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Bewegung in der Schwangerschaft

Die meisten Schwangeren möchten gerne sportlich und aktiv im Alltag sein. Dennoch haben viele Frauen Bedenken. Ist Sport für die Schwangere und ihr ungeborenes Baby gefährlich?

Schwangere im Schwimmbecken
kristall / Fotolia.com

Bewegung in der Schwangerschaft sind gut für Mutter und Kind. Sie hält fit und steigert das Wohlbefinden. Zudem hilft sie, schwangerschaftstypische Begleiterscheinungen und Komplikationen zu mildern bzw. zu vermeiden [1]. Körperliche Aktivität in der Schwangerschaft ist daher wünschenswert. Schwangere sollten sich möglichst täglich bewegen (im Alltag und/oder Sport), empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben, eine IN FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums [2]. Sportliches Training sollten Schwangere nur mäßig intensiv ausüben. Das ist der Fall, wenn eine Unterhaltung während des Sporttreibens noch möglich ist (Talk-Test).

In welchem Umfang, mit welcher Intensität und wann die Schwangere sportlich aktiv sein sollte, hängt von ihrem bisherigen Bewegungsverhalten und ihrer Konstitution ab. Der Fokus sollte darauf liegen, fit zu bleiben und nicht darauf, die Fitness oder Leistung zu steigern.

Sport während der Schwangerschaft war lange Zeit verboten bzw. verpönt war. Daher kommen viele Unsicherheiten von Schwangeren. Erst in den vergangenen zwei bis drei Jahrzehnten änderte sich die Sichtweise durch neuere Studien.

In der Beratung ist es sehr wichtig, diese Unsicherheiten und Ängste der Frauen ernst zu nehmen und sie über tatsächliche und vermutete Risiken aufzuklären. Die Schwangeren, die Nutzen und Risiko von Bewegung und Sport einschätzen können und sich zutrauen, ihre Aktivität zu erhalten oder zu steigern, lassen sich am ehesten zu einem bewegten Alltag und sportlichen Aktivitäten motivieren.

Quellen:

[1] Landessportbund Nordrhein-Westfalen e. V.: Sport in der Schwangerschaft, S. 11, 2011

[2] Koletzko B et al: Ernährung in der Schwangerschaft – Handlungsempfehlungen des Netzwerks „Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie“. Deutsche Medizinische Wochenschrift Sonderdruck Juni 2012

Andrea Fenner, Edinburgh

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Fortbildung

Fortbildung für Fachkräfte Ernährung und Bewegung in der Schwangerschaft

Eine gesunde Lebensweise in der Schwangerschaft ist wichtig für Mutter und Kind. Doch was heißt das genau? Viele Schwangere sind verunsichert. Sie bekommen unterschiedliche Informationen, wie sie sich ernähren sollten und welche körperlichen Aktivitäten empfehlenswert sind. Damit Multiplikatoren Schwangere gut durch all ihre Fragen begleiten können, hat das Netzwerk Gesund ins Leben die Fortbildung „Ernährung und Bewegung in der Schwangerschaft“ entwickelt. Einige Berufsgruppen aus dem Umfeld junger Familien können sich ihre Teilnahme bezuschussen lassen und Fortbildungspunkte erhalten.

Infos zur Fortbildung auf www.gesund-ins-leben.de

Institutionen gesucht

Für die Umsetzung der Fortbildung vor Ort sucht Gesund ins Leben Kooperationspartner. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle. Dort erhalten Sie weitere Informationen.

Ihre Ansprechpartnerin ist:

Astrid Lange
Telefon: 0228 6845-5164
E-Mail: post@gesund-ins-leben.de

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Gut zu wissen

Netzwerk Gesund ins Leben

Von der Schwangerschaft bis zum Kleinkindalter
Das Netzwerk Gesund ins Leben vereint die führenden Institutionen, Fachgesellschaften und Verbände zur praxisnahen Unterstützung junger Familien. Im Mittelpunkt stehen einheitliche, verständliche und leicht umsetzbare Empfehlungen zur Ernährung, Bewegung und Allergievorbeugung. Neben Elterninfos gibt es Materialien und Fortbildungen für Multiplikatoren.

