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Hunger – auch in Deutschland?

Wenn wir „Hunger“ hören, haben wir oft Menschen in Afrika oder Asien im Sinn. Doch auch in reichen Ländern gibt es viele, die nicht genug zu essen haben, nicht genug essen können oder wollen.

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Junge hält sich den Bauch
fotokitas / stock.adobe.com
Ernährung im Fokus 2020
Sommerausgabe 2 2020
Schwerpunkt

Hunger – auch in Deutschland?

Wenn wir „Hunger“ hören, haben wir oft Menschen in Afrika oder Asien im Sinn. Doch auch in reichen Ländern gibt es viele, die nicht genug zu essen haben, nicht genug essen können oder wollen.

Leseprobe

Alte Frau erhaelt Essen
Hungrig – satt – prekär. Essen und Nichtessen in unsicheren Lebenslagen
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Alle Themen dieser Ausgabe

EDITORIAL
KURZ UND KNAPP
NACHLESE

SCHWERPUNKT

Geschichte des Hungers in Deutschland

DR. RAINER HUFNAGEL

Monat für Monat erreichen uns Berichte über Hungerkatastrophen in der Welt. Objektiv und global gesehen jedoch hat sich das Welthungerproblem in den letzten Dekaden gemildert. Hungerten im Jahre 1970 noch 28 Prozent der Menschheit, so waren es im Jahre 2015 noch elf Prozent.

 

ZWISCHENRUF

Brot ist Freiheit, Freiheit ist Brot!

DR. RAINER HUFNAGEL

Diese Liedzeile – von Georg Herwegh 1863 zu Papier gebracht – verbindet die Zeiten in ungeminderter Aktualität. Gesungen wird, was der Phiosoph John Locke schon 1689 in einer ausführlichen „Abhandlung über die Regierung“ proklamiert hatte. Auch heute lohnt es sich, Lockes Argumente zu hören und zu bedenken.

 

SCHWERPUNKT

Hungrig – satt – prekär. Essen und Nichtessen in unsicheren Lebenslagen

DR. GUNTHER HIRSCHFELDER •  SARAH THANNER

Vom Wohlstand der Nachkriegsjahre profitierten fast alle: Die Einkommen stiegen, gleichzeitig sank der Preis für Lebensmittel. Seit den 1990er-Jahren sind gegenläufige Bewegungen erkennbar. Die Öffnung des „Eisernen Vorhangs“, Globalisierung, Digitalisierung und schließlich Liberalisierung des Arbeitsmarkts führten dazu, dass sich die soziale Schere wieder öffnete. Armut erscheint heute in neuem Gewand.

 

SCHWERPUNKT

Gesund zunehmen – Untergewicht als Herausforderung

DR. LIOBA HOFMANN

Untergewicht ist in Entwicklungsländern mit bis zu 50 Prozent weit verbreitet. Durchfälle, mangelnde Hygiene und Hunger sind dort wichtige Faktoren. In wohlhabenden Staaten ist Untergewicht verglichen mit Adipositas von geringerer Bedeutung. Untergewicht kann sich negativ auf Gesundheit und Lebensqualität auswirken. Dennoch wird es als mögliches Problem kaum wahrgenommen; teilweise stößt es sogar auf Unverständnis.

 

ZWISCHENRUF

Ohne Frühstück aus dem Haus? Kein Problem!

DR. ANETTE BUYKEN

Viele Jugendliche „fallen“ morgens aus dem Bett und stöhnen, wenn sie auch noch frühstücken sollen – lieber dehnen sie die Zeit im Bett so lang wie möglich aus. Viele Eltern erleben das fehlende Frühstück als Problem. Ist es eins?

 

SCHWERPUNKT

Essstörungen bei Jugendlichen und Erwachsenen - Krankheitsbild und Diagnostik

DR. JOACHIM WESTENHÖFER

Essstörungen sind psychische Störungen mit markanter Veränderung des Essverhaltens, die mit verschiedenen körperlichen und psychischen Folgeschäden einhergehen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

 

SCHWERPUNKT

Körpererfahrung als Mittel zur Verhaltensänderung - Embodiment in der Ernährungsberatung

THOMAS FRANKENBACH

Techniken, die die Körperwahrnehmung fördern, können die Ernährungsberatung in ihrer Wirksamkeit verbessern. Eine wissenschaftlich fundierte Erklärung liefert die Embodiment-Theorie. Was verbirgt sich dahinter? Wie funktioniert Embodiment-basierte Ernährungsberatung? Welche Anforderungen stellen Embodiment-Verfahren an die Beratungskraft?

