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Verbrauchertäuschung in Giftgrün?

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Scharf war an der von mir gekauften Wasabi-Paste nur die Behauptung, es handle sich um Wasabi-Paste ...

Wenn auf einem Fertignudelgericht steht „kann Spuren von Erdnüssen enthalten“ – handelt es sich dann schon um „Erdnuss-Nudeln“? Konsequenterweise müsste diese Bezeichnung erlaubt sein, jedenfalls wenn ich mir anschaue, was so alles als Wasabi-Produkt durchgeht. Einen bis zwei Teelöffel „Wasabi-Paste“ hätte ich für meine Gurken-Wasabi-Suppe laut Rezept benötigt, doch auch eine ganze Tube konnte dem Gericht nicht mal einen Hauch von Schärfe und nur ein minimales Wasabi-Aroma verleihen.

Frau reibt frischen Wasabi auf einer Wasabi-Reibe
akeeris / Fotolia.com

Wasabimir nur dabei gedacht, als ich das Zeug gekauft habe?! Nicht viel, ehrlich gesagt, dabei hätte schon ein kurzer Blick auf die Zutatenliste weitergeholfen: Sensationelle 3,5 % Wasabi enthielt meine geniale Paste, Hammer, wow! Immerhin war auch noch normaler Meerrettich drin, wobei zu dessen Gehalt lieber gleich gar nichts gesagt wurde. Der Reihenfolge der Auflistung nach war es wohl zumindest mehr als Wasabi – gefühlt würde ich aber auch höchstens auf 4 % tippen.

Okay, dass auch die günstigen Wasabi-Erdnüsse und die Paste vom Sushi-Imbiss vermutlich nicht gerade mit dem teuren echten Wasabi vollgepumpt sein würden, liegt auf der Hand, aber wenigstens sind die noch scharf. Jedenfalls hatte ich mich genug über die grüne Monster-Zahnpasta geärgert, um ein wenig zu recherchieren, und siehe da, die Verbraucherzentralen kennen das Thema bereits zur Genüge: Meerrettich und/oder Senfpulver plus eine großzügige Gabe Farbstoff lautet das Standard-Rezept fürs Pseudo-Asia-Feeling.

Gut zu wissen

Zahlreiche Informationen rund um die Themen Lebensmittelkennzeichnung findet ihr auf der Website www.lebensmittelklarheit.de der Verbraucherzentrale. Auf der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten Seite könnt ihr zudem selbst Produkte melden, bei denen ihr euch durch die Aufmachung oder durch die Werbung getäuscht fühlt.

Mal ganz abgesehen von der rechtlichen Frage in puncto Lebensmittelkennzeichnung – die Verbraucherzentrale hat bereits einen entsprechenden Namensvorschlag gemacht: „gefärbte Meerrettich-Paste mit xy % Wasabi“ – was also ist die Lösung in Sachen Schärfe und Wasabi-Genuss?

  • Meine Blitz-Variante, um die zuvor eher süßlich-langweilige Gurken-Suppe aufzupeppen: frischen Meerettich hineinreiben. Status: Getestet und für gut befunden, bringt Schärfe vom Feinsten, da bleibt kein Auge trocken...
  • Variante II: Echtes Wasabi-Pulver bestellen – nach Check der Inhaltsstoffliste, das versteht sich nun von selbst – und mit Wasser anrühren. Status: In Arbeit, Bericht folgt.
  • Variante III: Wasabi selber anbauen. Status: Abgelehnt. Mir persönlich zu speziell (und nicht nur mir, was die Preise für frische Wasabi-Rhizome erklärt), Infos zum Anbau folgen dennoch im nächsten Blogbeitrag ;-)

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