www.gesund-ins-leben.de

Schwangere Frau mit Kopftuch hält Kaffeetasse in der Hand
Aqnus / Fotolia.com

Lesetipp

Aktuelles aus dem Netzwerk

Schwangere sollten trotz Ramadan auf das Fasten verzichten

Schwangere sollten während des Ramadan auf das übliche Fasten zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang verzichten. Für das ungeborene Kind besteht sonst ein größeres Risiko für gesundheitliche Nachteile. Eine Forschergruppe der Universität Mainz hat erstmals Daten zum Ramadan-Verhalten schwangerer Muslimas in Deutschland erhoben. Untersucht wurde, wie sich muslimische Schwangere über Ramadan in der Schwangerschaft informieren und welche Ratschläge sie von medizinischem Fachpersonal erhalten.

zur Meldung

Listeriose und Toxoplasmose - Sicher essen in der Schwangerschaft

Zum Weitergeben an Eltern

Abreißblock Listeriose und Toxoplasmose - Sicher essen in der Schwangerschaft

Viele Schwangere wollen wissen, wie sie sich vor Listeriose und Toxoplasmose schützen können. In einer Tabelle erfahren sie, welche Lebensmittel unbedenklich sind und welche sie besser nicht essen oder ausreichend erhitzen sollten. mehr...

Nachgefragt

Listeriose und Toxoplasmose: Worauf verzichten?

Lebensmittelinfektionen wie Listeriose und Toxoplasmose können dem ungeborenen Kind schaden. Deshalb werden schwangere Frauen vor bestimmten Lebensmitteln gewarnt. Doch wie stark muss die Auswahl wirklich eingeschränkt werden?

Etwa 40 Fälle von Toxoplasmose und Listeriose in der Schwangerschaft wurden dem Robert Koch-Institut im Jahr 2014 gemeldet. Das klingt bei rund 700.000 Geburten pro Jahr nicht viel, doch ist von einer Dunkelziffer auszugehen. Die Folgen für das Kind können schwerwiegend sein und sogar zu Früh- und Totgeburten führen.

Vorbeugen ist einfach. Die wichtigste Empfehlung lautet: Lebensmittel vom Tier nur durcherhitzt, also gekocht, gebraten oder pasteurisiert, zu essen. Das gilt für Fisch, Fleisch, Milch und Milchprodukte genauso wie Eier. Das schränkt die Lebensmittelauswahl zwar etwas ein, doch eine ausgewogene Ernährung ist weiterhin leicht zu realisieren. Was noch dazu gehört: auf Sauberkeit in der Küche achten, Obst und Gemüse gründlich waschen und schälen und das Händewaschen nicht vergessen. Frauen, die eine Infektion vermuten, sollten ihren betreuenden Frauenarzt konsultieren.

...ausführliche Antwort mit Literatur auf www.gesund-ins-leben.de

Auf was sollten schwangere Vegetarierinnen achten?

Mit einer ausgewogenen ovo-lakto-vegetarischen Ernährung, die neben Gemüse, Obst, Vollkornprodukten auch Milch(produkte) und Eier enthält, kann der Bedarf an den meisten Nährstoffen auch in der Schwangerschaft gedeckt werden, informiert das Netzwerk Gesund ins Leben, eine IN FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums.

Zusätzlich sollten Vegetarierinnen in der Schwangerschaft – genauso wie alle anderen Schwangeren auch – in den ersten drei Monaten täglich 400 µg Folsäure und während der gesamten Schwangerschaft täglich 100 (bis 150) µg Jod ergänzen. Ebenfalls empfehlenswert ist die Einnahme von 200 mg DHA (Docosahexaensäure), wenn nicht regelmäßig Fisch gegessen wird (was manche Vegetarierinnen durchaus tun). Ob weitere Supplemente, wie z.B. Eisen, notwendig sind, ist im Einzelfall im Rahmen einer medizinischen Beratung und ggf. entsprechender Blutuntersuchung zu klären.

Bei einer rein pflanzlichen – der veganen – Ernährung ist eine ausreichende Nährstoffversorgung in der Schwangerschaft nicht möglich. Veganerinnen, die ihre Ernährung in der Schwangerschaft nicht verändern möchten, brauchen eine ausführliche Beratung und sollten Mikronährstoffsupplemente zu sich nehmen.

...ausführliche Antwort mit Literatur auf www.gesund-ins-leben.de

Vegane Ernährung in der Schwangerschaft?

Mit einer rein pflanzlichen (veganen) Ernährung ist eine ausreichende Nährstoffversorgung in der Schwangerschaft auch bei sorgfältiger Lebensmittelauswahl nicht möglich. Eine vegane Ernährung birgt ernsthafte gesundheitliche Risiken – insbesondere für die Entwicklung des kindlichen Nervensystems, erklärt das Netzwerk Gesund ins Leben. Eine rein pflanzliche Ernährung ohne Fleisch, Fisch, Milch(-produkte) und Eier ist daher für Schwangere nicht geeignet.

