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Lebensmittel mit allen Sinnen erfassen – das macht Kindern Spaß und hilft ihnen, die kulinarische Welt für sich zu entdecken. Ausprobieren und mitmachen ist ausdrücklich erwünscht.

Frau riecht an Apfel, Kind an Orange
puhimec / stock.adobe.com

Kinder sind Entdecker und lernen vor allem durch Beobachten, Nachahmen und Ausprobieren. Eltern können die Neugier ihres Kindes nutzen, um mit dem Nachwuchs die Vielfalt an Lebensmitteln und Speisen zu erforschen – am besten mit allen Sinnen. Über das Sehen, Riechen, Schmecken, Hören und Fühlen können die Kleinen ihre Umwelt genau kennenlernen und vieles entdecken. Das macht Spaß und entwickelt nebenbei den Geschmack. Und wenn Kinder Lebensmittel mit allen Sinnen erleben, essen sie automatisch langsamer und konzentrieren sich stärker auf den Geschmack, Geruch, die Geräusche und das Aussehen. Außerdem können sie beim Genießen besser bemerken, ob sie noch Hunger haben oder wann sie satt sind.

Spielerisch genießen lernen

Am schönsten ist es, wenn sich die ganze Familie beteiligt und auf Entdeckungstour geht. Eltern oder ältere Geschwister sind dabei den Kleinen ein Vorbild, von denen sie durch Beobachten und Nachahmen viel lernen. Wenn Sie beispielsweise zeigen, dass es Ihnen schmeckt, wird auch Ihr Kind gerne probieren. Und sicher werden Sie als Eltern selbst die eine oder andere interessante Erfahrung dabei machen. Ein paar Ideen zum gemeinsamen Entdecken:

Fühlen

Stecken Sie verschiedene feste Lebensmittel in eine Stofftasche und lassen Sie alle Mitspielenden nacheinander hineingreifen und das Lebensmittel erraten. Wer die meisten Lebensmittel erkennt, hat gewonnen. Ihrem Kind wird es viel Spaß machen, wenn es in einer weiteren Runde selbst die Tasche füllen und Spielleiter sein darf.

Schmecken

Wer erkennt mit verbundenen Augen klein geschnittene Obst- und Gemüsestücke, verschiedene Brotsorten oder Nüsse? Wer erschmeckt mit verbundenen Augen und Trinkhalm verschiedene Obst- und Gemüsesäfte, Milch oder abgekühlte Tees? Für dieses Spiel müssen zwar die Geschmacksproben vorbereitet werden, es garantiert aber viel Spaß und Spannung. Und natürlich dürfen auch die Kinder den Erwachsenen die Augen verbinden und Proben aussuchen.

Riechen

Jeder weiß, dass mit verstopfter Nase und Schnupfen keine rechte Freude am Essen aufkommt. Umgekehrt macht der Duft ofenfrischer Brötchen, frisch getoasteten Brotes und frisch aufgebrühten Tees Lust auf ein tolles Frühstück. Sammeln Sie mit Ihrem Kind gemeinsam Riech-Eindrücke, zum Beispiel an einem Gewürzstand, beim Bäcker, Metzger oder in einem Teegeschäft. Oder befüllen Sie kleine Gefäße mit Gewürzen oder klein geschnittenem Gemüse, Obst oder Kräutern. Wer schafft es, mit verbundenen oder geschlossenen Augen die Lebensmittel zu erkennen?

Hören

Für einen Hörtest verschiedene Lebensmittel in undurchsichtige, verschließbare Gefäße stecken. Das können zum Beispiel getrocknete Kichererbsen, Nüsse, Rosinen, eine Mandarine oder Brotwürfel sein. Oder ein Familienmitglied beißt in verschiedene Lebensmittel wie einen Apfel oder ein knuspriges Brötchen, ohne dass die anderen es sehen können.

