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Spargel: Erzeugung

Kaum ein anderes Gemüse wird im Frühjahr so sehnsüchtig erwartet wie Spargel. Ab April ist vermehrt deutscher Spargel erhältlich.

Hand hält Kiste mit frisch geerntetem Bleichspargel auf Feld
Gerhard Seybert / Fotolia.com

Schon Mitte Februar kommt bei uns der erste europäische Spargel auf den Markt. Er stammt vorwiegend aus Spanien und Griechenland. Richtig los geht die Spargelsaison bei uns aber erst im April, wenn hierzulande die Spargelernte beginnt.

Zwar gibt es auch vorher schon deutschen Spargel von beheizten Flächen, doch der allergrößte Teil des deutschen Spargels wird zwischen April und dem 24. Juni geerntet. Dann endet die Saison traditionell, damit die Pflanzen genug Zeit haben, sich zu regenerieren.

Spargel aus der Region schmeckt nicht zuletzt deswegen so gut, weil es bei diesem empfindlichen Gemüse ganz besonders auf die Frische ankommt. Sobald Spargel gestochen ist, verliert er stündlich an Frische, Aroma, Zartheit und Geschmack. Am leckersten und besten ist der Spargel, der noch am Tag der Ernte verspeist wird. Ganz besonders frische Ware gibt es direkt beim Erzeuger oder auf dem Markt.

Deutscher Spargel

Landwirt bereitet Spargelfeld mit Schlepper vor
Vorbereitung eines Spargelfelds

Frischer Spargel ist von April bis Juni das begehrteste Saisongemüse. Im Jahr 2018 wurden in Deutschland pro Kopf gut 1,4 Kilogramm frischer Spargel (ohne verarbeitete Ware) verbraucht. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist in den letzten Jahren stetig gestiegen.

Spargel ist die Gemüseart mit der größten Anbaufläche in Deutschland: 2018 wurde auf rund 23.400 Hektar Spargel angebaut. Das entspricht knapp einem Fünftel der bundesdeutschen Anbaufläche von Gemüse im Freiland. Mehr als die Hälfte der Spargelanbaufläche entfällt auf Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2018 in Deutschland insgesamt 133.000 Tonnen Spargel geerntet. Rund 4,6 Prozent davon stammten aus ökologischer Erzeugung. Mit knapp 6.140 Tonnen lag die Erntemenge hier um 27,5 Prozent höher als im Vorjahr.

Gut ein Fünftel des hierzulande verbrauchten frischen Spargels wird importiert. Die wichtigsten Einfuhrländer für Spargel sind Spanien und Griechenland mit etwa 30 bzw. 23 Prozent der Spargelimporte. Weitere wichtige Einfuhrländer sind Peru, Italien, die Niederlande und Polen.

Spargelanbau

Bevor Spargel überhaupt angepflanzt werden kann, ist eine gute Vorbereitung des Bodens notwendig. Das dauert je nach Zustand des Bodens ein bis drei Jahre. Die Vorbereitung erfolgt durch Gründüngung und bei längerer Dauer auch mit Stallmist und Gülle.

Der Boden sollte insgesamt eher leicht, also sandig sein. Dann erwärmt er sich besser, lässt den im Boden liegenden Wurzeln ausreichend Luft und die Spargelstangen verformen sich nicht so leicht. Grünspargel gedeiht auch auf lehmigeren Böden.

Die Pflanzung der Spargeljungpflanzen erfolgt mit Spezialmaschinen. Je nach Wuchsstärke der Sorte pflanzt man circa drei bis vier Stück pro Meter. Das Jahr der Pflanzung ist das erste Standjahr der Spargelanlage. Im Sommer wird der Spargel gewässert, von Unkraut befreit und gedüngt, im Winter wird das Spargellaub abgeschnitten und entfernt.

Spargelfeld mit schwarz-weißer Folie
Abdeckung der Spargeldämme mit Folie

Im April des zweiten Standjahres wird die Bleichspargelanlage mit Spezialmaschinen aufgedämmt, beim Grünspargel entfällt diese Arbeit. Zwischen Mitte und Ende Mai ist eine erste, kurze Ernte möglich. Die weitere Pflege der Anlage erfolgt wie im ersten Jahr.

