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Was Verbraucher wissen wollen

Sie haben noch Fragen zu einem Thema? Vielleicht finden Sie hier eine passende Antwort aus dem Forenarchiv von unserem Experteam. Schauen Sie einfach mal rein, was Verbraucher wissen wollten.

Junge Laute auf Sofa mit Schildern in der Hand
Rawpixel.com / adobe.stock.com

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Was Verbraucher zur Seniorenernährung wissen wollen

Alte Frau hält Schale mit Suppe hoch
De Visu / Fotolia.com

Meine Großmutter leidet ständig unter Blähungen und Vollegefühl, obwohl sie sich bewusst ernährt. Kann ihr durch eine geeignete Ernährung geholfen werden?

Frage von Medi (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Christof Meinhold

Es antwortet: Christof Meinhold, Ernährungsberater

Wichtig wäre als erstes herauszufinden, welche Lebensmittel Ihrer Großmutter Probleme bereiten. Damit sie diese dann, wenn möglich, weglassen kann. Dafür müsste Ihre Großmutter ausprobieren, bei welchen Lebensmitteln Unverträglichkeitsreaktionen auftreten und welche Lebensmittel sie beschwerdefrei essen kann. Hier hat es sich bewährt, ein Beschwerdeprotokoll über ein bis zwei Wochen zu führen, in dem sie notiert, was sie in welchen Mengen gegessen hat und die Beschwerden. Wenn Unverträglichkeiten bei Obst und Gemüse auftreten, kann es helfen, wenn sie diese vor dem Verzehr leicht dünstet. Das macht die Lebensmittel bekömmlicher.

Grundsätzlich wird bei einer Magenschleimhautentzündung, Blähungen und Völlegefühl eine leichte Vollkost empfohlen. Die leichte Vollkost ist eine vollwertige Ernährung, die den Bedarf an lebensnotwendigen Nährstoffen deckt und bei der die Speisen besonders schonend zubereitet werden. Empfehlenswert sind Dünsten, Dämpfen, Garen in der Folie und im Mikrowellengerät. Außerdem werden Speisen, die Unverträglichkeiten wie Blähungen, Völlegefühl auslösen, weggelassen. Da die Verträglichkeit von Lebensmitteln, Speisen und Getränken von Person zu Person unterschiedlich ist, muss jeder selbst ausprobieren, was ihm bekommt. Die Kost sollte reichlich lösliche Ballaststoffe enthalten, da sie sich günstig auf den Darm und die Verdauung auswirken. Sie stecken vor allem in Obst und Gemüse.

Außerdem können probiotische Kulturen in Joghurt, -drinks und Quark die Darmflora unterstützen und die gasbildenden Bakterien verdrängen. Dafür nimmt Ihre Großmutter am besten 14 Tage lang jeden Tag ein probiotisches Produkt, damit sich die probiotischen Kulturen im Darm ansiedeln können. Danach reicht es, ein über den anderen Tag ein solches Produkt zu essen. Damit sich diese Milchsäurebakterien tatsächlich ansiedeln können, ist es hilfreich, dass Ihre Großmutter immer ein Produkt des gleichen Herstellers verwendet, am besten ein Markenprodukt. Hierzu gab es die besten Studienergebnisse. Bakterienstämme von No-Name-Produkten oder Eigenmarken eines Supermarkts sind bislang nicht so intensiv untersucht worden.

Mein Vater (80 Jahre) hat Altersdiabetes und spritzt sich Insulin. Er sollte ca. 5 Kilo abnehmen. Was ist zu beachten, damit die Blutzuckerwerte im grünen Bereich bleiben?

Frage von power (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Christof Meinhold

Es antwortet: Christof Meinhold, Ernährungsberater

Bei Altersdiabetes (Zuckerkrankheit) handelt es sich um eine chronische Stoffwechselkrankheit, die auf einem Insulinmangel beruht. Die Hauptkennzeichen sind lang anhaltend hohe Blutzuckerwerte. Sie sind auf eine nachlassende Insulinproduktion oder Insulinwirkung zurückzuführen.

Ernährungsgrundlage ist eine ausgewogene und abwechslungsreiche Kost und regelmäßige körperliche Bewegung (soweit dies bei Ihrem Vater möglich ist).

Einige Punkte sollten Sie jedoch beachten: Wichtig ist, dass Insulingabe und aufgenommene Kohlenhydratmenge aufeinander abgestimmt werden. Kohlenhydrate beeinflussen den Blutzuckerspiegel am stärksten. Mit Zucker gesüßte Getränke führen zu einem raschen, starken Blutzuckeranstieg. Die Verdauung wenig verarbeiteter kohlenhydratreicher Lebensmittel dauert hingegen länger. Dementsprechend erhöht sich der Blutzucker langsamer und nicht so stark, insbesondere in Kombination mit Fett und Eiweiß. Wählen Sie wenig verarbeitete Lebensmittel, Vollkornprodukte mit einem hohen Anteil ganzer Körner und ungezuckerte Lebensmittel. Das hilft, größere Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Zucker durch Süßstoffe ersetzen hilft, zum einen Kalorien einzusparen und zum anderen den süßen Geschmack zu erhalten – ohne dass Süßstoffe den Blutzuckerspiegel erhöhen. Zum Süßen von Getränken eignen sich daher kalorienfreie Süßstoffe wie Saccharin, Cyclamat oder Aspartam.

Außerdem sollte bei Diabetikern die gesamte Fettaufnahme nicht mehr als 30 % der Energieaufnahme ausmachen. Das sind ca. 60 g Fett pro Tag. Wichtiger ist jedoch die Qualität der Fette. Tierische Fette wie Butter, Wurst, Käse, Sahne etc. sind am besten größtenteils durch pflanzliche Fette und Öle zu ersetzen. Besonders positive Wirkungen haben einfach ungesättigte Fettsäuren, die vor allem in Raps- und Olivenöl enthalten sind.

Die Vitamine A, C und E sowie einige sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe können helfen, typischen diabetischen Folgeschäden, z. B. Durchblutungsstörungen der Beine oder der Augen, vorzubeugen. Diese Inhaltsstoffe sind vor allem auch in frischem Gemüse enthalten. Deshalb sollte Gemüse täglich auf dem Speiseplan stehen.

In den meisten Fällen ist es hilfreich abzunehmen. Das verbessert oder normalisiert die Blutzuckerwerte. Wie Sie Ihr Gewicht am besten beurteilen können, finden Sie in unserem Beitrag zum Bauchumfang.

Informationen und Tipps zur Ernährung finden Sie auch im Beitrag Essen und Trinken bei Typ-2-Diabetes.

Unsere Tipps und Empfehlungen können keine ausführliche Ernährungsberatung oder Diabetikerschulung ersetzen. Dafür wenden Sie sich am besten an den behandelnden Diabetesschwerpunktarzt oder eine speziell geschulte Diabetesberatungsfachkraft.

 

Meine Großmutter (91 Jahre) erbricht fast jede Kost. Durch Magentropfen behält sie morgens und mittags das Essen bei sich. Allerdings ist der Abend problematisch. Was können wir Ihr abends zu essen geben? Was ist mit Astronautenkost?

Frage von ht.reichel (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Christof Meinhold

Es antwortet: Christof Meinhold, Ernährungsberater

Zur Entlastung des Verdauungstraktes und zur Vermeidung möglicher Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen wird eine leichte Vollkost empfohlen. Das ist eine vollwertige, ausgewogene Ernährungsweise, die den Körper mit allen notwendigen Stoffen in ausreichendem Maße versorgt, bei der aber Lebensmittel, Getränke und Speisen, die Unverträglichkeiten auslösen, weggelassen werden – also eine leicht verdauliche Kost. Da die Verträglichkeit von Lebensmitteln und Getränken von Person zu Person unterschiedlich ist, muss jeder selbst ausprobieren, was ihm bekommt.

Zudem hilft eine schonende Zubereitung der Speisen wie Dünsten, Dämpfen, Garen in der Folie und im Mikrowellengerät. Generell zu vermeiden sind alle mit stark erhitzten Fetten zubereiteten Gerichte, Fettgebackenes, scharf Gebratenes, Spiegeleier, Bratkartoffeln, fettes Fleisch (Schwein, Hammel, Ente, Gans), fette Wurstsorten, Speck, Fischkonserven in Öl, stark gesalzene und sehr saure Produkte, gezuckerte Limonaden, alkoholische Getränke.

Eine leicht bekömmliche Abendmahlzeit für Ihre Großmutter wäre Hühnerbrühe mit Nudeln, die ggf. entfettet wird. Weitere Möglichkeiten sind Brei aus pürierten Möhren oder Zucchini mit Kartoffeln oder Haferflockenbrei und gedünstetes Obst.

Achten Sie auch auf eine aufrechte Haltung nach den Mahlzeiten und vermeiden Sie, dass sich Ihre Großmutter direkt nach dem Essen hinlegt. Pfefferminztee oder Pfefferminzbonbons helfen im Vorfeld gegen Übelkeit und Erbrechen. Astronautenkost ist ebenfalls geeignet. Allerdings hilft sie bei Erbrechen auch nicht weiter oder müsste über eine Sonde verabreicht werden oder es müssten Ernährungsinfusionen gegeben werden.