Sehen

Nicht umsonst heißt es: Das Auge isst mit. Denn liebevoll angerichtete Speisen auf einem gedeckten und hübsch dekorierten Tisch machen Appetit. Das geht auch ohne großen Aufwand: Ein paar Stängel oder Röllchen Schnittlauch, einige Kräuterblätter oder eine Scheibe Zitrone geben jedem Gericht eine besondere optische Note. Auch das Dekorieren des Tischs sorgt für einen zusätzlichen Hingucker und macht den meisten Kindern schon vor dem Essen Spaß.

Kinder lieben es, durch die Natur zu streifen und Kastanien, Blätter, Steine oder Blumen zu sammeln. Mit diesen Kleinigkeiten lässt sich der Tisch im Handumdrehen der Jahreszeit entsprechend gestalten.

Lernort Küche: Kinder helfen gerne mit

Auch im Familienalltag möchten Kinder mitmachen und mitentscheiden, zum Beispiel beim Einkaufen, Kochen oder Tischdecken. Gerade die Küche ist ein idealer Ort zum Lernen und Experimentieren, denn hier gibt es viel zu entdecken und zu erforschen. Und Kinder sind gerne mittendrin, als nur dabei. Obst und Gemüse klein schneiden, raspeln oder reiben, Zutaten abwiegen, abmessen oder verrühren, Nachspeisen dekorieren – es gibt viele Möglichkeiten, Kinder einzubeziehen. Das schult gleichzeitig die Geschmacksnerven. Denn Probieren ist schließlich erlaubt. Sind Kinder an der Planung und Zubereitung des Essens beteiligt, beschäftigen sie sich zugleich stärker damit. Sie lernen, wie Lebensmittel aussehen und verarbeitet werden und welche Speisen sich daraus zubereiten lassen.

Sie als Eltern können am besten einschätzen, wobei Ihr Kind schon helfen kann. Wenn es unerfahren ist, braucht es zunächst Ihre Unterstützung. Andernfalls fordern Sie es ruhig und trauen Sie dem Nachwuchs etwas zu.

Bei diesen Arbeiten können bereits kleine Kinder helfen:

  • Einkaufstasche leeren,
  • Lebensmittel in den Kühlschrank räumen,
  • Tisch decken, dekorieren und abräumen,
  • Obst und Gemüse waschen,
  • Obst auf Teller verteilen und Gemüse in den Topf legen,
  • Bananen und andere weiche Zutaten für den Obstsalat oder das Milchmixgetränk klein schneiden,
  • Brote schmieren (mit weicher Butter oder Margarine),
  • aus Getreideflocken, Nüssen und Obststückchen ein Müsli mischen und mit Milch übergießen,
  • Salatsoßen oder Quarkspeisen umrühren,
  • Plätzchen ausstechen,
  • Pizza oder Kuchen belegen.

Wenn Ihr Kind mit Küchengeräten vertraut ist, kann es sich an schwierigere Aufgaben herantasten: Kartoffeln oder Nudeln kochen, Pizzateig ausrollen, Pizza backen. Größere Kinder lieben es, nach ihrem eigenen Kinder-Rezeptbuch zu kochen und erfinden mit der Zeit ihre eigenen Varianten, die sie besonders gerne mögen.

Bei allem Experimentieren: Die Hygiene darf nicht zu kurz kommen. Hände waschen, nicht auf Lebensmittel niesen, den Arbeitsplatz sauber halten – sind nur einige Maßnahmen. Und auch auf die Sicherheit ist zu achten. In der Küche wird nicht geschubst oder gedrängelt, Vorsicht ist am Herd und mit heißen Flüssigkeiten geboten.

Tipps für weniger Stress am Esstisch

  • Erstellen Sie gemeinsam eine Aufgabenliste für jedes Familienmitglied. Dann kommen Diskussionen wie: „Warum schon wieder ich? Der Lukas soll auch mal spülen!“ erst gar nicht auf.
  • Lieber ein „Kinder-Kochtag“ in der Woche, an dem alle Beteiligten Zeit und Ruhe haben, zum Beispiel am Wochenende, als ein täglicher Versuch im hektischen Geschehen.
  • Nicht immer geht dabei alles glatt! Unvorhergesehenes, Kleckerei und Fehler gehören dazu. Planen Sie das ein, damit möglichst kein Stress aufkommt. Haben Sie Geduld und bleiben Sie in jedem Fall dran. Es lohnt sich.

