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Verpackungsmüll

Seit 20 Jahren steigt das Aufkommen von Verpackungsmüll in Deutschland nahezu kontinuierlich. Es gibt Möglichkeiten Verpackungen zu vermeiden und zwischen Verpackungsalternativen zu wählen.

Hand hält Einkaufskorb mit unverpackten Lebensmitteln
iStock.com / hobo_018

Mehrwegeinkaufstaschen?

Kirschen im Jutebeutel

Mehrwegeinkaufstaschen sind inzwischen ein trendiges Accessoire und sehen oft richtig schick aus. Egal aus welchem Material die Tasche ist: Wichtig ist es, die Taschen möglichst oft zu verwenden. Denn Mehrwegtaschen sind in der Produktion mit deutlich höheren Umweltbelastungen verbunden als Einwegtaschen. Insgesamt vermeiden sie aber Umweltbelastungen, weil bei jeder Nutzung eine Einwegtasche eingespart wird.

Beim Kauf lohnt es sich auch darauf zu achten, dass die Mehrwegtasche aus Recyclingmaterial ist. Denn auch Tüten aus Papier, Mais oder Zuckerrohr setzen von der Produktion bis zur Entsorgung viele klimaschädliche Gase frei. Andererseits verrotten sie aber auch deutlich schneller.

Hygiene bei Mehrweg-Einkaufstaschen?

Alle Lebensmittel können mit Keimen belastet sein, von Obst und Gemüse über Fisch und Eier bis zu Geflügel und Fleisch, auch deren Verpackung. Durch direkten Kontakt der Lebensmittel untereinander oder mit der Innenseite der Tasche können Krankheitserreger übertragen werden. So kann zum Beispiel Fleischsaft aus der Verpackung tropfen und andere Produkte direkt oder indirekt verunreinigen. Es besteht die Gefahr von lebensmittelbedingten Infektionen. Vor allem, wenn die Keime auf roh verzehrte Lebensmittel gelangen.

Daher rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Mehrweg-Einkaufsbeutel abhängig von Art und Häufigkeit der Benutzung regelmäßig zu waschen. Am besten mit einem bleichmittelhaltigen Waschmittel bei 60 °C. Bei offensichtlicher Verschmutzung oder nach Verwendung durch Personen mit einer Magen-Darm-Infektion sollten die Beutel sofort gewaschen werden. Für hygienisch kritische Lebensmittel wie rohes Fleisch oder Geflügel sowie Fisch und Eier empfiehlt es sich gegebenenfalls, separate Beutel zu verwenden.

Mehrwegtaschen aus Plastik sind aus hygienischer Sicht weniger zu empfehlen, weil sie nicht in der Waschmaschine gereinigt werden können. Beim Auswischen mit einem Küchenlappen können sogar weitere Keime übertragen werden. Bei richtiger Handhabung schätzt das BfR das Risiko einer Infektion durch Mehrweg-Einkaufsbeutel als gering ein.

Mehrwegbeutel für Obst und Gemüse

Die kleinen Folienbeutel aus der Obst- und Gemüseabteilung werden meist deutlich kürzer als eine Stunde genutzt. Dann landen sie im Müll. Eine gute Alternative sind Mehrwegbeutel, Leinen- oder Häkelbeutel, am besten durchsichtig, damit es an der Kasse trotzdem schnell geht. Diese kleinen Beutelchen sollten regelmäßig gewaschen werden.

Leinenbeutel für Brot

Unverpacktes Brot wird über die Theke gereicht

Beim Einkauf von Brot und Brötchen kann man Verpackungsmüll vermeiden. Die Ware darf lose über die Theke gereicht und in einen mitgebrachten Mehrwegbeutel verpackt werden. Auch diese Beutel sollten regelmäßig gewaschen werden.

Mit der eigenen Dose im Supermarkt einkaufen?

Die eigene Dose im Supermarkt? Oft heißt es an der Frischtheke: „Das ist gesetzlich nicht erlaubt“. Das stimmt so nicht, denn wie ein Geschäft das handhabt, legt unter anderem der Betreiber fest. Er ist für die Hygiene hinter der Theke verantwortlich, die von der zuständigen Kommune kontrolliert wird. Viele Ladenbesitzer gehen auf Nummer sicher und verbieten das Befüllen eigener Dosen. Aber es gibt Lösungen: Eine lautet, die Dose oben auf der Theke abzustellen. Eine andere funktioniert mit einem Tablett, das nur das Verkaufspersonal anfasst. Der Kunde stellt seine Dose darauf ab und das Personal befüllt sie, ohne sie zu berühren.

