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Allerlei buntes Gemüse, Obst, Fisch, Körner, Nüsse, Öl angerichtet auf dunklem Holz.
iStock.com/marilyna

(BZfE) – Die Mediterrane Diät gilt seit Jahren als das Idealmodell für eine ausgewogene Ernährungsweise. Auch die Küche der Levante wird zunehmend als Inspirationsquelle für eine empfehlenswerte Ernährung genannt. Ist die Nordische Diät – auch „New Nordic Diet“ oder wie der Volksmund sagt: „Wikinger- oder Norweger-Diät“ – ein wirkungsvolles Pendant zu den südlichen „Flaggschiffen“?

Die Neue Nordische Diät wurde von einem Komitee (Nordic Food Policy Lab) entwickelt und erstmals im Jahr 2010 publiziert, um Ernährungsleitlinien zu verbessern und um regionale und nachhaltige Nahrungsmittel vermehrt zu nutzen. Die Ernährung basiert auf den traditionellen Nahrungsmitteln nordeuropäischer Länder. Wichtigste Bestandteile sind Vollkorn (vor allem Roggen, Gerste und Hafer), Früchte (vor allem Beeren sowie Äpfel und Birnen), Wurzelgemüse (vor allem Rote Bete, Karotten, Rüben), fettreicher Fisch (vor allem Lachs, Thunfisch, Makrele), Gemüse und fettarme Milchprodukte. Ferner Raps-, Sonnenblumen- und Leinöl. Auch Hülsenfrüchte, frische Kräuter und Wildkräuter, Pilze, Nüsse, Muscheln und Algen gehören dazu.

Wichtigste Energiequelle sind demnach pflanzliche Lebensmittel. Ein maßvoller Verzehr von Fleisch wird empfohlen, entweder als Wild oder aus artgerechter Haltung. Die empfohlene Fleischmenge enthält beispielsweise 30 bis 40 Prozent weniger Fleisch, als das „durchschnittliche dänische Essen“. Fisch steht dreimal pro Woche auf dem Tisch. Der Anteil biologisch erzeugter Produkte sollte dabei so hoch wie möglich sein. Zudem setzt die New Nordic Diet auf althergebrachte und schonende Zubereitungsmethoden wie Niedrigtemperaturgaren im Schmortopf oder Ofen sowie das Fermentieren von Fisch und Gemüse.

Was sagt die Evidenz? Über die mediterrane Ernährung und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit, respektive auf eine reduzierte Rate kardiovaskulärer Ereignisse, gibt es eine Vielzahl von Studien. Über die nordische Diät ist hingegen weniger bekannt. Das liegt möglicherweise daran, dass sie noch relativ jung publiziert ist. Soweit Untersuchungen retrospektiv auf Ernährungsweisen blicken, die diesem Ernährungsmodell entsprechen, sind Rückschlüsse mit Vorsicht zu genießen. Wer erinnert sich schon so genau daran, wie häufig er welche Nahrungsmittel zu sich nimmt? Zudem ändern Menschen ihre Ernährungsgewohnheiten. Daraus kausale Zusammenhänge abzuleiten, ist deshalb nur begrenzt möglich. Dass die nordische Diät wenig nütze, lässt sich aus diesen Daten dann allerdings auch nicht ableiten. Immerhin gibt es eine Reihe von Gemeinsamkeiten zwischen der mediterranen und nordischen Diät: ein hoher Anteil an unverarbeiteten Nahrungsmitteln, viele pflanzliche Lebensmitteln und wenig Fleisch. Gemeinsam ist auch die Nutzung lokaler Erzeugnisse.

Der hohe Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln mit Getreideprodukten, Gemüse, Obst und Kräutern sorgt bei beiden Ernährungsformen für eine gute Versorgung mit Ballaststoffen, sekundären Pflanzenstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen, empfehlenswerten Fettsäuren und ausreichend Protein.

Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

http://www.hungryplanet.dk/pdf/plancher/07_ny_nordisk_hverdagsmad.pdf

https://www.norden.org/en/nordic-food-policy-lab

https://www.cambridge.org/core/journals/public-health-nutrition/article/guidelines-for-the-new-nordic-diet/B495738BC44965E3968004DCD5EDD294

https://www.bzfe.de/service/news/aktuelle-meldungen/news-archiv/meldungen-2021/oktober/levante-der-kulinarische-sonnenaufgang/

(Bildquelle: iStock.com / marilyna)

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