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Meine Söhne (2 Jahre) essen kein Obst, Gemüse, Reis, Brot, Fisch. Das stresst mich sehr! Ich bestimme, was es zu essen gibt, und sie können bestimmen, ob sie es essen. Die Kinder haben nachts Hunger. Soll ich ihnen nur das geben, was sie gerne hätten?

 

Frage von Julia Gruschka (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

 

Claudia Thienel

Es antwortet: Claudia Thienel, Diplom-Oecotrophologin

 
 

Ich kann sehr gut verstehen, dass das Essverhalten Ihrer Kinder Ihnen Sorgen bereitet. Es kommt jedoch immer wieder vor, dass Kinder phasenweise ein extremeres Essverhalten aufweisen oder sogar nur von einer sehr begrenzten Zahl von Lebensmitteln leben. Solange Ihre Kinder sich altersgerecht entwickeln, fit und aktiv sind (das schaut sich Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin bei den U-Untersuchungen an oder fragen Sie dazwischen nach, wenn Sie unsicher sind), ist ein einseitiges Essverhalten nicht unbedingt Grund zur Besorgnis. Es ist wichtig, dass Sie Ihren Kindern die Dinge, die sie ablehnen, immer wieder anbieten - auch in unterschiedlicher Form. Das Essen sollte allen am Tisch Spaß machen. Jeglicher Druck und Zwang am Esstisch sind fehl am Platze, wenn ein Kind lernen soll, selbständig und mit Freude zu essen.

Sie verfolgen im Prinzip schon das richtige Konzept: Ihre Söhne sollten selbst entscheiden können, ob und wie viel sie essen möchten. Sie sorgen für ein ansprechendes, abwechslungsreiches und altersgerechtes Angebot, aus dem Ihre Kinder auswählen können. Sie sollten akzeptieren, wenn sie nichts oder nur kleine Mengen essen möchten und auch wenn sie nur bestimmte Lebensmittel auswählen. Versuchen Sie keinen Druck auf Ihr Kind auszuüben und Ihre Ängste, Ihre Enttäuschung oder Ihren Ärger nicht anmerken zu lassen. Auch Überredungskünste oder Belohnungen sind überflüssig und helfen nicht - im Gegenteil. Bleiben Sie geduldig, auch wenn sie wenig oder gar nichts gegessen haben.

Sie als Eltern sind für Ihre Kinder das wichtigste Vorbild. Eltern und Kinder sollten möglichst oft gemeinsam essen. Wichtig ist es, zu zeigen, welch ein Vergnügen essen und trinken bereiten kann, wie lecker es schmecken kann, wie spannend es sein kann, neue Dinge zu probieren. Versuchen Sie, gelassen zu reagieren, denn sonst kann sich das Thema Essen zum Hauptthema ausweiten. Nachts sollten Sie kein Essen anbieten, auch hier heißt es Durchhalten.

Eine Alternative zu Obst und Gemüse kann auch ein Frucht- oder Gemüsesaft sein (100 %, ohne Zucker), nicht zum Durst löschen, sondern z. B. als Nachtisch. Bei manchen Lebensmitteln kommt es auch oft nur auf die richtige Form an. Versuchen Sie es mit Obst als Zusatz zum Milch-Shake, gefroren als Eis, als Kompott, püriert als Soße über den Pudding oder die Quarkspeise oder vermischt mit dem Naturjoghurt. Frisches Gemüse lässt sich z. B. gut in der Soße über der Pizza oder Nudeln oder im Auflauf verstecken. Kinder lieben zudem Lebensmittel, die Geräusche machen z. B. Knäckebrot, Maischips, Joghurt mit Knusperflakes, Bananenchips.

Viele Tipps und praktische Informationen zur gesunden Ernährung Ihres Kindes bietet Ihnen die Broschüre "Das beste Essen für Kleinkinder".

