Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Das Beste aus dem Essen

Unser Essen liefert dem Körper wichtige Nährstoffe. Doch es soll auch gut schmecken, gesund und nachhaltig sein – das zeigen die Daten des Ernährungsreports 2020.

Junge Frau schiebt Einkaufswagen
stokkete / stock.adobe.com

Woraus gewinnt der Körper das Material für Zähne, Knochen und Muskeln? Wieso kann er überhaupt leistungsfähig sein? Vielen ist gar nicht klar, dass das, was sie essen und trinken, die Stoffe hierfür liefert. Damit die lebenswichtigen Nährstoffe aus der Nahrung in den Körper gelangen, hat die Natur ein raffiniertes Verdauungssystem entwickelt. Mund, Speiseröhre, Magen und Darm und – nicht zu vergessen – auch Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse sind im Einsatz, nachdem wir gegessen haben. Sie sorgen dafür, dass unser Körper die Nährstoffe aus den Lebensmitteln nutzen und verwerten kann. Grund genug, dem Essen viel Aufmerksamkeit zu schenken.

Wissen, was gut für einen ist

Je vielfältiger und ausgewogener die Auswahl an Lebensmitteln gelingt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Körper mit allen Nährstoffen ausreichend versorgt wird. Zum Glück können wir in Europa aus einem reichhaltigen Nahrungsangebot auswählen. Über 10.000 verschiedene Lebensmittel hat im Durchschnitt ein mittelgroßer Supermarkt im Angebot. Kein Wunder aber, wenn bei dieser Vielfalt die richtige Wahl so manchem schwerfällt. Da ist es gut zu wissen, was gut für einen ist. Welche Lebensmittel in welchen Mengen auf dem Tisch landen sollten, zeigt das Modell der Ernährungspyramide. Wer seinen Speiseplan anhand dieser Empfehlungen zusammenstellen, kann sicher sein, dass der Körper mit allen benötigten Nährstoffen versorgt wird. Ein Ernährungstagebuch (s. Medientipp unten) hilft bei der Umsetzung der Empfehlungen.

Der Genuss darf nicht fehlen

Wer aber Essen nur als Maßnahme sieht, um dem Körper Nährstoffe zuzuführen, verpasst etwas Entscheidendes. Denn mit Lust essen macht gute Laune – und dass nicht nur bei besonderen Gelegenheiten oder am Wochenend. Unsere sieben Tipps helfen, auch im Alltag das Essen zum puren Genuss werden zu lassen. Wie wichtig, Verbraucherinnen und Verbrauchern guter Geschmack und gesundes Essen sind und worauf sie beim Einkauf Wert legen, zeigen die Befragungsergebnisse des Ernährungsreports 2020 (s. zweiter Kasten unten).

Was und wie genießt Deutschland 2017?*

  • Um Essen genießen zu können, sind Zeit, Ruhe und Entspannung genauso wichtig wie guter Geschmack und Geruch der Speisen.
  • Die höchsten Genusswerte haben Entspannen und Ausruhen, Urlaub machen, zuhause toll essen und Zeit mit der Familie verbringen.
  • Der wichtigste Ort für Genuss beim Essen ist eindeutig zu Hause.
  • Personen, die sich selbst als Genießer einschätzen, sind zufriedener mit dem Leben, bewerten ihre Ernährung als gesünder, bereiten häufiger warme Mahlzeiten zu, können besser kochen und haben beim Essen seltener ein schlechtes Gewissen.

Fazit: Wer sein Essen genießt, ist mit seinem Leben zufriedener und achtet auf den guten Geschmack und eine entspannte Umgebung.

*Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 1000 Personen des Instituts für Ernährungspsychologie an der Universität Göttingen und Lieferando.de.

Sieben Tipps für mehr Genuss

So lernen Sie zu genießen (nach Lutz u. Sundheim 2002):

Frau riecht an Schüssel mit Essen
  • Genuss braucht Zeit! Genießen geht nicht auf die Schnelle. Gönnen Sie sich ganz bewusst die Zeit zum Genießen, und zwar jeden Tag.
  • Genuss ist erlaubt! Essen Sie nicht mit schlechtem Gewissen.
  • Genuss geht nicht nebenbei! Konzentrieren Sie sich auf das Essen. Sorgen Sie für eine ruhige Atmosphäre.
  • Weniger ist mehr! Nehmen Sie sich kleine Portionen. Essen Sie langsam und schmecken Sie bewusst.
  • Genuss heißt „Auswählen, was gut tut“! Hören Sie vor einer Mahlzeit in sich hinein und wählen Sie das, was Ihnen im Moment gut tun würde.
  • Ohne Erfahrung kein Genuss! Übung macht den Meister. Werden Sie jeden Tag ein bisschen besser im Genießen.
  • Genuss kann jeden Tag stattfinden! Machen Sie das Essen im Alltag zu einem genussvollen Erlebnis.

