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Ernährung

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Es antwortet: Claudia Thienel, Ernährungsberaterin

Für eine langfristig erfolgreiche und gesunde Gewichtsreduktion ist eine Kombination aus Ernährungsumstellung und Sport sinnvoll. Ausschlaggebend für das Körpergewicht ist die über den ganzen Tag aufgenommene bzw. die verbrauchte Energie, also was und wie viel Sie essen.

Damit es nicht zu Heißhungeranfällen und ständigem Naschen kommt, versuchen Sie regelmäßig zu essen. Vier bis fünf Mahlzeiten können es am Tag sein. Essen Sie möglichst ausgewogene Mahlzeiten: Jede Mahlzeit sollte Protein (z. B. Milchprodukte, Fleisch, Geflügel, Fisch), wenig Fett (pflanzliches Öl) und eine Kohlenhydratquelle mit niedriger Blutzuckerwirksamkeit (z. B. Vollkornbrot, Naturreis, Vollkornnudeln), am besten in Kombination mit fett- oder proteinreichen Lebensmitteln, enthalten. So ist am besten gewährleistet, dass Sie sich lange angenehm satt fühlen. Achten Sie bei Ihrer Ernährung auf viel Gemüse und Obst. Das können Sie sich auch sehr gut vorbereiten und mitnehmen. Empfohlen werden mindestens 400 g Gemüse und etwa 250 g Obst pro Tag. Das sind beim Gemüse zum Beispiel eine Tomate (etwa 80 g), eine Paprika (150 g) und ein bis zwei Möhren (rund 200 g). Beim Obst sind es z. B. ein Apfel und ein Schälchen Beerenobst.

Welche Lebensmittel täglich am besten auf Ihrem Speiseplan stehen, zeigt anschaulich die Ernährungspyramide. Vergleichen Sie Ihren täglichen Speiseplan mit den Empfehlungen, mit Sicherheit können Sie hier schon so etwas verändern. Hilfreich ist, den Konsum von fettreichen Lebensmitteln, Süßigkeiten und Knabbereien zu reduzieren. Zum Trinken eignen sich kalorienfreie Getränke wie Wasser, Mineralwasser und Kräuter- oder Früchtetees.

Bewegung und Sport sind beim Abnehmen und zum Halten des Gewichts sehr hilfreich. Beim Sport werden Kalorien verbraucht sowie Körperfett ab- und Muskeln aufgebaut. Muskelmasse verbraucht auch in Ruhephasen mehr Energie als das Fettgewebe, erhöht also den Gesamtenergieverbrauch. Außerdem regt Sport den Stoffwechsel an und verbessert das Körpergefühl. Versuchen Sie, Sport in Ihren Alltag einzubauen. Einfach mehr zu Fuß gehen, Treppen nehmen anstatt den Lift oder mal mit dem Fahrrad Wege zurücklegen – das hilft auch bei der Gewichtsabnahme.

Falls Ihnen diese Tipps beim Abnehmen nicht helfen, empfehle ich Ihnen, vor Ort eine Ernährungsberatungspraxis aufzusuchen. In einem persönlichen Gespräch ist es besser möglich, auf Ihre individuelle Situation einzugehen. Adressen von qualifizierten Ernährungsfachkräften finden Sie auf unserer Seite "Ernährungsberatung vor Ort".

Beim Body Mass Index gibt es die Unterscheidung zwischen Männern und Frauen und nach dem Alter. Soll ich mich am Geschlecht oder Alter orientieren?

Frage von birgit-ute (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Maren Krüger

Es antwortet: Maren Krüger, Ernährungsberaterin

Der Body Mass Index, kurz BMI, berechnet sich nach einer einfachen Formel aus Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch das Quadrat der Körpergröße in Meter (BMI-Rechner). Der ermittelte Wert kann jedoch nur ein grober Orientierungswert sein. Für die tatsächliche Beurteilung des Gewichts spielen auch das Alter sowie das Geschlecht eine Rolle. Männer haben beispielsweise einen höheren Muskelanteil als Frauen.

Studien haben ergeben, dass die BMI-Werte, die mit der geringsten Sterberate einhergehen, mit zunehmendem Alter steigen. So sind Personen über 65 Jahre noch normalgewichtig, wenn ihr BMI zwischen 24 und 29 liegt – ein Bereich, den die WHO (World Health Organization) als Übergewicht einstuft. Auch für Kinder und Jugendliche gelten die BMI-Werte der Erwachsenen nicht.

