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Nudging - ein Stups in die richtige Richtung

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Vor etwa einem Jahr habe ich ein neues Wort gelernt: Nudging. Für alle, die den Begriff nicht kennen sei erklärt, der englische Ausdruck „to nudge“ bedeutet stupsen oder schubsen. Und zwar am 

Vor etwa einem Jahr habe ich ein neues Wort gelernt: Nudging. Für alle, die den Begriff nicht kennen, sei erklärt, der englische Ausdruck „to nudge“ bedeutet stupsen oder schubsen. Und zwar am besten in die richtige Richtung. Konkret geht es darum, dass wir im Alltag ständig Entscheidungen treffen und viele davon durch unsere direkte Umgebung beeinflusst werden, ohne dass wir das wahrnehmen. Bekannterweise nutzen Supermärkte diesen Effekt und stellen die Ware, die sie uns gerne verkaufen möchten, in den Weg oder an die Kasse, wo wir uns zwangsläufig ein paar Minuten aufhalten. Nudging erklärt aber auch folgendes: Komme ich auf dem Heimweg jeden Tag an einem Stand vorbei, der Crêpe verkauft, steigt mit großer Wahrscheinlichkeit mein Crêpeverzehr.

Apfel oder Keks
Julia Icking, Bonn

Nudging im Alltag nutzen

Jetzt versuche ich, diesen Effekt zu nutzen. Beim Abendessen stelle ich die Schüssel mit der Rohkost genau zwischen meine Kinder. Sie essen beide gerne Gurkenscheiben und Paprikastreifen aber so verputzen sie noch mehr Gemüse. Genauso kann man es natürlich am Nachmittag machen. Ein großer Teller mit handlichen Obststücken gibt das Signal: Hier bitte kräftig zugreifen.

Bei den Kindern klappt das Stupsen schonmal ganz gut. Dann müsste das doch eigentlich auch bei mir selber klappen, oder? Ich trinke zum Beispiel zu wenig. Vor allem, wenn ich am Computer sitze, vergesse ich es. Dann stehe ich zum Mittagessen auf und wundere mich, warum ich mir heute noch kein Glas aus dem Schrank genommen habe. Deshalb habe ich beschlossen, mir morgens, noch bevor ich den Rechner hochfahre, ein Glas und eine Flasche Wasser zu holen. Und siehe da, meist ist die Flasche bis zum Mittagessen leer.

Auch unsere Biokiste schubst mich in die richtige Richtung. Denn jeden Freitag kommt mit ihr ein großer Berg Gemüse ins Haus. Und weil ich das natürlich nicht vergammeln lassen möchte, koche und verarbeite ich alles. So essen wir zum Beispiel seit wir die Biokiste bekommen viel mehr Salat, denn er ist einfach da. Beim Einkaufen vergesse ich den Salat manchmal oder mache mir schon im Laden darüber Gedanken, ob ich Zeit habe, ihn zuzubereiten oder habe einfach keine Lust, einen empfindlichen Salatkopf nach Hause zu transportieren. Bei der Biokiste sind Bestellung und Zubereitung um ein paar Tage versetzt und schon ist mein innerer Schweinehund ausgetrickst.

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Darum, wie man gut essen einfach macht, ging es auch beim ersten BZfE-Forum am 19. September 2017 

 

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