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Erdbeeren: Erzeugung

Die meisten hier angebotenen Erdbeeren stammen aus Deutschland, wegen der großen Nachfrage werden aber auch viele Früchte, vor allem aus Spanien, importiert.

Eine Kiste Erdbeeren und ein Erdbeerfeld
Thaut Images / Fotolia.com

Woher kommen unsere Erdbeeren heute?

Im Jahr 2016 wurde in Deutschland auf 17.925 Hektar Erwerbsanbau für Erdbeeren betrieben. Dabei wachsen die meisten Erdbeeren im Freiland. Auf 13.337 Hektar wurden 129.472 Tonnen Erdbeeren geerntet. Geschützten Anbau unter Schutzabdeckungen oder im Gewächshaus gab es auf 963 Hektar. Dort erntete man im Jahr 2016 rund 13.749 Tonnen Erdbeeren. Im geschützten Anbau liegen die Erträge mit 142,6 dt/ha deutlich über denen im Freilandanbau mit 97,1 dt/ha (Quelle: Statistisches Bundesamt, 2016).

Gartenerdbeere mit Blüten
Gartenerdbeere

Durchschnittlich wurden in Deutschland in den Jahren 2012 bis 2016 jährlich 158.000 Tonnen Erdbeeren geerntet. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von frischen Erdbeeren (einschließlich Verarbeitungserzeugnisse) lag 2015/16 in Deutschland bei 3,4 Kilogramm. Zum Vergleich: Jeder Bundesbürger verzehrte in der gleichen Zeit insgesamt 63,3 Kilogramm frisches Obst, davon 19,1 Kilogramm Äpfel (Quelle: Statistisches Bundesamt, BLE, 2016, vorläufig).

Damit übertrifft die Nachfrage die Erzeugung bei weitem, sodass weitere rund 100.000 Tonnen Erdbeeren jedes Jahr importiert werden müssen. Außerhalb Deutschlands erzeugen in Europa insbesondere Spanien, Polen und Italien Erdbeeren in großem Umfang.

Spanien ist für Deutschland auch das wichtigste Lieferland für Erdbeeren, gefolgt von den Niederlanden und Italien:

 

Importmengen aus den wichtigsten Herkunftsländern (Quelle: Statistisches Bundesamt; BMEL, 2016)
Land Import 2016 (in t) Import 2015 (in t) Import 2014 (in t)
Spanien 94.118 79.276 81.686
Niederlande 10.169 9.263 7.067
Italien 5.331 5.765 5.477
Ägypten 2.243 2.589 2.227
Belgien 1.490 1.267 1.383

 

Pflanzen- und Sortenkunde

Walderdbeeren
Walderdbeere

Trotz des Namens handelt es sich bei Erdbeeren nicht um echte Beeren, sondern um Sammelnussfrüchte. Botanisch gesehen gehört die Erdbeere zur gleichen Familie wie Apfel, Birne und Pflaume: Sie ist ein Rosengewächs. Als Staude überdauert sie den Winter, dabei sterben die Blätter weitgehend ab und entstehen im nächsten Frühjahr erneut.

Erdbeeren werden hinsichtlich des Blühbeginns und der Fruchtreife in sehr frühe bis sehr späte Sorten unterteilt. Für den Anbau ist ein weiterer Unterschied wichtig: es gibt einmal- und zweimaltragende Sorten. Einmaltragende Sorten (zum Beispiel Bogota, Elvira, Fratina, Gorella oder Havelland) entwickeln ihre Blüten nur im Frühjahr, solange die Tage noch kurz sind. Zwei- oder mehrmals tragende Sorten (zum Beispiel Machern, Ostara) setzen dagegen auch während der längeren Sommertage noch Blüten an.

Heute gibt es über 1.000 Erdbeersorten. Sie unterscheiden sich in Form und Farbe, Größe, Geschmack, Erntezeit und vielem mehr. Dabei schmecken die größten und schönsten Früchte längst nicht immer am besten. In Deutschland wird überwiegend die mittelfrühe Sorte 'Elsanta' angebaut, sie ist "die" Frischmarktsorte Mitteleuropas. Sie vereint viele Anforderungen von Produktion und Handel mit einem Geschmack, der als mittel bis gut gilt.

Wie wachsen Erdbeeren auf dem Feld?

Die Erdbeerpflanze ist winterfest, aber empfindlich gegen Austrocknung in rauen, windigen oder allzu heißen Lagen. Erdbeeren verlangen einen tiefgründigen, humosen Lehmboden beziehungsweise lehmigen Sandboden. Der sollte gut mit Nährstoffen versorgt sein, einen ausreichenden Humusgehalt aufweisen und durchlässig sein.

