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Wacholder

Der Wacholder ist ein heimisches Nadelgehölz, das sich ideal als Heckenpflanze für den Garten eignet. Das zypressenartige Gewächs ist aber auch eine bekannte Gewürzpflanze.

Reife und unreife Beeren am Zweig eines Wacholderbaumes
Christian Pedant / Fotolia.com

Geschichte und Besonderheiten

Wer kennt sie nicht, die runden kleinen Wacholderbeeren, die eigentlich gar keine Beeren sind? Denn botanisch gesehen handelt es sich bei den Wacholderbeeren um die verwachsenen Zapfen der Konifere. Sie werden hauptsächlich als Gewürz für Sauerkraut oder Fleischgerichte genutzt, finden aber auch Verwendung als geschmackgebende Zutat in Schnäpsen oder Tees.

Wacholder ist weltweit das einzige Gewürz liefernde Nadelgehölz. Doch nicht alle Wacholderarten eignen sich zur Beerengewinnung. Einige bilden kaum Beeren aus, andere nur giftige. Für die Verwendung als Gewürzstrauch eignet sich daher vor allem der Heidewacholder Juniperus communis.

Es gibt im Gartenhandel auch Wacholderarten, die in allen Pflanzenteilen stark giftig sind und daher nur als Zierpflanzen verwendet werden dürfen. So zum Beispiel der Sadebaum Juniperus sabina (auch als Stinkwacholder bezeichnet) oder der Virginische Wacholder Juniperus virginiana. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten Sie sich vor dem Kauf der Pflanzware unbedingt in einer Gärtnerei fachkundig beraten lassen.

Standortbedingungen

Was den Standort angeht, ist der Wacholder relativ anspruchslos. Nur hell und sonnig muss der gewählte Platz sein, da die Heidepflanze von Natur aus viel Licht gewöhnt ist.

Fruchtfolge und Mischkultur

Der Wacholder eignet sich für Heidebeete mit Nachbarn wie Erika, Stechpalme und Mahonie sowie für Steingärten mit hohem Kalkgehalt.

 

Aussaat / Pflanzung

Anzucht:

Eine Aussaat ist ganzjährig möglich, aber schwierig, v. a. aufgrund der dicken, harten Samenschale ist die Keimfähigkeit gering.

Wacholder lässt sich gut über Stecklinge vermehren. Am besten im August ca. 15 cm lange Stecklinge von jungen Zweigen schneiden, Triebe anschneiden, im unteren Bereich alle Nadeln entfernen und direkt im Garten in die Erde stecken.

Pflanzung:

Die Pflanzung ist einfach, vor allem bei jüngeren Gewächsen. Gute Pflanzzeit ist der Herbst sowie der April. Wacholder gedeiht bis zu einer gewissen Größe auch gut als Kübelpflanze. Ältere Exemplare wachsen ausgepflanzt jedoch deutlich besser.

Abstand:

Bei Pflanzung in Reihen sollte man - je nach Sorte und Wuchs - einen Abstand von 70-100 cm einhalten.

Düngung

Eine Düngung mit Kompost ist empfehlenswert. Alternativ eignet sich spezieller Wacholder-Dünger.

Pflege

Wacholder ist die ideale Pflanze für den Hausgarten. Man kann ihn entweder als Einzelstrauch oder als dichte Hecke pflanzen. Das Gewächs ist winterhart und eignet sich sehr gut für den Formschnitt. Am besten schneidet man ihn im Frühjahr vor dem Neuaustrieb oder im Herbst zurück. Auch starker Rückschnitt ist möglich. Jungpflanzen benötigen reichlich Wasser. Ältere Pflanzen brauchen nur bei extremer Trockenheit gegossen zu werden.

Schädlinge und Krankheiten

Der einheimische Wacholder ist ein Zwischenwirt für den Birnengitterrost. Symptome sind Verfärbungen der Nadeln sowie vermehrter Nadelfall. Vorbeugend können Pflanzenstärkungsmittel eingesetzt werden, wie etwa Ackerschachtelhalm-Jauche. Anfällige Wacholderarten sind zu vermeiden, man sollte stattdessen auf resistente Sorten zurückgreifen.

Als weitere Schädlinge und Krankheitserreger können noch vorkommen: Wühlmäuse, Wacholderminiermotte, Wacholdergespinnstmotte, Wacholderbaumlaus, Wacholder-Deckelschildlaus sowie Wacholderrost.

Achtung: Häufige Ballentrockenheit kann die Pflanze schwächen und die Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge erhöhen.

Ernte und Lagerung

Die Früchte des Wacholders benötigen zwei Jahre, bis sie reif sind. Geerntet werden die kleinen Beerenzapfen, wenn sie kugelrund, blauschwarz und mindestens 5 mm groß sind. Wacholderbeeren lassen sich in getrocknetem Zustand sehr lange lagern. Sie schmecken bitterwürzig und leicht süß.

Als Gewürz passt Wacholder besonders gut zu Wild und Wildgeflügel, aber auch zu Schweinefleisch oder Sauerbraten. Sehr bekannt ist die Verwendung bei der Herstellung von Sauerkraut. Wacholderbeeren sollten unmittelbar vor der Verwendung zerdrückt werden, damit sich das Aroma voll entwickeln kann.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim

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