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Milch: Erzeugung

Die Milcherzeugung ist der wichtigste Betriebszweig der deutschen Landwirtschaft. 33 Millionen Tonnen Kuhmilch wurden 2018 hierzulande erzeugt.

Melkzeuge an Kuheutern im Stall
toa555 / Fotolia.com

Das ist rund ein Fünftel der in der EU erzeugten Milch, was Deutschland zum größten Milcherzeuger der EU macht. Starke Zuwächse, allerdings noch auf recht geringem Niveau gibt es bei Biomilch. 2018 lieferten Biolandwirte rund 1,1 Millionen Tonnen Milch an – rund 87 Prozent mehr als noch 2010. Der Bioanteil an der Gesamtanlieferungsmenge von Kuhmilch in Deutschland erreicht bislang dennoch nur knapp 3,5 Prozent.

4,1 Millionen Milchkühe werden hierzulande gehalten. Eine imposante Zahl, doch die Zahl der Milchviehbetriebe in Deutschland sinkt stetig: 62.800 waren es 2018 – deutlich weniger als halb so viele wie noch im Jahr 2000. Im Gegenzug hat sich die durchschnittliche Anzahl der auf einem Betrieb gehaltenen Milchkühe seitdem von 33 auf 65 beinahe verdoppelt.

Milchbäuerinnen und -bauern stehen wirtschaftlich seit Jahren unter Druck. Besonders für kleinere Betriebe ist eine rentable Milcherzeugung kaum mehr möglich. Futter- und Energiekosten sind in den letzten Jahren stark angestiegen, die Erzeugerpreise für Milch sind schwankend, liegen aber fast immer deutlich unter den 40 Cent pro Liter, die Milchviehhalterinnen und -halter in Deutschland benötigen, um kostendeckend arbeiten zu können.

Im Jahr 2018 erhielten Milchbäuerinnen und -bauern im Durchschnitt knapp 35 Cent pro Kilogramm konventionell erzeugter Milch von deutschen Molkereien. Dabei entspricht 1 Liter Milch 1,02 bzw. 1,03 Kilogramm. Für Biomilch gab es gut ein Drittel mehr, nämlich rund 48 Cent.

Im Vergleich der letzten fünf Jahr bedeutete das für die Bio-Milchviehhalterinnen und -halter ein durchschnittliches Jahr, während konventionelle Betriebe rund 1,5 Cent mehr erhielten als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Wie viel Milch gibt eine Kuh?

Milchkuh mit Kalb auf einer Weide
Die Biestmilch ist in den ersten Lebenstagen die wichtigste Nahrung für das Kalb.

Im Durchschnitt gab eine Milchkuh 2018 in Deutschland 8.059 Kilogramm Milch. Dabei entspricht 1 Liter Milch 1,02 bzw. 1,03 Kilogramm. Solche enormen Mengen sind das Ergebnis einer zielgerichteten Zucht auf hohe Milchleistungen.

Damit hat sich die Milchmenge gegenüber 1950 weit mehr als verdreifacht. Selbst im Vergleich zu 1990 gab es einen Zuwachs um rund 66 Prozent.

Nach der Geburt eines Kalbes wird eine Kuh etwa 10 Monate lang gemolken. Einige Wochen vor der Geburt des neuen Kalbes wird die Kuh dann "trockengestellt", also nicht mehr gemolken, um sie vor der anstehenden Kalbung zu schonen.

Mit der Geburt des Kalbes beginnt eine neue Milchperiode – auch Laktation genannt. Die höchste Milchleistung erreicht eine Kuh bei der vierten bis sechsten Laktation. Im Durchschnitt bekommt eine Kuh in Deutschland etwa jedes Jahr ein Kalb.

Wie werden die Kühe gemolken?

Landwirtin setzt Melkgeschirr bei Milchkühen im Melkkarrussell an
Landwirtin setzt Melkzeuge bei Kühen im Melkkarrussel an.

Das Melken von Hand ist kraft- und zeitraubend und wird heute in Deutschland nur noch in Ausnahmefällen praktiziert, Melkanlagen und -roboter sind inzwischen Standard. Beim Melken mit der Melkanlage bedienen Melkerinnen und Melker von einem Gang mit abgesenktem Boden aus die Melkzeuge – vier Zylinder mit Gummiköpfen, die über die Zitzen gestülpt werden.

Mit einem Melkroboter verläuft der gesamte Melkvorgang automatisch: Nachdem die Kuh in den Melkstand getreten ist, sendet ein Transponder im Halsband alle notwendigen Daten an das System. Die Kuh erhält eine von der Landwirtin oder dem Landwirt vorher individuell bestimmte Menge an Kraftfutter und wird dann gemolken. Dabei erkennt ein Laser die Position der Zitzen, ein Roboterarm setzt das Melkzeug an und das erste Gemelk wird vollautomatisch untersucht.

Der Melkroboter kann erkennen, ob die Milch in Ordnung ist oder ob eine Kuh vielleicht an einer Euterentzündung leidet. Dazu misst er bestimmte Parameter in der Milch, zum Beispiel die Temperatur, die Farbe, die elektrische Leitfähigkeit oder die Zellzahl. Und er informiert die Landwirtin oder den Landwirt, wenn eine Kuh eventuell behandelt werden muss und ihre Milch nicht mehr für den Konsum verwendet werden darf.

Ist die Milch in Ordnung, wird vollständig gemolken. Dabei ist es wichtig, dass keine Milchreste im Euter verbleiben, aber auch nicht zu lange gemolken wird. Beides kann zu Entzündungen führen. Sinkt der Milchfluss unter eine bestimmte Menge, wird das Melkzeug abgesetzt und gereinigt. Die Zitzen des Euters werden desinfiziert und die Kuh kann den Melkstand verlassen. Auf diese Weise wird eine Kuh durchschnittlich 2,7- bis 3-mal am Tag gemolken.

Quelle: Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) www.landwirtschaft.de

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