Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Melonen auf dem Feld
Adobe Stock

(BZfE) – Erzeuger erweitern ihre Produktpalette – Verbraucherinnen und Verbraucher fragen mehr Obst und Gemüse aus regionalem Anbau nach. Das ermutigt so manchen landwirtschaftlichen Betrieb neue Wege zu gehen und sich mit dem Anbau exotischer Früchte zu beschäftigen. Der Klimawandel mit steigenden Temperaturen und verlängerter Vegetationszeit begünstigt den Anbau subtropischer Gewächse in Deutschland.

So reifen Melonen nach Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) im kleinflächigen Anbau von Mitte Juli bis Anfang September auch auf hiesigen Böden, vor allem in Südwest- und Süddeutschland. Der Absatz erfolgt meist im Direktverkauf ab Hof, aber auch über Lebensmittelgeschäfte in der näheren Region. Da keine weiten Transportwege anfallen, können die Früchte reif geerntet werden, was nicht nur der Umwelt, sondern auch ihrem Geschmack zugute kommt. Ein wirtschaftlicher Anbau ist allerdings nur möglich, wenn die Kundschaft bereit ist, einen deutlich höheren Preis zu akzeptieren.

Wassermelonen werden vor allem in den heißen Sommermonaten nachgefragt, deshalb müssen sie früh gepflanzt werden, um pünktlich reif zu sein. Neben einem Schutz vor Frost im Frühling benötigen die Pflanzen viel Wasser. Melonen wie Cantaloup oder Galia werden im kalten Gewächshaus, unter Tunnel oder im Freiland zeitweise unter einer Vliesabdeckung angebaut. Nach acht bis neun Wochen beginnt die Ernte, die sich über vier Wochen erstreckt.

Cantaloup-Melonen sind erntereif, wenn sich Risse um den Stielansatz zeigen und die Frucht zu duften beginnt, zuerst am Blütenende. Im deutschen Anbau werden vom Typ Cantaloup Charentais-Melonen bevorzugt, die mit ihrem sehr aromatischen, orangefarbenen Fleisch bei optimaler Reife eine Delikatesse sind. Bei Wassermelonen gibt der Auflagefleck Anzeichen für die Reife: Färbt er sich intensiv gelb und vibriert die Frucht beim Daraufklopfen mit der flachen Hand, ist die Wassermelone reif. Verbraucherinnen und Verbraucher bevorzugen zunehmend kernarme oder kernlose Mini-Früchte, die zwischen 1,5 bis 3 Kilogramm wiegen. Neben rotfleischigen sind auch gelb- und orangefleischige Sorten im Angebot.

Beerenobst liegt im Trend und so wird auch die Anden- oder Kapstachelbeere (Physalis) immer beliebter. Sie wird ganzjährig vor allem aus Kolumbien importiert, ist aber inzwischen auch zum Beispiel aus Betrieben in der Pfalz und Niederbayern von August bis Oktober erhältlich. Der Anbau erfolgt am besten im Freiland, da ein deutlicher Tag-Nacht-Temperaturwechsel den Fruchtansatz fördert. Die krautige Pflanze wird 1 bis 1,5 Meter hoch und benötigt ein Stützgerüst.

Die kirschgroßen Beeren der Physalis sind erntereif, wenn sie goldgelb gefärbt durch den eingetrockneten, fast transparenten Kelch leuchten. Bei der Aufbereitung wird jeder Kelch leicht geöffnet, um Reife und Unversehrtheit der Beeren zu gewährleisten. Reife Physalis schmecken fruchtig-aromatisch mit feiner Süße und kräftiger Säure entfernt nach Stachelbeere. Physalis punkten nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) mit ihrem Gehalt an den Vitaminen B, C, E, K und Provitamin A. Die Frucht wird meist mit ihrem Blütenkelch vermarktet, zunehmend aber auch ohne Kelch in flachen Plastik-Deckelschalen angeboten. In ihrer Hülle können gesunde Früchte einige Zeit bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden. Bei zu feuchter Lagerung schimmeln sie schnell.

Hans-Georg Levin, www.ble.de / www.bzfe.de

Weitere Informationen:

http://www.bzfe.de/inhalt/exoten-28901.html

https://www.ble-medienservice.de/1559/von-apfel-bis-zucchini-das-jahr-im-garten?number=1559

Stand: 19.08.2020

als hilfreich bewerten 0 Versenden