Wie wir einkaufen und essen - eine Befragung*

  • Essen soll vor allem schmecken (98 %), gesund (90 %) und einfach zubereitet (52 %) sein.
  • Ein Drittel der Befragten legt Wert auf eine möglichst kalorienarme Ernährung und 32 % schauen aufs Geld.
  • Gekauft wird vor allem, was schmeckt. Das sagen 97 Prozent der Befragten. Vier von fünf Befragten (83 Prozent) legen Wert darauf, dass ein Lebensmittel aus der Region kommt. Mehr als die Hälfte der Befragten (55 %) lassen sich beim Einkauf vom Sortiment inspirieren.
  • Es muss nicht immer Fleisch sein: 55 %, sog. Flexitarier, verzichten gelegentlich bewusst auf Fleisch, 5 % Anteil sind Vegetariern und 1 % Veganer. Vegetarische oder vegane Alternativen werden vor allem aus Neugier (75 %) gekauft, aus Tierschutzgründen (48 %), weil sie schmecken (43 %) und gut fürs Klima sind (41 %).
  • Bei Zucker darf es weniger sein: 86 Prozent der Befragten sind dafür, dass Fertigprodukten weniger Zucker zugesetzt wird, selbst wenn die Produkte dann nicht mehr so süß schmecken.
  • Und es wird immer noch gerne gekocht: Knapp drei Viertel der Befragten schwingen gerne den Kochlöffel, 39 % täglich. Nach wie vor ist Kochen eine Frauendomäne: 88 % der Frauen stehen täglich oder mehrmals in der Woche am Herd, bei den Männern liegt der Anteil bei 69 %.

*Befragung von rund 1.000 Bürgern älter als 14 Jahre durch das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag des BMEL von Dezember 2019 bis Januar 2020; Quelle: Deutschland, wie es isst – Der BMEL-Ernährungsreport 2020 

Dr. Maike Groeneveld, Bonn; Dr. Claudia Müller, Bonn

als hilfreich bewerten 0 Versenden

Befragung

Wie Corona unser Essverhalten verändert hat

Eine Befragung von rund 1.000 Bürgern im April 2020 zeigt:

  • Das Kochverhalten hat sich verändert: In Corona-Zeiten kochen 30 % der Befragten selbst zubereitete Speisen häufiger als zuvor. 28 % essen öfters gemeinsam und 21 % schwingen häufiger zusammen den Kochlöffel.
  • Gleichzeitig wurden häufiger Lieferdienste für fertige Mahlzeiten in Anspruch genommen: Die Befragten haben sich in der Corona-Pandemie 8 % häufiger fertige Mahlzeiten nach Hause bringen lassen. 6 % nutzen die Lieferangebote des Einzelhandels in der Zeit öfters als vorher. Und 7 % der Befragten geben an, häufiger Lieferungen von Landwirten aus der Region zu erhalten.
  • In Zeiten von Corona ist die Landwirtschaft für Verbraucher und Verbraucherinnen wichtiger geworden: Mehr als jede dritte befragte Person (39 Prozent) gibt an, dass die Landwirtschaft für sie während der Pandemie an Bedeutung gewonnen hat. Das gilt besonders für Jugendliche und junge Erwachsene (47 Prozent).

Quelle: Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag des BMEL: Deutschland, wie es isst – Der BMEL-Ernährungsreport 2020 

Fragen und Antworten

Welche Ernährungsfehler kommen oft vor?

