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Sie haben zu viel eingekauft oder zu viel gekocht? Einfrieren ist einfach und geht relativ schnell. Wir zeigen, worauf Sie achten sollten.

Gefrorene Erbsen in Schale
Ivanna_Pavlink / stock.adobe.com
  • Richtig vorbereiten, zügig verarbeiten, gut verpacken und möglichst schnell durchfrieren, so bleibt die Qualität der selbst eingefrorenen Lebensmittel möglichst gut erhalten.
  • Lebensmittel können nur erneut eingefroren werden, wenn sie sehr kurz aus dem Gefriergerät genommen wurden und in einwandfreiem Zustand sind. Fleisch oder Fisch sollten zur Sicherheit nicht noch einmal eingefroren werden.
  • Gefrierbrand ist nicht gesundheitsschädlich. Beschädigte oder offene Verpackungen führen unter anderem zu den ausgetrockneten Stellen. Diese bleiben auch nach dem Auftauen zäh und ledrig.
  • Definition: Wärmeentzug auf mindestens -18 Grad Celsius.

Das Gefriergerät ist ein wahrer Lebensmittelretter. Saisonales Obst und Gemüse können Sie Sie eingefroren auch noch im Winter genießen. Fix und fertig portionierte Meal Prepping Gerichte erleichtern Ihnen den Alltag. Also ran an die Gefriergeräte.

Einfrieren leichtgemacht

Vorbereitung:

Waschen, putzen, portionieren: Eine gute Vorbereitung verringert später den Aufwand beim Kochen: Waschen und putzen Sie Obst und Gemüse und portionieren es am besten direkt so wie Sie es später verwenden möchten. Auch Fleisch und Fisch sollte vorportioniert werden.

Blanchieren: Gemüse, außer Spargel, sollte vor dem Einfrieren blanchiert werden. Durch die hohen Temperaturen werden unerwünschte Mikroorganismen abgetötet, die Farbe der Lebensmittel und Vitamin C bleiben besser erhalten. Außerdem kann der Nitratgehalt der Lebensmittel verringert werden und das Gemüse hat anschließend eine kürzere Garzeit.

Blanchieren:

grüne Bohnen in Schale mit Eiswasser
  • Waschen und zerkleinern Sie das Gemüse.
  • Tauchen Sie etwa 500 Gramm Gemüse in zwei Liter kochendes Wasser.
  • Entnehmen Sie das Gemüse nach ein bis vier Minuten.
  • Und geben es unmittelbar zum raschen Abkühlen in Eiswasser.
  • Tipp: Bei hellen Gemüsearten (zum Beispiel Blumenkohl) kann dem kochenden Wasser Ascorbin- oder Zitronensäure (0,5 Gramm/2 Liter) hinzugegeben werden. Das vermeidet Bräunungen.
  • Spargel wird übrigens nicht blanchiert. Hier reicht waschen, schälen und eventuell in Stücke schneiden.

Verpacken:

Die richtige Verpackung verhindert Qualitätsverluste wie zum Beispiel Gefrierbrand oder Geruchs- und Geschmacksveränderungen. Flüssige und halbfeste Produkte können in Beutel oder Dosen gefüllt werden. Große und unregelmäßig geformte Stücke passen in große Beutel oder in Alufolie. Dosen und Schalen aus Kunststoff oder hitze- und kältebeständigem Glas lassen sich gut reinigen und sind so mehrfach verwendbar. Ein Symbol auf dem Behälter, meist bestehend aus einer oder mehreren Schneeflocken, weist auf die Eignung hin. 
Ebenfalls geeignet, aber nur einmal verwendbar sind spezielle gefriergeeignete Folienbeutel aus Polyethylen und Gefrierkochbeutel. Frühstücksbeutel, Joghurt- und Quarkbecher sind zum Einfrieren ungeeignet. 

Alufolie

Die Herstellung von Alufolie ist sehr energieaufwändig. Für ein Kilogramm werden etwa 13 Kilowattstunden Strom benötigt. Soviel verbraucht ein Gefriergerät je nach Modell nahezu in einem ganzen Monat. Alufolie sollte deshalb nur verwendet werden, wenn es gar keine andere Verpackung gibt. Salz und Säure aus Lebensmitteln fressen Löcher in die Alufolie, solange das Lebensmittel noch nicht gefroren ist und können Aluminiumbestandteile ans Lebensmittel abgeben.