Einweg- oder Mehrwegflaschen?

leere Mehrwegwasserflaschen aus Glas in einem Kasten

Mehrwegflaschen sind aus Umweltsicht die erste Wahl. Dies gilt umso mehr, je regionaler die Vertriebswege sind und je häufiger die Flaschen neu befüllt werden können. Wie Auswertungen des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH (IFEU) gezeigt haben, sind PET-Mehrwegflaschen aus regionaler Abfüllung die ökologisch günstigsten Getränkeverpackungen. Sie sind leicht und können bis zu 25-Mal verwendet werden.

Auch Mehrweg-Glasflaschen haben gegenüber Einwegverpackungen die Nase vorn, weil sie bis zu 50-mal wiederbefüllt werden können. Mit steigender Länge des Transportwegs erhöhen sich allerdings die Umweltbelastungen, weil die Glasflaschen sehr schwer sind. Mitunter kann die Umweltbilanz einer 1,5-l-PET-Einwegflasche dann besser sein als die einer 0,7-l-Glas-Mehrwegflasche. Um beim Getränkekauf auf jeden Fall auf der sicheren Seite zu sein, sollten Verbraucher regionalen Anbietern mit Mehrwegsystem den Vorzug geben.

Gar nicht empfehlenswert sind dagegen Einweg-Glasflaschen. Ihre Herstellung verbraucht viel Energie und sorgt für einen hohen Ausstoß an Treibhausgasen. Energieaufwendig ist auch das Recycling von Einweg-PET-Flaschen. Hinzu kommt, dass nur ein geringer Prozentsatz an alten Plastikflaschen wieder zu neuen verarbeitet werden kann. Die meisten entsorgten Einweg-Plastikflaschen bekommen als Taschen oder Zeltplanen ein zweites Leben und dienen als Brennmaterial.

Glas oder Verbundkarton?

Die Glasverpackung braucht aufgrund ihres hohen Gewichts viel Transportenergie. Außerdem wird das Glas nur einmal befüllt. Laut Umweltbundesamt haben Produkte im Verbundkarton die Nase vorn, denn beim Transport über weite Strecken brauchen sie weniger Energie wegen ihres geringeren Verpackungsgewichts. Wird der Verbundkarton über ein Recyclingunternehmen entsorgt, können Papier und Kunststoff wieder getrennt und entweder stofflich oder zumindest thermisch wiederverwendet werden.

Joghurt aus dem Pfandglas?

Jogurt im Mehrwegglas mit Schraubverschluss

Joghurt gibt es in zahlreichen Angebotsformen. Je kleiner die Verpackungseinheit, desto mehr Müll entsteht. Kleine Einweggläser sind ökologisch nicht sinnvoll.

Bei den 500-Gramm-Gebinden gibt es Angebote in Gläsern oder in Plastikbechern, meist mit abtrennbarem Pappanteil. Die Gläser sind zunächst ökologisch sinnvoll, denn sie können wiederverwendet werden. Ihr großer Nachteil: Sie sind schwer. Daher sind Pfandgläser nur bei lokalen Kreisläufen die ökologisch sinnvollste Entscheidung. Sonst ist der Plastikbecher aufgrund seines geringen Gewichts besser für die Umwelt. Trennt der Verbraucher dann den Papier- vom Plastikanteil und entsorgt alles über das örtliche Recycling, können die Rohstoffe besonders gut wiederverwendet werden.

Wie funktioniert ein verpackungsfreier Laden?

In vielen Großstädten gibt es sogenannte Unverpackt-Läden. Dort kann man in mitgebrachten Behältern, Pfandbehältern oder manchmal auch in Papiertüten Müsli, Nüsse, Nudeln, Getreide, Hülsenfrüchte, Kaffee, Tee und Ähnliches kaufen. Zu Beginn der Einkaufs werden die Behälter gewogen und mit dem Gewicht beschriftet. Dann zapft der Kunde aus großen Behältern alle Lebensmittel, die er kaufen möchte, in der gewünschten Menge in die Behälter. Bezahlt wird nach Gewicht - natürlich abzüglich des Gewichts der Verpackung.

Das Dilemma der Kaufentscheidung am Beispiel der Tomate

Eine umweltfreundliche Kaufentscheidung hängt nicht nur von der Verpackung ab. Der Kauf von einem Kilo Tomaten verdeutlicht das anschaulich.

Wochenmarkt, Supermarkt oder Discounter?