Weitere Anregungen für den Familienalltag mit wählerischen kleinen Essern gibt es auch beim Netzwerk Gesund ins Leben

Unser Sohn ist 6 Jahre alt und trinkt sehr viel Milch. Wie viel Milchprodukte sind pro Tag ok?

 

von Riva71 (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

 

Porträt Claudia Thienel

Es antwortet: Claudia Thienel, Diplom-Oecotrophologin

 
 

Pro Tag darf Ihr Kind gerne drei Portionen Milch oder Milchprodukte bekommen: beispielsweise eine Tasse Milch von 150 ml, ein Joghurt von 100 g und eine kleine Scheibe Käse. Mehr sollte es nicht sein. Milch ist ein Lebensmittel und kein Getränk zum Durstlöschen.

Wird die empfohlene Menge an Milch und Milchprodukten anhaltend deutlich überschritten, belastet dies die Nieren und kann nach aktuellen wissenschaftlichen Studien eine Ursache für Übergewicht im späteren Kindes- und Jugendalter sein.

Viele Tipps und praktische Informationen zur gesunden Ernährung Ihres Kindes bietet Ihnen die Broschüre "Das beste Essen für Kinder - Empfehlungen für die Ernährung von Kindern“.

Bei meiner 2-jährigen Tochter wurde Untergewicht festgestellt (92 cm / 11 kg). Die Ärztin meint, wir sollen ihr mehr Kalorien geben. Aber wie?

 

von Leckermäulchen (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

 

Portrait Maren Krüger

Es antwortet: Maren Krüger, Oecotrophologin

 
 

Das Gewicht Ihrer Tochter ist tatsächlich sehr niedrig und es wäre gut, wenn sie in den nächsten Monaten zunehmen würde. Ein gesunder, ausgewogener Speiseplan mit regelmäßigen Mahlzeiten ist super. Dabei kommt es auch auf die Portionsgröße an.

Essen Sie so oft wie möglich alle gemeinsam am Familientisch – gerade wenn Ihre Tochter wenig Hunger zeigt. Das macht den Kindern Spaß und erhöht den Appetit. Sie werden neugierig und wollen gern das probieren, was auch die anderen essen. Lassen Sie Ihre Tochter vor einem eigenen Gedeck sitzen und möglichst selbständig essen, mit einem kindgerechten Besteck oder Fingerfood. Gerade bei Kindern "isst das Auge mit". Richten Sie den Esstisch und die Mahlzeit Ihrer Tochter kindgerecht an. Auch das erhöht den Spaßfaktor und damit den Appetit beim Essen. Planen Sie mittags ruhig auch einen Nachtisch ein. Auch wenn sie nicht hungrig zu sein scheint, geben Sie Ihr vormittags eine Zwischenmahlzeit. Das kann z. B. Vollkornbrötchen mit Belag, Vollkornzwieback, Rohkost mit Dipp, Quarkspeise oder Joghurt mit frischen Früchten oder Obstsaft, Obstsalat mit Sahne sein. Reichern Sie die Mahlzeiten kalorienmäßig an, indem Sie z. B. morgens ein Stückchen Butter im Grießbrei schmelzen lassen oder einen Teelöffel Rapsöl in die warme Mittags- oder Abendmahlzeit geben. Wählen Sie bei den Milchprodukten stets die Vollfettvariante, also Milch und Joghurt mit mind. 3,5 % Fett, Käse mit mind. 45 % Fett i. Tr. Pro Tag werden für Kleinkinder etwa 300 ml bzw. g Milch und Milchprodukte empfohlen. Auch diese können Sie energiemäßig aufpeppen, indem Sie noch etwas Sahne unterrühren.

Achten Sie drauf, dass Ihre Tochter jeden Tag ausreichend Bewegung hat, möglichst oft draußen. Das macht Hunger und Appetit.

Mein Sohn (27 Monate) ist ein richtiger Nimmersatt. Soll ich ihn beim Essen begrenzen? Oder ihn immer weiter essen lassen?