Erdbeeren werden als landwirtschaftliche Kulturpflanze großflächig und weitgehend mit Maschineneinsatz angebaut. Dennoch verbleibt ein vergleichsweise hoher Anteil an Handarbeit. Sie können in Flachkultur oder auf Dämmen angebaut werden. Letzteres mindert den Krankheitsdruck durch Wurzelkrankheiten. Meist werden auf einem Damm zwei Reihen gepflanzt.

Zur Pflanzung bereiten Landwirtinnen und Landwirte einen tiefgründig gelockerten und vor allem unkrautfreien Boden vor, auf dem sie Pflanzreihen von bis zu 50 Meter Länge anlegen. Es werden entweder Grünpflanzen oder Frigopflanzen gesetzt. Letztere sind laublos und bis kurz vor der Pflanzung eingefroren. Je nach Pflanzsystem, Maschinenpark und Wüchsigkeit der gepflanzten Erdbeersorte wird ein Reihenabstand von 80 bis 100 Zentimetern und ein Abstand in der Reihe von 20 bis 35 Zentimetern gewählt.

Im ökologischen Landbau ist der Abstand der Pflanzen größer. Der luftigere Stand schützt die Pflanzen vor zu großer Bodennässe. Das reduziert den Befallsdruck mit Pilzkrankheiten, verringert aber auch den Flächenertrag. Es werden in der Regel weniger empfindliche Sorten angebaut und bei der Fruchtfolge wird auf einen häufigen Flächenwechsel geachtet, um den Krankheitsdruck der Pflanzen gering zu halten.

Ein Erdbeerfeld wird ein oder meist zwei Jahre beerntet, dann steigt der Krankheitsdruck der Pflanzen und die Fruchtqualität nimmt ab. Zur Vermeidung von Krankheiten ist es erst drei bis vier Jahre später sinnvoll auf dem gleichen Feld wieder Erdbeeren anzubauen.

Erdbeerfeld mit schwarzen Mulchfolien
Mulchfolien halten den Boden länger feucht und schützen die Pflanzen vor Verunreinigung

Die Erdbeerernte

Ein Mann erntet Erdbeeren
Die Erdbeerernte ist mühsame Handarbeit

Eine reife Erdbeere ist voll ausgefärbt und ohne weiße Schulter oder Spitze. Nur in diesem Zustand hat sie ihr volles Aroma entwickelt. Gepflückt wird sie mit den grünen Kelchblättern, um das "Auslaufen" von Saft und den vorzeitigen Verderb zu verhindern.

Die Ernte beginnt früh morgens und am besten bei Trockenheit, denn nasse Früchte verlieren ihr Aroma schnell. Die Ernte endet spätestens mit der Mittagshitze, die den empfindlichen Früchten schadet.

Geerntet wird per Hand und meist von vielen Arbeitskräften. Es gibt aber auch Felder für Selbstpflücker, vor allem gegen Saisonende. Reife Früchte aus dem Freiland gibt es meist von Anfang Mai bis Ende Juli je nach Witterungsverlauf. Die empfindlichen Erdbeeren müssen rasch in den Handel oder nach Hause gebracht und am besten frisch gegessen oder zumindest kühl und luftig gelagert werden.

Erdbeeren: auch außerhalb der Saison?

Folie auf einem Erdbeerfeld
Steuerung der Erdbeerernte mithilfe von Folie und Vlies

Auch außerhalb der heimischen Freiland-Saison sind Erdbeeren im Handel erhältlich. Deutsche Ware ist in deutlich kleineren Mengen noch bis Mitte Dezember aus geschütztem Anbau erhältlich. Die meisten Erdbeeren werden jedoch aus dem sonnigen Süden importiert, häufig aus Südeuropa oder Nordafrika. Dort werden sie in großen Monokulturen auf kargen Böden produziert. Der Wasserverbrauch und der Düngereinsatz sind hoch. Für die dortigen klimatischen Bedingungen wurden Sorten entwickelt, die festfleischiger sind, um den Transport unbeschadet zu überstehen. Drei bis zehn Tage liegen zwischen Ernte und Verzehr.

Es spricht einiges dafür, auf die heimische Freiland-Erdbeersaison (Hauptsaison von Mai bis Juli) zu warten. Deutsche Erdbeeren aus marktnaher Erzeugung werden reif geerntet und sind daher vollmundig im Geschmack. Reife Erdbeeren haben auch einen höheren Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und bioaktiven Substanzen. Zusätzlich entfallen die langen Transportwege. Das kommt sowohl der Umwelt als auch den Früchten zu Gute.

Quelle: BZL

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