Im Durchschnitt nehmen die Deutschen von einigen Nährstoffen zu viel, von anderen zu wenig auf:

Fehler 1: zu viel Fett, Protein, Salz und Cholesterin
Dagegen hilft:

  • weniger tierische Wurstwaren essen
  • weniger Fertigprodukte konsumieren
  • fettarme Milchprodukte statt Vollmilchprodukte nutzen

Fehler 2: zu wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Calcium, Jod, Fluorid, Folsäure und Ballaststoffe
Dagegen helfen:

  • hochwertige pflanzliche Öle statt tierischer Fette (mit Ausnahme von Seefischen). Öle wie Raps-, Lein-, und Walnussöl enthalten viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren.
  • fettarme Milchprodukte, etwa fettarme Jogurts und Magerquark – liefern Calcium ohne viel Fett,
  • jodiertes und fluoridiertes Speisesalz
  • mehr Obst und Gemüse – sie liefern Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe
  • mehr Vollkornprodukte – sie liefern Ballaststoffe

Ist Alkohol tabu?

Nein. In einer vollwertigen Ernährung ist alles erlaubt, es kommt nur auf die richtige Menge an. Häufiger Alkoholkonsum kann zu Übergewicht, Leberschäden und anderen Gesundheitsstörungen führen. Aber ab und zu mal ein Glas zu trinken, ist völlig in Ordnung.

Als Richtwert für gesunde Erwachsene gilt:

Männer: pro Tag etwa 0,5 Liter Bier oder 0,25 Liter Wein oder 0,06 Liter Weinbrand
Frauen: pro Tag etwa 0,25 Liter Bier oder 0,175 Liter Wein oder 0,03 Liter Weinbrand

Ist Naschen erlaubt?

Süßes und auch Snacks und alkoholische Getränke sind aus unserer Ernährung nicht wegzudenken. Da sie viel Energie und kaum Nährstoffe liefern, genießen Sie diese Extras möglichst bewusst und in Maßen. Am besten Naschen Sie nicht zwischendurch, sondern bauen Sie sie als Mahlzeit ein, z. B. als Dessert. Vermeiden Sie Süßes zu naschen, wenn Sie Hunger haben. Essen Sie lieber etwas Sättigendes wie ein belegtes Brot oder einen Joghurt.

Wie sind Tiefkühlgemüse und Konserven zu bewerten?

Frisches Obst und Gemüse sind in Sachen Vitamine unschlagbar – keine Frage. Tiefkühlprodukte und gelegentlich Konserven sind jedoch eine gute Alternative. Nach der Ernte wird die Ware direkt verarbeitet und vitaminschonend eingefroren, sodass die Nährstoffe weitestgehend erhalten bleiben. Unser Tipp: Bevorzugen Sie möglichst wenig verarbeitete Tiefkühlprodukte, also ohne Salz, Zucker, Gewürze und Soßen.

Aus dem BZfE-Newsletter

kleine Salzkristalle auf einem Holzlöffel und größere Kristalle daneben liegend
oilslo / fotolia.com

Weniger Salz? Ja, bitte

Wissenschaftler empfehlen Reduktion

Als Orientierungswert gilt eine Speisesalzzufuhr für Erwachsene von bis zu 6 Gramm pro Tag. Fakt ist aber, dass in Deutschland die Hälfte der Männer täglich mehr als 10 Gramm Salz aufnimmt.

mehr...

Mediterrane Kost wirkt auch im Norden

Krankheitsrisiken verringern

Wer sich in Deutschland mediterran ernährt, senkt das Krankheitsrisiko erheblich.

mehr...

Was Verbraucher zum Thema Ernährung wissen wollen

Junge Frau isst Pizzastück
Martinan / Fotolia.com

Ich bin 16 Jahre alt, 1,95 m groß, wiege 74 kg und bin mit meiner Ernährung unzufrieden. Ich esse morgens Toast mit Käse, mittags meistens Fastfood und abends Weißbrot oder Tiefkühlpizza. Wie soll ich mich ernähren?

von Jon (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Claudia Thienel

Es antwortet: Claudia Thienel, Diplom-Oecotrophologin

Eine gute Orientierungshilfe bei der Gestaltung eines gesunden Speiseplans ist die Ernährungspyramide. Sie enthält alles, was der Körper braucht, um gesund und leistungsfähig zu bleiben und sollte auch die Grundlage Ihrer Ernährung sein. An den angegebenen Mengen kann man sich gut orientieren. Generell sind drei Hauptmahlzeiten – Frühstück, Mittagessen, Abendessen - plus zwei Zwischenmahlzeiten (eine vormittags, eine nachmittags) optimal. Jede Mahlzeit sollte Protein (z. B. Milchprodukte, Fleisch, Geflügel, Fisch, Hülsenfrüchte oder andere pflanzliche Eiweißquellen), wenig Fett (pflanzliches Öl) und eine Kohlenhydratquelle mit niedriger Blutzuckerwirksamkeit (z. B. Vollkornbrot, Naturreis, Vollkornnudeln) enthalten.