Lebensmittel die vom Erzeuger auf dem nahegelegenen Wochenmarkt verkauft werden, benötigen besonders wenig Energie bis sie beim Verbraucher ankommen. Jeder Zwischentransport zum Händler, Supermarkt oder Discounter verschlechtert die Klimabilanz durch Transport und Kühlung. Hier gilt: Der nahe Wochenmarkt schlägt Supermarkt und Discounter.

Saisonal und/oder bio?

Bio-Tomaten haben im Vergleich zu konventionellen Tomaten einen Vorsprung in Sachen Klimabilanz. Kauft man sie allerdings außerhalb der Saison, schwindet der Vorsprung zur konventionellen Tomate. Die nachhaltigste Entscheidung wäre: saisonal und bio!

Und wenn keine Tomatensaison ist?

Deutsche Tomaten aus dem Freiland gibt es nur von Mitte Juni bis Mitte Oktober. In den anderen Monaten gilt es abzuwägen. Wer Tomaten außerhalb der Saison für eine Sauce braucht, greift am besten zur Konserve. Dabei schneiden Verbundkarton und Dose in der Ökobilanz etwa gleich gut ab. Das Einwegglas ist aufgrund des höheren Transportgewichts schlechter.

Unverpackt?

Tomaten, die lose in großen Kisten angeboten werden, haben die beste Klimabilanz. Kauft man sie lose oder in einem mitgebrachten Beutel bleibt das auch so. Schlechter schneiden alle industriell vorverpackten Tomaten ab. Besonders schlecht steht die kleine Snacktomate im Plastikeimer da, denn sie verbraucht schon mehr Strom und Wärme in der Erzeugung und zusätzlich das meiste Verpackungsmaterial. Eine unverpackt gekaufte, große Tomate ist die beste Wahl.

Fahrrad oder Auto?

Die Klimabilanz der Tomate hängt auch davon ab, wie sie eingekauft wird. Am schlechtesten schneidet ein Kilogramm Tomaten ab, das alleine mit dem Auto eingekauft wird. Teilen sich die Tomaten den CO2-Ausstoß des Autos mit vielen weiteren Lebensmitteln oder werden sie auf dem Weg nach Hause eingekauft, ist das deutlich besser. Am besten ist der Einkauf mit dem Rad oder zu Fuß.

Aufbewahren und Aufessen!

Zu Hause beeinflusst die Lagerung der Lebensmittel die Klimabilanz: Jeder Tag im Kühlschrank verschlechtert sie. Wie gut, dass Tomaten nicht in den Kühlschrank gehören.

Ebenfalls schlecht für das Klima ist das Wegschmeißen von Lebensmitteln. Mit dem Lebensmittel schmeißt man alle bisher verbrauchten Ressourcen in den Müll.

Kunststoffe, Pappe, Glas oder Verbundkarton?

Lebensmittel werden meist in Kunststoff, Pappe, Glas oder Verbundkartons verpackt. Jedes Material hat Vor- und Nachteile.

Kunststoff

Kunststoff ist ein beliebtes Verpackungsmaterial, weil es leicht, stabil und vielseitig ist. Verschiedene Kunststoffe haben unterschiedliche Eigenschaften, die die Lebensmittelindustrie nutzt: Joghurtbecher, Schalen für Fertiggerichte, Verpackungen für Obst und Gemüse, Fleisch, Snacks, Getränke - die Liste ist lang.

Gesundheitsgefahren durch Kunststoffverpackungen?

Es gibt immer wieder Meldungen, dass Kunststoffverpackungen unerwünschte Stoffe an Lebensmittel abgeben. Zum Beispiel Weichmacher wie Phtalate. Sie entfalten im Körper eine hormonähnliche Wirkung, die besonders bei Jungen und Männern zu Unfruchtbarkeit führen kann. Bei allen Meldungen und Untersuchungen blieb aber bisher unklar, ob die Phtalate aus den Plastikverpackungen ins Lebensmittel übergegangen sind oder aus anderen Produktionsstufen stammen.

Unerwünschte Stoffe lösen sich vor allem dann aus Kunststoffen, wenn sie nicht richtig gelagert oder zweckentfremdet werden. So sollten Getränkeflaschen aus PET nicht in der Sonne liegen und heiße Suppe gehört nicht in eine leere Eisverpackung. Dafür ist das jeweilige Material nicht geeignet.

