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Schwarzbunte Rinder fressen im Stall
Peter Meyer/BLE

(BZfE) – Viele finden die Vorstellung von Algen oder Insekten im Tierfutter wenig appetitlich, wenn es um das Fleisch auf dem Teller geht. Umweltbewusste Verbrauchende sind offener für solche Produkte, wenn sie über gesundheitliche und ökologische Vorteile informiert werden. Das ist ein Fazit einer Untersuchung der Universität Göttingen und der kanadischen Universität Alberta, an der rund 1.000 deutsche Konsumentinnen und Konsumenten beteiligt waren.

Die Nachfrage nach tierischen Produkten ist weiterhin hoch. Die Forschenden haben die Verbrauchendenpräferenzen in Bezug auf alternative Futtermittel untersucht, die nachhaltiger als herkömmliches Soja-Futtermittel. Dazu wurden Hähnchen mit Soja, alternativ mit der Mikroalge Spirulina und Insektenmehl als Hauptproteinquelle im Futter gemästet. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Fleischqualität nicht beeinflusst wird. Allerdings ist das Fleisch durch die alternativen Futtermittel gelblicher bis rötlich gefärbt, was Verbrauchende irritieren kann.

Für ein Online-Experiment wurden die rohen Hühnerfilets in marktüblicher Verpackung fotografiert. Die Probandinnen und Probanden bekamen je zwei Produkte gezeigt, die sich im Preis und in der Art der Fütterung unterschieden. Manche trugen das Nachhaltigkeitssiegel Pro-Planet oder den Hinweis „reich an Omega-3-Fettsäuren“.

Die Hälfte der Teilnehmenden erhielt zusätzliche Informationen zu den verwendeten Futtermitteln und ernährungsphysiologischen und ökologischen Aspekten. Beide Test-Gruppen sollten sich wiederholt entscheiden, welches Fleisch sie kaufen würden.

Überraschenderweise wurde mit Insektenmehl erzeugtes Hühnerfleisch am häufigsten virtuell eingekauft, ist im Fachjournal „Food Policy“ zu lesen. Viele sind aber abgeschreckt, wenn sie wissen, womit die Tiere gefüttert wurden. Wer sich bereits für das Thema Nachhaltigkeit interessiert, greift eher zu – vor allem, wenn das Vertrauen durch Informationen über die Vorteile gestärkt wird. Spirulina als Futter stieß weitestgehend auf Ablehnung, da das Fleisch eine ungewohnte Farbe hat.

Insekten sind seit kurzem in der EU als Futtermittel in der Geflügelproduktion zugelassen, allerdings nur, wenn sie mit zertifizierten Futtermitteln aufgezogen werden. Rest- und Abfallstoffe dürfen nicht eingesetzt werden, was eine nachhaltige Erzeugung erschwert. Wenn Geflügelprodukte mit Insekten als Futtermittel in Zukunft auf den europäischen Markt kommen, ist eine transparente Kennzeichnung wichtig. Dann könnten sich Verbrauchende bewusst für oder gegen solche Produkte entscheiden. Vermutlich werde die Akzeptanz solcher Produkte mit der Zeit steigen, meint Studienleiterin Dr. Brianne Altmann von der Universität Göttingen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://doi.org/10.1016/j.foodpol.2021.102192

www.bzfe.de/lebensmittel/trendlebensmittel/insekten/

www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/orientierung-beim-einkauf/ernaehrung-und-klimaschutz/

Heft „Mein Essen - Unser Klima“, Bestell-Nr. 1577, kostenloser Download, www.ble-medienservice.de/1577/mein-essen-unser-klima

Unterrichtsmaterial „Was hat mein Essen mit dem Klima zu tun?“, Bestell-Nr. 3659, 4,50 Euro, www.ble-medienservice.de/3659/was-hat-mein-essen-mit-dem-klima-zu-tun

(Bildquelle: Peter Meyer, BLE)

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