Im Moment scheinen Gemüse und Obst nicht Ihrem Speiseplan vorzukommen. Mindestens 400 g Gemüse und etwa 250 g Obst pro Tag werden empfohlen. Das sind beim Gemüse zum Beispiel eine Tomate (etwa 80 g), eine Paprika (150 g) und ein bis zwei Möhren (rund 200 g). Beim Obst sind es z. B. ein Apfel und ein Schälchen Beerenobst. Wiegen Sie doch probehalber an einigen Tagen mal aus, wie viel Obst und Gemüse Sie essen. Falls Sie noch nicht auf die empfohlenen 650 g kommen, versuchen Sie, die Menge langsam zu steigern.

Neben dem Frühstück zuhause, sollte es zum 2. Frühstück in der Schule noch etwas geben. Nehmen Sie sich dazu Brote mit, Vollkornbrot ist genau richtig, belegt mit Frischkäse oder anderem Käse, vegetarischem Brotaufstrich oder Nussmus. In Kombination zum Brot ist frisches Obst und Gemüse der Saison optimal. An den längeren Schultagen können Sie – wenn die Schule kein Mittagessen anbietet – ein zusätzliches Brot mitnehmen oder Naturjoghurt oder Quark mit frischem Obst oder Müsli mit Milch an. Als Snacks für zwischendurch passen auch Nüsse. Fast Food ist zwar ab und an in Ordnung, sollte aber nicht die Dauerernährung sein. Auch hier gibt es Umstellungsmöglichkeiten z. B. Falafel statt Döner, Gemüsebaguette statt Burger.

Regelmäßig Sport machen, lohnt sich! Es kurbelt den Stoffwechsel an, formt die Figur, sorgt für mehr Wohlbefinden und hilft, Stress abzubauen. Zu geeigneten Übungen zum Muskelaufbau fragen Sie am besten Ihren Sportlehrer oder einen Trainer im Fitnessstudio.

Kann man ein Leben lang ca. 140 g Zucker durch Essen und Trinken ohne Bedenken zu sich nehmen oder bekommt man davon Diabetes? Ansonsten bin ich ganz gesund, eher etwas untergewichtig und Lakto-Vegetarierin.

von J7S (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Ihre Frage lässt sich so nicht beantworten, denn die Entstehung von Erkrankungen hängt von sehr vielen Faktoren ab, nicht nur vom Zuckerverzehr. Grundsätzlich hätte ich aber Bedenken bei einem langfristigen täglichen Zuckerverzehr in der Höhe.

Im Rahmen einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) am Tag maximal 10 % der Energiemenge in Form von zugesetztem Zucker (also nicht der natürliche Zucker in Milch oder Obst) aufzunehmen. Bei einer erwachsenen Frau mit einem Bedarf von durchschnittlich etwa 2000 kcal am Tag sind das 50 g Zucker. Nach Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sollten idealerweise sogar weniger als 5 % der täglichen Energiezufuhr aus freien Zuckern stammen.

Mit einem täglichen Zuckerverzehr von 140 g überschreiten Sie die Empfehlungen der DGE um das Dreifache. Zucker bietet dem Körper zwar Energie, jedoch keine Nährstoffe, weshalb man auch von „leeren“ Kalorien spricht. Wer einen so hohen Anteil seiner Energiezufuhr durch reinen Zucker deckt, riskiert, dass nährstoffreiche Lebensmittel aus dem Speiseplan verdrängt werden, und es ist fraglich, ob der Körper alle Nährstoffe bekommt, die er braucht. Zudem muss der Zucker von der Leber verstoffwechselt werden und gesüßte Lebensmittel können Karies verursachen.

Wenn man über einen langen Zeitraum relativ viel Zucker zu sich nimmt, fällt es erst mal schwer sich umzugewöhnen, weil die Geschmacksnerven an den Süßgeschmack gewöhnt sind. Die Geschmacksnerven erneuern sich aber innerhalb von ca. 10 Tagen und so fällt es nach einer Umgewöhnungsphase immer leichter. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Es geht nicht um den völligen Verzicht auf Zucker, sondern um einen bewussten Genuss. Weniger kann in diesem Fall auch mehr sein, wenn man bewusst genießt.

