die er sonst ignoriert oder abgelehnt hätte, z. B. unbekanntes Gemüse, einen schrumpeligen Apfel oder einen Joghurt am Mindesthaltbarkeitsdatum. Nebenbei lernen die Schülerinnen und Schüler in Ruhe ihr Essen zu genießen.

„SinnExperimente ermöglichen einen Zugang zum Lerninhalt über verschiedene Sinneseindrücke mit dem Schwerpunkt, Sinnesfähigkeiten auszubilden und bedienen sich dabei der Methode naturwissenschaftlichen Experimentierens,“ so heißt es im Glossar zum Lehrplan Verbraucherbildung in Schleswig-Holstein.

Vielfalt statt Einfalt

Gute Voraussetzungen für Sinnesschulungen bieten die Lebensmittelgruppen Gemüse und Obst. Sie sind bunt, haben eine gute Klimabilanz und bilden in der Ernährungspyramide hinter den Getränken den größten Anteil an unserem Essen. Es macht also aus vielerlei Hinsicht Sinn, Kinder und Jugendliche an den Geschmack möglichst vieler Gemüse- und Obstarten zu gewöhnen.

Weiterer Vorteil: Bananen, Beeren, Äpfel & Co. müssen nicht gekühlt werden und die Zubereitung im Klassenzimmer ist problemlos möglich. Hygienerechtlich ist das unproblematisch. Entscheidend ist, dass die Speisen in der Klasse von den Schülern selbst verzehrt und nicht an Dritte abgegeben werden.

Tipps zur Durchführung von SinnExperimenten

Wer schon einmal ein Lebensmittel blind oder mit zugehaltener Nase verkostet hat, der weiß, dass beim Schmecken nicht nur die Zunge gefordert ist. Für die Durchführung von Sinnesübungen ist es daher wichtig, immer alle 5 Sinne anzusprechen:

Der Sinn Was findet ihr heraus?
Sehen: Wie sieht es aus?
Tasten, fühlen: Wie fühlt es sich an? (Hände und Zunge)
Riechen:   Wie riecht es?
Hören:  Welche Geräusche macht es beim Essen oder Trinken?
Schmecken: Wie schmeckt es?


Die Sinneseindrücke zu beschreiben, ist nicht immer einfach, aber sehr wichtig. Denn nur so wird uns bewusst: Jede/jeder hat einen eigenen Geschmack. Daher dürfen die Schüler die Frage „Wie schmeckt es mir?“ auch ganz individuell beantworten.

Das Probierprinzip lässt sich auf Getränke, Brot und Getreide, Milch(produkte) und andere Lebensmittel anwenden. Anregungen und Experimentierbögen dazu gibt es im kostenlosen Download des BZfE „Die Methode SinnExperimente“.

Beispielübungen

Sortenvielfalt:
Kostproben von zwei verschiedenen Apfelsorten anbieten und Sinneseindrücke beschreiben lassen, z.B. rot, grün, süß, sauer, saftig, knackig, hart oder weich (ggf. Beschreibungshilfen einsetzen).

Artenvielfalt:
Vier Gemüsearten der Saison in mundgerechte Stücke schneiden, in vier nummerierte Schalen legen und blind verkosten: Wer erkennt das Gemüse am Geruch, Geschmack, der Konsistenz? Anschließend den Test mit zugehaltener Nase durchführen.

Relativ ähnliche Lebensmittel am Geschmack erkennen:
z. B. zuerst Zucchini und Gurke vergleichend betrachten, die unterschiedliche Schale fühlen, dann schälen und in einer Partnerübung blind verkosten: Wie fühlen sich die Stücke auf der Zunge an? Wie schmecken sie? Was ist was?

Lebensmittel in unterschiedlichen Zubereitungsarten probieren:
z. B. Möhre oder Kohlrabi geraspelt, in kleinen Würfeln und in Scheiben anbieten und probieren. Was ist anders? Auch interessant: Müsli einmal mit geraspelten und einmal mit stückigen Äpfeln probieren. Was schmeckt süßer und warum?

Test zum Reifegrad:
Wie unterscheiden sich reife Bananen/Tomaten von sehr reifen Früchten? Tipp: aus Bananen mit dunklen Stellen eine Bananenmilch mixen.

Fingerfood zubereiten und genießen:
Mit den Schülern Gemüsesticks oder Obstspieße zubereiten und diese dann gemeinsam mit allen Sinnen genießen. Saisonales Gemüse und Obst verwenden (siehe Saisonkalender).