Zur Auswahl der geeigneten Astronautenkost berät Sie der Hausarzt, Apotheker oder spezialisierte Ernährungsberater. Achten Sie auf eine hochkalorische Kost und beginnen Sie diese nur langsam.

Der diäetverband.de gibt eine Übersicht über unterschiedliche Produkte unter www.prodiaet.de.

Gibt es bestimmte Ernährungsempfehlungen für Menschen mit chronischen Wunden? Was kann man machen, um die Wundheilung bei einer älteren Person mit der Ernährung zu unterstützen?

Frage von tina1210 (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Claudia Thienel

Es antwortet: Claudia Thienel, Ernährungsberaterin

Chronische Wunden können viele Ursachen haben und die Ernährung kann immer nur ein Teilaspekt der Behandlung dieser Erkrankungen darstellen.

Grundsätzlich sollte bei chronischen Wunden immer auf die optimale Versorgung des Körpers mit allen notwendigen Nährstoffen und einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Denn nur dann stehen dem Körper alle notwendigen Stoffe zur Wundheilung zur Verfügung.

Studien haben ergeben, dass Menschen mit chronischen Wunden oft mangelernährt sind. Das fördert die Entstehung von chronischen Wunden, verzögert den Heilungsprozess und erhöht das Infektionsrisiko. Daher ist eine Überprüfung der Ernährungssituation unter Berücksichtigung der Primärerkrankung, des Alters und der Gesamtkonstitution bei Menschen mit chronischen Wunden sinnvoll. Anhand dieses Ergebnisses kann ein individueller Ernährungsplan erarbeitet werden, der einer Mangelernährung vorbeugt. Dies sollte im Rahmen einer spezialisierten Ernährungsberatung durchgeführt werden. Adressen von qualifizierten Ernährungsfachkräften finden Sie auf unserer Seite Ernährungsberatung vor Ort.

Eine grundsätzliche Orientierung für eine ausgewogene Ernährung – bei gesunden Menschen – bietet die Ernährungspyramide.

Meine Großmutter hat einige gesundheitliche Probleme: leichte Osteoporose, erhöhte Cholesterinwerte, Knochenarthritis, leichten Diabetes und leichte Schilddrüsenüberfunktion. Vielleicht können Sie uns Tipps zur Ernährung geben?

Frage von Jessy (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Mit höherem Lebensalter treten häufig mehrere Gesundheitsprobleme und Funktionseinschränkungen gleichzeitig auf. Im Fall Ihrer Großmutter ist die Problematik recht komplex und ich empfehle Ihnen, vor Ort eine persönliche Ernährungsberatung aufzusuchen. Ich kann Ihnen nur einige recht allgemeine Informationen geben.

Grundsätzlich sind auch für Ihre Großmutter täglich Gemüse, Obst, Vollkorngetreideprodukte und Milchprodukte empfehlenswert. Bei Fleisch, Wurst und Fisch reicht es, wenn sie jeweils etwa 2 mal pro Woche auf den Tisch kommen. Ausreichendes Trinken kalorienfreier oder -armer Getränke ist wichtig, besonders im höheren Alter. Bei den einzelnen Erkrankungen gibt es noch verschiedene Aspekte zu berücksichtigen:

Bei Osteoporose ist es wichtig, ausreichend Calcium und Vitamin D aufzunehmen. Das gelingt am besten, wenn Ihre Großmutter möglichst täglich Milchprodukte wie Joghurt, Quark, Buttermilch und Käse isst. Auch manche Gemüse, etwa Brokkoli, Fenchel oder Grünkohl, sind calciumreich. Als Getränke sind calciumreiche Mineralwässer (> 150 mg Calcium/l) und mit Calcium angereicherte Fruchtsäfte geeignet. Vitamin D fördert die Aufnahme von Calcium aus dem Darm. Es ist jedoch nur in wenigen Lebensmitteln enthalten. Gute Quellen sind Fisch und Champignons. Der Körper ist in der Lage, in der Haut mithilfe von Sonnenlicht selbst Vitamin D zu bilden. Deshalb ist es sinnvoll, dass sich Ihre Großmutter möglichst täglich etwa eine halbe Stunde im Freien aufhält. Und auch viel Bewegung stärkt die Knochen. Es gibt spezielle Gymnastikformen (z. B. Stuhlgymnastik), die auch für ältere Menschen gut durchführbar sind.

Bei einem erhöhten Cholesterinspiegel hilft eine fettbewusste Ernährung, das bedeutet, wenig gesättigte Fette und reichlich ungesättigte Fettsäuren. Fettreiche tierische Lebensmitteln wie Speck, fettes Fleisch oder Schmalz sind aufgrund ihres hohen Gehaltes an gesättigten Fetten zu meiden. Pflanzliche Öle (z. B. Olivenöl, Rapsöl, Sojaöl) und Nüsse enthalten reichlich ungesättigte Fettsäuren und gehören täglich auf den Speiseplan. Außerdem ist eine hohe Zufuhr an Ballaststoffen sinnvoll. Ballaststoffreiche Lebensmittel sind Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Getreideprodukte.

Bei Erkrankungen wie Arthritis empfiehlt es sich, den Verzehr von Fleisch und Wurstwaren sowie Innereien einzuschränken und statt dessen Fisch (z. B. Makrele, Hering) und pflanzliche Ölen (z. B. Rapsöl) sowie reichlich Gemüse und Obst zu essen.

Bei Diabetes ist der Abbau von Übergewicht die wichtigste Maßnahme. Lebensmittel wie Gemüse, Vollkornprodukte und Milchprodukte lassen den Blutzucker nicht so stark ansteigen und sind daher bei einer insgesamt ausgewogenen und abwechslungsreichen Kost sinnvoll.

Eine Schilddrüsenüberfunktion ist nur medikamentös zu behandeln.

Gerade älteren Menschen fällt eine Ernährungsumstellung oft besonders schwer, weil sie an ihren jahrzehntelangen Gewohnheiten festhalten und Neues nur schwer akzeptieren. Außerdem haben sie häufig Beschwerden, die das Essen erschweren, z. B. Kau- und Schluckbeschwerden. Gehen Sie darum sehr behutsam und Schritt für Schritt vor, wenn Sie mit Ihrer Großmutter die Ernährung umstellen. Wählen Sie z. B. bei Gemüse und Obst die Sorten, die sie kennt und mag. Am besten planen Sie so viel Bewegung wie möglich in den Tagesablauf Ihrer Großmutter ein. Generell empfehle ich Ihnen, mit Ihrer Großmutter eine persönliche Ernährungsberatung aufzusuchen. Dort kann auf ihre individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten am besten eingegangen werden. Adressen von qualifizierten Ernährungsfachkräften finden Sie auf unserer Seite Ernährungsberatung vor Ort. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Großmutter alles Gute!

Weitere Informationen zu den Themen finden Sie in unseren Beiträgen zu Cholesterin und Fetten sowie Essen und Trinken bei Typ-2-Diabetes.

Was Verbraucher zu Gemüse und Obst wissen wollen

Zwei Frauenhände halten verschiedene Obstsorten
Sandor Kacso / Fotolia.com

Als Vegetarier esse ich sehr viel Obst und Gemüse, etwa 1 kg pro Tag. Beim Obst können es auch mal 600-800 g sein. Gibt es eine Obstgrenze, ab der es nicht mehr gesund ist?

von eggo (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Prima, dass Sie auf Ihre Ernährung achten. Im Rahmen einer vollwertigen Ernährung werden zwei Portionen Obst (etwa 250 g) und mindestens drei Portionen Gemüse (etwa 400 g), also insgesamt etwa 650 g am Tag empfohlen. Wenn Sie täglich auf 1.000 g kommen, ist das umso besser. Allerdings sollte der Gemüseanteil immer deutlich höher sein als der Obstanteil. Gemüse enthält ebenso viele gesundheitsfördernde Stoffe wie Obst, liefert aber weniger Energie und weniger Fruchtzucker. Insofern sind 600-800 g Obst am Tag etwas zu viel, auch wenn Sie ansonsten keine Süßigkeiten essen. Ich empfehle Ihnen, die Menge an Obst zu halbieren. Obst enthält viele schnell verfügbare Kohlenhydrate (u. a. Fruchtzucker). Dadurch kommt der Blutzuckerspiegel schnell aus dem Gleichgewicht und es kann zu Heißhungerattacken kommen. Zudem bildet der Körper aus Fruchtzucker vermehrt Fettsäuren, die die Leber und Blutgefäße belasten. Versuchen Sie also, Ihre Obstzufuhr auf zwei Portionen zu reduzieren und stattdessen den Anteil an Gemüse zu erhöhen.

Gehen Vitamine und andere Inhaltsstoffe verloren, wenn Gemüse und Obst auf dem Markt Stunden lang in der Sonne liegen?

von Urlaub (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Dr.Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr.Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Sie können Ihr Gemüse und Obst auch in Zukunft ohne Bedenken auf dem Markt einkaufen. Solange das Gemüse und Obst noch prall und knackig aussieht, kommt es kaum zu Nährstoffverlusten.

