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frisches Gemüse liegt auf einem Tisch mit einer Tafel auf der "aus der Region" steht
M. Dörr & M. Frommherz / stock.adobe.com

(BZfE) – Bio und Regio ist „in“… aber noch lange nicht selbstverständlich. Das wollen die Regionalwert AGs ändern – mit Bürgeraktien.

Wer von einer enkeltauglichen Landwirtschaft träumt und leckeren Spezialitäten aus der Region, denkt vermutlich nicht unbedingt an Aktiengesellschaften. Dabei ist das gar nicht abwegig. Denn das derzeitige Ernährungssystem wird dominiert von global agierenden Unternehmen. Die regionalen Lebensmittelversorger hingegen sind bald ausgestorben, wenn der Trend so weitergeht. Genau deswegen gründen sich deutschlandweit immer mehr Regionalwert AGs. Sie geben regionalen Biobetrieben eine Chance – und zwar mit Hilfe von Bürgeraktien.

Denn es gibt viele gute Ideen für die Erzeugung regionaler Köstlichkeiten. Zum Beispiel die handwerkliche Herstellung von Nudeln aus regional angebautem Getreide, eine Rinderhaltung mit Weideschlachtung oder eine regionale Eisproduktion aus Wildfrüchten. Herkömmliche Banken winken bei einer Finanzierung in solchen Fällen eher ab, weil die Gewinnaussichten mager sind.

Regionalwert AGs rechnen anders. Ihr Ziel ist es Betriebsstrukturen zu fördern, die sich hohen sozial-ökologischen Standards verpflichten. Sie fragen nicht nur: Ist der Betrieb wirtschaftlich? Sie fragen auch: Welchen ökologischen Wert schafft das Unternehmen? Und was tut es für die Gesellschaft? Das Kapital stammt von Bürgerinnen und Bürgern. Erklärtes Ziel der Geldanlage ist eine zukunftsfähige Lebensmittelversorgung und nicht der kurzfristige Profit.

Die erste Regionalwert AG entstand vor rund 15 Jahren im Raum Freiburg von dem Gärtner und Bio-Landwirt Christian Hiß gegründet. Längst sind quer durch die Republik neue Regionalwert AGs entstanden – beispielweise im Raum München, in Hamburg, im Rheinland und in Berlin-Brandenburg. Weitere sind in Gründung. Auch die Zahl und die Vielfalt der Partnerbetriebe steigt. So entsteht langsam aber sicher ein immer dichteres Netzwerk regional ansässiger Akteure. Sie vernetzen sich unter dem Dach der örtlichen Regionalwert AG. Das heißt zum Beispiel, dass sie sich gegenseitig beliefern, Aufträge geben und auch zusammen Gewinne erwirtschaften. Nicht zuletzt versorgen sie die Menschen mit nachhaltig produzierten Lebensmitteln. Damit schließt sich ein Kreislauf mit einem wichtigen Baustein für eine regionale Agrar- und Ernährungswende.

Das Bundeszentrum für Ernährung stellt die Idee und Funktion von Regionalwert AGs in einem Online-Beitrag vor: www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/regionalwert-ags/

Dr. Christina Rempe, www.bzfe.de

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