Schwangere, die sich trotz Hinweis auf Gesundheitsrisiken vegan ernähren wollen, brauchen eine qualifizierte, engmaschige Ernährungsberatung und ärztliche Beobachtung inklusive Blutwertkontrolle. Sie benötigen Supplemente, um den Nährstoffbedarf für sich und ihr ungeborenes Kind zu decken.

...ausführliche Antwort mit Literatur auf www.gesund-ins-leben.de

Brauchen Schwangere zusätzlich Folsäure?

Eine gute Versorgung mit Folat ist für Schwangere besonders wichtig. Das Vitamin ist vor allem an der Teilung und Neubildung von Zellen beteiligt. Daher steigt in der Schwangerschaft die empfohlene Zufuhrmenge um 83 Prozent. Zusätzlich zu einer ausgewogenen, folatreichen Ernährung empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben, eine IN FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums, mindestens bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats täglich 400 µg Folsäure (synthetisch hergestellte Form des Vitamins) einzunehmen. Schon bei Kinderwunsch sollte täglich Folsäure zusätzlich eingenommen werden, um das Risiko für Neuralrohrdefekte zu senken.

Es kommt auf beides an: eine ausgewogene Ernährung mit folatreichen Lebensmitteln, wie Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten sowie eine zusätzliche Einnahme von Folsäure als Supplement in den ersten Monaten. Die Gabe von Folsäure ergänzt die Folatzufuhr mit natürlichen Lebensmitteln. Sie ersetzt sie nicht.

...ausführliche Antwort mit Literatur auf www.gesund-ins-leben.de

Brauchen Schwangere zusätzlich Jod?

Jod ist unter anderem wichtig für eine gesunde geistige und körperliche Entwicklung des wachsenden Kindes. In der Schwangerschaft sollte daher auf eine ausreichende Jodzufuhr geachtet werden. Um eine gute Jodversorgung zu unterstützen, wird Schwangeren die Verwendung von jodiertem Speisesalz, der Verzehr von Meeresfisch zweimal pro Woche sowie der regelmäßige Verzehr von Milch und Milchprodukten empfohlen.

Da auch bei sorgfältiger Lebensmittelauswahl Schwangere in der Regel zu wenig Jod mit der Nahrung aufnehmen, sollen sie – um den Mehrbedarf zu decken – täglich zusätzlich ein Supplement mit 100 (–150) μg Jod einnehmen, empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben. Bei Schilddrüsenerkrankungen sollte zunächst eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

...ausführliche Antwort mit Literatur auf www.gesund-ins-leben.de

Omega-3-Supplemente in der Schwangerschaft?

DHA ist für die normale Entwicklung, vor allem von Gehirn und Sehfunktion, wichtig. Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt deshalb schwangeren Frauen, wöchentlich zwei Portionen Meeresfisch zu verzehren.

Um die Empfehlung von durchschnittlich mindestens 200 mg der langkettigen Omega-3-Fettsäure DHA (Docosahexaensäure) pro Tag zu erreichen, sollte eine Portion von einem fettreichen Meeresfisch wie Makrele, Hering, Sardine oder Lachs stammen. Pflanzliche Lebensmittel wie Rapsöl, Leinöl oder Walnüsse enthalten die kürzerkettige Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure. Aus ihr kann der Körper zwar DHA bilden, doch die Umwandlungsrate ist sehr begrenzt.

Wer in der Schwangerschaft nicht regelmäßig Fisch verzehrt, sollte deshalb Supplemente mit der Omega-3-Fettsäure DHA zu sich nehmen. Mit DHA angereicherte Lebensmittel können ebenfalls zu einer guten Versorgung beitragen. Vegetarierinnen können auf DHA aus marinen Mikroalgen zurückgreifen.

...ausführliche Antwort mit Literatur auf www.gesund-ins-leben.de

Schadet Koffein in der Schwangerschaft dem Baby?