Vitamine reagieren unterschiedlich empfindlich auf Licht und Hitze, nicht alle bauen sich so schnell ab wie das empfindliche Vitamin C. Mineralstoffe und Ballaststoffe sind sogar sehr robust gegenüber Lagerungseinflüssen. Achten Sie beim Einkauf von Gemüse und Obst auf ein frisches Aussehen – also eine typische frische Farbe, knackig, pralles, glänzendes Aussehen, auch von Schale und Blättern sowie ein appetitlicher Duft. Wenn Sie die frischen Lebensmittel dann noch nährstoffschonend zubereiten, können Sie davon ausgehen, auch gut mit Vitaminen und anderen wichtigen Inhaltsstoffen versorgt zu sein. Sichtbar schrumpelige oder welke Ware sollten Sie liegen lassen oder nur zu einem reduzierten Preis einkaufen und direkt verarbeiten.

Wir ernähren uns nur von Bio-Lebensmitteln. Gibt es Lebensmittel – vor allem Gemüse und Obst, die nicht notwendigerweise in Bio-Qualität gekauft werden müssen, da die Erzeugung selbst schon auf hohem Niveau erfolgt?

von ACDC (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Das wichtigste bei der Ernährung ist, viel Abwechslung beim Gemüse und Obst zu haben. Im Allgemeinen weist ökologisch erzeugtes Gemüse und Obst weniger Rückstände auf als konventionell erzeugtes. Aber auch das konventionell erzeugte ist in Deutschland von guter Qualität.

Laut einer Veröffentlichung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit waren 54,1 % der in 2017 untersuchten Proben komplett frei von nachweisbaren Rückständen, 12,1 % der Proben überschritten die gesetzlichen Grenzwerte. In einer Untersuchung der Lebensmittelüberwachung Baden-Württemberg wiesen 82 % der Proben aus konventionellem Anbau aus Deutschland Rückstände auf, eine Überschreitung der gesetzlich festgelegten Höchstmengen wurde bei 14 % festgestellt. Inländisches Gemüse und Obst wies im Allgemeinen weniger Rückstände auf als Ware aus dem Ausland.

Insofern ist es empfehlenswert, nach der Herkunft der Ware zu schauen. Wenn regional erzeugtes Gemüse und Obst angeboten wird, ist es sicherlich eine gute Wahl. Bei Ware aus dem Ausland würde ich – wenn möglich – die ökologisch erzeugte Variante bevorzugen.

Zum Nachlesen:

Informationen zum Bericht der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde

Informationen aus der Lebensmittelüberwachung:

Ergebnisse des LAVES

Ergebnisse des CVUA

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf unseren Seiten unter

Schadstoffe

Ich möchte gerne mehr Vitamine aufnehmen, am liebsten mit Smoothies. Kann ich damit alle Vitamine abdecken?

von MrGee (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Grundsätzlich ist es eine gute Idee, wenn Sie Ihre Ernährung durch Smoothies ergänzen möchten. Allerdings kann kein Smoothie alle erforderlichen Vitamine und Mineralstoffe liefern, sondern – wie jedes andere Lebensmittel auch - nur einen kleinen Teil der lebensnotwendigen Nährstoffe.

Bei der Auswahl und Herstellung gilt es jedoch einiges zu beachten. Am besten sind so genannte grüne Smoothies, die hauptsächlich aus Gemüse und Salaten und einem kleinen Anteil Obst bestehen. Smoothies, die ausschließlich auf Obst basieren, liefern zu viele und zu schnell verfügbare Kohlenhydrate und können Blutzuckerschwankungen verursachen. Von den empfohlenen fünf Portionen Gemüse und Obst pro Tag können Smoothies gelegentlich bis zu zwei Portionen ersetzen. Als Portionsgröße gilt hier eine Menge von 200-250 Millilitern.

Weitere Informationen und Tipps für die Herstellung finden Sie in unserem Beitrag

Grüne Smoothies: Gemüse zum Trinken

Als Kindergärtnerin betreue ich Kinder im Alter von 0,5-3 Jahren. Sollen wir weiterhin Obst zu jeder Mahlzeit (Frühstück, Mittag und Nachmittag) reichen oder stattdessen eine Stunde vor dem Mittag eine separate Obstpause einlegen?

von line-baby (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Maren Krüger

Es antwortet: Maren Krüger, Ernährungsberaterin

Auch für Kleinkinder zwischen dem 1. und 3. Lebensjahr sind am besten fünf Mahlzeiten pro Tag, drei Haupt- und zwei kleinere Zwischenmahlzeiten. Dabei werden fünf Portionen Obst und Gemüse (3 Portionen Gemüse, 2 Portionen Obst) am Tag empfohlen. Das sind ungefähr 240-300 g. Davon kann eine Portion durch ein Glas Saft ersetzt werden. Sie können das Obst entweder als Bestandteil einer Zwischenmahlzeit vormittags oder nachmittags oder auch als Nachtisch zum Mittagessen reichen. Auch wenn das Obst möglichst frisch gegessen werden sollte, kann es mal Obstkompott sein, z. B. zu Pfannkuchen oder Milchreis. Bekommen die Kinder schon zum Frühstück Obst oder ein Glas Saft, sind sie mit einer weiteren Portion zum Beispiel am Nachmittag ausreichend versorgt. Die Zwischenmahlzeit am Vormittag erhalten die Kinder am besten nicht kurz vor dem Mittagessen. Gerade der Zuckergehalt im Obst könnte bei den Kindern den Appetit darauf verringern.

Säuglinge brauchen in den ersten zehn Lebensmonaten vier Mahlzeiten am Tag. Sie bekommen Obst in Form des Getreide-Obst-Breis am Nachmittag und in Form von Saft als Bestandteil des Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breis mittags und des Getreide-Vollmilch-Breis abends. Ab dem zehnten Lebensmonat können die Kinder dann langsam an die ganz normale Familienkost gewöhnt werden. Dann gelten die Empfehlungen wie bei den Kleinkindern.

Was Verbraucher zu Vitaminen und Mineralstoffen wissen wollen

Roter, weißer und grüner Smoothie mit jeweils Strohhalm nebeneinander
George Dolgikh / Fotolia.com

Wenn ich mit Smoothies mehr Vitamine aufnehmen möchte, worauf muss ich achten?

Frage von MrGee (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Das ist eine gute Idee! Allerdings kann kein Smoothie alle erforderlichen Vitamine liefern, sondern – wie jedes andere Lebensmittel auch – nur einen Teil der lebensnotwendigen Nährstoffe. Am besten sind grüne Smoothies, die hauptsächlich aus Gemüse und Salaten und einem kleinen Obstanteil bestehen. Smoothies, die ausschließlich auf Obst basieren, liefern zu viele und zu schnell verfügbare Kohlenhydrate und können Blutzuckerschwankungen verursachen. Von den empfohlenen 5 Portionen Gemüse und Obst pro Tag können Smoothies gelegentlich bis zu 2 Portionen ersetzen. Als Portionsgröße gilt hier eine Menge von 200-250 ml.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag Grüne Smoothies: Gemüse zum Trinken

Ist Tiefkühlgemüse besser als Konserven?

Frage von Irene123 (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Christof Meinhold

Es antwortet: Christof Meinhold, Ernährungsberater

Gemüse aus Konserven enthält weniger Nährstoffe als Tiefkühlgemüse und frische Lebensmittel. Denn das Konservengemüse wird beim Herstellungsprozess zweimal erhitzt, um es haltbar zu machen. Dabei wird ein Teil der Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe abgebaut. Gemüse, das als Tiefkühlgemüse eingefroren wird, geht vom Feld direkt in die Fabrik. Dort wird das Gemüse in der Regel nur kurz erhitzt und direkt tief gefroren. Dadurch fallen die Vitaminverluste meist geringer aus. Es kommt jedoch auch darauf an, wie Sie das Gemüse zu Hause verarbeiten. Gemüse sollte immer so kurz wie möglich mit wenig Flüssigkeit zubereitet werden, um Vitaminverluste möglichst gering zu halten.

Außerdem wird in vielen Konserven deutlich mehr Salz eingesetzt, als in ungewürztem Tiefkühlgemüse. Durch die lange Einwirkzeit von Salz auf das Konservengemüse enthält das Konservengemüse deutlich mehr Salz als frisches oder Tiefkühlgemüse.

Mehr Infos zum Thema Tiefkühlgemüse finden Sie im Beitrag Gefrieren

Brauche ich Nahrungsergänzungsmittel, um meinen Körper optimal mit Nährstoffen zu versorgen?

Frage von Michael (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Ich kann Ihren Wunsch nach einer Optimierung Ihrer Ernährung nachvollziehen. Doch Nahrungsergänzungsmittel sind in der Regel nicht notwendig für jemanden, der gesund ist und sich abwechslungsreich ernährt. Dieser Ansicht sind auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Und der Schein trügt, denn eine einseitige, unausgewogene Ernährungsweise lässt sich nicht mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgleichen. In Lebensmitteln ist eine große Vielfalt an lebensnotwendigen und gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen enthalten, die durch Nahrungsergänzungsmittel niemals in der Vielfalt und in den richtigen Mengen – nicht zu viel und nicht zu wenig – abgedeckt werden kann.

