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(BZfE) – Wie ist es um die Ernährungsqualität in Filmen mit Superman und Co bestellt? Das wollten Wissenschaftler um Dr. Bradley Turnwald von der Universität Stanford, Kalifornien, wissen. Sie unterzogen von April 2019 bis Mai 2020 die 250 umsatzstärksten US-Filme von 1994 bis 2018 einer Inhaltsanalyse. Sie screenten Szenen, in denen Lebensmittel und Getränke gezeigt werden, teilten sie in 20 Kategorien wie Alkohol, Gemüse oder Kuchen und bewerteten ihren Nährstoffgehalt gemäß der britischen Ampelrichtlinien sowie der von der US-amerikanischen Food and Drug Administration empfohlenen Tageswerte.

Betrachtet man zum Beispiel alkoholische Getränke, so waren allein in 23 von 127 (18,1 Prozent) Filmen, die keiner Altersbeschränkung unterlagen, solche Getränke zu sehen, die Alkohol enthielten. Dieser Prozentsatz steigerte sich in Filmen mit Alterseinschränkungen. Von den nahezu 15.000 in den Filmen konsumierten Nahrungsmitteln entsprachen 73 Prozent nicht den amerikanischen Ernährungsempfehlungen und 90 Prozent nicht den Empfehlungen für gesunde Getränke. Die dargestellten Lebensmittel verfehlten die Richtlinien etwa für gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe und Natrium. Der gezeigte Zuckerverzehr war um 16 Prozent höher und der Alkoholkonsum sogar mehr als dreimal so hoch als der tatsächliche Verbrauch der US-Amerikaner.

Mit diesem Ergebnis würden die bewerteten Ausschnitte in vielen Ländern unter das Jugendwerbeverbot fallen, wenn es sich nicht um Filmszenen, sondern um Werbung handeln würde. Auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bezieht auf der Grundlage der europäischen Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste (AVMD) diesbezüglich eindeutig Stellung: „An Kinder gerichtete Werbung sollte insbesondere keine positiven Eigenschaften von stark fett-, zucker- oder salzhaltigen Lebensmitteln hervorheben“.

Einschränkend muss man konstatieren, dass die zehn (finanziell) erfolgreichsten Filme eines jeden Jahres bezüglich der gezeigten Nahrungsmittel möglicherweise nicht repräsentativ für alle Filme sind. Auch wird man die Ergebnisse nicht ohne weiteres auf deutsche Verhältnisse übertragen können. Allerdings: „Im Gegensatz zu Werbespots werden Filme als Einflussquelle unterschätzt“, so Turnwald und Kollegen. Andererseits können Filme eine Gelegenheit sein, eine bessere Ernährung zu fördern, wenn Produzenten darin gesündere Lebensmittel und Getränke darstellten, schließen die Forscher.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/article-abstract/2772938

www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/zwischenbericht-reduktionsstrategie-zucker-salz-fette-nri.pdf?__blob=publicationFile&v=7

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