Bei Übergewicht im Alter spielt auch der Gesundheitszustand eine Rolle. Bei einem BMI von 25–29,9 ist im höheren Alter nicht zwingend eine Gewichtsabnahme notwendig. Es besteht aber ein höheres Risiko, dass das Körpergewicht weiter steigt. Zudem ist das Risiko für Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 oder Bluthochdruck bereits gering erhöht. Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) rät daher, bei einem BMI zwischen 25 und 29,9 das Gewicht zu stabilisieren oder es geringfügig zu senken, um Begleiterkrankungen und Adipositas (Fettleibigkeit) zu verhindern.

Ich empfehle Ihnen allerdings nicht nur den BMI, sondern auch den Bauchumfang zu messen und durch einen Check beim Arzt Ihre Gesundheit überprüfen zu lassen. Denn der BMI berücksichtigt nicht die Verteilung des Körperfetts. Viele Experten sind inzwischen der Meinung, dass nicht der BMI, sondern der Bauchumfang das entscheidende Kriterium für die gesundheitliche Bewertung des Körpergewichts sein sollte.

Ich möchte ca. 10 Kilo verlieren, nehme aber durch Wassereinlagerung stetig zu, manchmal 2 kg an 2 Tagen. Die Ärzte können mir nicht weiterhelfen. Haben Sie eine Idee?

Frage von KarlsKarotte (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Claudia Thienel

Es antwortet: Claudia Thienel, Ernährungsberaterin

Zunächst einmal sollten Sie bei Ihrem Hausarzt überprüfen lassen, ob es möglicherweise eine organische Ursache dafür gibt, dass Sie nicht abnehmen. Dies könnte beispielsweise eine Unterfunktion der Schilddrüse sein. Auch Medikamente, welche Sie einnehmen, können Einfluss auf Ihr Gewicht haben.

Um langfristig gesund abzunehmen, empfiehlt sich eine Kombination aus Ernährungsumstellung und Bewegung. Eine langsame Gewichtsabnahme von 1-2 kg pro Monat ist dabei langfristig erfolgsversprechender als eine zu schnelle. Überprüfen Sie doch ganz einfach Ihre Ernährung anhand der Empfehlungen der Ernährungspyramide. Diese bietet eine gute Orientierung für einen Speiseplan, der Sie mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt und überflüssige – oft fett- und kalorienreiche Speisen – reduziert.

Neben der Ernährung sind auch Bewegung und Sport beim Abnehmen sehr wichtig. Dabei werden Kalorien verbraucht sowie Körperfett ab- und Muskeln aufgebaut. Außerdem regt Sport den Stoffwechsel an und verbessert das Körpergefühl. Am besten geeignet zum Abnehmen ist die Kombination von Muskelaufbautraining und Ausdauersport. Geeignete Ausdauersportarten sind z. B. Walking, Rad fahren oder Schwimmen.

Wassereinlagerungen im Körper können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Je nach Ursache sind verschiedene Ernährungsempfehlungen hilfreich. Deshalb wäre es zunächst wichtig zu wissen, woher die Wassereinlagerungen kommen, um eine entsprechende Empfehlung geben zu können. Ganz allgemein kann Wassereinlagerungen durch eine abwechslungsreiche Ernährung und ausreichendes Trinken vorgebeugt werden. Letzteres aber auch nur, wenn die Nierenfunktion in Ordnung ist. Grundsätzlich ist es hilfreich, viel Gemüse und Obst zu essen, denn sie enthalten viel Kalium, was die Entwässerung fördert. Gute Quellen für Kalium sind vor allem Spinat, Feldsalat, Petersilie, Frühlingszwiebeln, Tomaten, Kartoffeln, Birnen, Melone, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreideprodukte und Nüsse. Kaliumreich sind auch Fruchtsäfte (vor allem Apfel- und Birnensaft), Gemüsesäfte und kaliumreiches Mineralwasser (s. Etikett).

Gegen Wassereinlagerungen hilft außerdem alles, was die Durchblutung fördert, also Bewegung (Spazieren gehen, Treppensteigen), Sport (Gymnastik), Massagen und Wechselduschen und natürlich auch Saunagänge.

Falls Ihnen diese Tipps beim Abnehmen nicht helfen, empfehle ich Ihnen, vor Ort eine Ernährungsberatungspraxis aufzusuchen. In einem persönlichen Gespräch ist es besser möglich, auf Ihre individuelle Situation einzugehen. Adressen von qualifizierten Ernährungsfachkräften finden Sie auf unserer Seite "Ernährungsberatung vor Ort".

Meiner Tochter (3 Jahre) ist überdurchschnittlich schwer (ca. 19 kg). Ich achte darauf, was sie isst. Ab wann muss man sich Gedanken über das Gewicht machen? Ist eine Diät möglich?