Befüllen:

Flüssige Lebensmittel: Befüllen Sie die Behälter nur maximal bis zwei Zentimeter unter den Rand. Denn Flüssigkeiten dehnen sich beim Gefrieren aus und es würde sich der Deckel abheben.

Feste Lebensmittel: Befüllen Sie die Behälter so voll wie möglich. Je weniger Luft an das Lebensmittel kommt, desto weniger trocknet es aus.
Wenn Sie auf eine Folienverpackung zurückgreifen: Streichen Sie vor dem Verschließen die Luft aus der Folie oder Beutel heraus. Verschweißen oder verdrehen Sie das Beutelende fest. Sichern Sie das Gefriergut mit Verschlussklemmen oder Clips. Bringen Sie Beutel und Folienpakete möglichst in eine eckige Form, so lassen sie sich besser stapeln. Damit sie schneller durchfrieren sollten die Beutel nicht höher als 10 Zentimeter sein.

Beschriften:

Beschriften Sie die Pakete mit einem wasserfesten Stift. So behalten Sie den Überblick über Inhalt, Menge und Einlagerungsdatum.

Vorgefrieren:

Empfindliche Lebensmittel wie Beeren, Spargel oder Fisch sollten zuerst unverpackt auf einem Tablett vorgefroren werden. So klumpen die Lebensmittel nicht zusammen. Danach verpacken Sie alles portionsweise und legen es schnell wieder in das Gefriergerät.

Würzen?

Rohware oder blanchiertes Gemüse sollte ungewürzt eingefroren werden, denn Salz entzieht dem Lebensmittel Wasser. Auch bei fertig gegarten Speisen empfiehlt es sich wenig zu würzen. Denn einige Gewürze verlieren an Geschmack zum Beispiel Paprika, Muskat, Pfeffer, andere schmecken intensiver, wie zum Beispiel Basilikum, Thymian oder Dill.

Einlagern:

Legen Sie die einzufrierenden Lebensmittel möglichst nicht direkt auf bereits gefrorene Lebensmittel, damit diese nicht antauen. Beachten Sie die Herstellerangabe Ihres Gefriergerätes zum Gefriervermögen. Es gibt an wie viel Gefriergut Sie auf einmal einfrieren können. Benutzen Sie gegebenenfalls die „Super“-Taste.

Lagerdauer:

Beim Gefrieren wird die Aktivität der lebensmitteleigenen Enzyme reduziert, aber erst bei Temperaturen von mindestens -40 °C ganz verhindert. Auch in tiefgefrorenen Lebensmitteln gehen also Abbauprozesse sehr langsam weiter. Durch Luftsauerstoff kann Fett ranzig werden. Die maximale Lagerdauer beträgt im Durchschnitt für Fleisch 3 bis 12 Monate, für Gemüse 6 bis 12 Monate, für Obst 8 bis 12 Monate und für fertige Speisen bis zu 3 Monate.

Tipp: Ein Bestandsverzeichnis hilft, den Überblick über die eingefrorenen Lebensmittel zu behalten

LebensmittelEinlagerungsdatumMenge, PackungenEntnahme
Erbsen25.06.20195 x 250 gIII
Erdbeeren15.05.20196 x 200 gIIII
    

Auftauen:

Kälte verhindert zwar das Wachstum der Mikroorganismen, tötet sie aber nicht ab. Mit steigenden Temperaturen vermehren sich die Mikroorganismen wieder. Verarbeiten Sie aufgetaute Lebensmittel daher rasch weiter.
Nun zahlt sich die investierte Vorbereitungszeit aus: Gemüse müssen Sie nicht extra auftauen. Geben Sie es zum Garen direkt in den Topf oder in die Mikrowelle. Die Garzeit ist um ein Drittel kürzer als bei frischen Lebensmitteln. Obst tauen Sie am besten bei Raumtemperatur oder in der Mikrowelle auf. Kartoffelprodukte entnehmen Sie direkt aus dem Gefriergerät und geben es in den Backofen oder die Fritteuse. Backwaren sollten möglichst schnell auftauen. Tauen Sie zum Beispiel Brötchen im 150-200 Grad Celsius vorgeheizten Backofen auf.

Beim Auftauen von Fleisch und Fisch können sich Mikroorganismen in der Auftauflüssigkeit befinden. Am besten tauen Sie Fleisch im Kühlschrank abgedeckt auf einem Siebeinsatz oder im Mikrowellengerät auf. Achten Sie darauf, dass keine anderen Lebensmittel damit in Berührung kommen. Schütten Sie die Flüssigkeit unmittelbar nach dem Auftauen weg. Ganze Fische sollten Sie ebenfalls abgedeckt im Kühlschrank auftauen und dann direkt garen. Entsorgen Sie auch hier die Auftauflüssigkeit. Rohe Meeresfrüchte können unaufgetaut gegart werden.

