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Energy-Drinks

Energie-Kick aus der Dose? Energy-Drinks enthalten eine hohe Dosis Koffein, oft weitere aufputschende Stoffe und jede Menge Zucker. Daher sind sie insbesondere für Kinder nicht zu empfehlen.

Dosen mit der Aufschrift "Energy Drink"
destina / Fotolia.com

Energy-Drinks bescheren den Herstellern und dem Handel seit Jahren hohe Zuwachsraten. Im Jahr 2012 machten Energydrinks nach Angaben des Marktforschungsinstituts Nielsen ein Umsatzplus von 18 Prozent. Kein Wunder, denn sie versprechen ihren Kundinnen und Kunden den besonderen „Kick“: Man ist angeblich länger wach, soll sich besser konzentrieren können und leistungsfähiger sein. Kaum eine Trendsportart, die nicht Werbung macht für "Energy". Der Koffeingehalt dieser koffeinhaltigen Erfrischungsgetränke liegt mit 32 Milligramm pro 100 Milliliter mehr als doppelt so hoch wie bei handelsüblichen Cola-Getränken. Außerdem enthalten die vermeintlichen Muntermacher in der Regel noch die Stoffe Taurin, Inosit und Glucuronolacton. Oft ist auch der Zuckergehalt der Getränke beträchtlich.

Koffein: Zutat mit Nebenwirkungen

Schon der Name „Energy-Drink“ verspricht Großes. Und tatsächlich fördert Koffein - je nach Konzentration – die Wachheit und die Aufmerksamkeit. Das bestätigte unter anderem die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einem Gutachten aus dem Jahr 2015. In höheren Dosen können allerdings Symptome wie Schlafstörungen oder allgemeine Verhaltensänderungen auftreten. Das  EU-Parlement hat aus diesem Grund verhindert, dass Energydrinks mit positiven gesundheitlichen Wirkungen werben dürfen. Denn Wachheit ist nicht unbedingt eine positive gesundheitliche Wirkung. Auf nationaler und europäischer Ebene wird außerdem darüber diskutiert, ob die Gesetzeslage zu Höchstwerten und Warnhinweisen bei Energy-Drinks und anderen koffeinreichen Produkten im Sinne des gesundheitlichen Verbraucherschutzes ausreichend ist.

Koffein-Rechner

Mit dem Online-Rechner können Sie herausfinden, welche Lebensmittelkombinationen oder welche Getränkemengen zu viel Koffein enthalten. Das sollten Sie wissen, wenn Sie den Rechner benutzen:

  • Das Ergebnis liefert keine Aussagen zu den gesundheitlichen Folgen einer langfristig zu hohen Koffeinaufnahme von Jugendlichen, denn dazu gibt es keine Studien.
  • Die Rechnungen erfolgen unter der Annahme, dass auch Kinder und Jugendliche jeden Tag bis zu 3 mg Koffein pro Kilo Körpergewicht aufnehmen können. In einem Expertengespräch des BfR im April 2017 wurde allerdings deutlich, dass es auch Wissenschaftler gibt, die anzweifeln, dass diese Menge für Kinder und Jugendliche sicher ist.

Die Rechenergebnisse sind also mit Vorsicht zu genießen.

Das Bundeszentrum für Ernährung entwickelt nun den Rechner kontinuierlich weiter. Das Bundesinstitut für Risikobewertung unterstützt uns dabei.

Wir freuen uns über Ihr Feedback! 
Wenn Sie uns Ihre Erfahrungen mitteilen wollen dann schicken Sie eine E-Mail an: info@bzfe.de

Hier geht´s zum Rechner

 

Auch die Kleinen trinken Energy

Nach einer Verzehrserhebung, die die EFSA 2013 veröffentlichte, sind Energy-Drinks vor allem unter Jugendlichen beliebt. Aber auch Kinder schätzen die „süße Koffeinbrause“.

In der Altersgruppe von 10 bis 18 Jahren gaben 68 % der Befragten an, Energy-Drinks zu trinken. Gut 6 % aller deutschen Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren gehören zu den chronischen Hochverzehrern. Das sind in Deutschland über 360.000. Sie trinken drei bis fünf Dosen in der Woche. Fast die Hälfte greift sogar täglich zu Energy-Drinks. Rechnet man das Koffein aus Energy-Drinks, Tee und Kaffee, Schokolade und Kakao zusammen, dann überschreiten die chronischen Hochverzehrer die sichere Koffeinmenge um mehr als das Doppelte.