Grundsätzlich unterscheiden sich natürliche und synthetische Vitamine in ihrer Wirkungsweise nicht. Der wichtigste Unterschied zwischen beiden besteht in der Dosierung und der Art, wie sie dem Körper angeboten werden: Bei Vitaminen aus Lebensmitteln gibt es positive und negative Einflüsse auf die Bioverfügbarkeit, also die Aufnahme in den Darm, durch gleichzeitig vorhandene andere Inhaltsstoffe. Bei synthetischen Vitaminen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln ist das nicht der Fall, wodurch z. B. nachteilige Effekte durch Überdosierungen begünstigt werden können. Mit Nahrungsergänzungsmitteln können zudem sehr viel höhere Mengen einzelner Nährstoffe aufgenommen werden, was sich nachteilig auf die Gesundheit auswirken kann. Mit natürlichen Lebensmitteln nehmen wir bei den meisten Vitaminen die Tagesdosis in kleinen Mengen über den Tag verteilt auf. In diesen kleinen Mengen ist die Bioverfügbarkeit in der Regel besser.

Eine Orientierung für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung bietet die Ernährungspyramide des BZfE.

Wie hoch ist der Jodgehalt in Meersalz – auch gegenüber jodiertem bzw. jodfreiem Speisesalz? Gibt es Vorteile gegenüber anderen Salzen?

Frage von lobeliana (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Meersalz enthält relativ wenig Jod, und zwar nur 0,2-2 mg pro kg. Jodiertes Speisesalz liefert mit 15-25 mg Jod pro kg das Vielfache dieser Menge. Unjodiertes Speisesalz enthält im Vergleich dazu 0,1 mg Jod pro kg. Meersalz hat aus ernährungsphysiologischer Sicht keine Vorteile. Feinschmecker begründen die Verwendung mit einem besseren Geschmack. Am besten probieren Sie es aus, ob Sie Geschmacksunterschiede feststellen können.

Der geringe Jodgehalt von Meersalz liegt darin begründet, dass Jodid sich beim Trocknen in den Verdunstungsbecken in elementares Jod umwandelt. Dies verflüchtigt sich und geht dadurch verloren. Bei der Jodanreicherung von Speisesalz wird daher Jodat verwendet, das weniger flüchtig ist. Jodat wird im Magen-Darm-Trakt zu Jodid reduziert, das fast vollständig in den Körper aufgenommen wird.

Mit unjodiertem Meersalz oder Speisesalz ist es schwieriger, die empfohlene Jodzufuhr von 200 µg pro Tag für Erwachsene zu erreichen. Wer täglich mit Jodsalz würzt, kann so schon die Hälfte der empfohlenen Menge aufnehmen. Andere gute Jodquellen sind Seefische und Algen. Der Jodgehalt von Algen schwankt jedoch sehr stark und kann extrem hoch sein. Daher sollten Algen nicht regelmäßig gegessen werden. Auch Milchprodukte sind eine gute Jodquelle, weil Jod in den Futtermitteln enthalten ist.

Weitere Informationen zur Jodmangelvorsorge finden Sie auf den Seiten des Bundesinstitutes für Risikobewertung  unter Fragen und Antworten zur Jodversorgung und zur Jodmangelvorsorge.

Weitere Informationen zu Salz finden Sie im Beitrag Trendlebensmittel Salz und in der Broschüre Speisesalz / 12 Fragen - 12 Antworten.

Kann der Körper bei Bedarf Fett abbauen, um damit fettlösliche Vitamine zu verwenden? Oder benötigt er die gleichzeitige Aufnahme von Fett und fettlöslichen Vitaminen? Braucht es z. B. Öl im Karottensalat?

Frage von SportyFreiburg (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Unser Körper kann die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K aus Lebensmitteln nur aufnehmen, wenn in der Nahrung gleichzeitig etwas Fett enthalten ist. Nur dann lösen sich die Nährstoffe aus den Pflanzenzellen heraus. Sie kennen diesen Effekt wahrscheinlich, wenn Sie schon mal einen Karottensalat gemacht haben, bei dem sich nach kurzer Zeit in den Fetttröpfchen das orange-farbene Karotin ansammelt. Wenn die Nährstoffe in Fett bzw. Öl gelöst sind, können sie von den Darmzellen besser aufgenommen werden.

Da das Fett im Darmtrakt benötigt wird, wäre es für die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine sinnlos, wenn dafür die Fettdepots abgebaut würden. Denn das Fett gelangt nicht in den Darm, wenn es abgebaut wird.

Die meisten Lebensmittel wie Eier oder Fisch, die fettlösliche Vitamine enthalten, enthalten bereits von Natur aus geringe Mengen an Fett, sodass sie für den Körper verfügbar sind. Bei reiner Rohkost bietet es sich an, etwas Fett dazu zu essen. Dabei reicht eine kleine Fettmenge, sie sollte möglichst in der gleichen Mahlzeit oder etwa eine ½ Stunde davor oder danach aufgenommen werden. Sie können auch mit den Mahlzeiten z. B. ein belegtes Brot oder ein paar Nüsse essen oder ein Glas Milch dazu trinken. Wichtig ist, dass die Lebensmittel gut gekaut werden, damit das Fett aus den Zellen austreten kann und sich die verschiedenen Nahrungsbestandteile gut vermischen. Da in den allermeisten Mahlzeiten immer auch ein wenig Fett vorkommt, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, dass Sie die fettlöslichen Vitamine aus den einzelnen Mahlzeiten nicht verwerten können.

Es ist aber auch kein Problem, wenn Sie Karotten oder ähnliches gelegentlich ohne Fett essen. Karotten enthalten neben den fettlöslichen Vitaminen noch viele andere wichtige Inhaltsstoffe, z. B. Ballaststoffe, die auch ganz ohne Fett ihre Funktionen erfüllen.

Man liest immer wieder, dass Calcium und Magnesium im Verhältnis 3:1 aufgenommen werden sollte. Was passiert, wenn ich zu wenig Magnesium oder zuviel Calcium aufnehme oder umgekehrt?

Frage von Saloppi (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Claudia Thienel

Es antwortet: Claudia Thienel, Ernährungsberaterin

Es ist richtig, dass das ideale Calcium-Magnesium-Verhältnis etwa zwischen 2:1 und 3:1. liegt. Das beruht auf den Empfehlungen der Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die für Erwachsene eine Calciumzufuhr von 1.000 mg pro Tag und eine Magnesiumzufuhr von 350-400 mg pro Tag empfiehlt.

Das Verhältnis ist außerdem dadurch begründet, dass die Wiederaufnahme aus der Harnflüssigkeit in den Nieren gekoppelt ist: Je mehr Magnesium wieder aufgenommen wird, desto weniger kann Calcium aufgenommen werden. Außerdem werden die Konzentrationen beider Mineralstoffe über das gleiche Hormonsystem geregelt.

Eine zu hohe Magnesiumzufuhr über einen längeren Zeitraum kann zu einem Defizit in der Calciumversorgung führen und umgekehrt. Dies kann beispielsweise durch die einseitige Aufnahme dieser Mineralstoffe in Form von Präparaten oder Nahrungsergänzungsmittel geschehen. Deshalb sollten entsprechende Präparate auch nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.

Was Verbraucher zu Übergewicht wissen wollen

Hände greifen nach Donut
iStock.com / Michał Ludwiczak

Durch meine Arbeit kann ich nicht regelmäßig essen und habe oft Heißhunger auf Süßes. Wie kann ich am besten abnehmen?

Frage von TS94 (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Claudia Thienel

Es antwortet: Claudia Thienel, Ernährungsberaterin

Für eine langfristig erfolgreiche und gesunde Gewichtsreduktion ist eine Kombination aus Ernährungsumstellung und Sport sinnvoll. Ausschlaggebend für das Körpergewicht ist die über den ganzen Tag aufgenommene bzw. die verbrauchte Energie, also was und wie viel Sie essen.

Damit es nicht zu Heißhungeranfällen und ständigem Naschen kommt, versuchen Sie regelmäßig zu essen. Vier bis fünf Mahlzeiten können es am Tag sein. Essen Sie möglichst ausgewogene Mahlzeiten: Jede Mahlzeit sollte Protein (z. B. Milchprodukte, Fleisch, Geflügel, Fisch), wenig Fett (pflanzliches Öl) und eine Kohlenhydratquelle mit niedriger Blutzuckerwirksamkeit (z. B. Vollkornbrot, Naturreis, Vollkornnudeln), am besten in Kombination mit fett- oder proteinreichen Lebensmitteln, enthalten. So ist am besten gewährleistet, dass Sie sich lange angenehm satt fühlen. Achten Sie bei Ihrer Ernährung auf viel Gemüse und Obst. Das können Sie sich auch sehr gut vorbereiten und mitnehmen. Empfohlen werden mindestens 400 g Gemüse und etwa 250 g Obst pro Tag. Das sind beim Gemüse zum Beispiel eine Tomate (etwa 80 g), eine Paprika (150 g) und ein bis zwei Möhren (rund 200 g). Beim Obst sind es z. B. ein Apfel und ein Schälchen Beerenobst.

