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Zucker in unserem Essen

So machen Sie Kinder stark für einen bewussten Umgang mit Zucker, ohne auf Genuss zu verzichten.

Zuckerwüfel in Trinkflasche und Sandwich
dorotaam / Adobe Stock

„Da ist gar nicht soviel Zucker drin – oder etwa doch?“ Ob beim Einkauf, am Kiosk, in Brotdosen, zu Hause im Kühlschrank oder Vorrat – fast überall locken süße Snacks, bunte Süßigkeiten, Süßgetränke, gezuckerte Milchspeisen und Fertigmüslis. Viele süße Produkte werben mit Aufschrift „zuckerfrei, zuckerreduziert oder weniger süß“. Da fällt es schwer, den Überblick zu behalten.

Wie lässt sich das Thema Zucker im Unterricht anpacken?

Pädagoginnen und Pädagogen wollen hier eine „gute“ Linie finden, die Verbote aussparen und Kinder zu einem maßvollen Umgang mit gezuckerten Lebensmitteln verhelfen? Erfolgversprechend sind Konzepte und Wege für einen maßvollen Umgang mit gezuckerten Lebensmitteln bei gleichzeitiger Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse.

In den pädagogischen Materialien des BZfE werden konsequent und altersangemessen folgende Prinzipien umgesetzt:

  • Sinnesbildung,
  • Genussschulung,
  • Spielregeln wie das Probierprinzip oder die Handportion voll Süßes,
  • außerdem Wissen um Zuckergehalte, Kaufanreize und Handlungsalternativen.

Das Mitmachen, Selbermachen und gemeinsame Genießen in schöner Atmosphäre sind dabei Kernstück der Ernährungsbildung und des handlungsorientierten Unterrichts.

Süßes bewusst genießen

Materialien für Kita und Schule
 

Titelbild des Materials
Schmecken mit allen Sinnen

In diesem Feinschmeckerkurs kosten 4- bis 7-Jährige Kinder mit allen Sinnen bekannte und unbekannte Lebensmittel. Sie knabbern Rohkost und süßes Obst, machen ihren Fruchtjoghurt selbst und üben, ein Stückchen Schokolade mit allen Sinnen zu genießen. Dabei nehmen sie das vielfältige Aroma wahr und erweitern dabei ihren Geschmack. Weitere Infos
Titelbild Clevere Durstlöscher Ausschnitt
Clevere Durstlöscher

Statt die Süßgetränke mit ihrer hohen Zuckermenge schlecht zu machen, steht von Anfang an das „positive“ Wasser im Vordergrund. Damit experimentieren die Kinder. Sie verzaubern es und entdecken seine Vorzüge.  Weitere Infos

Wie schmeckt Wasser? Trinken in der Schule
Materialübersicht zum Ernährungsführerschein
Ernährungsführerschein

Im Ernährungsführerschein wird Zucker nicht explizit thematisiert. Er wird aber konsequent in allen Rezepten „reduziert“. Denn die Dritt- und Viertklässler bereiten Pausenbrotgesichter, Müsli und Obstsalate ohne Zuckerzugabe zu. Sie kosten mit allen Sinnen, zuckern nur bei Bedarf sehr sparsam nach und genießen ihre Köstlichkeiten. Weitere Infos
Titelbild
Dem Zucker auf der Spur

In dieser Doppelstunde geht es um den versteckten Zucker in beliebten Produkten wie Fruchtjogurt, Müsli oder Ketchup. Dabei lernen die Jugendlichen, ihre Produkte zu bewerten, und sie entwickeln Ideen zur Zuckerreduktion. Weitere Infos
Titelbild Flyer
SchmExperten

In den Konzepten fürs Klassenzimmer und die Lernküche ergründen die Jugendlichen den Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken. Auch die übrigen Einheiten folgen dem bewährten Prinzip: Rezepte zuzubereiten, kosten, genießen, variieren und reflektieren. So werden junge Leute befähigt, sich situations- und bedürfnisgerecht zu entscheiden zwischen der selbst gemachten, weniger süßen Speisen oder den stärker gezuckerten Fertigprodukten. Weitere Infos
Junge Frau genießt Schokolade
Schülerwarentests und SinnExperimente

Beide Medien bieten weitere handlungsorientierte Methoden, Jugendliche für ihren Zuckerkonsum zu sensibilisieren. Sie stellen Fragen zu ihren Produkten, finden selbstständig ihre Antworten und lernen dabei, den Zucker als Kriterium für die Lebensmittelqualität zu bewerten. 
Schülerwarentests mit Lebensmitteln
Die Methode SinnExperimente

 

Silke Hoffmann, Bielefeld

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Fragen und Antworten

Warum essen wir so gerne Zucker?

Die Vorliebe für den süßen Geschmack haben wir bereits mit der Muttermilch „aufgesogen“, denn sie schmeckt leicht süß. Aus diesem Grund enthalten besonders die sogenannten „Kinderlebensmittel“ extra viel Zucker. Das ist fatal, denn unser Geschmack wird maßgeblich durch Essgewohnheiten geprägt. Wenn Kinder regelmäßig viel Zucker essen, steigt somit die Reizschwelle für Süßes immer höher. Aus diesem Grund sind auch Zuckeralternativen für Kinder keine Lösung, denn auch sie prägen den süßen Geschmack. Zudem ist Zucker ein beliebtes Erziehungsmittel, um Kinder zu trösten und zu belohnen. Dadurch werden wir von klein auf an Zucker gewöhnt.

