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Wildbienen

Wildbienen sind in Sachen Bestäubungsleistung noch deutlich effektiver als ihre domestizierten Schwestern, brauchen aber ebenfalls Unterstützung.

Frühlings-Pelzbiene auf Aronia-Blüte
Barbara P. Meister MA / Pixabay.com

Es ist paradox: Zunächst wäre den hiesigen Honigbienen ihre Überlebensstrategie der Vorratshaltung beinahe zum Verhängnis geworden. Denn erst der Honig machte sie für den Menschen so interessant, dass er die Honigbienen zu Nutztieren erkor, sie fortan ziemlich einseitig auf hohe Ertragsleistungen trimmte und schließlich durch das Einschleppen der aus Ost-Asien stammenden Varroa-Milbe ihr Schicksal als unabhängige Insekten weitgehend besiegelte.

Gleichzeitig rettete die übersättigte Zuckerlösung den staatenbildenden Insekten jedoch womöglich den haarigen Hintern: Der Honig beschert den Honigbienen eine Lobby, die anderen Insekten fehlt. Den Wildbienen beispielsweise, den solitär oder halbsozial lebenden Verwandten der Honigbienen.

Unterschätzte Spezialisten

Wildbienen sind in Sachen Bestäubungsleistung noch deutlich effektiver als ihre domestizierten Schwestern, sie sind genügsam, robust und lachen der Varroa-Milbe furchtlos ins Gesicht. Und doch leben und sterben sie im Schatten ihrer Süßkram bunkernden Familienmitglieder.

Ihr Problem, neben dem Mangel an Honig als Bestechungshilfe: Wildbienen sind hochspezialisiert, sowohl was ihren Nistplatz und das Baumaterial für ihre Brutnester angeht als auch in Bezug auf ihre Trachtpflanzen. Neben den negativen Auswirkungen diverser Pflanzenschutzmittel sind es daher vor allem die infolge von Monokulturen schwindende Artenvielfalt sowie die entstehenden Trachtlücken, die sich schon jetzt für viele der mehr als 550 Wildbienenarten existenzbedrohend auswirken.

Wildbienen unterstützen

Monokulturen, versiegelte Flächen und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren sowie die heimische Artenvielfalt erhalten beziehungsweise gezielt wieder erhöhen – das sind Forderungen, die allen Wildbienen nutzen, so verschieden die zahlreichen Arten in ihrer Lebensweise auch sein mögen. Unter Umständen kann Wildbienenschutz auch bedeuten, auf die Aufstellung von Honigbienen in einem bestimmten Umkreis zu verzichten, beispielsweise in und unweit von Naturschutzgebieten. Im Privatgarten kann man durch die Kombination geeigneter Nisthilfen und passender Trachtpflanzen aktiv zur Wildbienenhilfe beitragen.

Wenn Nisthilfe, dann richtig

Viele der im Handel erhältlichen Nisthilfen für Wildbienen sind suboptimal beschaffen. In Bambusstäbe mit ausgefranster Schnittstelle beispielsweise würde sich keine Wildbiene wagen, zu hoch ist das Risiko, sich die Flügel durch die Splitter zu beschädigen. Besser sind Anlagen der Marke Eigenbau nach Anleitung von Wildbienenexperten. Übrigens: Die üblichen Nisthilfen mit Bambusröhrchen und angebohrten Holzblöcken nutzen nur rund einem Viertel der Wildbienen, die meisten Arten bauen sich Nisthöhlen im Boden, bevorzugt werden überwiegend magere, trockene Böden. Einigen von ihnen kann man helfen, indem man beispielsweise den Boden stellenweise gezielt offenhält, „Sandbeete“ aus ungewaschenem Sand oder Löss- oder Lehmwände für Steilwandbrüter anlegt.

Autorin: Mascha Schacht, Frankfurt am Main |

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