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Was ist Clean Eating?

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Die Frage „Was ist Clean Eating?“ kann ich nicht allgemeingültig beantworten, aber die meisten Anhänger dieser Ernährungsform sind sich zumindest in den Grundzügen einig. Wie bei vielen

Die Frage „Was ist Clean Eating?“ kann ich nicht allgemeingültig beantworten, denn der Begriff wird zum Teil unterschiedlich verwendet. Die meisten Anhänger dieser Ernährungsform sind sich aber zumindest in den Grundzügen einig. Wie bei vielen Ernährungstrends geht es um gesunde Ernährung und das mit relativ einfachen Mitteln. Wer den Grundsätzen von Clean Eating folgt, kauft möglichst naturbelassene Lebensmittel, darunter viel Obst und Gemüse und bereitet seine Mahlzeiten frisch zu. Viele Aspekte gefallen mir gut, andere scheinen mir überzogen bis unrealistisch.

Gemüse und Superfoods
Julia Icking, Bonn

Clean Eating – Die Basics

Der Begriff Clean Eating beschreibt eine Ernährung mit frischen und möglichst naturbelassenen Lebensmitteln, die bewusst genossen werden sollen. Neben frischem Obst und Gemüse kommen Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Pseudogetreide wie Quinoa oder Amaranth, Nüsse und hochwertige Fette und Öle zum Einsatz. Je nachdem, wen man fragt, kann Clean Eating auch durch Milchprodukte, Fleisch und Fisch ergänzt werden. Manche sehen es aber auch als vegane und rohköstliche Ernährung. Häufig werden Superfoods wie Chia oder Quinoa empfohlen. Eine einfache Faustformel, die mir gefällt, ist: Produkte mit mehr als fünf Zutaten bleiben im Supermarktregal stehen. Das gleiche gilt für Erzeugnisse mit Zusatzstoffen wie Aromen.

Meine Meinung zu Clean Eating

In der Theorie gefällt mir diese moderne Vollwertkost ganz gut. Gesunde Zutaten, frisch kochen und das Essen genießen. Ich finde zwar den Namen „Clean Eating“ ein bisschen affig, aber bei genauerem Betrachten fällt ein Großteil meiner (gewünschten) Ernährungsweise darunter: Ich koche viel frisch, kaufe wenig Fertigprodukte und betrachte industriell hergestellte Fruchtjoghurts, Müsliriegel oder Fertigpulver für Pfannkuchen mit Skepsis. Und die enthalten bestimmt mehr als fünf Zutaten plus Aromen - sie sind also nicht "clean".

Aber wie wahrscheinlich ist es, dass ich mich und meine Familie vollständig clean ernähre? Das stelle ich mir schwierig vor: Kein Fertigprodukt, kein gekaufter Müsliriegel oder Keks - am besten eben gar kein Zucker. Mittagessen in Kindergarten und Schule fällt aus ... Das ist für mich nicht umsetzbar. Ich halte es als Ernährungswissenschaftlerin durchaus für sinnvoll, alle Produkte, die ganz selbstverständlich im Einkaufwagen landen einmal genauer zu betrachten und zu überlegen, ob es nicht Alternativen gibt, die weniger verarbeitet sind oder weniger Zucker enthalten. Einen völligen Zuckerverzicht halte ich für unsinnig und zu restriktiv. Auch eine vegane oder rohköstliche Ernährungsweise ist nichts für mich.

Was mich besonders stört, ist der Fokus auf die sogenannten Superfoods. Dabei wird ohne Rücksicht auf die Umwelt ein hoher Verzehr von Kokosprodukten und Avocados gehypt, dazu Chiasamen und Quinoa, die ebenfalls um die halbe Welt transportiert wurden, bevor sie bei uns verkauft werden. Das widerspricht meinem Ansatz für einen nachhaltigen Lebensstil so eindeutig, dass ich Clean Eating zwar aus ernährungsphysiologischer Sicht eine gute Idee finde, aber keinesfalls im Hinblick auf die Nachhaltigkeit.

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