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Puffbohnen-Power

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Eine Bohne, die gar keine ist, dafür aber ebenso attraktiv wie pflegeleicht – Grund genug, der alten Gemüseart einen Platz im Beet einzuräumen.

Sind das tolle Blüten, oder sind das tolle Blüten?! Anders kann ich nicht in diesen Post einsteigen, denn mal im Ernst: Ja, jedes Gemüse hat seine höchstselbst eigene Schönheit, aber es gibt eben doch solche und solche.

Blühende Puffbohne
Graham / stock.adobe.com

Die Puffbohne, auch Dicke Bohne, Saubohne oder Ackerbohne genannt, ist eigentlich gar keine Bohne, sondern eine Wickenart. Kein Wunder, dass Vicia faba auch optisch eine echte Sternchen-Kandidatin ist. Ihre wunderschönen, dekorativ getupften Schmetterlingsblüten leuchten entweder in Weiß oder, bei der begehrenswerten Sorte 'Crimson Flowered', in peppigem Violett und auch das Laub kann sich sehen lassen. Gerade in meinem Mini-Gemüsegarten kommt mir zudem sehr entgegen, dass die Pflanzen kompakt-aufrecht wachsen – und auch so bleiben, wenn man ihnen ein paar stützende Zweige zur Seite stellt. Das fördert ein aufgeräumtes Gesamtbild (wonach ich mich nach mehreren Jahren des Kürbisgewusels mal wieder sehne) und es bleibt genügend Platz für weitere Beetbewohner.

Außerdem ist die Puffbohne eine absolute Frühstarterin: Ich habe die Samen bereits Mitte Februar ausgesät, aber auch jetzt ist es noch nicht zu spät, um sich Saatgut zu beschaffen und 10 cm tief in die Erde zu bringen. Der Abstand in der Reihe sollte etwa 10 cm betragen und 40-50 cm zwischen den Reihen. Prinzipiell lohnt sich eine frühe Aussaat doppelt, weil nicht nur der Gärtner weniger Stress hat, sondern auch die Pflanze: Sie gewinnt einen Vorsprung vor der Schwarzen Bohnenlaus. Bei günstigen Witterungsbedingungen kann die Ernte sogar schon Ende Mai beginnen – perfektes Timing, denn dann hat man bezüglich der Folgekulturen noch die breite Auswahl.

Bei diesen vielen Vorzügen fragt man sich, weshalb die Puffbohne überhaupt jemals aus der Mode gekommen ist. Wie so viele alte Gemüsearten wurde sie von einem ähnlichen, aber feineren Gemüse verdrängt, in diesem Fall von der Gartenbohne (die wie Tomate, Paprika und Kartoffel in Südamerika beheimatet ist). Heute ist es genau andersherum: Die Puffbohne ist die Exotin und verhältnismäßig schwer im Handel zu bekommen, weshalb sich der Anbau im eigenen Garten anbietet.

Wat man nu am besten mit den dicken Bohnen(kernen) macht, dazu gibt’s hier mehr, sobald ich die ersten geerntet habe.

Bis dahin noch ein Reisetipp: Die Wallfahrtsstätte aller Puffbohnenfans ist das schöne Erfurt. In der traditionellen Blumen- und Gartenbaustadt wird die Dicke Bohne geradezu verehrt und steht in vielen Lokalen bis heute auf der Speisekarte. Aber Obacht, meine Theorie ist, dass ein übermäßiger Verzehr Rauschzustände verursacht – anders kann ich mir nicht erklären, wie eine blumenbekränzte Plüschpuffbohne den Weg in meine Andenkenkiste fand...

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