Kunststoffe und Umwelt

Vor allem in der Umwelt sind Kunststoffe ein Problem. Zunächst ist da der Rohstoff: Erdöl. Die endliche Ressource muss mit immer aufwendigeren Methoden gefördert werden, denn große Teile der Vorräte sind schon verbraucht. Am Ende der Nutzung steht die Entsorgung. Viele Kunststoffe können wiederverwendet werden. Die Recyclingquote für Kunststoff liegt in Deutschland bei nahezu 100 Prozent. Das klingt erstmal gut, aber man muss genauer hinschauen. Denn unter Wiederverwertung fällt auch die sogenannte thermische Verwertung, also das Verbrennen. Kunststoff hat aufgrund des Ursprungsmaterials Erdöl einen hohen Wert als Brennmaterial. So werden mehr als die Hälfte aller Kunststoffabfälle in Deutschland verbrannt, nur etwa ein Drittel davon dient als Ersatz für fossile Brennstoffe. Der Rest ist bei den häufig schlecht ausgelasteten Müllverbrennungsanlagen begehrt. Etwas weniger als die Hälfte der Kunststoffabfälle wird stofflich verwertet, also wieder zu neuen Kunststoffen aufbereitet. Dafür müssen die Kunststoffarten sortiert und gereinigt werden. Vor allem für den Lebensmittelbereich gilt es sicherzustellen, dass recycelte Kunststoffe keine unerwünschten Stoffe enthalten.

Problematisch ist der Anteil des Kunststoffmülls, der nicht in der Entsorgung landet. Das können achtlos weggeworfene Verpackungen sein oder Müll der von Deponien davonfliegt, zum Beispiel leichte Plastiktüten, wie sie zum Einkauf von Obst und Gemüse genutzt werden. Dieser Müll landet auf verschlungenen Wegen letztendlich im Meer und bildet zum Beispiel im pazifischen Ozean einen riesigen Müllstrudel, der in den letzten Jahren mit atemberaubender Geschwindigkeit wächst.

Im Meer wird Kunststoff nach und nach zu kleinsten Teilchen zerrieben, die schließlich gemeinsam mit dem Plankton im Meer treiben. An manchen Stellen gibt es bereits sechsmal so viele Kunsstoffteilchen wie Kleinstlebewesen. Fische, die sich von Plankton ernähren, nehmen auch diese Kunststoffe auf. Werden sie als Speisefische gefangen, kommt der Kunststoff zurück in die Küchen. Wie viel Mikroplastik der Mensch auf diese Art zu sich nimmt, ist unklar. Sicher ist, dass es Tierarten gibt, die am Verzehr kleiner Kunststoffteile sterben. Andere verheddern sich heillos in treibenden Tüten und anderem Müll.

Sind Bio-Kunststoffe eine Lösung?

Bio in Bezug auf Kunststoffe hat zwei Bedeutungen.

Kunststoff aus einem nachwachsenden Rohstoff

Denn neben Erdöl kann Kunststoff auch aus Mais, Kartoffeln, Zuckerrohr oder Holz hergestellt werden. Dabei gibt es Kritik am Einsatz von Lebensmitteln als Grundlage für Verpackungsmaterial. Außerdem schädigt der Anbau der Ausgangsstoffe die Umwelt und der Bio-Kunststoff hat das gleiche Entsorgungsproblem wie Kunststoffe auf Erdölbasis.

Biologisch abbaubare Kunststoffe

Auch die kompostierbaren Bio-Plastiktüten haben ein Problem. Ihr Material ist zwar so zusammengesetzt, dass es sich in vergleichsweise kurzer Zeit zersetzt, aber das geschieht nur unter genau definierten Bedingungen. Der heimische Komposthaufen bietet diese Bedingungen selten. In industriellen Kompostieranlagen gibt es gleich zwei Probleme. Zum Einen werden die kompostierbaren Tüten häufig zusammen mit nicht zersetzbaren aussortiert, zum Anderen liefern sie kein organisches Material.

Recyclingcodes von Kunststoffsorten und deren Verwendung

 

Recyclingsymbol Kunststoff PET
Polyethylenterephthalat
Diesen Kunststoff findet man in Flaschen für Getränke und Reinigungsmittel, in Vakuumverpackungen sowie in Schalen und Becher für Fertiggerichte, Obst und Gemüse.