Frage von Katring80 (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Maren Krüger

Es antwortet: Maren Krüger, Ernährungsberaterin

Zu einer gesunden Entwicklung von Kindern gehört auch, dass sich das Gewicht im Normalbereich entwickelt. Denn Übergewicht schadet der körperlichen und seelischen Gesundheit. Aus übergewichtigen Kindern werden oft auch übergewichtige Erwachsene. Deshalb ist es gut, rechtzeitig aufzupassen.

Natürlich spielen auch die Gene eine Rolle, aber die häufigste Ursache von Übergewicht ist eine ungünstige, zu kalorienreiche Ernährung, meistens kombiniert mit wenig Bewegung. Deshalb ist es gut, wenn Sie sich anschauen, was Ihre Tochter den Tag über isst. Eine Diät muss Ihre Tochter nicht machen. Aber es wäre gut, wenn Sie in den nächsten Monaten etwas langsamer oder gar nicht zunimmt. Durch das natürliche Längenwachstum wird sich Ihr Gewicht dann wieder im Normalbereich bewegen.

Eine gute Orientierungshilfe fürs Essen ist die Ernährungspyramide. Sie enthält alles, was täglich gegessen und getrunken werden sollte. Das Maß für die angegebenen Portionen ist die eigene Hand. Die Hand ist individuell, wächst mit und berücksichtigt somit den je nach Alter und Geschlecht unterschiedlichen Bedarf eines Menschen.

Am besten bereiten Sie für Ihre Tochter bzw. für die ganze Familie jeden Tag eine abwechslungsreiche, ausgewogene Kost zu, für die Sie reichlich frische Lebensmittel verwenden. Viele Fertigmahlzeiten und Fastfood-Gerichte liefern reichlich Kalorien und haben eher eine ungünstige Nährstoffzusammensetzung. Am besten finden Sie einen für sich praktikablen Weg der Umsetzung, der zu ihrem Alltag passt.

Kinder schauen sich sehr viel von ihren Eltern ab, so auch beim Essen und Trinken. Eltern übernehmen daher eine Vorbildfunktion. Sie können daher die Chance nutzen, Ihre Tochter in einem gesunden Lebensstil zu unterstützen.

Dazu gehört auch ausreichend Bewegung – zum Beispiel auf dem Spielplatz, im Wald, Schwimmbad oder beim Kinderturnen oder einfach das Toben zuhause! Bewegung kurbelt den Energieverbrauch an.

Sie kennen Ihr Kind am besten und können daher abschätzen, wie offen Ihre Tochter für das Thema Ernährung ist, ohne sie damit zu sehr zu belasten. Wenn die ganze Familie mitmacht, wird es die ein oder andere Essensumstellung nicht nur auf sich beziehen und unbeschwert das Essen weiter genießen können.

Wenn Ihnen diese Hinweise in Ihrem Essalltag nicht weiterhelfen und Sie das Gefühl haben, Sie benötigen weitere Unterstützung bei der Umsetzung, kann Ihnen vielleicht  eine Ernährungsfachkraft in einem persönlichen Gespräch weitere Tipps geben. Adressen von qualifizierten Ernährungsfachkräften finden Sie auf unserer Seite "Ernährungsberatung vor Ort".

Alles Gute für Sie und Ihre Tochter!

Gelten die Maße für den Bauchumfang, egal wie groß man ist?

Frage von Urlaub (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Es ist nicht unmittelbar einsichtig, dass bei kleinen und großen Menschen die gleichen Grenzwerte hinsichtlich des Taillenumfanges (Bauchumfanges) gelten. Die bisherige Studienlage spricht jedoch dafür, dass die Grenzwerte je nach Geschlecht für alle Körpergrößen gelten. Neuere Studien beschäftigen sich allerdings auch damit, ob das Verhältnis von Körpergröße zu Taille ein noch besserer Indikator für Übergewicht sein könnte.

Es ist bekannt, dass das Risiko für Stoffwechselstörungen, vor allem Diabetes, und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, nicht nur vom Körpergewicht abhängt. Studien zufolge spielt das Fettverteilungsmuster sogar eine größere Rolle, also ob das Fett sich eher am Bauch oder an Hüften befindet oder an den Oberschenkeln und Gesäß. Die Fettverteilung wird durch den Taillenumfang gemessen. Laut Adipositas-Leitlinie ist bei Männern ein Taillenumfang ab 94 cm und bei Frauen ab 80 cm mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko verbunden. Bei einem Taillenumfang ab 102 cm bei Männern und ab 88 cm bei Frauen spricht man von einem deutlich erhöhten Risiko.

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