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Exoten

Exotische Früchte wie Granatäpfel, Kakis oder Litschis sind in immer größerer Auswahl im Lebensmittelhandel zu finden. Was Sie beim Kauf und bei der Verarbeitung von Exoten beachten können.

Exotische Früchte liegen nebeneinander
annapustynnikova / Fotolia.com

Exotische Früchte - frisch und verarbeitet erhältlich

Pitaya oder Drachenfrucht
Rote Pitaya (Drachenfrucht) aus Mittelamerika

Sie kommen per Flugzeug oder Schiff aus tropischen und subtropischen Ländern wie Costa Rica, Kolumbien und Ecuador zu uns nach Deutschland - exotische Früchte. Darunter altbekannte Produkte wie Ananas, Banane, Avocado, Kiwi und Mango und für uns eher unbekannte Früchte wie Lulo, Pitaya oder Sapodilla.

Die Warenpalette an exotischen Früchten im Lebensmittelhandel wurde in den letzten Jahren immer umfangreicher. Neue Sorten, bessere Logistik und moderne Lagertechnik vereinfachen den Handel mit den empfindlichen Früchten. Das Angebot reicht von Frischprodukten über Trockenfrüchte bis hin zu verarbeiteteten Exoten als Zutaten in Säften, Desserts und Konserven.

Im deutschen Handel erhältliche Exoten

Viele der Früchte sind aufgrund ihrer geringen Lagerfähigkeit und der weiten Transportwege hierzulande eher in verarbeiteter Form zu finden, und selten zum Frischverzehr erhältlich:
Acai, Acerola, Ananas, Annonen, Cherimoya, Atemoya, Annone, Apfelbeere, Avocado, Babaco, Banane, Coquito, Dattel, Durian, Feige, Feijoa, Gojibeere, Granadilla, Granatapfel, Guave, Hornmelone, Jackfrucht, Japanische Birne, Japanische Stachelbeere, Kaki, Kaktusfeige, Kapstachelbeere, Karambole, Kiwi, Litschi, Longan, Loquat, Lulo, Mango, Mangostane, Noni, Papaya, Passionsfrucht, Pepino, Pitaya, Rambutan, Salak, Sapodilla, Tamarillo, Tamarinde.

Exoten richtig zubereiten und verwenden

Mango wird mit einem Messer entlang des Kerns ein drei Teile geschnitten
Dreiteilen einer Mango entlang ihres abgeflachten Steins

Das umfangreiche Angebot an bisher unbekannten exotischen Früchten in der Obstabteilung verführt den ein oder anderen zum Kauf. Spätestens zuhause tauchen dann meist Fragen auf. Kann ich die Schale mitessen oder nicht? Wie öffne ich die Frucht und in welcher Form verzehre ich sie?

Dass beispielsweise eine Mango einen harten Stein enthält, hat wohl fast jeder schon einmal beim Aufschneiden der gelbfarbigen Frucht bemerkt. Wer hier die richtige Schnitttechnik beherrscht, kommt relativ einfach an das Fruchtfleisch heran. Eine Variante zeigt das Bild hier.

Aber wissen Sie auch, wie eine Pitaya oder eine Granadilla zubereitet und verzehrt wird? Die Antworten finden Sie in der nachfolgenden Bilderstrecke und im BZfE-Heft "Exoten und Zitrusfrüchte", Bestell-Nr. 1281.

Worauf beim Kauf von exotischen Früchten achten?

Wer Exoten für den Frischverzehr kaufen möchte, sollte bereits beim Einkauf auf eine gute Qualität achten. Meist können Sie bereits über das Aussehen und den Geruch feststellen, ob die exotische Frucht von guter Qualität ist. Allerdings ist dazu ein Grundwissen über die jeweiligen Fruchteigenschaften notwendig. Nur dann können Sie beispielsweise einschätzen, wann Sie eine Frucht eher liegen lassen sollten, weil sie bereits ihre Genussreife überschritten hat.