Welche Lebensmittel täglich am besten auf Ihrem Speiseplan stehen, zeigt anschaulich die Ernährungspyramide. Vergleichen Sie Ihren täglichen Speiseplan mit den Empfehlungen, mit Sicherheit können Sie hier schon so etwas verändern. Hilfreich ist, den Konsum von fettreichen Lebensmitteln, Süßigkeiten und Knabbereien zu reduzieren. Zum Trinken eignen sich kalorienfreie Getränke wie Wasser, Mineralwasser und Kräuter- oder Früchtetees.

Bewegung und Sport sind beim Abnehmen und zum Halten des Gewichts sehr hilfreich. Beim Sport werden Kalorien verbraucht sowie Körperfett ab- und Muskeln aufgebaut. Muskelmasse verbraucht auch in Ruhephasen mehr Energie als das Fettgewebe, erhöht also den Gesamtenergieverbrauch. Außerdem regt Sport den Stoffwechsel an und verbessert das Körpergefühl. Versuchen Sie, Sport in Ihren Alltag einzubauen. Einfach mehr zu Fuß gehen, Treppen nehmen anstatt den Lift oder mal mit dem Fahrrad Wege zurücklegen – das hilft auch bei der Gewichtsabnahme.

Falls Ihnen diese Tipps beim Abnehmen nicht helfen, empfehle ich Ihnen, vor Ort eine Ernährungsberatungspraxis aufzusuchen. In einem persönlichen Gespräch ist es besser möglich, auf Ihre individuelle Situation einzugehen. Adressen von qualifizierten Ernährungsfachkräften finden Sie auf unserer Seite "Ernährungsberatung vor Ort".

Beim Body Mass Index gibt es die Unterscheidung zwischen Männern und Frauen und nach dem Alter. Soll ich mich am Geschlecht oder Alter orientieren?

Frage von birgit-ute (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Maren Krüger

Es antwortet: Maren Krüger, Ernährungsberaterin

Der Body Mass Index, kurz BMI, berechnet sich nach einer einfachen Formel aus Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch das Quadrat der Körpergröße in Meter (BMI-Rechner). Der ermittelte Wert kann jedoch nur ein grober Orientierungswert sein. Für die tatsächliche Beurteilung des Gewichts spielen auch das Alter sowie das Geschlecht eine Rolle. Männer haben beispielsweise einen höheren Muskelanteil als Frauen.

Studien haben ergeben, dass die BMI-Werte, die mit der geringsten Sterberate einhergehen, mit zunehmendem Alter steigen. So sind Personen über 65 Jahre noch normalgewichtig, wenn ihr BMI zwischen 24 und 29 liegt – ein Bereich, den die WHO (World Health Organization) als Übergewicht einstuft. Auch für Kinder und Jugendliche gelten die BMI-Werte der Erwachsenen nicht.

Bei Übergewicht im Alter spielt auch der Gesundheitszustand eine Rolle. Bei einem BMI von 25–29,9 ist im höheren Alter nicht zwingend eine Gewichtsabnahme notwendig. Es besteht aber ein höheres Risiko, dass das Körpergewicht weiter steigt. Zudem ist das Risiko für Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 oder Bluthochdruck bereits gering erhöht. Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) rät daher, bei einem BMI zwischen 25 und 29,9 das Gewicht zu stabilisieren oder es geringfügig zu senken, um Begleiterkrankungen und Adipositas (Fettleibigkeit) zu verhindern.

Ich empfehle Ihnen allerdings nicht nur den BMI, sondern auch den Bauchumfang zu messen und durch einen Check beim Arzt Ihre Gesundheit überprüfen zu lassen. Denn der BMI berücksichtigt nicht die Verteilung des Körperfetts. Viele Experten sind inzwischen der Meinung, dass nicht der BMI, sondern der Bauchumfang das entscheidende Kriterium für die gesundheitliche Bewertung des Körpergewichts sein sollte.

Ich möchte ca. 10 Kilo verlieren, nehme aber durch Wassereinlagerung stetig zu, manchmal 2 kg an 2 Tagen. Die Ärzte können mir nicht weiterhelfen. Haben Sie eine Idee?

Frage von KarlsKarotte (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Claudia Thienel

Es antwortet: Claudia Thienel, Ernährungsberaterin

Zunächst einmal sollten Sie bei Ihrem Hausarzt überprüfen lassen, ob es möglicherweise eine organische Ursache dafür gibt, dass Sie nicht abnehmen. Dies könnte beispielsweise eine Unterfunktion der Schilddrüse sein. Auch Medikamente, welche Sie einnehmen, können Einfluss auf Ihr Gewicht haben.

Um langfristig gesund abzunehmen, empfiehlt sich eine Kombination aus Ernährungsumstellung und Bewegung. Eine langsame Gewichtsabnahme von 1-2 kg pro Monat ist dabei langfristig erfolgsversprechender als eine zu schnelle. Überprüfen Sie doch ganz einfach Ihre Ernährung anhand der Empfehlungen der Ernährungspyramide. Diese bietet eine gute Orientierung für einen Speiseplan, der Sie mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt und überflüssige – oft fett- und kalorienreiche Speisen – reduziert.

Neben der Ernährung sind auch Bewegung und Sport beim Abnehmen sehr wichtig. Dabei werden Kalorien verbraucht sowie Körperfett ab- und Muskeln aufgebaut. Außerdem regt Sport den Stoffwechsel an und verbessert das Körpergefühl. Am besten geeignet zum Abnehmen ist die Kombination von Muskelaufbautraining und Ausdauersport. Geeignete Ausdauersportarten sind z. B. Walking, Rad fahren oder Schwimmen.

Wassereinlagerungen im Körper können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Je nach Ursache sind verschiedene Ernährungsempfehlungen hilfreich. Deshalb wäre es zunächst wichtig zu wissen, woher die Wassereinlagerungen kommen, um eine entsprechende Empfehlung geben zu können. Ganz allgemein kann Wassereinlagerungen durch eine abwechslungsreiche Ernährung und ausreichendes Trinken vorgebeugt werden. Letzteres aber auch nur, wenn die Nierenfunktion in Ordnung ist. Grundsätzlich ist es hilfreich, viel Gemüse und Obst zu essen, denn sie enthalten viel Kalium, was die Entwässerung fördert. Gute Quellen für Kalium sind vor allem Spinat, Feldsalat, Petersilie, Frühlingszwiebeln, Tomaten, Kartoffeln, Birnen, Melone, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreideprodukte und Nüsse. Kaliumreich sind auch Fruchtsäfte (vor allem Apfel- und Birnensaft), Gemüsesäfte und kaliumreiches Mineralwasser (s. Etikett).

Gegen Wassereinlagerungen hilft außerdem alles, was die Durchblutung fördert, also Bewegung (Spazieren gehen, Treppensteigen), Sport (Gymnastik), Massagen und Wechselduschen und natürlich auch Saunagänge.

Falls Ihnen diese Tipps beim Abnehmen nicht helfen, empfehle ich Ihnen, vor Ort eine Ernährungsberatungspraxis aufzusuchen. In einem persönlichen Gespräch ist es besser möglich, auf Ihre individuelle Situation einzugehen. Adressen von qualifizierten Ernährungsfachkräften finden Sie auf unserer Seite "Ernährungsberatung vor Ort".

Meiner Tochter (3 Jahre) ist überdurchschnittlich schwer (ca. 19 kg). Ich achte darauf, was sie isst. Ab wann muss man sich Gedanken über das Gewicht machen? Ist eine Diät möglich?

Frage von Katring80 (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Maren Krüger

Es antwortet: Maren Krüger, Ernährungsberaterin

Zu einer gesunden Entwicklung von Kindern gehört auch, dass sich das Gewicht im Normalbereich entwickelt. Denn Übergewicht schadet der körperlichen und seelischen Gesundheit. Aus übergewichtigen Kindern werden oft auch übergewichtige Erwachsene. Deshalb ist es gut, rechtzeitig aufzupassen.

Natürlich spielen auch die Gene eine Rolle, aber die häufigste Ursache von Übergewicht ist eine ungünstige, zu kalorienreiche Ernährung, meistens kombiniert mit wenig Bewegung. Deshalb ist es gut, wenn Sie sich anschauen, was Ihre Tochter den Tag über isst. Eine Diät muss Ihre Tochter nicht machen. Aber es wäre gut, wenn Sie in den nächsten Monaten etwas langsamer oder gar nicht zunimmt. Durch das natürliche Längenwachstum wird sich Ihr Gewicht dann wieder im Normalbereich bewegen.

Eine gute Orientierungshilfe fürs Essen ist die Ernährungspyramide. Sie enthält alles, was täglich gegessen und getrunken werden sollte. Das Maß für die angegebenen Portionen ist die eigene Hand. Die Hand ist individuell, wächst mit und berücksichtigt somit den je nach Alter und Geschlecht unterschiedlichen Bedarf eines Menschen.

Am besten bereiten Sie für Ihre Tochter bzw. für die ganze Familie jeden Tag eine abwechslungsreiche, ausgewogene Kost zu, für die Sie reichlich frische Lebensmittel verwenden. Viele Fertigmahlzeiten und Fastfood-Gerichte liefern reichlich Kalorien und haben eher eine ungünstige Nährstoffzusammensetzung. Am besten finden Sie einen für sich praktikablen Weg der Umsetzung, der zu ihrem Alltag passt.

