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Letzten Winter erzählte eine Bekannte, dass sie Orangen jetzt direkt in Spanien bestellt. Sie hat einen Orangenbaum adoptiert und bekommt im Laufe des Winters eine bestimmte Menge Orangen zugeschickt. Das Ganze ist also eine Art solidarische Landwirtschaft, die auch unter dem Begriff Crowd-Farming bekannt ist. Meistens geschieht der Vertrieb per Internet. Und das gibt es nicht nur für Orangen.

Wie funktioniert der Direktvertrieb im Web?

Das Prinzip funktioniert immer gleich, egal um welches Lebensmittel es geht. Als Kunde übernehme ich eine Art Patenschaft oder "adoptiere" einen Orangenbaum, einen Walnussbaum, eine Ziege oder einen Rebstock. Dafür bezahle ich einen feststehenden Betrag und bekomme eine bestimmte Menge Orangen, Nüsse, Käse oder Wein.

Der Vorteil des Bauern: Er hat eine feste Abnahmemenge mit der er kalkulieren kann. Das bedeutet ein Stück Sicherheit.

Der Vorteil für mich als Käuferin: Ich weiß, wo die Produkte herkommen, kann mich von der Herkunft zum Beispiel im Netz - und theoretisch auch vor Ort - überzeugen und unterstütze einen Hof direkt.

Walnüsse direkt beim Erzeuger kaufen

Ich mag zwar Orangen, wollte beim Ausprobieren des Prinzips aber lieber in Deutschland bleiben. Daher habe ich mich für Walnüsse entschieden. Bei einem Hof in Brandenburg kann ich die Patenschaft für einen Walnussbaum übernehmen. Da er extra für mich gepflanzt wird, ist das erste Jahr etwas teurer. Im Folgejahr bezahle ich dann quasi nur noch die Ernte. Mit meiner Bestellung pflanze ich also sogar einen Baum – das gefällt mir. Auch wenn der Baum erst in einigen Jahren Nüsse abwirft, bekomme ich gleich dieses Jahr meinen Anteil: 8 Kilo frische Walnüsse. Das ist echt ein großer Karton voll. Da ich im Dezember eingestiegen bin, bekomme ich meine Ernte sofort. Wer unterjährig einsteigt, muss eventuell bis zur nächsten Ernte warten. Dafür sind die Nüsse dann ganz frisch.

So hat's geklappt

Das Bestellen der Walnüsse war ganz einfach: Das entsprechende Onlineformular ausfüllen, die Bestellung bezahlen und sich auf das Paket freuen. Schwieriger fand ich es, dem Baum einen originellen Namen zu geben. Das Brainstorming mit Freunden (natürlich digital) war dementsprechend lustig: WALtraud, Hirni oder Braini - wegen der Form der Nusskerne - und „WAL-E, der Letzte knackt die Nuss“ nach dem Film „WALL-E – der Letzte räumt die Erde auf“, um nur einige Beispiele zu nennen. Ihr seht, das war ziemlich lustig. Einige Tage später kam dann die Nusslieferung. Ein großer Karton voller leckerer Walnüsse.

Jetzt wo sie da sind, ist mir der große Karton fast ein bisschen unheimlich. Hoffentlich schaffen wir es, die ganzen Nüsse aufzuessen, denn sonst ist so eine Bestellung natürlich auch Unsinn. Vielleicht fülle ich erstmal ein paar Tüten ab und verschenke sie in der Nachbarschaft. Auf jeden Fall werde ich gleich heute Abend auf der Couch einen Vorrat knacken und mein Frühstücksmüsli damit verfeinern. Das ist auf jeden Fall eine gute Idee, denn Walnüsse sind super-gesund. Sie enthalten zum Beispiel gesunde Fettsäuren, Antioxidantien und haben einen positiven Einfluss auf unser Gehirn. Und das sind nur ein paar Beispiele der positiven Wirkungen von Walnüssen.

Mein Fazit

Ich bin froh, dass ich mich für die Nüsse im Direktvertrieb entschieden habe, denn ich kaufe gerne direkt beim Bauern. Orangen finde ich auch spannend, allerdings hätte ich da wirklich Sorge, dass mir zu viele verderben. Deshalb waren Nüsse für mich beim ersten Versuch genau die richtige Wahl.

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