Exotische Früchte haben, je nach Art, ein unterschiedliches Reifeverhalten. So gibt es nachreifende Früchte, die erst nach der Ernte während der Lagerung ihre Genussreife entwickeln. Dazu gehören klassisch Bananen, Feigen, Avocados, Kiwis und Mangos. Harte und gelbgrüne Bananen werden nach einigen Tagen Lagerung zu Hause weicher und süßer und hartes Avocadofruchtfleisch cremig und butterweich. Manche Händler weisen hier bei bereits erreichter Genussreife mit einem Aufkleber darauf hin z.B. "essreif". Hingegen werden nicht nachreifende Früchte wie Ananas, Litschis oder Granatäpfel deshalb in der Phase der Genussreife geerntet und anschließend direkt verkauft.

Kennzeichnung "gewachst" bei Exoten

Eine Honigmelone und eine Wassermelone
Der Hinweis "gewachst" weist darauf hin, dass Melonen mit Überzugs- oder Konservierungsmittel behandelt wurden

Exotische Früchte sind meist sehr empfindlich und ihre Transportwege lang. Deshalb dürfen beispielsweise Zitrusfrüchte und Melonen zum Schutz z.B. vor Wasserverlust oder Schimmelbefall und zur Verlängerung der Haltbarkeit nach der Ernte mit Überzugsmitteln oder Konservierungsstoffen behandelt werden. Diese geprüften Lebensmittelzusatzstoffe müssen beim Verkauf an der Verbraucher kenntlich gemacht werden.

So weist der Hinweis "gewachst" bei Melonen darauf hin, dass die Schale der Melone mit einem Überzugsmittel (Candellilawachs, Bienenwachs, Carnaubawachs oder Schellak) und/oder einem Konservierungsstoff (Montansäurester,  Polyethylenwachsoxidate) behandelt wurde. 

Tipp: Bei behandelten Früchten wie beispielsweise Melonen, Bananen, Mangos und Avocados wird die schützende Schale nicht mit verzehrt. Zur Reduzierung von Kontaktübertragung der Schutzstoffe von der Schale auf das Fruchtinnere, kann man das Obst trotzdem vor der Verwendung kurz waschen. Unbehandelte Fruchtschalen von Bio-Zitrusfrüchten könne auch gegessen werden.

Nachhaltigkeitsaspekte beim Kauf von Exoten

Neben der Fruchtqualität können Sie beim Einkauf von exotischen Früchten auf verschiedene Nachhaltigkeitsaspekte achten.

Bananen
Bio-Bananen oder Bananen aus Fairem Handel werden oft neben konventionellen Bananen angeboten

So weist die Deklaration "Bio" oder "Öko" auf ökologische Anbaubedingungen in den Herkunftsländern hin. Beim ökologischen Anbau werden keine synthetischen Pflanzenschutzmittel und schnell lösliche Mineraldünger eingesetzt. Das schützt die Gesundheit der Plantagenmitarbeiter und das Grundwasser vor Verunreinigungen.

Einige Exoten tragen Label, die auf einen Fairen Handel hinweisen. Dazu gehören anerkannte Fair-Handels-Siegel wie GEPA, Naturland Fair, BanaFair, Fairtrade, Fair for Life und Ecocert. Mit dem Kauf von Exoten aus Fairem Handel können Sie eine existenzsichernde Entlohnung der Produzenten vor Ort unterstützen.

Einen Beitrag zum Klimaschutz können Sie leisten, indem sie auf Flugobst und den Einkauf mit dem eigenen Auto verzichten. Beim Transport mit dem Flugzeug entstehen pro Kilogramm transportiertem Lebensmittel 50- bis 100-mal mehr klimawirksame Treibhausgase als bei einem Schiffstransport. Eine vorgeschriebene Kennzeichnung für Flugobst gibt es jedoch nicht. Teilweise werben die Hersteller jedoch mit diesem Hinweis auf die besondere Frischequalität dieser Früchte.

Autorin: Carmen Menn, Bonn

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Hörfunkbeitrag Juli 2017

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