Auch unter den 3-10jährigen gibt es schon Hochverzehrer: Nach der EFSA-Verzehrserhebung haben im Jahr 2012 gut 13 % aller deutschen Kinder von 3-10 Jahren Energydrinks getrunken. 3,1 % aller in Europa befragten Kinder dieser Altersklassen gehören zu den chronischen Hochverzehrern. Energydrinks liefern rund 50 % ihrer Koffeinaufnahme. Zusammen mit Schokolade, Kakao, Eistee und anderen Koffeinlieferanten nehmen diese Kinder 4,16 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht auf. Sie überschreiten damit ebenfalls das Sicherheitsniveau von 3 Milligramm. Welche Gesundheitsfolgen das hat, ist nicht bekannt. Bis Anfang 2017 gab es dazu noch keine Studien.

Keine Koffeinwerbung auf Energydrinks

EU-Parlament stoppt Gesundheitsangaben

leere Dosen Energydrinks

Das EU-Parlament forderte am 7. Juli 2016 die EU-Kommission auf, einen Verordnungsentwurf zurückzuziehen. Hersteller von koffeinhaltigen Getränken dürfen nun auf ihren Produkten keine Gesundheitsangaben mehr zu Koffein machen.

Gesundheitswerbung würde den Konsum von koffein- und zuckerhaltigen Energydrinks bei Kindern und Jugendlichen eher noch fördern, heißt es in den Ablehnungsgründen des EU-Parlaments.

Weiter zur BZfE-Newslettermeldung vom 27.07.2016

Immer etwas Neues

Das Angebot an Energy-Drinks wird immer variantenreicher: Galt die 250-ml-Dose noch vor wenigen Jahren praktisch als Standard, kommen die koffeinreichen Getränke heute auch in 500-ml-Dosen oder in Flaschengrößen von einem oder eineinhalb Litern in den Handel. Mit exotischen Zutaten wie Acai, Fruchtsaftanteilen bis zu 50 Prozent, Molkezusätzen oder dem natürlichen Koffeinlieferanten Guarana wird das einst eher synthetisch anmutende Image der Energy-Drinks mächtig aufpoliert.

Mein Herz für Energy – Eine Fallstudie zu Energydrinks

Wie gehen Jugendliche eigentlich mit Energydrinks um? Bei unserer Recherche haben wir von der Verbraucherschutzredaktion des BZfE einen 17-jährigen Schüler getroffen. Er trank mehrere Dosen täglich und klagte über Atemnot. Die Untersuchung beim Herzspezialisten brachte keine guten Nachrichten.

Videoclip auf YouTube (6:44 Min.)

Weitere Informationen zu Energy-Drinks

Bergen Energy-Drinks wegen ihres Koffeingehaltes ein Gesundheitsrisiko?

Pauschal lässt sich diese Frage kaum beantworten, denn die Menschen – ob gesund, Kind, schwanger oder beispielsweise herzkrank – reagieren unterschiedlich auf Koffein. Einem aktuellen Gutachten der EFSA zufolge vertragen erwachsene Gesunde in der Regel ohne Probleme 400 mg Koffein pro Tag. Dabei sollte eine Verzehrsdosis, das heißt die aufgenommene Menge pro Portion, höchstens 200 mg Koffein betragen. Das entspricht ungefähr 500 ml eines handelsüblichen Energy-Drinks. Für einen 10jährigen aber, der rund 30 Kilo wiegt, wäre selbst eine 250-ml-Dose pro Tag nach dem EFSA-Gutachten schon kritisch. Denn für Kinder bewerten die Risikobewerter eine Einzeldosis von höchstens 3 mg Koffein pro kg Körpergewicht als sicher, was also einem Höchstwert von circa 90 mg Koffein entspräche. Vom Koffeingehalt abgesehen bewerten Ernährungsexperten Energy-Drinks generell skeptisch - wegen ihres hohen Zuckergehaltes, teilweise aber auch wegen ihres Gehaltes an anderen typischen Zutaten wie Taurin, Glucuronolacton und Inosit, deren Wechselwirkungen untereinander und in Verbindung mit Alkohol noch nicht ganz klar sind. Die EFSA allerdings sieht in ihrem aktuellen Gutachten keinen Anlass zu diesbezüglicher Sorge. Anders das Bundesinstitut für Risikobewertung nach einer Anfang 2014 publizierten Stellungnahme: Im Zusammenhang mit einer Untersuchung zum Trinkverhalten von Hochverzehrern auf Musik-Festivals und Sportveranstaltungen wiederholten die nationalen Risikobewerter ihre Bedenken bezüglich eines kombinierten Konsums von Energy-Drinks mit Alkohol beziehungsweise körperlicher Anstrengung, etwa beim Sport oder Tanzen. Klar ist: Energy-Drinks sind keine Durstlöscher. Dazu sind und bleiben die „Klassiker“: Mineralwasser, Saftschorlen und ungesüßte Tees immer noch die beste Wahl.

Welche Wirkungen haben Koffein, Taurin, Inosit und Glucuronolacton im Körper?

