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Walnuss

Walnüsse eignen sich ideal für den Anbau im Hausgarten. Damit die Bäume optimal gedeihen, sind einige Pflanz- und Standorttipps zu berücksichtigen. Dafür belohnt dann eine reiche Ernte.

Walnüsse in einer Holzschale vor Blättern
volff / Fotolia.com

Geschichte und Besonderheiten

Die Echte Walnuss Juglans regia gehört zur Familie der Walnussgewächse und vermutlich zu den ältesten Bäumen, die der Menschheit bekannt sind. Ihr Vorkommen wurde bereits für das Tertiär belegt, das heißt, für einen Zeitraum von vor 2,6 bis 65 Millionen Jahren. Von Persien über Asien und China gelangte sie nach Griechenland und ins Römische Reich. Archäologischen Funden zufolge werden die Früchte der Echten Walnuss bereits seit über 9.000 Jahren als Nahrungsmittel genutzt.

Der botanische Name Juglans regia bedeutet so viel wie „Die königliche Eichel des Jupiter“ und deutet darauf hin, dass man die Echte Walnuss schon früh aufgrund ihres Habitus und ihres reichen Fruchtansatzes mit königlicher Würde und Fruchtbarkeit in Verbindung brachte. Inzwischen werden sie in zahlreichen Obstgärten, auch in Mitteleuropa, angebaut. Mit spanischen Missionaren gelangte sie 1770 erstmals nach Amerika, wo heute ein Großteil der kommerziellen Produktion erfolgt.

Beliebt ist der Walnussbaum nicht nur wegen seiner Früchte, auch sein Holz ist begehrt. Als Hausbaum eignet er sich hervorragend, weil seine Baumkrone ein luftfeuchtes Kleinklima erzeugt, das von Stechmücken gemieden wird. Botaniker gingen übrigens lange davon aus, dass es sich bei der Walnuss um eine Steinfrucht handelt, wie zum Beispiel ein Pfirsich. Dies ist jedoch nicht der Fall, da sich die grüne, faserige Hülle, die die Nuss umgibt, aus Blattorganen entwickelt, nicht aus Blütenorganen. Das heißt, die Walnuss ist auch botanisch gesehen eine echte Nuss.

Standortbedingungen

Walnussbäume bevorzugen einen sonnigen und geschützten Standort sowie mildes Klima. Lagen, an denen leicht Spätfröste oder Staunässe auftreten, sollten vermieden werden. Gut geeignet ist ein tiefgründig gelockerter Boden mit ausreichender Nährstoffversorgung.

Fruchtfolge und Mischkultur

Für eine Mischkultur ist der Walnussbaum nicht geeignet. Das in den grünen Walnussschalen enthaltene Juglon unterdrückt das Wachstum von Pflanzen in der direkten Nachbarschaft, insbesondere unter der Baumkrone. Vorstufen des Gerbstoffs sind auch in den Blättern enthalten. Mit dem Laub- und Fruchtfall gelangen die Stoffe in den Boden und behindern die Wurzelbildung anderer Pflanzen.

Aussaat / Pflanzung

Anzucht

Walnüsse lassen sich über Aussaat vermehren. Allerdings tragen die daraus entstehenden Pflanzen oft erst nach 15-20 Jahren und sind nicht mit den Elternpflanzen identisch. Für den Garten sind veredelte Pflanzen aus der Baumschule besser geeignet.

Pflanzung

Verwenden Sie am besten veredelte Sorten mit ausgewiesenen Baum- und Fruchteigenschaften. Diese tragen bereits nach etwa 5 Jahren Früchte. Gepflanzt wird am besten ab Mitte April, um Spätfröste weitestgehend zu vermeiden. Die Bäumchen können aber auch noch im Herbst gesetzt werden. Das Pflanzloch sollte etwa 50 cm tief sein und mindestens 1 m2 groß, der umgebende Boden gründlich gelockert werden. Achten Sie darauf, dass die Veredlungsstelle – die sichtbare Verdickung kurz über den Wurzeln – aus dem Boden ragt.

Abstand

Im Alter von 25-30 Jahren hat die Baumkrone einen Durchmesser von 8-12 m, je nach Boden und Sorte. Daher benötigt der Baum viel Platz, eine veredelte Sorte rund 10 m x 10 m, nicht veredelte Sorten sogar 15 m x 15 m. Walnüsse sind zwar selbstbefruchtend, eine Fremdbefruchtung fördert jedoch die Fruchtbildung. Meist reicht ein zur gleichen Zeit blühender Walnussbaum in einem Umkreis von rund 100 m aus.

 

Düngung

Bekommt der Walnussbaum einen guten Start mit ausreichender Nährstoffversorgung, wird  er – wenn überhaupt – erst ab dem 2. Standjahr mäßig gedüngt. Ansonsten ist eine Düngung nur erforderlich, wenn Mangelsymptome auftreten oder die Fruchterträge gesteigert werden sollen. Die Düngung darf nicht zu spät im Jahr erfolgen, damit die Neuaustriebe vor Frosteinbruch genügend ausreifen können.

Pflege

Walnüsse haben einen geringen bis mäßig hohen Wasserbedarf und benötigen nur bei großer Trockenheit zusätzliche Bewässerung. Schnittmaßnahmen sind kaum erforderlich, lediglich ein Kronenerziehungsschnitt ist zu empfehlen und von Zeit zu Zeit ein Auslichten. Wichtig ist, dass die Schnittwunden unmittelbar mit einem Wundverschlussmittel behandelt werden. Junge Walnussbäume sind im Winter vor Frost und Wind zu schützen, zum Beispiel mit Strohmatten. Eine Wildschutzmanschette verhindert Wildverbiss.

Schädlinge und Krankheiten

Optimale Standortbedingungen, ausreichende Nährstoffversorgung und eine gute Pflege sind wichtige Voraussetzungen für gesunde Pflanzen. Treten dennoch Krankheiten auf, handelt es sich meist um den Bakterienbrand – verursacht durch das Bakterium Xanthomonas juglandis – sowie die Anthraknose oder Marssonina-Krankheit, verursacht durch den Pilz Gnomonia leptostyla.

Ernte und Lagerung

Mit der Reife fallen die Früchte vom Baum. Sie können aber auch, je nach Größe des Baumes, abgeschüttelt werden. Die fleischige grüne Fruchtschale wird mit zunehmender Reife dunkel, bricht auf und kann dann entfernt werden. Vorsicht: Sie färbt intensiv und nachhaltig!

Nach der Ernte breitet man die gereinigten Früchte an trockener und luftiger Stelle zum Trocknen aus. Wichtig ist, die Nüsse öfter am Tag zu wenden, damit ein Pilzbefall vermieden wird. Dieser kann die ganze Ernte vernichten. Nach rund 1-2 Wochen sind die Nüsse ausreichend getrocknet. Dann können sie in kleinen Portionen zum Beispiel in Zwiebelsäcke oder -netze gefüllt trocken, warm, luftig und mäusesicher aufgehängt werden.

Autoren: Engelberth Kötter, Walldürn-Rippberg; Heike Stommel; Bonn |

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