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Ungesüßtes selbst bewerben?

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"Wow! Was ist das denn?“ Ich war baff, als meine Tochter beim Einkaufen ein Körnerbrot in den Einkaufskorb legte. Nicht bloß, weil sie weder Spielzeug noch Süßigkeiten angeschleppt hatte...

"Wow! Was ist das denn?“ Ich war baff, als meine Tochter beim Einkaufen ein Körnerbrot in den Einkaufskorb legte. Nicht bloß, weil sie weder Spielzeug noch Süßigkeiten angeschleppt hatte. Sondern weil auf diesem Brot zwei Figuren prangten, die sie aus dem Fernsehen kannte: Maus und Ente bringen Vollkornbrot ans Kind. So in etwa hatte ich es mir in meinem Beitrag „Zuckerbomben zum Frühstück“ vor zwei Jahren gewünscht. Ist der Markt nun endlich entdeckt?

Naturjoghurt mit Schneemann auf dem Deckel - selbstgemacht.
Judith Pulg | Fotografie

Doch so groß die Euphorie, so groß auch die Enttäuschung. Als ich optimistisch den Rest des Supermarkts durchforste, treffe ich kaum auf vergleichbare Produkte. Mozzarella-Sticks mit lustigen Figuren kommen dem noch am nächsten. Aber in den Joghurt-Regalen: Pustekuchen! Unter den meisten Comic-Deckeln stecken bunte Schokoperlen oder süße Puddingspeisen mit meist drei bis vier Teelöffeln Zucker je 100 Gramm. Allerdings: In der Erwachsenen-Version steckt oft noch mehr Zucker drin.

Übrigens: Auch Naturjoghurt ist nicht ganz zuckerfrei

In 100 Gramm purem Joghurt sind von Natur aus ein bis zwei Teelöffel Milchzucker enthalten. Leider deklarieren nur wenige Hersteller direkt in der Nährwert-Tabelle, ob es sich bei dem Zucker in ihren Produkten um natürlichen oder zugesetzten handelt. Beim Joghurt reicht ein Blick auf die Zutatenliste. Ist dort "Zucker" nicht extra gelistet, steckt die Süße von Natur aus in dem Produkt. Auch bei Müsli kann das vorkommen. Dort steckt der Zucker dann zum Beispiel in den Rosinen oder getrockneten Feigen. Ich freue mich über den natürlichen Geschmack und hoffe nach wie vor auch auf Kinderprodukte ohne zugesetzten Zucker und Aromen – wenn auch nur als eine Alternative von vielen.

Beim Müsli scheint die Linie klar: Selbst renommierte Hersteller haben in ihrem Kindermüsli auch heute noch doppelt so viel Zucker wie im klassischen Bircher- oder Früchte-Müsli. Ob sie die Kinderaugen überhaupt erreichen ist allerdings fraglich. Denn viel schriller springen einen gleich daneben die Zuckerbomben aus dem Zearealien-Regal an...

Schade. Es wäre zu schön gewesen. Leider scheint sich aber nicht viel getan zu haben. Zumal: Das Mausbrot gab es auch vor zwei Jahren schon – ich hatte es nur noch nicht entdeckt. Aber es ist ein gutes Beispiel dafür, dass Kinder sich nicht nur zu Süßem verführen lassen. Und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass das auch andere noch erkennen. Bis dahin muss ich meinen Kinder-Naturjoghurt mit lustigen Schneemännern oder Eisprinzessinnen wohl selbst gestalten...

Habe ich etwas übersehen? Was legen euch eure Kinder in den Einkaufskorb? Sind da andere bunte Produkte mit gutem Nährwert dabei? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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