Koffein steigert die Herzfrequenz und stimuliert das zentrale Nervensystem, was die Konzentrationsfähigkeit und Wachsamkeit erhöht. Koffein kann in geringen Dosierungen zwar anregend wirken, ein hoher Koffeinkonsum kann jedoch zu Konzentrationsstörungen und innerer Unruhe führen.
Taurin ist ein Abbauprodukt von Aminosäuren (Eiweißbausteinen), die der Körper selbst in ausreichender Menge produzieren kann und auch in Lebensmitteln, vor allem in Fisch und Fleisch vorkommt. Taurin ist am Fettstoffwechsel und an der Funktion des Herz-Kreislauf-Systems und des zentralen Nervensystems beteiligt. Diese Substanz soll die körperliche und mentale Leistungsfähigkeit steigern, wissenschaftlich allgemein anerkannt sind diese Wirkungen allerdings nicht.
Glucuronolacton wird auch vom menschlichen Körper aus Glukose gebildet wird. Der Körper nutzt diesen Stoff, um Fremdstoffe auszuscheiden.
Inosit ist ein Zuckeralkohol, der in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln sowie im menschlichen Körper vorhanden ist. Es soll die Fettverbrennung und Gedächtnisleistung steigern, was allerdings wissenschaftlich umstritten ist.

Gelten für Koffein, Taurin, Inosit, Glucuronolacton Höchstmengen?

Die nationale Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung (FrSaftErfrischGetrV) legt verbindliche Höchstmengen für Koffein, Taurin, Inosit und Glucuronolacton in Erfrischungsgetränken fest:

  • Koffein 320 mg / l
  • Taurin 4.000 mg / l
  • Inosit 200 mg / l
  • Glucuronolacton 2.400 mg / l

Eine 250-ml-Dose eines Energy-Drinks kann also bis zu 80 mg Koffein enthalten. Das entspricht ungefähr einer Tasse Filterkaffee (200 ml). Handelsübliche Cola-Getränke enthalten in der Regel weniger als 150 mg Koffein pro Liter. Folglich beträgt der Koffeingehalt eines Energy-Drinks üblicherweise rund das Doppelte von Cola.

Übrigens: Energy-Shots sind keine Erfrischungsgetränke, sondern werden als Nahrungsergänzungsmittel in den Verkehr gebracht. Für sie gelten daher die in der FrSaftErfrischGetrV festgelten Koffein-Höchstmengen nicht. Für Nahrungsergänzungsmittel gelten insbesondere die Vorgaben der Nahrungsergänzungsmittelverordnung. Danach muss auf ihrem Etikett die täglich empfohlene Verzehrsmenge angegeben sein. Verpflichtend ist außerdem der Warnhinweis "Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrsmenge darf nicht überschritten werden".

Wie müssen Energy-Drinks gekennzeichnet werden?

Für Energy-Drinks gelten grundsätzlich dieselben Kennzeichnungsvorschriften wie für andere vorverpackte Lebensmittel auch. Angegeben werden müssen: die Bezeichnung, ein Zutatenverzeichnis mit gegebenenfalls besonders hervorgehobenen allergenen Zutaten, der Hersteller, Verpacker beziehungsweise ein in der EU niedergelassener Importeur, das Mindesthaltbarkeitsdatum, Füllmenge und die Losnummer. Spätestens ab Dezember 2016 müssen sie außerdem eine Nährwerttabelle tragen, die allerdings schon heute auf den meisten Etiketten steht.

Beträgt ihr Koffeingehalt mehr als 150 mg pro Liter – was in der Regel der Fall ist – ist für die Getränke außerdem der Hinweis „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“ vorgeschrieben. Er muss zum die Angabe des tatsächlichen Koffeingehalts in mg/100 ml des jeweiligen Produktes ergänzt werden. Diese Hinweispflicht gilt übrigens für alle koffeinhaltigen Erfrischungsgetränke mit einem Koffeingehalt von mehr als 150 mg Koffein pro Liter, sofern diese nicht auf Basis von Kaffee oder Tee hergestellt sind und dies aus ihrer Bezeichnung hervorgeht.

Werden Energy-Drinks, offen beispielsweise in Gaststätten ausgeschenkt, muss klar ersichtlich sein, dass es sich dabei um ein koffeinhaltiges Getränk handelt. Dabei ist – wie bei anderen koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken mit einem Koffeingehalt größer 150 mg/l – die Angabe „erhöhter Koffeingehalt", gefolgt von der Angabe des Koffeingehaltes in Klammern in mg/100 ml vorgeschrieben. Diese Angaben stehen entweder in der Getränkekarte oder auf einem Aushang. Sie dürfen auch als Fußnote angebracht werden.

Autorinnen: Dr. Christina Rempe, Berlin; Hedda Thielking, Bergheim; Gesa Maschkowski, BLE

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