Kinder schauen sich sehr viel von ihren Eltern ab, so auch beim Essen und Trinken. Eltern übernehmen daher eine Vorbildfunktion. Sie können daher die Chance nutzen, Ihre Tochter in einem gesunden Lebensstil zu unterstützen.

Dazu gehört auch ausreichend Bewegung – zum Beispiel auf dem Spielplatz, im Wald, Schwimmbad oder beim Kinderturnen oder einfach das Toben zuhause! Bewegung kurbelt den Energieverbrauch an.

Sie kennen Ihr Kind am besten und können daher abschätzen, wie offen Ihre Tochter für das Thema Ernährung ist, ohne sie damit zu sehr zu belasten. Wenn die ganze Familie mitmacht, wird es die ein oder andere Essensumstellung nicht nur auf sich beziehen und unbeschwert das Essen weiter genießen können.

Wenn Ihnen diese Hinweise in Ihrem Essalltag nicht weiterhelfen und Sie das Gefühl haben, Sie benötigen weitere Unterstützung bei der Umsetzung, kann Ihnen vielleicht  eine Ernährungsfachkraft in einem persönlichen Gespräch weitere Tipps geben. Adressen von qualifizierten Ernährungsfachkräften finden Sie auf unserer Seite "Ernährungsberatung vor Ort".

Alles Gute für Sie und Ihre Tochter!

Gelten die Maße für den Bauchumfang, egal wie groß man ist?

Frage von Urlaub (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Es ist nicht unmittelbar einsichtig, dass bei kleinen und großen Menschen die gleichen Grenzwerte hinsichtlich des Taillenumfanges (Bauchumfanges) gelten. Die bisherige Studienlage spricht jedoch dafür, dass die Grenzwerte je nach Geschlecht für alle Körpergrößen gelten. Neuere Studien beschäftigen sich allerdings auch damit, ob das Verhältnis von Körpergröße zu Taille ein noch besserer Indikator für Übergewicht sein könnte.

Es ist bekannt, dass das Risiko für Stoffwechselstörungen, vor allem Diabetes, und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, nicht nur vom Körpergewicht abhängt. Studien zufolge spielt das Fettverteilungsmuster sogar eine größere Rolle, also ob das Fett sich eher am Bauch oder an Hüften befindet oder an den Oberschenkeln und Gesäß. Die Fettverteilung wird durch den Taillenumfang gemessen. Laut Adipositas-Leitlinie ist bei Männern ein Taillenumfang ab 94 cm und bei Frauen ab 80 cm mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko verbunden. Bei einem Taillenumfang ab 102 cm bei Männern und ab 88 cm bei Frauen spricht man von einem deutlich erhöhten Risiko.

Was Verbraucher zur Ernährung ab 50 wissen wollen

Therapeutin trainiert Mann und Frau mit Hanteln
Picture-Factory / Fotolia.com

Ist der Nährstoffbedarf bei sportlich aktiven 50-Jährigen höher als bei sportlich aktiven 30-Jährigen?

Claudia Thienel

Es antwortet: Claudia Thienel, Bonn

Frage von Jonny (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Auch in einem etwas höheren Lebensalter ist es gut für die Gesundheit, regelmäßig Sport zu treiben. Das hält fit, schützt vor übermäßigem Muskelabbau und sorgt für stabilere Knochen. Gut geeignet in jedem Alter sind Sportarten wie zügiges Spazierengehen, Schwimmen, Fahrrad fahren, Gymnastik oder leichtes Muskeltraining mit Geräten.

Der übliche, in der Freizeit betriebene Sport führt jedoch nicht zu einer Erhöhung des Nährstoffbedarfs; lediglich Hochleistungssportler haben einen erhöhten Bedarf für einige Nährstoffe. Mit zunehmendem Alter sinkt allerdings der Grundumsatz, der Körper benötigt weniger Energie, aber die gleiche Menge an Nährstoffen wie früher. Bevorzugen Sie daher am besten Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte (d. h. hoher Nährstoffgehalt bei geringem Energiegehalt) wie Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und fettarme Milchprodukte.

Besonders wichtig ist es, ausreichend zu trinken, gerade bei sportlicher Aktivität. Durch den Sport verliert der Körper Flüssigkeit, das Durstempfinden lässt im Alter jedoch nach. Daher sollte während und nach dem Sport besonders viel getrunken werden. Spezielle Sportlergetränke sind allerdings nicht notwendig. (Mineral-)Wasser oder damit gemischte Frucht- oder Gemüsesäfte sowie Kräuter- und Früchtetees reichen für den Flüssigkeitsausgleich nach leichter sportlicher Betätigung und auch im Alltag völlig aus.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch in der Broschüre

Rundum fit mit Sport und Ernährung

Bei mir ist der Blutzucker an der Obergrenze mit 102 statt 100. Ich bin 56. Was soll ich nicht mehr essen und was soll ich essen, damit er wieder im Normalbereich liegt?

Christof Meinhold

Es antwortet: Christof Meinhold, Ernährungsberater

Sie haben Recht, Ihr Blutzuckerwert ist grenzwertig. Deshalb sollten Sie zunächst klären lassen, ob es sich um einen einmaligen Wert handelt, der zum Beispiel durch einen Messfehler entstanden ist oder ob Ihr Blutzucker dauerhaft erhöht ist. Sollte Letzteres der Fall sein, könnte eine Insulinresistenz oder ein Diabetes mellitus vorliegen. Dies können Sie mit Hilfe eines oralen Glucose-Toleranztestes zum Beispiel bei Ihrem Hausarzt oder einem Diabetologen klären lassen.

Ihre Blutzuckerwerte können Sie durch eine ausreichende Ballaststoffzufuhr positiv beeinflussen. Daher ist es empfehlenswert regelmäßig Vollkornprodukte wie Vollkornbrot, -nudeln und Naturreis zu essen. Mindestens 3 Portionen Gemüse am Tag sind ebenfalls sinnvoll.

Sollten Sie auf dem Weg sein, einen Diabetes zu entwickeln, spielt häufig das Gewicht eine Rolle. Eventuell ist daher eine Gewichtsreduktion ratsam, mit der Sie zusammen mit einer dauerhaften Ernährungsumstellung Ihren Stoffwechsel entlasten und der Entwicklung eines Diabetes mellitus entgegenwirken.

Wie eine gesunde Ernährung aussehen kann, zeigt Ihnen die Ernährungspyramide.

Tipps zur gesunden Gewichtsreduktion finden Sie in der Broschüre Genussvoll Kalorien sparen.

Wenn Sie Unterstützung bei der Ernährungsumstellung benötigen, wenden Sie sich am besten an eine anerkannte und produktunabhängige Ernährungsberatungsfachkraft. Adressen von qualifizierten Ernährungsfachkräften finden Sie auf unserer Seite "Ernährungsberatung vor Ort". Die meisten Krankenkassen bezuschussen eine solche Ernährungsberatung.

Ist die Proteinversorgung im Alter mit den jetzigen Empfehlungen unzureichend?

Christof Meinhold

Es antwortet: Christof Meinhold, Ernährungsberater

Frage von Ferdinand.at (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Die Ernährungsfachgesellschaften für Deutschland, Österreich und der Schweiz (D-A-CH-Referenzwerte) empfehlen für Erwachsenen (von 19 bis 65 Jahre) eine Zufuhr von 0,8 g pro kg Körpergewicht und Tag. Dabei wurden bereits Sicherheitszuschläge einbezogen, sodass die Zufuhr des Einzelnen auch niedriger sein kann. Für Erwachsene im Alter ab 65 Jahren wird ein höherer Wert von 1,0 g pro kg Körpergewicht pro Tag empfohlen, der den Erhalt der Körperfunktionen im Alter zusätzlich berücksichtigt. Da sich der Proteinbedarf für diese Altersgruppe aus den vorliegenden Studien bisher nicht ganz genau ableiten lässt, wird er nur als Schätzwert angegeben.

Die tatsächlich aufgenommene Eiweißmenge in Deutschland liegt im Mittel über den Empfehlungen. Nach den Daten der Nationalen Verzehrsstudie II von 2008 haben insgesamt 11 % der Männer und 15 % der Frauen in Deutschland eine unzureichende Proteinzufuhr. Wird bei der Auswertung der Daten der neue Schätzwert für Erwachsene ab 65 Jahren von 1,0 g pro kg Körpergewicht pro Tag zugrundegelegt, dürfte sich der Anteil an Senioren, die den Schätzwert nicht erreichen, erhöhen.

Ausgewählte Fragen und Antworten zu Protein finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Ich bin 58 Jahre alt, 1,76 m groß und wiege 112 kg. Ich versuche mit Eiweißdrinks abzunehmen und gehe Schwimmen, aber am Gewicht ändert sich nichts. Ich arbeite überwiegend im Sitzen. Was kann ich noch versuchen, um abzunehmen?