Ich probiere seit ca. 6 Wochen eine vegane Ernährung aus. Seit dem habe ich abgenommen, und mein Bauch ist deutlich weniger aufgebläht. Birgt eine vegane Lebensweise auch Gefahren?

von mecwi (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

 Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Aus ökologischer Sicht bietet die vegane Ernährung Vorteile, aus gesundheitlicher Sicht ist dies nicht zwangsläufig der Fall. Denn eine vegane Ernährungsweise ist nicht per se gesünder als eine übliche Mischkost. Wie bei jeder Ernährungsweise kommt es darauf an, wie sie praktiziert wird: Je abwechslungsreicher die Ernährung ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Körper alle lebensnotwendigen Substanzen bekommt, die er braucht. Und desto geringer ist die Gefahr, dass einzelne Inhaltsstoffe, die nachteilige Effekte haben können, im Übermaß aufgenommen werden. Behauptungen, dass durch vegane Ernährung Krankheiten geheilt werden oder dass man ungeahnte Kräfte entwickelt, gehören ins Reich der Mythen.

Dass Sie Ihr Gewicht reduziert haben, ist positiv, wenn Sie übergewichtig sind und eine Gewichtsabnahme tatsächlich gewollt haben. Falls das nicht so ist, deutet dies darauf hin, dass Ihre Nahrungsaufnahme nicht bedarfsdeckend ist. Auch dass Sie selber einen weniger geblähten Bauch feststellen, ist positiv. Es deutet darauf hin, dass Sie Lebensmittel, die Sie vorher gegessen haben, evtl. nicht vertragen haben.

Wenn Sie die vegane Ernährung langfristig praktizieren möchten, ist es sinnvoll, dass Sie sich genau über eine Auswahl der Lebensmittel informieren. Denn durch den Verzicht auf jegliche tierischen Lebensmittel fällt eine wichtige Quelle für Proteine, bestimmte Vitamine, Eisen und Calcium weg. Besonders achten sollten Sie auf Vitamin B12, das ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Es ist wichtig für die Neubildung von Zellen, insbesondere von Nervenzellen. Da der Körper dieses Vitamin speichert, kommt es in der Regel erst nach 1-2 Jahren oder später zu einem messbaren Mangel. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher dauerhaft ein Vitamin-B12-Präparat einzunehmen.

Falls Sie mit einer Ernährungsanalyse klären möchten, ob Sie alle lebensnotwendigen Nährstoffe in ausreichendem Maß aufnehmen, empfehle ich Ihnen, vor Ort eine Ernährungsberatungspraxis aufzusuchen. In einem persönlichen Gespräch ist es besser möglich, auf Ihre individuelle Situation einzugehen. Adressen von qualifizierten Ernährungsfachkräften finden Sie auf unserer Seite "Ernährungsberatung vor Ort".

Weitere Informationen zu einer veganen Ernährung finden Sie in unseren Beiträgen

Vegane Lebensmittel und Vegane Ernährung bei Kindern

sowie auf den Seiten des Vegetarierbundes (proveg international)

Ich habe in letzter Zeit viel über chinesische Diätetik gelesen. Kann man damit die Gesundheit positiv beeinflussen oder gar Krankheiten heilen?

von bio123 (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Grundsätzlich ist die chinesische Diätetik positiv zu bewerten, da die Lebensmittelauswahl pflanzlich betont und nicht vegetarisch ist. Die Ernährung nach der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) besteht hauptsächlich aus gegartem Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorngetreide, Fleisch und Fisch. Milchprodukte sowie unerhitztes Gemüse und Obst haben einen geringeren Stellenwert. Positiv ist der hohe Anteil an Gemüse und Hülsenfrüchten und die häufige Verwendung von Kräutern und Gewürzen. Negativ ist der geringe Stellenwert von Milch und Milchprodukten. Die Ernährung nach der TCM ist als Dauerkost geeignet, sofern der Speiseplan ausreichend Milchprodukte, Obst und Rohkost enthält.