Ab dem dritten Standjahr der Anlage werden die Dämme nach dem Errichten mit drehbarer schwarz-weißer Folie abgedeckt, je nach Klima und Region in Kombination mit einem Tunnel. Mithilfe der Folie, die von einer Seite schwarz und von der anderen weiß ist, kann die Temperatur des Bodens und damit das Wachstum des Spargels gesteuert werden: Unter der schwarzen Seite der Folie erwärmt sich der Boden schneller und regt so einen früheren Austrieb des Spargels an. Dieser frühe Spargel kann zu besseren Erzeugerpreisen vermarktet werden. Die weiße Seite bewirkt, dass die Bodentemperatur unter der Umgebungstemperatur bleibt und verzögert somit das Wachstum. Auf diese Weise können die Betriebe Erntespitzen abbauen und für eine kontinuierliche Ernte sorgen.

Die genannten Arbeitsgänge wiederholen sich alljährlich, bis eine Anlage nach sieben bis zehn Jahren im Ertrag deutlich nachlässt. Dann gilt sie als abgetragen und wird aufgelöst. Dabei werden die Spargelwurzeln mit einem speziellen Wurzelroder weitestgehend aus dem Boden entfernt.

Das Speicherorgan des Spargels liegt unter der Erde und bildet bis zu drei Meter lange Wurzeln. An der Oberseite wachsen die Spargelstangen als Seitenverzweigungen der Pflanze. Die Stangen werden umso kräftiger, je mehr Kohlenhydrate die grünen oberirdischen Pflanzenteile im Sommer mithilfe der Photosynthese produzieren und einlagern können. Denn die Stangen treiben bereits vor der Ausbildung von neuem Spargelgrün aus.

Von Natur aus blüht Spargel ab Mitte Mai sechs Wochen lang. Im Spargelanbau verzögert sich die Blüte durch das Stechen bis die Ernte am 24. Juni, dem Johannistag, abgeschlossen ist. An diesem Tag endet die Erntezeit, um den Spargelpflanzen bis zum Herbst ausreichend Ruhe für Wachstum einzuräumen und den Speicherwurzeln genügend Nährstoffe für die Ausbildung neuer Sprossen zur Verfügung zu stellen.

Ernte

Überall dort, wo Spargelköpfe durch die Dammoberfläche stoßen, legen die Erntehelfer die Spargelstange frei und stechen sie mit einem speziellen Spargelmesser auf eine Länge von circa 23 bis 25 Zentimetern ab. Der Spargel wird in Körben gesammelt, das Erdloch geschlossen und der Damm mit einer Kelle wieder geglättet. Bei warmem "Spargelwetter" muss am Nachmittag mitunter ein weiterer Erntegang erfolgen.

Hände beim Spargelstechen
Ernte mit speziellem Spargelstecher

Deutlich unkomplizierter ist die Grünspargelernte: Sobald die Sprosse etwa 20 bis 25 Zentimeter lang sind, werden sie direkt über dem Boden abgeschnitten.

Neben der ausschließlichen Handernte werden heute bei Bleichspargel verschiedene Erntehilfen eingesetzt, die das Aufnehmen, Ablegen und ggf. das Wenden der Folie übernehmen. In Großbetrieben kommen zunehmend Vollerntesysteme zum Einsatz, die darüber hinaus auch alle Spargelstangen im Damm mit einem Erntedurchgang schneiden und anschließend den Damm wieder aufsetzen.

Spargel ist ein sehr empfindliches Gemüse, das innerhalb von maximal zwei Stunden nach der Ernte auf etwa 2 Grad Celsius heruntergekühlt werden muss, da sich Bleichspargel sonst rosa färbt und die Stangen am unteren Ende verholzen. Dazu werden die Erntekisten im Betrieb in kaltes Wasser getaucht oder mit kaltem Wasser befüllt, wobei sich der Schmutz löst.

Nach erfolgter Vorkühlung werden die Spargelstangen gewaschen, nach Färbung, Dicke (Stangendurchmesser) und Qualität sortiert und auf eine einheitliche Länge geschnitten. In den meisten Betrieben laufen diese Arbeiten größtenteils maschinell ab. Anders als Bleichspargel darf Grünspargel nicht gewaschen werden, da dies die Fäulnisgefahr erhöht.

Quelle: Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) www.landwirtschaft.de

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pisotckii / Fotolia.com
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