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Blick auf eine große Palmölplantage
Maximilian Meyer

(BZfE) – Palmöl steht in der Kritik, da für seine Produktion tropische Regenwälder zerstört werden. Auf dem deutschen Markt wird daher immer öfter auf nachhaltig zertifiziertes Palmöl und Palmkernöl gesetzt. Das zeigt eine Studie, die das Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) vorgestellt hat. Im Jahr 2019 lag der Anteil im Lebensmittelsektor bei 90 Prozent, im Süßwarenbereich bei 94 Prozent.

Palmöl ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Es wird für Lebensmittel wie Margarine, Back- und Süßwaren verwendet, ist aber auch in Waschmitteln und Kosmetika enthalten. Palmöl und Palmkernöl werden aus den Früchten der Ölpalme (Elaeis guineensis) gewonnen. Die Pflanze wird heutzutage in fast allen tropischen Regionen angebaut. Die Ölpalme ist ertragreich und liefert ein geschmacksneutrales Öl, das gut industriell verarbeitet werden kann.

Allerdings bringt die Palmölproduktion auch viele Herausforderungen mit sich. Häufig werden für den Anbau großflächig Regenwälder abgeholzt und seltene Arten gefährdet. Zudem sind die Arbeitsbedingungen auf den Plantagen vielerorts schlecht. Daher wurden verschiedene Zertifizierungssysteme für einen nachhaltigen Anbau entwickelt, darunter der Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO). Es gibt international anerkannte Standards, die etwa Vorgaben gegen Regenwaldrodung und Menschenrechtsverletzungen beinhalten.

Nach den Ergebnissen der Marktstudie lag der Verbrauch von Palmöl in Deutschland im Jahr 2019 bei insgesamt 1,26 Millionen Tonnen. Davon waren 83 Prozent nachhaltig zertifiziert – 13 Prozent mehr als noch im Jahr 2013. Im Bereich Lebensmittel wurden rund 249.000 Tonnen und für Futtermittel 150.000 Tonnen Palmöl verwendet. Der Anteil von nachhaltigem Palmöl hat sich seit dem Jahr 2013 für Lebensmittel von 61 auf 90 Prozent und für Futtermittel von 3 auf 25 Prozent erhöht. Zudem wurden im Lebensmittelbereich rund 30.000 Tonnen Palmkernöl konsumiert, von denen 88 Prozent nachhaltig zertifiziert waren (2013: 44 %). Die Anzahl der zertifizierten Unternehmen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Allerdings gibt es bei der Umsetzung der verschiedenen Zertifizierungssysteme noch Schwächen, erklärt das FONAP. So setzen nur wenige Unternehmen spezielle Tools ein, um die Rückverfolgbarkeit der Öle zu gewährleisten. Kritiker bemängeln auch, dass es sich hier um absolute Mindestanforderungen handele, die ausgebaut und erweitert werden sollten.

Das Forum Nachhaltiges Palmöl ist ein Zusammenschluss aus rund 50 Unternehmen, Verbänden, Nichtregierungsorganisationen und vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Ziel ist es, in Deutschland zu 100 Prozent nachhaltig zertifiziertes Palmöl einzusetzen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.bdsi.de

www.forumpalmoel.orgwww.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/nachhaltiger-konsum/nachhaltiges-palmoel-fonap.html

www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/grundlagen/palmoel/

 

 

 

 

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