Christof Meinhold

Es antwortet: Christof Meinhold, Ernährungsberater

Frage von lotosblüte (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Für eine Gewichtsreduktion bietet das Konzept der Ernährungspyramide eine sehr gute Basis. Sie erklärt, was und wie viel man essen darf, ohne Kalorienzählen zu müssen oder auf bestimmte Lebensmittel verzichten zu müssen. Die Ernährungspyramide bietet den acht Lebensmittelgruppen in sechs Ebenen Platz. So kann sie ganz individuell mit den jeweiligen Lieblingslebensmitteln gefüllt werden. Täglich stehen Ihnen folgende 22 Portionen zur Verfügung. Welche Portionen Sie wann essen, ist Ihnen überlassen. Wir empfehlen täglich 3 bis 5 Mahlzeiten, darauf können Sie die Portionen dann verteilen. Empfehlenswert ist es, zwei Stunden vor dem Schlafen nicht mehr zu essen, da Ihr Energiebedarf nachts sehr gering ist und um den Magen für einen guten Schlaf zu entleeren.

Die Ernährungspyramide ist für ein konstantes Körpergewicht berechnet worden. Zum Abnehmen müssen Sie also einige Portionsgrößen etwas verringern. Dies betrifft in erster Linie die tierischen Lebensmittel wie fettes Fleisch und Wurst, tierische Fette aus Fleisch, Wurstwaren und Milchprodukten sowie die Extras. Getränke, Obst und Gemüse sollten Sie nicht reduzieren.

Bei einer Gewichtsreduktion essen Sie zum Sattwerden weiterhin ausreichend Gemüse, Rohkost und Blattsalat. Ihre Eiweißzufuhr können Sie über Milch und Milchprodukte, Fisch, Fleisch, Eier oder Hülsenfrüchte sicherstellen, Eiweißdrinks zur Gewichtsreduktion sind bei den oben angegebenen Portionsgrößen in der Regel nicht notwendig. Außerdem sollten Sie Ihre Versorgung an lebensnotwendigen Fettsäuren am Tag mit 1 Portion Ölen (entspricht 2 EL) in Form von Sonnenblumen-, Raps-, Sesam-, Walnussöl oder Margarine absichern.
Reduzieren können Sie langsam Ihre Portionen an Brot, Müsli, Kartoffeln, Reis oder Nudeln.

Zusätzlich ist sind 2-3x Ausdauer Sport und 1-2x Kräftigungsgymnastik pro Woche sinnvoll.

Wenn das allein nicht zu einer gewünschten Gewichtsreduktion führt, empfehle Ich Ihnen eine individuelle Ernährungsberatung, in der Sie klären, ob alle Nährstoffe ausreichend zugeführt werden und wie sich der Sport gegebenenfalls optimieren lässt. Auch eine Messung der Körperzusammensetzung mit einem medizinischen Messgerät zur Bestimmung der stoffwechselaktiven Zellmasse (BCM) kann hilfreich sein. Adressen von qualifizierten Ernährungsfachkräften finden Sie auf unserer Seite Ernährungsberatung vor Ort. Viele Krankenkassen bezuschussen diese Beratung.

Sind Milchprodukte bei Osteoporose ratsam ist? Ich habe gelesen, dass z. B. der Körper zu viel Eiweiß ausscheidet und damit auch Calcium. Wird das Calcium aus pflanzlichen Produkten und Mineralwasser besser verwertet als aus Milchprodukten?

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Frage von Peterchen226 (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Ich kann die Verwirrung in Bezug auf die besten Calciumquellen nachvollziehen, denn das wird tatsächlich hitzig debattiert. Eine gute Quelle für Calcium ist Mineralwasser. Von einem calciumhaltigen Mineralwasser spricht man ab einem Gehalt von 150 mg/l. Es gibt auch Mineralwässer mit einem Gehalt von über 300 mg/l. Empfohlen werden insgesamt 1000 mg Calcium pro Tag.

Einige Gemüsearten enthalten ebenfalls Calcium, zum Beispiels Fenchel und Broccoli. Mit einer durchschnittlichen Portion Gemüse kann man etwa 150-300 mg Calcium aufnehmen. Da Calcium wasserlöslich ist, sollte das Gemüse nährstoffschonend gegart werden, d. h. vor allem mit wenig Wasser. Auch einige Nüsse und Samen enthalten Calcium wie Mandeln und Sesam, liefern aber auch gleichzeitig relativ viel Fett. Sie sollten deshalb nicht in großen Mengen essen kann, etwa 25 g am Tag werden empfohlen.

Um die empfohlenen 1000 mg Calcium am Tag zu erreichen, müssten Sie ziemlich viel von diesen Gemüsearten essen. Milch und Milchprodukte sind die einzige Quelle, die reichlich Calcium enthalten. Mit drei Portionen Milch und Milchprodukte kann man „locker“ 780 mg, also drei Viertel der empfohlenen Calciummenge, aufnehmen. Mehr als drei Portionen an Milch und Milchprodukten braucht es allerdings nicht zu sein.

Eine zu hohe Proteinzufuhr durch Milchprodukte ist nur möglich, wenn man zu viel von den eiweißreichen Milchprodukten wie Käse und Quark aufnimmt oder von anderen proteinreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch und Eiern. Milch als Getränk und Sauermilchprodukte enthalten pro Portion relativ wenig Protein. Es werden 3 Portionen Milch und Milchprodukte und eine Portion einer weiteren Proteinquelle empfohlen (Ernährungspyramide). Wer sich daran orientiert und gleichzeitig viel Gemüse isst, braucht eine Übersäuerung und eine damit verbundene erhöhte Calciumausscheidung mit dem Urin nicht zu befürchten.

Die Aussage, das Calcium aus Milch nicht verwertet werden könne, ist schlichtweg falsch. Milch- und Milchprodukte enthalten sogar einige Inhaltsstoffe, wie Eiweißbausteine, Milchzucker, Vitamin D und organische Säuren, die die Aufnahme von Calcium begünstigen. Deshalb ist die Verfügbarkeit des Calciums aus Milch etwa gleich hoch wie die Verfügbarkeit aus Mineralwässern.

Osteoporose wird allerdings auch noch durch einige andere Faktoren wie Untergewicht oder Überfunktion der Schilddrüse beeinflusst. Sehr wichtig ist der Vitamin-D-Spiegel im Blut, denn das Vitamin D sorgt dafür, dass das Calcium in die Knochen eingelagert wird. Wichtig ist auch, sich ausreichend zu bewegen. Starke Muskeln üben einen Reiz auf die Knochen aus, der für eine Kräftigung und den Einbau von Calcium sorgt.

Wenn eine Osteoporose vorliegt, ist eine persönliche Beratung sinnvoll. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir hier nur allgemeine Informationen geben können. Adressen von qualifizierten Ernährungsfachkräften finden Sie auf unserer Seite Ernährungsberatung vor Ort.

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre Milch und Milcherzeugnisse und

Informationen zu Calcium in der Broschüre

Vitamine und Mineralstoffe – eine starke Truppe

Was Verbraucher zur Verdauung wissen wollen

Männerhand an Brust
iStock.com / nebar

Was kann man bei zu viel Magensäure tun? Welche Lebensmittel sollte man meiden?

Frage von Joana (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Zunächst sollten Sie bei einem Facharzt für Magen-Darm-Erkrankungen klären lassen, ob eine organische Ursache oder auch Stress zur Übersäuerung des Magens führen. Falls beides nicht der Fall ist, können Sie durch Ernährungsmaßnahmen versuchen, die Magensäureproduktion zu hemmen. Dafür ist es wichtig, alle Extreme zu meiden. Sie gelten als Säurelocker. Das sind z. B. sehr scharfe Gewürze, sehr saure oder süße Lebensmittel, sehr heißes oder kaltes Essen und Getränke und auch sehr fettreiche Lebensmittel (vor allem stark erhitzte Fette). Versuchen Sie – vielleicht mit Unterstützung durch einen Ernährungsberater – herauszufinden, was Ihnen bekommt.

Hilfreich ist in jedem Fall, wenn man in Ruhe isst, sich viel Zeit lässt und gut kaut. Das Essen und die Getränke sollten wohltemperiert sein. Wenn Sie das Essen nährstoffschonend zubereiten, Fette nicht zu stark erhitzen und auf eine ausgewogene Zusammensetzung der Speisen mit viel Gemüse achten, wird das Ihrem Magen gut tun. Als Getränk ist Wasser, vor allem Mineralwasser mit viel Hydrogencarbonat, bekömmlich.

Wenn Sie weitere Informationen zur Gestaltung Ihres Speiseplans wünschen, empfehle ich Ihnen, vor Ort eine Ernährungsberatungspraxis aufzusuchen. In einem persönlichen Gespräch ist es besser möglich, auf Ihre individuelle Situation einzugehen. Adressen von qualifizierten Ernährungsfachkräften finden Sie auf unserer Seite "Ernährungsberatung vor Ort".

Ich esse viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, also Ballaststoffe. Sie sollen ja besonders sättigen. Trotzdem habe ich öfters nachmittags Hungerattacken. Was sättigt am besten?