Es ist nicht notwendig, während der Schwangerschaft vollständig auf Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke zu verzichten. Bis zu drei Tassen Kaffee pro Tag werden als unbedenklich angesehen, erklärt das Netzwerk Gesund ins Leben, eine IN FORM-Initiative des Bundesernährungsministeriums. So zeigten Studienergebnisse beim Verzehr von bis zu drei Tassen Kaffee während der Schwangerschaft keine nachteiligen Wirkungen auf Gestationsdauer und Geburtsgewicht. Im Sinne eines vorbeugenden Gesundheitsschutzes wird jedoch vorsorglich von hohen Koffeinmengen abgeraten. Aus diesem Grund sollten Schwangere auf sogenannte Energydrinks, die gewöhnlich hohe Koffeinmengen pro Portion enthalten, verzichten.

...ausführliche Antwort mit Literatur auf www.gesund-ins-leben.de

Eine schwangere Bloggerin berichtet

Schwangere Frau sitzt im Schneidersitz auf dem Boden, umgeben von Schokolade, sonstigem Süßkram und sauren Gurken, in der Hand ein großes Glas Schokocreme, aus dem sie gerade einen großen Löffel mit Creme herausgenommen hat.
stefanpasch / fotolia.com
Familie

Was unser Körper uns sagt

Ekel und Gelüste in der Schwangerschaft

An das genaue Gericht kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber ich weiß noch genau, wie der Ekel in mir hochstieg, als ich das weich gekochte Ei auf meinem Teller zerlaufen sah... Es war...

mehr...

Was Verbraucher zur Ernährung in der Schwangerschaft wissen wollen

Schwangere auf Bank mit Kaffeebecher auf dem Bauch
Tomsickova / Fotolia.com

Wie viel Kaffee kann ich in der Schwangerschaft trinken? Und wie ist das mit koffeinhaltigen (Erfrischungs-)Getränken?

 Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Frage von Jasmin (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Schwangeren wird empfohlen, nicht mehr als drei Tassen Kaffee am Tag (á 150 ml) zu trinken. Auch andere koffeinhaltige Getränke wie grüner und schwarzer Tee und Colagetränke sollten entsprechend ihres Koffeingehaltes berücksichtigt werden. Etwa 3–4 Tassen (á 150 ml) schwarzer oder grüner Tee am Tag gelten als unbedenklich. Colagetränke enthalten pro Glas fast genau so viel Koffein wie eine Tasse Kaffee. Daneben ist noch der hohe Energiegehalt von Nachteil. Wichtig ist, dass Sie die tägliche Gesamtaufnahme koffeinhaltiger Getränke im Blick haben. Auf Energydrinks verzichten Sie am besten, da sie enthalten oft sehr hohe Mengen an Koffein.

Größere Mengen an Koffein sind nicht empfehlenswert, da Koffein die Plazenta frei passieren kann. Das führt dazu, dass die Koffeinkonzentration im Blut des Fetus gleich hoch ist wie bei der werdenden Mutter. Auch die Wirkungen sind vergleichbar: Erhöhung des Herzschlages und Aktivierung des Nervensystems. Da der Organismus des Babys das Koffein langsamer abbaut, bleibt der Koffeinspiegel beim Baby sogar länger erhöht.

Weitere Informationen finden Sie in der aid-Broschüre

Das beste Essen in der Schwangerschaft

Die Erfahrungen unserer Bloggering Judith Pulg mit Kaffee in der Stillzeit, erfahren Sie in ihrem Beitrag "Darf es ein Espresso sein?".

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Baby alles Gute!

Soll ich während der Schwangerschaft Vitamintabletten einnehmen? Ich mache mir Gedanken darüber, ob mein Kind allein durch die normale Nahrung alle Nährstoffe bekommt, die es braucht.

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Frage von MausXL (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Bei den meisten Nährstoffen können Sie die für die Schwangerschaft empfohlene Zufuhr durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung problemlos decken. Es gibt aber zwei oder drei Ausnahmen: Das sind in erster Linie die Folsäure, das Jod und in manchen Fällen Eisen.

Folsäure wird im Körper für die Zellteilung und Wachstumsprozesse benötigt. Deshalb ist der Bedarf in der Schwangerschaft besonders hoch, ein Mangel kann zu ernsthaften Komplikationen führen. Die empfohlene tägliche Zufuhr kann allein mit der Nahrung nicht erreicht werden. Deswegen empfehlen alle Fachgesellschaften, dass Schwangere in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft 400 Mikrogramm am Tag in Form eines Nahrungsergänzungsmittels aufnehmen sollten. Da das Vitamin schon sehr früh in der Schwangerschaft benötigt wird, sollten Frauen bereits mit der Einnahme beginnen, wenn sie schwanger werden wollen. Zusätzlich ist eine folsäurereiche Ernährung wichtig. Reich an Folsäure sind grünen Erbsen, Blattgemüse (wie Spinat), Orangen und Haferflocken. Außerdem kann Jodsalz, das mit Folsäure angereichert wurde, verwendet werden.

