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Wasserlinsen

Seit Jahrtausenden nutzen Asiaten Wasserlinsen als günstige Nahrungsquelle.

(bzfe) – Wasserlinsen in der Suppe oder auf als Gemüsebeilage? Was hierzulande für Verwunderung sorgt, essen die Asiaten bereits seit Jahrtausenden. Die „Entengrütze“ ist für die menschliche Ernährung sehr gut geeignet, hat eine Untersuchung der Universität Jena bestätigt. Die Wissenschaftler nahmen sechs verschiedene Wasserlinsenarten aus ernährungsphysiologischer Sicht unter die Lupe. Die Pflanzen wurden auf Nährmedium kultiviert, um verschiedene Parameter wie den Eiweiß-, Fett- und Stärkegehalt zu bestimmen. Alle Angaben wurden auf Basis des Trockengewichts berechnet, das bei 4 bis 8 Prozent des Frischgewichts lag.

Die Wasserlinsen hatten einen Proteinanteil von rund 30 Prozent, der mit Lupine, Raps oder Erbsen vergleichbar ist. Somit können die winzigen Pflanzen durchaus als Eiweißquelle für die menschliche Ernährung dienen, schließen die Wissenschaftler. Durch geeignete Kulturbedingungen wäre es möglich, den Proteinanteil auf bis zu 40 Prozent zu steigern. Zudem enthalten Wasserlinsen 4 bis 7 Prozent Fett und 4 bis 10 Prozent Stärke. Die beiden Arten der Gattung Wolffia hatten einen besonders hohen Aminosäureanteil. Der Lysingehalt war sogar höher als bei Weizen-, Reis- und Maismehl. Zudem punktete die „Entengrütze“ mit wertvollen Omega-3-Fettsäuren wie Stearidonsäure und alpha-Linolensäure. Im Vergleich zu anderen pflanzlichen Lebensmitteln war die Konzentration der Antioxidanzien Lutein und Zeaxanthin relativ hoch.

In Thailand, Kambodscha und Laos dienen Wasserlinsen seit vielen Generationen als günstige Nahrungsquelle. Heute kommt vor allem die Art Wolffia globosa in Suppen, Salaten, Currygerichten und im Omelette auf den Tisch. Sie ist 0,7 bis 1,5 mm groß, kugelig und hat keine Wurzeln. Ein großer Vorteil ist, dass sich die Pflanzen stark vermehren und für die Erzeugung keine zusätzlichen Anbauflächen notwendig sind. Außerdem können Wasserlinsen im Wasser gelöste Spurenelemente aufnehmen und auf diese Weise ernährungsbedingte Mangelerscheinungen ausgleichen, ist im Fachjournal „Food Chemistry“ zu lesen. Bislang wird „Entengrütze“ nicht kultiviert, sondern nur in Gewässern geerntet. Allerdings gibt es in den Niederlanden und in Israel bereits erste Versuchsanlagen. Für eine breite Akzeptanz in westlichen Industrieländern sind allerdings noch weitere Untersuchungen notwendig.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.uni-jena.de

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0308814616313565

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