Frage von L.Schmidt (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Wenn Sie häufig zur gleichen Tageszeit Heißhungerattacken haben, könnte dies mit Ihrer Mahlzeitstruktur und Ihrer Mahlzeitenzusammensetzung im Tagesablauf zusammenhängen. Möglicherweise ist der zeitliche Abstand zur letzten Hauptmahlzeit zu lange oder die Mahlzeit war nicht optimal zusammengesetzt. Um Heißhungerattacken vorzubeugen, sind regelmäßige kleine Mahlzeiten alle 2–3 Stunden wichtig. Neben den 3 Hauptmahlzeiten, planen Sie deshalb am besten 1-2 Zwischenmahlzeiten ein. Als Zwischenmahlzeit eignen sich Rohkost, eine kleine Handvoll Nüsse oder ein Sauermilchprodukte (Joghurt, Buttermilch) besonders gut.

Die Sättigung ist ein sehr komplexer Prozess, an dem nicht nur Ballaststoffe beteiligt sind. Ballaststoffe verursachen über ihr Volumen Nervenreize in der Magenwand und machen so vor allem kurzfristig satt. Insofern ist es gut, wenn jede Mahlzeit ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Vollkornprodukte enthält. Langfristig sättigt eine Mahlzeit, wenn sie auch noch Proteine und Fett enthält. Proteine sorgen für eine lang anhaltende Sättigung und Fett verzögert die Magenentleerung und verlangsamt so den Übertritt in den Dünndarm.

Deshalb sollte jede Hauptmahlzeit neben Ballaststoffen auch Protein und etwas Fett enthalten. So ist am besten gewährleistet, dass man sich nach der Mahlzeit lange satt und zufrieden fühlt. Ergänzen Sie daher Vollkornnudeln, Kartoffeln, Vollkornbrot oder Naturreis mit etwas Fett bzw. Öl und z. B. Eier, Fisch, Fleisch oder Milchprodukte. Auf die ausreichende Ballaststoffzufuhr durch Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte achten Sie ja bereits. Eine gute Orientierung zur Zusammensetzung der täglichen Ernährung liefert die Ernährungspyramide des BZfE.

Weitere Informationen zur Ernährungspyramide finden Sie in der Rubrik Ernährungspyramide: Eine für alle

sowie in der Broschüre Einfach besser essen

Ich bin in der 32. Woche schwanger. Kann ich Trockenpflaumen und Milchzucker gegen meine Verdauungsprobleme unbesorgt essen und wie lange darf ich die geöffneten Verpackungen nutzen? Was kann ich noch gegen Verstopfung tun?

Frage von Sonne80 (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

 Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Milchzucker und Trockenpflaumen können Sie ohne Bedenken auch während der Schwangerschaft zu sich nehmen. Das sind Hausmittel bei einer Verstopfung. Milchzucker wirkt abführend. Meist reichen 1-2 Esslöffel am Tag, um den Darm in Schwung zu bringen. Wenn Sie die angebrochene Packung verschlossen und trocken lagern, ist das Pulver bis zum Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums haltbar. Da es sich um ein Trockenprodukt handelt, ist das Produkt nicht anfällig für einen Verderb und lange haltbar.

Trockenobst wie Trockenpflaumen enthalten besonders viele Ballaststoffe, die die Verdauung in Trab bringen. Weichen Sie das Trockenobst am besten vorher in Wasser ein. Eine kleine Handvoll Trockenobst am Tag reicht aus. Wenn Sie die Trockenfrüchte trocken aufbewahren, können Sie diese – auch nach dem Öffnen – etwa ein Jahr verwenden. In seltenen Fällen können Trockenfrüchte auch Schimmel ansetzen. Das merken Sie dann aber am schimmeligen Geruch.

Darüber hinaus können Sie viel gegen Verstopfung tun, z. B. wenn Sie ballaststoffreiche Lebensmittel essen. Das sind Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst und Getreideprodukte aus Vollkorn. Gemüsearten wie Möhren, Fenchel, Kohlgemüse, Knollensellerie und Pilze enthalten viel Ballaststoffe. Das gilt ebenso für Hülsenfrüchte (z. B. Bohnen, Erbsen, Linsen), die am besten mehrmals pro Woche auf dem Speiseplan stehen. Mit Sauerkraut oder Sauerkrautsaft und Sauermilchprodukten wie Joghurt oder Dickmilch können Sie die Verdauung zusätzlich anregen. Auch bei probiotischen Milchprodukten (z. B. Yakult, Activia von Danone) wurde eine Verbesserung der Verdauungsfunktionen beobachtet.

Einige Teesorten, z. B. Fenchel- oder Kümmeltee, wirken verdauungsfördernd, ebenso wie Flohsamenschalen. Wichtig ist, dass Sie dazu genügend trinken. Ein Glas Wasser morgens auf nüchternem Magen aktiviert zusätzlich bei vielen die Verdauungsfunktionen.

Weitere Informationen zum Thema „Ernährung in der Schwangerschaft“ finden Sie in unserer Rubrik Schwangere

und in der Broschüre Das beste Essen in der Schwangerschaft

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Baby alles Gute!

Warum werden wir mittags von Kohlenhydraten müde? Ist Eiweiß mittags besser, da es nicht so müde macht?

Frage von atw87 (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Christof Meinhold

Es antwortet: Christof Meinhold, Ernährungsberater

Nach einer Mahlzeit ist der Körper mit der Verdauung beschäftigt. Die Verdauungsorgane werden dann besonders gut durchblutet, andere Organe weniger stark. So wird auch das Gehirn etwas weniger gut mit dem im Blut gelösten Sauerstoff versorgt. Das macht müde. Dieser Effekt tritt vor allem nach üppigen und schwer verdaulichen Mahlzeiten wie sehr fettigen Speisen ein, wenn der Körper stark mit der Verdauung beschäftigt ist.

Nach besonders kohlenhydratreichen Mahlzeiten kommt es zu einem raschen Blutzuckeranstieg. Um den hohen Blutzuckerspiegel schnell auszugleichen, schüttet die Bauchspeicheldrüse verstärkt das Hormon Insulin aus. Ist die Insulinausschüttung so hoch, dass der Blutzucker rapide abfällt, tritt eine relative Unterzuckerung auf. Da unser Gehirn aber auf den Blutzucker als Energiequelle angewiesen ist, kann seine Leistungsfähigkeit für eine gewisse Zeit eingeschränkt sein. Die Folge ist ebenfalls Müdigkeit. Aber auch eiweißhaltige Mahlzeiten können müde machen. Aus eiweißreicher Nahrung gelangt verstärkt der Eiweißbaustein Tryptophan ins Gehirn. Er wird dort zu Serotonin umgewandelt, das uns schläfrig macht.

Wenn Sie das Mittagstief vermeiden möchten, essen Sie am besten fettarme und relativ leicht verdauliche Speisen, die Gemüse und Salat sowie einen fettarmen Eiweißträger (z. B. Hähnchen- oder Putenbrust, Seelachs) enthalten. Bevorzugen Sie als Beilage Vollkornprodukte (z. B. Vollkornbrot, -nudeln oder -reis), da sie langsam ins Blut gehen und den Blutzuckerspiegel nicht so schnell ansteigen lassen. Meiden Sie eher fettreiche, panierte und gebratene Speisen, da diese lange im Magen liegen. Und essen Sie nur so viel, wie Sie sich wohl, aber nicht voll fühlen. Der klassische „Verdauungsspaziergang“ nach dem Essen hilft ebenfalls gegen die Müdigkeit.

Milch verschleimt den Darm. Ist Milch auch in geringen Mengen schädlich und daher besser, sie gar nicht zu trinken?

Frage von wuhrle am 29.07.2013 20:07 Uhr

 Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Für gesunde Menschen ist Milch in normalen Mengen nicht schädlich. Im Rahmen einer vollwertigen Ernährung werden 3 Portionen Milch und Milchprodukte am Tag empfohlen. Eine Portion entspricht dabei 1 Glas Milch, 1 Becher Joghurt oder 1 Scheibe Käse.

Die Behauptung, dass Milchkonsum die Schleimbildung fördert, ist zwar immer wieder zu lesen, aber offenbar nicht richtig. Wissenschaftler der Universität Zürich haben diese Fragestellung untersucht und sind zu dem Schluss gekommen, dass kein Zusammenhang zwischen der Verschleimung und dem Milchkonsum besteht. Selbst bei Patienten mit einer Erkältung konnte dies nicht festgestellt werden. Es ist aber offenbar so, dass man kurz nach dem Trinken von Milch das Gefühl von Schleim im Rachen hat. Das ist jedoch nur kurzfristig der Fall und trifft auch für andere Getränke zu. Die Wissenschaftler beobachteten lediglich bei Asthma-Patienten, die gleichzeitig auch eine Kuhmilcheiweißallergie hatten, dass diese mehr Schleim produzierten, wenn sie Milch zu sich nahmen. Da Patienten mit Kuhmilcheiweißallergie aber ohnehin auf Milch reagieren und deshalb keine Milch zu sich nehmen sollten, kann man dieses Ergebnis nicht auf gesunde Menschen übertragen.

Aus gesundheitlicher Sicht gibt es keinen Grund, auf Milch zu verzichten. Im Gegenteil Milch und Milchprodukte sind wichtige Lieferanten von Protein, B-Vitaminen und Calcium. Wenn Weitere Informationen zu Milch finden Sie in unserer Rubrik Vom Acker bis zum Teller und in der Broschüre Milch und Milcherzeugnisse