Jod ist für die geistige und körperliche Entwicklung des Kindes wichtig. Die wichtigsten Quellen sind Fisch und Michprodukte.  Generell wird auch Schwangeren geraten, 3 Portionen Milch und Milchprodukte pro Tag und 2 Portionen Meeresfisch pro Woche zu essen und zusätzlich jodiertes Speisesalz zu verwenden. Trotzdem ist auch beim Jod eine ausreichende Zufuhr durch die Ernährung nicht immer gewährleistet. Schwangeren wird deshalb empfohlen, täglich 100-150 µg Jod in Tablettenform einzunehmen. Dies sollte immer nach Anweisung des Arztes erfolgen.

Eisen ist ein Spurenelement, das der Körper unter anderem für die Blutbildung braucht. Grundsätzlich ist es möglich, mit der Nahrung genügend Eisen aufzunehmen. Gute Quellen sind zum Beispiel rotes Fleisch, grünes Blattgemüse (z. B. Spinat, Feldsalat, Kohlgemüse), Hülsenfrüchte (z. B. Erbsen, Bohnen, Linsen), Vollkorngetreideprodukte (z. B. Vollkornbrot, Hirse, Haferflocken), Nüsse (z. B. Mandeln, Haselnüsse), Samen (z. B. Sesam) und Trockenfrüchte (z. B. getrocknete Pflaumen und Aprikosen). Viele Schwangere nehmen mit der Nahrung genügend Eisen auf und benötigen daher keine Eisenpräparate. Da sie auch nachteilige Wirkungen haben können, sollten sie nur bei bestehendem Mangel und nicht ohne Anweisung des Arztes eingenommen werden.

Weitere Nahrungsergänzungsmittel sind in der Regel für Schwangere nicht nötig. Wenn Sie ein Multivitaminpräparat einnehmen, sollte es mindestens 400 Mikrogramm Folsäure enthalten. Nehmen Sie auf keinen Fall gleichzeitig verschiedene Nahrungsergänzungsmittel mit ähnlicher Zusammensetzung. Am besten besprechend Sie dies grundsätzlich mit Ihrem Arzt.

Weitere Informationen finden Sie in den Broschüren

Das beste Essen in der Schwangerschaft

Nahrungsergänzungsmittel

oder beim Netzwerk Gesund ins Leben

Kann ich in der Schwangerschaft gelegentlich ein Gläschen Sekt trinken?

Christof Meinhold

Es antwortet: Christof Meinhold, Ernährungsberater

Frage von loekchen (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

In der Schwangerschaft wird empfohlen, komplett auf alkoholische Getränke zu verzichten, denn auch bereits geringe Mengen Alkohol können schädlich sein. Eine sichere Alkoholmenge, die Schwangere ohne Bedenken trinken können, gibt es nicht. Daher birgt auch das gelegentliche Glas Sekt schon ein Risiko. Während die Alkoholkonzentration im Blut des Babys genauso schnell steigt wie die der Mutter, wird der Alkohol in der noch nicht voll entwickelten Leber des ungeborenen Kindes sehr viel langsamer abgebaut. Gesundheitliche Schäden durch den Alkohol sind also nicht auszuschließen und können je nach Alkoholmenge und Schwangerschaftsphase zu Entwicklungsstörungen und Fehlbildungen führen. Es ist sicherlich nicht leicht bei gut gemeinten Angeboten standhaft zu bleiben. Aber es gibt einige alkoholfreie Alternativen und ein fester Vorsatz hilft Ihnen dabei.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf den Internetseiten des
Netzwerks Gesund ins Leben
und in der Broschüre
Das beste Essen in der Schwangerschaft

Kann ich in der Schwangerschaft Tunfisch essen? Er soll ja so gesund sein, aber ich habe auch gelesen, dass er besonders mit Schadstoffen belastet ist.

