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Bio-Kiste: Lust oder Last?

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Was geliefert wird, muss auch gegessen werden: Wie umgehen mit dem Kochdruck durchs Gemüse-Abo?

Wer sagt's denn, kaum hatte ich meinen Bio-Kisten-Beitrag eingestellt, kam ein direktes Feedback von Judith, die das Ganze auch schon mal ausprobiert hat :-) . Ihr Fazit hatte sie 2016 sogar schon mal gepostet und es fällt deutlich weniger enthusiastisch aus als meines, sie hat den Bezug wieder eingestellt.

Chaotische Küchenarbeitsfläche
Olaf Speier / stock.adobe.com

Den Punkt mit dem „Kochdruck“ kann ich prinzipiell absolut nachvollziehen – ich habe unserem Nachwuchs zum Beispiel konsequent Gläschenkost verfüttert, sonst wäre ich wahnsinnig geworden. Von daher stimmt es schon: Was geliefert wird, muss auch verarbeitet und gegessen werden, sonst hat man nichts gewonnen außer teurem und unökologischem Biomüll, da hatte ich vorher auch so meine Bedenken, ob das klappt.

Bislang hat es bei uns aber tatsächlich gut funktioniert. Das liegt nicht zuletzt an den Mengen, die wir so wegfuttern: Schon als wir noch zu zweit waren, haben wir grundsätzlich die 4-Portionen-Angaben gekocht, und es blieb meist gerade mal eine Naschportion übrig. Jetzt, mit geschätzt 1,25 Essern mehr, legen wir noch eine Schippe drauf. (Wenn unsere Kinder irgendwann voll mitessen, brauchen wir größere Töpfe, so viel steht fest!) Auf diese Weise passt zum Beispiel ein Kohlkopf ganz gut für uns vier.

Last station: Cremesuppe

Die einzigen Situationen, in denen es tatsächlich mal eng wurde, der Brokkoli schon einen argen Hangover hatte und ich mal zwei Paprika wegwerfen musste, waren die Phasen, in denen wir wie verabredet alle nacheinander krank geworden sind. Ansonsten hat es bislang mit Improvisieren immer ganz gut geklappt – dann wurde im Zweifel auch mal auf Vorrat gekocht und ich habe Cremesuppen als schnellen Rettungsanker für so ziemlich jedes Gemüse entdeckt. Außerdem können wir den Inhalt der Kisten prinzipiell bis um 6 Uhr morgens am Tag vor der Lieferung abändern, oder auch mal eine Lieferung ganz absagen.

Was die Abwechslung angeht (Judith konnte irgendwann keinen Kohl mehr sehen), sind wir von Anfang an den Mittelweg gegangen. Anstelle des reinen Regional-Abos haben wir eine Variante gewählt, die auch mal zugekauftes aus wärmeren Regionen beinhaltet. Unser Anbieter hat außerdem von sich aus im Spätwinter die Regionalkisten auf gemischte Kisten umgestellt, und das in einem Kundenschreiben auch genau damit erklärt, dass einem Kohl und Möhren eben nicht irgendwann zu den Ohren rauskommen sollen :-).

Letztlich ist es somit vermutlich einfach eine sehr individuelle Sache – die sich mit den Lebensumständen auch bei uns jederzeit wieder ändern kann. Aber zurzeit finde ich das Kisten-Abo super und freue mich nach wie vor jede Woche, wenn's ans Auspacken geht.

Mal sehen, wie es ist, wenn in unserem eigenen Garten die Erntezeit beginnt. Dann werde ich hoffentlich zumindest einige Gemüsearten vorübergehend aus dem Abo-Sortiment verbannen können – ich hoffe auf eine echte Tomatenschwemme :-) !

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