Braucht der Körper Zucker?

Zum Sattwerden brauchen wir keinen Zucker, sondern stärkereiche Lebensmittel wie Brot, Haferflocken und Kartoffeln. Sie gehören wegen ihrer Nährstoffe auf den Speisplan, die gezuckerten Sachen nicht.

Wieviel Zucker ist gut?

Süßes ist weder gesund noch ungesund noch verboten. Es kommt ganz auf die Menge an. Täglich eine Hand- voll Süßes genießen – das ist okay.

Was ist freier Zucker?

Dazu zählen alle Zuckerarten, die Speisen und Getränken zugesetzt werden. Außerdem der Zucker, der natürlich in Honig, Sirup, Fruchtsaftkonzentraten und Fruchtsäften vorkommt. Die Angabe in der Nährwerttabelle „davon Zucker“ umfasst den Gesamtzuckergehalt: von Natur aus im Produkt vorkommender und freier Zucker. Wie viel tatsächlich zugesetzt ist, lässt sich aus der Zutatenliste abschätzen. Hier erscheint Zucker unter verschiedenen Namen.

Kind untersucht Donut mit der Lupe
andriano_cz

Praktische Übungen

Süßes unter der Lupe Lecker und gut getarnt


 


Zuckergehalt sichtbar machen

Zucker ist in vielen Produkten gut getarnt. Steht er am Anfang der Zutatenliste, ist klar: Da ist viel Zucker drin. Wird er jedoch teilweise durch andere Süßmacher ersetzt, dann ist die Menge pro Zuckerart geringer. Folglich steht der Zucker weiter unten im Zutatenverzeichnis, obwohl die Gesamtzuckermenge gleichgeblieben ist. So wirken stark gesüßte Lebensmittel gesünder. Anhand einer Zuckerausstellung im Klassenraum können Schülerinnen und Schüler den Zuckergehalt ihrer Lieblingsprodukte sichtbar machen. Im Vorfeld heißt es, leere Verpackungen sammeln und die Zuckerwürfelzahl der Produkte ermitteln. Die Menge an Zuckerwürfeln ergibt sich anhand der Nährwerttabelle auf der Produktverpackung unter „Zucker“: 1 Zuckerwürfel entspricht 3 Gramm. Dann wird das Ergebnis gemeinsam überprüft und mit Zuckerwürfeln neben den Verpackung visualisiert. Fertig ist die Zuckerausstellung!
 

Der Süß-Sauer-Trick

SinnExperimente helfen Kindern und Jugendlichen, die Qualität von Lebensmitteln zu bewerten. Dieses Experiment stammt aus dem Material Die Methode „SinnExperimente: Dazu zwei Kannen Früchtetee kochen und abkühlen lassen. Beide Tees mit 80 Gramm Zucker süßen. Anschließend in eine Kanne den Saft einer ganzen Zitrone geben. Die Schüler*innen probieren beide Tees. Wie unterscheiden sich die Tees im Geschmack und in der Süße? Erkenntnis: Der Tee ohne Zitrone schmeckt deutlich süßer.
Mögliche Weiterführung: Die Schüler*innen untersuchen die Zutatenliste von Eistee und erkennen: Eistee enthält Zitronensäure. Trotzdem schmeckt er ziemlich süß. Was bedeutet das für die zugesetzte Zuckermenge?

Tipp

Mit Sinnesschulungen Zucker bewusster wahrnehmen

Sinnesschulungen eignen auch sich, um auf die Süße von Erfrischungsgetränken, fertigen Müslimischungen und Milchprodukten aufmerksam zu machen und den Zucker bewusster wahrzunehmen. Damit regen SinnExperimente die Reflexion über stark gezuckerte Produkte an und bieten die Chance, die Neugier von Kindern und Jugendlichen auf weniger süße Alternativen zu wecken. So kann die Methode dazu beitragen, die Ziele der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner zu erreichen und den hohen Zuckerkonsum vor allem bei Kindern und Jugendlichen zu verringern.

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Schülerin präsentiert ihre Zuckerausstellung
Silke Hoffmann

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Didaktik und Methodik

Die Methode "SinnExperimente"

Neugier wecken – genießen lernen

Mädchen riecht an roter Paprika
Arnout van Son, BLE

Gesundheitsförderlich, klimafreundlich und vielseitig essen! Das gelingt am besten, wenn wir die Lebensmittelvielfalt kennen und schätzen. Voraussetzung dafür ist ein feiner Geschmackssinn.

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Wie schmeckt Wasser?

Trinken in der Schule

Mädchen schaut mit einem Wasserglas in die Kamera
cherryandbees / AdobeStock

Wer ausreichend trinkt, kommt leichter fit und konzentriert durch den Tag. Wasser ist dabei die erste Wahl. Doch wie kann Schule den Kindern das Wassertrinken schmackhaft machen?

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Lebensmittelqualität

Schüler werden zu kritischen Verbrauchern

Mädchen löffelt einen Joghurt
Marina Kravchenko / Fotolia.com

Was heißt gute Qualität bei einem Lebensmittel? Es schmeckt und sieht gut aus? Es wurde fair und ökologisch produziert? Es ist bequem und cool? Mit diesen Medien finden es Schüler heraus.

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