Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

/

Meine Tochter hat eine ganz besondere Art, ihr Butterbrot zu essen – wenn man es denn überhaupt so nennen kann. Denn eigentlich isst sie nicht ihr Brot, sondern lediglich den Belag: Wurst und Käse stibitzt sie geschickt im Zangengriff, das Brot lässt sie liegen. Marmelade streicht sie gekonnt mit dem Zeigefinger ab, das Brot lässt sie liegen. Bei Frischkäse steckt sie das Brot einfach quer in den Mund, um den Belag abzulutschen – und den Rest anschließend wieder kompromisslos auf den Tisch zu befördern.

Ein Häppchen Vollkornbrot mit Quark und Mango-Marmelade auf gemasertem Holztisch
Judith Pulg | Fotografie

Ich habe auf sie eingeredet, sogar versucht sie zu bestechen, indem ich ihr die Wurst nur im Wechsel mit Brot angeboten habe. Nichts zeigte große Wirkung. Bis ich mir einfach mal ganz blöd selbst ein Würfelchen Brot schnappte und es mit einem lauten "Eins, zwei, Haps!" in meinem Mund verschwinden ließ. Ermutigt vom Lächeln meiner Tochter nahm ich mir ein zweites Stück und wartete darauf, dass auch sie eines nahm. Dann wieder: "Eins, zwei, Haps!" Und sie machte tatsächlich mit!

Anderthalb Brote mit Frischkäse und Marmelade hat sie an diesem Morgen verdrückt und am nächsten Tag war es ähnlich. Immer mit schelmischem Lächeln im Gesicht. Da macht das Frühstück gleich doppelt Spaß!

Natürlich gebe ich mich nicht der Utopie hin, dass das jetzt immer so bleibt. Aber man muss sich auch über die kleinen Schritte freuen. Und wenn die Grundstimmung am Tisch eine gute ist, dann steigt auch die Chance auf weitere Erfolge!

Haben eure Kinder auch besondere Essgewohnheiten? Wie geht ihr damit um? Habt ihr den ultimativen Geheimtipp für ein entspanntes Miteinander am Familientisch? Dann freue ich mich auf euren Kommentar!

Zurück zum was-wir-essen-Blog

Alle Beiträge von Judith Pulg lesen

als hilfreich bewerten 0 Versenden

Kommentare (4)

Gesichter, Autos, Flugzeuge
Julia / 19.06.2018 / 12:07 Uhr

Liebe Judith, bei uns werden immer gerne kreativ gestaltete Teller genommen. Sei es ein Gesicht aus Apfelmark auf dem Grießbrei oder ein Auto mit einer Fahrerkabine aus einer Scheibe Brot, Gurkenrädern und einer Straße aus Paprikastreifen. Am Himmel fliegen dann auch schonmal ein paar Salzbrezeln vorbei. Viele Grüße!

Respekt!
Judith Pulg / 10.07.2018 / 18:36 Uhr

Liebe Julia, vielen Dank für deinen Kommentar! Ich bin immer wieder beeindruckt, was man aus Essen so alles basteln kann. Das Auto werde ich mir merken – für die nächste Krise... ;)

ist das nur beim Brotessen???
M@ria / 20.07.2018 / 18:57 Uhr

Hallo Judith! Ich denke, deine Tochter testet die Grenzen aus. Wenn sie beim Brotabräumen schälmisch grinst, weiß sie genau was sie tut. Da geht es nicht um das Brot, sondern darum, dass Mama gern möchte, dass das Töchterchen bitteschön auch das Brot isst. Sicherlich ist es in danderen Bereichen auch so, dass sie versucht die Mama auszutrixen. Wenn Mama sich das gefallen lässt, ist sie selbst schuld. OK. Ich bin von einer älteren Generation.

Über Grenzen...
Judith Pulg / 25.07.2018 / 20:13 Uhr

Liebe M@ria, vielen Dank für deinen Kommentar. Oh ja, meine Tochter testet gerade viele Grenzen aus! Trotzdem – oder gerade deshalb – bin ich froh, wenn nicht alles im Machtkampf endet, sondern wir das Problem in entspannter Atmosphäre lösen können. Zum Beispiel, indem ich SIE austrickse. Dann grinst auch Mama gerne mal schelmisch mit...

Kommentar abgeben

*Angabe erforderlich

Als politisch unabhängiger Anbieter liefern wir Informationen frei von Werbung oder privat-kommerziellen Zwecken - bitte auch in Ihren Kommentaren... Netiquette lesen.