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Frage von Lillifee3 (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Sie haben Recht: Tunfisch zählt einerseits zu den Fischen, die reich an den gesundheitsfördernden Omega-3-Fettsäuren sind. Andererseits zählt er aber auch zu den so genannten Raubfischen, die im Laufe ihres Lebens in ihrem Gewebe größere Mengen an Quecksilber anreichern können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt Schwangeren und Stillenden deshalb, vorsichtshalber auf den Verzehr von Tunfisch zu verzichten. Das gilt auch für andere Fischarten, die stärker belastet sein können wie Schwertfisch, Haifisch, Heilbutt, Schwertfisch, Aal, Hecht, Steinbeißer und Seeteufel. Im Allgemeinen ist Fisch aber ein gesundes Lebensmittel und zwei Portionen pro Woche (davon einmal fettreicher Meeresfisch) helfen bei der Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren. Der Verzehr von beliebten Arten wie Seelachs, Hering, Forelle und Karpfen ist unbedenklich. Vorsorglich sollten Sie Fisch in durcherhitzter Form bevorzugen, also gebraten, gedünstet oder als Fischdauerkonserven, wie Hering in Tomatensauce oder Makrele in Öl sowie als pasteurisierte Fischerzeugnisse.

Langlebige Raubfische wie Tunfisch, Hai und Schwertfisch stehen am Ende der Nahrungskette und enthalten daher besonders viele Schadstoffe, unter anderem auch Quecksilber. Für diese Tiere ist europaweit eine gesetzliche Höchstmenge von 1 mg Quecksilber pro Kilogramm Frischgewicht festgelegt. Das BfR analysierte in den Jahren 2000 bis 2008 Untersuchungsergebnisse der Lebensmittelüberwachung zum Quecksilbergehalt von Tunfischen und daraus hergestellten Erzeugnissen. Tunfisch in Scheiben oder am Stück (also z. B. Tunfischsteak) überschritt in Einzelfällen die zulässige Höchstmenge. Einige wenige Konserven mit „Tunfisch in eigenem Saft" erreichten nahezu den Grenzwert. Da Quecksilber die Plazenta und die Bluthirnschranke passiert, kann es - in höheren Mengen aufgenommen - beim Ungeborenen und Säugling der Gehirnentwicklung schaden.

Weitere Informationen finden Sie in den Broschüren

Das beste Essen in der Schwangerschaft

Nahrungsergänzungsmittel

oder beim Netzwerk Gesund ins Leben

Kann ich den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren über natürliche Lebensmittel decken oder muss ich ein Nahrungsergänzungsmittel einnehmen?

Christof Meinhold

Es antwortet: Christof Meinhold, Ernährungsberater

Frage von Rebecca (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für die Entwicklung des ungeborenen Babys. Schwangeren wird empfohlen, 200 mg Docosahexaensäure (DHA) pro Tag aufzunehmen. DHA ist eine Omega-3-Fettsäure, die natürlicherweise in Fisch vorkommt. Besonders die fettreichen Fischarten Makrele, atlantischer Lachs und Hering enthalten größere Mengen davon. Wenn Sie zweimal pro Woche eine Portion Fisch, davon mindestens einmal pro Woche eine Portion (150-200 g) von diesen Omega-3-fettsäurereichen Fischarten essen, decken Sie – nach heutigem Kenntnisstand – die empfohlene Zufuhr an DHA ab.

Schwangere, die keinen Fisch essen, können ihren Bedarf über natürliche Lebensmittel kaum decken. Zwar findet sich auch in bestimmten pflanzlichen Lebensmitteln, wie Raps-, Lein- und Walnussöl eine Vorstufe der DHA, die so genannte Alpha-Linolensäure. Diese kann im Köper jedoch nur in geringem Umfang in DHA umgewandelt werden. Daher sind Schwangere, die keinen Fisch essen, möglicherweise nicht ausreichend mit Docosahexaensäure (DHA) versorgt. Wenn Sie keinen Fisch essen, sollten Sie in Absprache mit Ihrem Arzt die Einnahme eines entsprechenden Präparats mit der Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure/DHA erwägen. Ob ein Supplement erforderlich ist, hängt also von Ihren Ernährungsgewohnheiten ab und sollte individuell mit Arzt bzw. Ernährungsfachkraft geklärt werden.

Wichtige Informationen finden Sie in der Broschüre
Das beste Essen in der Schwangerschaft

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Baby alles Gute!

Ernährungsberatung

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Schwangerenbauch mit Sonne aus Sonnenmilch
Karin & Uwe Annas / Fotolia.com

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Vitamin D in der Schwangerschaft

Vitamin D hat weitreichende Bedeutung für den Schwangerschaftsverlauf und die Entwicklung des Fetus. Daher sollten Schwangere auf eine ausreichende Versorgung mit dem „Sonnenvitamin“ achten.

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