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So schlau ist ein Huhn

Von wegen dummes Huhn, unser Haushuhn hat Persönlichkeit und sogar einen gewissen Sinn für Mathematik.

Ein Huhn betrachtet ein Ei
Anatolii / Fotolia.com

(aid) – Bereits seit Jahrtausenden ist das Huhn ein Nutztier des Menschen. Häufig wird das Federvieh als ahnungslos und dumm abgestempelt. Diese Vorurteile haben wissenschaftliche Untersuchungen widerlegt. Das Gegenteil ist der Fall: Unser Haushuhn hat Persönlichkeit und sogar einen gewissen Sinn für Mathematik, ist in der Fachzeitschrift „Animal Cognition“ nachzulesen. Die Biologin Lori Marino hatte für das „The Someone Project“ die Literatur zum Thema ausgewertet. Dieses US-amerikanische Tierschutzprojekt hat das Ziel, kognitive und emotionale Fähigkeiten landwirtschaftlicher Nutztiere anhand wissenschaftlicher Daten zu beweisen.

Offenbar sind Hühner in ihrem Verhalten, in ihrer Wahrnehmung und ihren Emotionen sehr komplexe Lebewesen, ähnlich wie viele andere Vögel und Säugetiere. Kein Huhn ist wie das andere, denn sie haben eine ausgeprägte Persönlichkeit. Sie fühlen negative Emotionen wie Angst, aber auch positive Gefühle wie Vorfreude. Die sozialen Tiere lernen von ihren Artgenossen und zeigen Mitgefühl. Sie besitzen die Fähigkeit zur Kommunikation und nutzen verschiedene Signale, um sich mitzuteilen und zum Beispiel vor Gefahren zu warnen. Dazu zählen visuelle Zeichen und mindestens 24 verschiedene Lautäußerungen.

Untersuchungen haben auch gezeigt, dass die Tiere eine gewisse Vorstellung von Zahlen haben. Fünf Tage alte Küken können schon zählen und große und kleine Mengen voneinander unterscheiden. Sie ordnen Mengen nach der Größe und lösen einfache Rechenaufgaben. Wenn ein Ball geworfen wird, merkt sich das Huhn die Flugbahn und schätzt ab, an welcher Stelle er aufkommen wird. Außerdem können Hühner Tiere zukünftige Ereignisse voraussehen und haben somit ein Gefühl für Zeit.

Auch ein gewisses „Selbstbewusstsein“ wird dem Federvieh zugesprochen. Das zeigt sich unter anderem darin, dass sie ihre Position in der „Hackordnung“ einschätzen können. Diese Rangordnung wird beim ersten Zusammentreffen unter Hennen festgelegt. Auch die Fähigkeit zur Selbstkontrolle ist vorhanden: In Experimenten warten die Tiere für kurze Zeit mit dem Fressen, wenn dieses Verhalten mit einem besonders schmackhaften Futter belohnt wird.

Insgesamt gesehen hat die Metastudie gezeigt, dass die Intelligenz des Huhns bislang unterschätzt und im Vergleich zu anderen Vogelarten wenig beachtet wurde.

Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:

http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs10071-016-1064-4

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