Medien für alle Altersstufen

Vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe bietet das BZfE in allen aktuellen Unterrichtsmedien Übungen zur Sinnesbildung mit Gemüse und Obst:

Sticker
KiTa/Grundschule

Beim Feinschmeckerkurs Schmecken lernen für 4- bis 7-jährige erweitern Kinder über einfache Sinnesschulungen ihren Geschmack, lernen zu genießen, ihre Empfindungen auszudrücken und z. B. Wasser, Rohkost und Brot wertzuschätzen.
Ordner
Grundschule

Im Ringordner Clever essen und trinken mit der Ernährungspyramide für die Grundschule gehört Sinnesbildung zu jeder Übungseinheit. Beim Stationenspiel „Wir besuchen die Familien im Pyramidenhaus“. Wird an jeder Lernstationen gekostet und so die Neugier an den Lebensmittelgruppen geweckt.
Ordner
Sekundarstufe I

Für die Ernährungsbildung in den Jahrgangsstufen 5 bis 8 hat das BzfE mit den SchmExperten zwei Unterrichtskonzepte entwickelt, in denen die Geschmacksbildung ebenfalls eine wichtige Säule bildet. Reflexion, kooperative Lernformen und weitere schüler- und handlungsorientierte Methoden helfen den Schülern, wichtige Alltagskompetenzen auszubauen.
Titelblatt Heft Obstvielfalt entdecken
Sekundarstufe I

Die Bausteine im Material "Obstvielfalt entdecken" regen Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 dazu an, Obst aus verschiedenen Perspektiven zu betrachen. In der Übung "Obst mit allen Sinnen entdecken" werden zum Beispiel unterschiedliche Verarbeitungsformen von Obst und deren Auswirkungen auf Aussehen, Geschmack etc. analysiert. Auch ein Vergleich von frischem Obst mit Produkten aus der Lebensmittelindustrie sorgt für nachhaltige Sinneseindrücke.
Grafik Qualitätsfächer
Sekundarstufen I und II

Möchten Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern weitere Aspekte wie den Gesundheitswert oder Nachhaltigkeit zu ihren Lebensmitteln kennenlernen? Dafür eignen sich die BZfE-Unterrichtsmaterialien "Lebensmittelqualität beurteilen" und "Schülerwarentests mit Lebensmitteln". Beide Methoden lassen sich auf alle Lebensmittel anwenden.
Weitere Informationen zu den Bausteinen in unserer Rubrik "Lebensmittelqualität"

 

Silke Hoffmann, Bielefeld

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Die Methode SinnExperimente - Sehen. Riechen. Hören. Fühlen. Schmecken.

MEDIENSHOP-TIPP

Unterrichtsmaterial Die Methode SinnExperimente - Sehen. Riechen. Hören. Fühlen. Schmecken.

Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene – die Methode SinnExperimente ist für alle geeignet. Denn wer beim Essen alle Sinne einsetzt, entdeckt die feinen Unterschiede und die Vielfalt unserer Lebensmittel. Auch in die Ernährungsberatung, in Seminaren, Workshops oder Kursen lässt sich die einfach und leicht umsetzbare Methode einbinden. mehr...

Tipp

Mit Sinnesschulungen Zucker bewusster wahrnehmen

Sinnesschulungen eignen sich auch, um auf die Süße von Erfrischungsgetränken, fertigen Müslimischungen und Milchprodukten aufmerksam zu machen und den Zucker bewusster wahrzunehmen. Damit regen SinnExperimente die Reflexion über stark gezuckerte Produkte an und bieten die Chance, die Neugier von Kindern und Jugendlichen auf weniger süße Alternativen zu wecken. So kann die Methode dazu beitragen, die Ziele der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner zu erreichen und den hohen Zuckerkonsum vor allem bei Kindern und Jugendlichen zu verringern.

Lesetipp

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Anregungen für die Durchführung eines Sinnesparcours

Kinder lieben es bunt und mögen lustige Formen, auch bei Lebensmitteln. Sie finden es spannend, wenn das Essen beim Kauen interessante Geräusche macht, auf der Zunge prickelt  und einen intensiven Geschmack hat. Diese Empfänglichkeit für Sinnesreize bietet Kindern bei Ernährungsbildungsmaßnahmen einen neuen Zugang zu Lebensmitteln ...

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Gesamte Ausgabe "Januar - Februar 2016" im BLE-Medienservice

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