 

Recyclingsymbol Kunststoff PE-HD
Polyethylen High Density
Diesen Kunststoff findet man in Verpackungen für Lebensmittel, Reinigungsmittel und Kosmetika (Flaschen, Schalen, Beutel), in Spielzeug und in Haushaltswaren.
Recyclingsymbol Kunststoff PVC
Polyvinylchlorid
Hart-PVC kommt vor in Verpackungen von Süßwaren, in Flaschen für Speiseöle und Essig und in Fensterrahmen und Rohren.
Weich-PVC kommt vor in Umverpackungen von PET-Flaschen, in Folien an Frischetheken, in Kabeln und Schläuchen sowie in Medizinprodukten.
Recyclingsymbol Kunststoff PE-LD
Polyethylen Low Density
Dieser Kunststoff kommt vor in Frischhaltefolien, Tragetaschen und Innenbeschichtungen von Getränkekartons.
Recyclingsymbol Kunststoff PP
Polypropylen
Diesen Kunststoff findet man in Verpackungen für Lebensmittel wie Joghurt- und Margarinebechern, in Teppichfasern, in Gartenmöbeln und in Küchengeräten.
Recyclingsymbol Kunststoff PS
Polystyrol
Dieser Kunststoff kommt vor in Verpackungen für Honig, Kaffeesahne und Süßwaren, in Einwegtrinkbechern und Joghurtbechern, in Unterlagen, Schalen oder Behälter für Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse sowie in Dämmplatten und Schaumstoffen.
Recyclingsymbol Kunststoff Andere
Andere Kunststoffe z. B. Polycarbonat (PC)
Wasserspender, Trinkflaschen, Mikrowellengeschirr, Elektro- und Küchengeräte bestehen meist aus Polycarbonat oder anderen Kunststoffen.

Pappe und Papier

Papier besteht aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz und ist leicht zu recyceln. Bei der Produktion von Papier und Pappe werden in Deutschland zu 74 Prozent Altpapier verwendet. Technisch könnte es noch mehr sein.

Jedoch hat der Einsatz von Recyclingpapier im Lebensmittelbereich auch eine Kehrseite. Mit den Druckfarben von Zeitungen und Zeitschriften gelangt Mineralöl in die Verpackungen, die an die verpackten Lebensmittel weitergegeben werden können. Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) weist jedoch darauf hin, dass Mineralölrückstände aus vielerlei Quellen in der Umwelt stammen können und die Händler an einer Minimierung arbeiten.

Glas

Glas ist ein Verpackungsmaterial, das aus einem leicht erhältlichen Material besteht, keine unerwünschten Stoffe an Lebensmittel abgibt und beliebig oft wiederverwendbar ist. Mehrwegflaschen aus Glas können bis zu 50-mal wiederbefüllt werden.

Die Recyclingquote in Deutschland liegt bei über 80 Prozent. Das ist gut so, denn das Recycling braucht weniger Energie als die Neuherstellung von Glas. Der große Nachteil ist das Gewicht. So sind Glasflaschen dann ökologisch sinnvoll, wenn sie höchstens 200 Kilometer transportiert und mindestens 15-mal wiederbefüllt werden. Das ist oft bei sogenannten Pool-Flaschen der Fall, die von verschiedenen Herstellern genutzt werden. Einweggläser und -flaschen haben in der Regel eine schlechte Ökobilanz.

Verbundkarton

Eine weitere Verpackungsmöglichkeit für flüssige Lebensmittel sind sogenannte Verbundkartons. Sie bestehen zum Großteil aus Papier. Das wird mit Kunststoff und für gekühlte Waren zusätzlich mit Aluminium fest verbunden. Mit einem Produktgewicht von 30 Gramm für eine Ein-Liter-Verpackung, sind sie sehr leicht. Daher ist die Ökobilanz der Verpackungsart vergleichbar mit Mehrwegsystemen.

Auch bei dieser Verpackungsart entscheidet die richtige Entsorgung mit darüber, dass Ressourcen und Umwelt geschützt werden. Verbundkartons gehören in die gelbe Tonne beziehungsweise in den gelben Sack. Nachdem sie aus dem Müllberg aussortiert wurden, trennt eine Art große Waschmaschine das Papier von der Folie. Dazu ist nur Wasser notwendig. Aus den Papierresten können Hygieneartikel, Tüten oder Wellpappe entstehen. Der Folienanteil dient als Brennmaterial oder Rohstoff in Zementfabriken. Im Jahr 2014 bescheinigt das Umweltbundesamt den Verbundkartons eine Verwertungsquote von 99,5 Prozent, von denen drei Viertel stofflich verwertet wurden. 

Allerdings besteht der Kartonanteil der Verbundverpackungen stets aus Frischfasern und die mittlerweile verbreiteten Ausgusshilfen aus Plastik erhöhen den Kunststoffanteil der Verpackungen erheblich.

Autorin: Julia Icking, Bonn

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Bioladen Innenraum
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