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Typ-2-Diabetes

Typ-2-Diabetes, früher noch der „Alterszucker“, betrifft heute immer mehr junge Menschen.

Zwei Füße auf einer Personenwaage
Delphotostock / Fotolia.com

(BZfE) – Während Typ-2-Diabetes früher noch der „Alterszucker“ war, betrifft die Stoffwechselerkrankung heute immer mehr junge Menschen. Kinder mit starkem Übergewicht haben im Vergleich zu normalgewichtigen Altersgenossen ein viermal höheres Risiko. Das lassen die Ergebnisse einer britischen Studie vermuten, für die elektronische Krankenakten von knapp 370.000 Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis 15 Jahren ausgewertet wurden.

Bei der Einschätzung des Körpergewichts richteten sich die Wissenschaftler vom King´s College London nach dem Körpermassenindex (BMI). Der BMI entspricht dem Verhältnis von Gewicht (in kg) zur Körpergröße (in m zum Quadrat). Bei Kindern und Jugendlichen verändert sich der normale Körperfettanteil ständig, je nach Alter und Geschlecht. Anhand von Normwertkurven lässt sich ablesen, wie das Gewicht einzuordnen ist.

In den Jahren 1994 bis 2013 erkrankten 654 Kinder an Typ-2-Diabetes, von denen knapp die Hälfte fettleibig war. Die Erkrankungsrate war im Laufe der Zeit gestiegen. Während in den Jahren 1994 bis 1998 noch durchschnittlich sechs neue Fälle pro 100.000 Kinder im Jahr diagnostiziert wurden, waren es in den Jahren 2009 bis 2013 bereits 33. Diese Entwicklung stand laut Studie in einem deutlichen Zusammenhang mit dem zunehmenden Körpergewicht der jungen Menschen. Ein Kind mit Adipositas hatte nach den Berechnungen der Wissenschaftler ein vierfach höheres Typ-2-Diabetesrisiko im Alter von 25 Jahren als Altersgenossen mit Normalgewicht, geben die Autoren im „Journal of the Endocrine Society“ bekannt.

Im gleichen Zeitraum wurde bei 1.318 Kindern Typ-1-Diabetes diagnostiziert. Auch hier ist die Rate gestiegen (von 38 auf 52 Kinder pro 100.000), aber es gab erwartungsgemäß keinen Zusammenhang zwischen Typ-1-Diabetes und Übergewicht. Es ist allerdings zu bedenken, dass Beobachtungsstudien keine ursächlichen Beziehungen nachweisen können. Weitere Studien sollen folgen, um die Resultate zu bekräftigen und geeignete Präventionsmaßnahmen für Typ-2-Diabetes abzuleiten.

Diabetes ist eine Stoffwechselstörung, bei welcher der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. Beim Typ-1-Diabetes führt eine Fehlsteuerung des Immunsystems dazu, dass die Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden und weniger Insulin gebildet wird. Dieses Hormon steuert die Aufnahme des Zuckers Glukose aus dem Blut in die Zelle. Beim Typ-2-Diabetes spricht der Körper nicht mehr ausreichend auf Insulin an. Häufig leiden junge Betroffene auch unter Folgeerkrankungen wie Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck.

Das Bundeszentrum für Ernährung informiert über Adipositas auf https://www.bzfe.de/inhalt/extreme-adipositas-ein-zunehmendes-problem-28033.html

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

Journal of the Endocrine Society https://doi.org/10.1210/js.2017-00044

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