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Manchmal wundere ich mich, warum wir von einer Gemüsepflanze die Wurzel essen und von einer anderen die Blätter. Klar, bei manchen Pflanzen essen wir alles, was essbar ist, bei anderen aber nicht. So sind zum Beispiel die Blätter von Radieschen, Kohlrabi und Rote Bete essbar, trotzdem landen sie meist im Mülll oder bei den Hasen. Je mehr ich darüber nachdenke, desto unlogischer finde ich das und umso mehr Möglichkeiten fallen mir ein, Gemüsegrün zu verwenden.

Rote Bete mit Laub
vitals www.adobe-stock.com

Radieschen, Kohlrabi und Möhren bekommt man oft mit Blättern beziehungsweise Grün, aber auch Rote Bete gibt es immer öfter mit Laub. Wenn ich die Blätter verwenden möchte, greife ich zur Sicherheit zu Bioware. Grundsätzlich sind diese Teile der Pflanze nicht für den Verzehr geplant und daher auch nicht auf etwaige Rückstände untersucht. Im Artikel Vom Blatt bis zur Wurzel beschreibt Prof. Dr. Bernd Schäfer vom Bundesinstitut für Risikobewertung die Lage so: "Auch [...] für Möhrengrün sowie für die Blätter von Radieschen, Kohlrabi und Roter Bete erlauben die verfügbaren Daten gegenwärtig keine abschließende Bewertung möglicher gesundheitlicher Risiken. Konkrete Hinweise auf gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe in diesen Produkten liegen dem BfR aktuell aber nicht vor." Das klingt für mich so, dass ich zumindest gelegentlich die Blätter verwenden kann. So oft habe ich auch gar nicht die Gelegenheit dazu.

Ein zweiter beachtenswerter Punkt ist, dass die wasserspeichernden Pflanzenteile - dazu gehören die Blätter - häufig mehr Nitrat enthalten. Vergleichsweise wenig Nitrat hat saisonales Gemüse, Ware aus dem Freiland oder Bioanbau. Also noch eine Stimme für Bio. Jetzt aber zu meinen Ideen.

Kreative Verwertung von Gemüseblättern

Idee 1 Aus den Blättern von Radieschen, Kohlrabi und Rote Bete kann man Pesto zubereiten. Genauso gelingt Pesto aus Möhrengrün. Bestimmt lassen sich damit auch vegane Brotaufstriche zubereiten.

Idee 2 Da die meisten Gemüseblätter einen kräftigen Geschmack mitbringen, machen sie sich gut im Salat. Rote-Bete-Blätter bringen auch noch Farbe ins Spiel. Wenn die Blätter schon groß sind, würde ich die Stiele entfernen, da sie relativ hart werden.

Idee 3 Die dritte Möglichkeit ist, Suppe aus den Gemüseblätter zu kochen. Lecker werden zum Beispiel Radieschenblätter zusammen mit Kartoffeln. Eine solche Suppe würde ich genauso zubereiten wie eine schnelle Gemüsecremesuppe. Mit Radieschenblättern statt Kürbis wird aus dem winterlichen Eintopf ein sommerliches Süppchen.

Idee 4 Da in unserem Garten gerade eine Mangold-Schwemme herrscht, gibt es bei uns häufig Quiche. Zusammen mit Mangold passen da auch die Blätter von rote Bete, Radieschen oder Kohlrabi rein.

Idee 5 Eine letzte Möglichkeit fällt mir noch ein: Grüne Smoothies. Dabei werden grüne Gemüse mit Obst gemischt, um den leicht herben Gemüsegeschmack auszugleichen. Zusammen mit Spinat, Salat oder Grünkohl passen auch Möhrengrün und Gemüseblätter in den Mixer. Grüne Smoothies sind allerdings nicht so meins, denn ich kaue lieber.

Welche Gemüse sind ungeeignet?

Grenzenlos ist das Essen von Gemüseblättern nicht: Das Grün von Rhabarber, Kartoffeln, Tomaten, Bohnen oder Gurken ist giftig. Also Finger weg!

Tipps für den Umgang mit Gemüseblättern

  • Nach dem Einkauf sollten die Blätter von den Knollen oder Wurzeln getrennt werden, so halten sie länger.
  • Die Blätter bleiben in einem Glas mit Wasser oder in ein feuchtes Tüch eingewickelt frisch. Am besten im Kühlschrank, aber erfahrungsgemäß geht es auch ohne Kühlung.
  • Zum Garen ist es sinnvoll, Stiele und Blätter zu trennen, denn die festeren Stiele haben eine längere Garzeit als die zarten Blätter.

Ran ans frische Grün!

Nachdem mir fünf verschiedene Möglichkeiten eingefallen sind, Gemüseblätter zu verwenden, gibt es wirklich keine Ausrede mehr. Als nächstes versuche ich meine einfachen Brotaufstriche mit Gemüseblättern noch leckerer zu machen. Habt ihr noch einen Tipp für mich, welches Gemüsegrün man essen kann und wie es besonders lecker schmeckt?

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