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Untersaaten im Maisanbau

Studie der Universität Göttingen zeigt, dass Untersaaten wie Welsches Weidelgras oder Erdklee beim Anbau von Mais Unkräuter wirksam unterdrücken können.

Maispflanzen
Carola Vahldiek / Fotolia.com

Ertragsverluste bei ungünstiger Witterung

(aid) – Untersaaten wie Welsches Weidelgras oder Erdklee können beim Anbau von Mais Unkräuter wirksam unterdrücken. Das ist das Ergebnis einer dreijährigen Studie von Wissenschaftlern der Universität Göttingen, die vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) finanziert wurde. Die Wissenschaftler untersuchten insgesamt acht verschiedene Untersaaten in Reinsaat auf ihre Fähigkeit, Spätunkräuter beim Maisanbau unter ökologischen Bedingungen wirksam zu unterdrücken.

Die Einsaat erfolgte im Juni zu einem Zeitpunkt, zu dem der Mais mindestens das 4-Blatt-Stadium erreicht hatte. Zuvor wurden die Bestände durch Striegeln und Hacken unkrautfrei gehalten. Die beste Wirkung gegen Unkräuter hatten Varianten mit Welschem Weidelgras und Erdklee. Im Vergleich zur Kontrolle verringerte sich die Sprossmasse der Unkräuter in den Weidelgrasvarianten um über 60 Prozent, bei Erdklee reduzierte sich die Unkrautmasse um 57 Prozent. Deutlich weniger effektiv waren dagegen Untersaaten mit Winterroggen (- 23%). Auch mit Gemengeuntersaaten wie Roggen und Wegwarte wurden keine besseren Wirkungsgrade erzielt.

In zwei Versuchsjahren bei günstiger Witterung und hohen Erträgen mit bis zu 144 Dezitonnen Trockenmasse pro Hektar war die Konkurrenz durch die Untersaaten gering. Die Kornerträge gingen nur um maximal fünf Prozent zurück. Bei ungünstigeren Witterungsverhältnissen, wie sie im dritten Versuchsjahr auftraten, war der Einfluss der Untersaaten dagegen deutlich größer und führte zu Ertragsverlusten von bis zu 20 Prozent.

Grundsätzlich bescheinigen die Wissenschaftler allen Untersaaten im Biomaisanbau Potenzial bei der Unterdrückung von Spätverunkrautung, wobei sich Welsches Weidelgras und Erdklee als besonders wirksam erwiesen. Welsches Weidelgras bietet zudem den Vorteil, dass es als winterharte Kultur auch als Zwischenfrucht zur Stickstoff-Speicherung genutzt werden kann. Für Erdklee spricht, dass er bei guter Bodenbedeckung nur wenig Sprossmasse bildet und damit kaum in Nährstoffkonkurrenz zu Mais tritt.

Konkrete Aussagen zur positiven Wirkung von Untersaaten auf den Ertrag ließen sich aus der Studie nicht ableiten. Allgemein empfehlen die Forscher Praktikern, vor dem Einsatz mögliche Vorteile und Mehrkosten gegeneinander abzuwägen. Bei übermäßigem Vorkommen von Problemunkräutern sei die unterdrückende Wirkung von Untersaaten jedoch begrenzt. In potenziellen Trockengebieten raten sie grundsätzlich von Untersaaten ab, um eine Konkurrenz um das verfügbare Wasser zu vermeiden.

Jürgen Beckhoff, www.aid.de

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