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Vegetarische Lyoner, Mortadella und Salami

Die Lebensmittelprüfer nahmen 20 häufig gekaufte Wurstersatzprodukte unter die Lupe, darunter 7 Bio-Erzeugnisse.

Tofuwürfel und Sojabohnen
Eskymaks / Fotolia.com

(BZfE) – Können vegetarische Wurstaufschnitte mit dem Original mithalten? Das kommt offenbar auch auf die Sorte an. Veggie-Salami fehlt meist der feste Biss und der typische Geschmack der Rohwurst, hat eine Untersuchung von Stiftung Warentest ergeben. Vegetarische Lyoner und Mortadella schmecken dagegen tadellos und mehr oder weniger nach Brühwurst. Viele haben auch die gewünschte Konsistenz.

Die Lebensmittelprüfer nahmen 20 häufig gekaufte Wurstersatzprodukte unter die Lupe, darunter 7 Bio-Erzeugnisse. Am Mindesthaltbarkeitsdatum wurden sie unter anderem auf Schadstoffe, Keime, Geruch und Geschmack geprüft. Die Qualität der Wurstaufschnitte war in der Regel zufriedenstellend: 12 Produkte bekamen das Testurteil „gut“, sechs „befriedigend“ und zwei „mangelhaft“.

Veggie-Wurstaufschnitte sind hoch verarbeitet, sodass kein Produkt frei von Zusatzstoffen war. Fast alle enthielten Verdickungsmittel wie Johannisbrotkernmehl, um schnittfest zu werden. Hinzu kamen Farbstoffe und bei einem Produkt auch der Geschmacksverstärker Natriumglutamat. Häufig werden Aromen zugesetzt. Allergiker sollten auf die Kennzeichnung achten, wenn sie auf gängige Zutaten wie Soja und Ei reagieren. Menschen mit Zöliakie müssen bei Weizeneiweiß und Seitan aufpassen. Schadstoffe wie Mineralöle waren dagegen kein Problem.

Zwei Produkte wurden als mangelhaft bewertet. In einer vegetarischen Mortadella fanden die Tester Listerien. Diese Krankheitskeime können neben grippeähnlichen Symptomen auch lebensgefährliche Erkrankungen verursachen. Für Schwangere sind Listerien besonders kritisch, da sie das Ungeborene schädigen können. Das Produkt ist inzwischen nicht mehr erhältlich. Eine vegane Salami war am Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mehr frisch. Im Labor stellten die Tester einen erhöhten Keimgehalt fest, der typisch für verdorbene Produkte ist.

Vor fünf Jahren kam in Deutschland die erste vegetarische Wurst auf den Markt. Seitdem ist die Zahl der wurstähnlichen Produkte ohne Fleisch stark gestiegen. Viele kaufen die Ersatzwurst aus ethischen Gründen. Sie möchten keine oder weniger Wurst essen, weil dafür Tiere geschlachtet wurden. Nebenbei lassen sich mit der Veggie-Wurst fast immer Fett, Kalorien und bei Salami auch Salz einsparen.

Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

https://www.test.de/Vegetarische-Wurst

https://www.bzfe.de/vegane-lebensmittel.html

https://www.bzfe.de/vegetarische-grillwuerstchen-modeprodukt-oder-echte-alternative.html

 

 

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