Die praktische Umsetzung der Ernährung nach TCM ist recht kompliziert und erfordert zunächst viel Einarbeitung. Viele Empfehlungen – z. B. die Einteilung der Lebensmittel nach den 5 Elementen und deren Wirkungen auf einzelne Organe – sind mit naturwissenschaftlichen Maßstäben nicht nachvollziehbar. In vielen Veröffentlichungen wird über die heilende Wirkung der Ernährung nach TCM berichtet. Ob dies jedoch eine spezifische Wirkung der Ernährung nach TCM oder insgesamt eine Folge einer bewussteren Lebensmittelauswahl ist, ist nicht untersucht.

Wieso ergeben bei der Ernährungspyramide ein Glas Milch und ein Becher Joghurt die gleiche Portion?

von a.tanasia (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

Dr. Maike Groeneveld

Es antwortet: Dr. Maike Groeneveld, Ernährungsberaterin

Es ist richtig, dass in der Ernährungspyramide sowohl 250 ml Milch als auch 150 g Joghurt als eine Portion gelten. Der Grund dafür ist, dass das BZfE übliche Portionsgrößen abbildet. Ein Glas Milch beinhaltet üblicherweise 250 ml und ein Becher Joghurt 150 g.

Die Mengenangaben in den Empfehlungen zur vollwertigen Ernährung bzw. zur Ernährungspyramide dienen der Orientierung. Sie sind nicht so gedacht, dass man sich akribisch daran hält. Es ist kein Problem, wenn das Glas Milch kleiner und der Becher Joghurt größer ausfallen. Alternativ können auch Buttermilch, Kefir oder Dickmilch gewählt werden. Wenn insgesamt 3 Portionen Milchprodukte täglich auf Ihrem Speiseplan stehen, ist das ausreichend.

Weitere Informationen zu einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung finden Sie in der Rubrik Ernährungspyramide für alle.

was-wir-essen-Foren

Ihre Frage ist nicht dabei?

Unsere Experten haben viele Fragen zum Thema Essen beantwortet. Vielleicht finden Sie auch eine Antwort auf Ihre Frage. Einfach mal in das Forum reinklicken oder in eines der anderen themenspezifischen Foren nachschauen.

zu den Verbraucherfragen aus dem Forum "Sie fragen - aid antwortet"

Titelbild Kompass Ernährung Heft 1/2018
BLE

Magazin

Guten Appetit! Genussvoll gesund essen Kompass Ernährung 1/2018

Genießen Sie mit allen Sinnen! Unsere hochwertigen Lebensmittel sollten Sie sich auf der Zunge zergehen lassen. Entdecken Sie das Geheimnis des guten Geschmacks und viele praktische Tipps für ein rundum genussvolles Essen samt einem Frühlings-Genießer-Menü in dieser Ausgabe von Kompass Ernährung.

zur Downloadseite auf inform.de

Einfach besser essen - Mein Ernährungstagebuch

Medienshop-Tipp

Heft Einfach besser essen - Mein Ernährungstagebuch

Der Weg zu einer besseren Ernährung und mehr Wohlbefinden beginnt damit, sich selbst zu beobachten und zu reflektieren. Das Tagebuch ermöglicht eine Protokollierung über sieben Tage sowie einen Wochenüberblick. mehr...

Genießen lernen

Mädchen riecht an roter Paprika
Arnout van Son, BLE
Echt unterrichtsreif:
Themenportal
"Bildung und Schule"
Die Methode "SinnExperimente"

Gesundheitsförderlich, klimafreundlich und vielseitig essen! Das gelingt am besten, wenn wir die Lebensmittelvielfalt kennen und schätzen. Voraussetzung dafür ist ein feiner Geschmackssinn.

mehr...
Mann hält Block mit Fragezeichen in beiden Händen
iStock.com / g-stockstudio

IN FORM

Quiz Ernährungsmythen

Nüsse machen schlau und Kaffee entzieht den Körper Flüssigkeit. Stimmt’s oder stimmt’s nicht? Machen Sie mit beim IN FORM-Wissensquiz und erfahren Sie, wie Sie fit bleiben.

Zum Quiz auf IN FORM

Teller mit Fragezeichen und Hände halten Besteck
iStock.com / stevanovicigor

Testen Sie Ihr Wissen!

Das IN FORM Gesundheitsquiz

Wissen Sie wirklich schon alles über Ernährung und Bewegung? Finden Sie es heraus mit dem Gesundheitsquiz von IN FORM.

Zum Gesundheitsquiz

Weitere Artikel - weitere Informationen

Die Ernährungspyramide: Individuell und flexibel einsetzbar