Können aufgetaute Lebensmittel wieder eingefroren werden?

Bei der Entscheidung, ob das Lebensmittel noch einmal eingefroren werden kann, ist die Frage hilfreich: Könnte das Lebensmittel jetzt zubereitet oder verzehrt werden? Ist es noch einwandfrei? Solche Lebensmittel können auch wieder eingefroren werden, sollten aber dann frühzeitig verbraucht und möglichst durcherhitzt werden.

Aussehen, Geruch und Geschmack müssen immer einwandfrei sein. Stark angetaute oder aufgetaute rohe Lebensmittel lieber möglichst schnell verbrauchen oder garen und dann als fertige Speise einfrieren. Vorsicht ist hier vor allem bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch oder roheihaltigen Lebensmitteln geboten. In jedem Fall kommt es aber beim zweiten Einfrierprozess zu geschmacklichen und qualitativen Einbußen.

Welche Lebensmittel eignen sich nicht zum Einfrieren?

  • Rohe Eier platzen in der Schale, gekochte Eier werden glasig.
  • Rohe Kartoffeln werden süß.
  • Pudding, Gelatinespeisen werden wässrig.
  • Baiser und Makronen werden zäh.
  • Wasserreiche Lebensmittel wie Blattsalate, Frischkostsalate, Radieschen, Rettich, rohe Paprika, Gurken, rohe Tomaten, Wassermelonen, ganze Weintrauben, ganze rohe Äpfel, Birnen und Melonen werden beim Auftauen matschig und verlieren ihre typische Konsistenz.
  • Milchprodukte wie Jogurt, Dickmilch, Saure Sahne und Creme fraiche flocken aus und werden grießig.

Tipp: Einige Obstarten lassen sich eingefroren zu einem Eis, Smoothie oder Cocktail verarbeiten. Haben Sie schon mal ein veganes Bananeneis oder alkoholfreien Melonen-Daiquiri probiert? Rezepte dazu finden Sie von Judith in unserm Blog.

Gefrierbrand

Gefrierbrand ist erkennbar an einer weißen oder bräunlich-roten Verfärbung an der Oberfläche des Gefriergutes. Dabei handelt es sich um ausgetrocknete Stellen. Denn auch im gefrorenen Zustand können Lebensmittel austrocknen, wenn sie mit Luft in Kontakt kommen. Zum Beispiel wenn die Verpackung ungeeignet, fehlerhaft oder beschädigt ist oder nicht eng genug am Lebensmittel anliegt.
Sehr stark schwankende Lagertemperaturen können ebenso zu Gefrierbrand führen. Steigt die Temperatur an, beginnt das Wasser an der Oberfläche der Lebensmittel zu verdunsten. Sinken die Temperaturen wieder, gefriert das Kondenswasser zu Wassertröpfchen oder Eiskristallen. Den Lebensmitteln wird also Wasser entzogen und sie trocknen aus.

Diese trockenen Stellen nehmen beim Auftauen kein Wasser mehr auf und bleiben trocken. Lebensmittel mit Gefrierbrand sind deshalb nicht verdorben oder gesundheitsschädlich. Allerdings sind die stark befallenen Stellen unter Umständen ungenießbar, denn sie bleiben nach dem Auftauen und Garen zäh und ledrig.

Was geschieht bei dem Einfrieren?

Einfrieren bei mindestens -18 Grad Celsius macht Lebensmittel längerfristig haltbar. Nährstoffe, Aroma und Aussehen bleiben beim Tiefkühlen weitgehend erhalten.

Tiefgefrieren unterbricht das Wachstum von Mikroorganismen, tötet sie aber nicht ab, so dass sie sich beim Auftauen mit steigenden Temperaturen wieder vermehren können. Beim Einfrieren wird die Aktivität der lebensmitteleigenen Enzyme reduziert, aber erst bei Temperaturen von mindestens -40 Grad Celsius ganz verhindert.

Zum Einfrieren zu Hause eignet sich jedes Vier-Sterne-Gefriergerät. Bei neuen Modellen sind alle Gefrierfächer für das Einfrieren geeignet. Ältere Modelle haben besondere Vorgefrierfächer. Achten Sie hier auf die Herstellerangaben.

Autorin: Hannah Schon, BLE

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