 

von Mariama (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

 

Porträt Claudia Thienel

Es antwortet: Claudia Thienel, Diplom-Oecotrophologin

 
 

Eventuell macht Ihr Kind gerade einen Entwicklungsschub und isst deshalb mehr. Aber auch wenn nicht: Solange sich sein Gewicht im Normalbereich entwickelt, besteht kein Grund zur Besorgnis. Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin würde Sie bei den Vorsorgeuntersuchungen darauf hinweisen, wenn Ihr Sohn übergewichtig wäre.

Fünf Mahlzeiten am Tag sind für Kinder ideal, drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten. Dazwischen sollte es 2-3 Stunden nichts geben. Setzen Sie nach jeder Mahlzeit einen klaren Schlusspunkt. Es sollte nur die Portion auf dem Tisch sein, die er auch tatsächlich essen soll, nicht mehr. D.h. die Teller werden an den Töpfen auf dem Herd mit Nudeln & Co aufgefüllt. Einzige Ausnahme: Gemüse und Salat, die auf dem Tisch stehen. Wenn er von seiner Portion noch nicht satt ist, darf er davon noch einen Nachschlag bekommen. Das sind Lebensmittel mit wenig Kalorien und hohem Sättigungsgrad. Wenn Ihr Sohn nichts davon essen möchte, beenden Sie die Mahlzeit ohne Kommentar und räumen ab. Und geben Sie diese Tipps auch an die Erzieher in der Kita weiter. Wenn sich die Essenssituation entspannt hat, kann Ihr Kind gerne wieder die Menge aller Speisenkomponenten, die es essen möchte, bestimmen. 

Ganz wichtig ist natürlich Ihr Vorbild bei den Mahlzeiten. Erinnern Sie Ihren Sohn ruhig daran, langsam zu essen, sodass er eher merkt, wann er satt ist. Wenn alle satt sind, räumen Sie das Essen generell ab.

Eine Ausnahme sollten Sie bei Festen leben: Lassen Sie Ihr Kind dort so viel essen, wie es will und was es will. Vielleicht braucht es mal das Gefühl, sich so richtig voll zu essen, bis es nicht mehr geht – oder es ihm damit auch gar nicht mehr so gut geht. Und Sie können auch mal entspannen.

Welcher Fisch ist für meine Kinder (2 und 6 Jahre) am besten geeignet?

 

von talaha (Frage und Antwort wurden ggf. gekürzt)

 

Porträt Claudia Thienel

Es antwortet: Claudia Thienel, Diplom-Oecotrophologin

 
 

Für Kleinkinder und Kinder gelten keine offiziellen Verzehrsbeschränkungen für bestimmte Fischarten. Allerdings können insbesondere langlebige Raubfische, wie Hai, Heilbutt, Thunfisch, Schwertfisch, Aal, Steinbeißer und Seeteufel, stärker mit beispielsweise Quecksilber belastet sein. Am wenigsten belastet durch Schwermetalle und andere Schadstoffe sind in der Regel frischer magerer Hochseefisch, z. B. Hering, Kabeljau, Schellfisch oder Seelachs und Fisch aus Zuchtteichen. Ganz wichtig: Roher Fisch wie Sushi und geräucherter Fisch, z. B. Räucherlachs oder Graved Lachs, sind noch nichts für Ihr Kleinkind. Weitere Informationen hierzu finden Sie beim Netzwerk Gesund ins Leben. Für Ihr 2-jähriges Kind sollte Fisch keine Gräten haben, denn wenn sie „in den falschen Hals“ gelangen, kann das zu Atemproblemen führen.

Generell werden für Kinder ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche empfohlen. Gerne darf es im Urlaub an der Nordsee auch mal etwas mehr sein. Zu den Fischsorten, die reich an wertvollen Omega-3-Fettsäuren sind, zählen Lachs, Hering oder Makrele.

Weitere Informationen zu Fisch bietet Ihnen unsere Rubrik „Vom Acker bis zum Teller“ sowie die Broschüre Fisch und Fischerzeugnisse.

Titelbild Kompass Ernährung Heft 1/20
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Kompass Ernährung

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zur Ausgabe 1/2020 von Kompass Ernährung

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Zur Ausgabe 2/2022 von Kompass Ernährung

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