 

SCHWERPUNKT

Magnesium: Ein Hidden- Hunger-Mineral?

DR. ALEXANDER STRÖHLE •  DR. ANDREAS HAHN

So vielseitig die Funktionen von Magnesium im Stoffwechsel sind, so facettenreich sind die Gesundheitsprobleme, die sich auf dem Boden eines Magnesiummangels entwickeln. Betroffen sind vor allem Nerven- und Herz-Kreislauf-System. Aber auch Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes, die auf den ersten Blick keinen Bezug zum Magnesiumhaushalt haben, stehen mit einem Magnesiumdefizit in Verbindung.

 

ZWISCHENRUF

Hidden Hunger – auch in Deutschland?

DR. SIBYLLE ADAM

Eine Form der Mangelernährung ist der Mikronährstoffmangel. Seine Auswirkungen sind sehr häufig nicht sofort sichtbar, die gesundheitlichen Konsequenzen entwickeln sich über Wochen oder gar Jahre. Deshalb wird dieser Mangel verborgener Hunger genannt, im Englischen Hidden Hunger. Wie sieht es diesbezüglich in Deutschland aus?

 

LEBENSMITTELRECHT
WISSEN

METHODIK & DIDAKTIK

Selbstorganisation und Selbstmanagement im Homeoffice

CHRISTINE MAURER

Eigentlich sollte es doch keinen Unterschied machen, wo wir arbeiten – oder? Gleichzeitig ist das Homeoffice ein besonderer Ort für das Arbeiten, das ansonsten im Büro stattfindet. Wie lässt sich das Arbeiten im Homeoffice aktiv gestalten, um von seinen zahlreichen Vorteilen profitieren zu können?

 

LEBENSMITTELVERARBEITUNG

Reststoffverwertung bei pflanzlichen Lebensmitteln

DR. ANDREAS SCHIEBER

Nebenprodukte der Verarbeitung pflanzlicher Rohstoffe bergen ein enormes Potenzial als Quelle von Wertstoffen. Insbesondere Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe sind gewöhnlich reichlich vorhanden. Sie können als biofunktionelle oder technofunktionelle Lebensmittelzutaten eingesetzt werden.

 

PRÄVENTION & THERAPIE

Schmeckst du noch oder riechst du schon? - Abgrenzung und Auswirkungen von Riech- und Schmeckstörungen

DR. MICHELLE FEUEREISEN

Riech- und Schmeckstörungen betreffen etwa ein Drittel der Erwachsenen und werden häufig verwechselt. Für Betroffene kann sich das auf Körper, Psyche und Lebensqualität im Alltag auswirken. Die möglichen Ursachen der Störungen sind vielfältig. Für Behandlung und Umgang mit diesen Sinneseinschränkungen ist die Klärung von Ursache und Ausmaß entscheidend.

 

ERNÄHRUNGSPSYCHOLOGIE

Herausforderungen in der Ernährungsberatung: Gestörtes Familiensystem – Anorexia nervosa?

DR. CHRISTOPH KLOTTER

In der Ernährungsberatung ist neben der gründlichen Anamnese stets zu schauen, in welchen sozialen Systemen sich eine Klientin bewegt, ob sie „Symptomträgerin“ in einem kranken System spielen muss.

BÜCHER
AUS DEM BZfE
VORSCHAU/IMPRESSUM

Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis der Augabe 2 2020 finden Sie hier:

Zum Download

Grafik 4. BZfE-Forum
Jasmin Friedenburg / BLE

Veranstaltungstipp

Essen wird anders – Ernährung und die planetaren Grenzen Erstes digitales BZfE-Forum ausgebucht

Wichtige Infos und Impulse für alle gibt es kostenlos im Netz und über #berta20

(BZfE) - Das 4. BZfE-Forum findet in diesem Jahr erstmals digital statt. Bereits nach wenigen Tagen war das Forum ausgebucht. Wer ein Ticket ergattert hat, kann vom 2. bis 4. September 2020 live am PC oder per Smartphone die Vorträge hochrangiger Expert*innen unter der Überschrift „Essen wird anders - Ernährung und die planetaren Grenzen“ verfolgen. Viel wichtiger ist, dass das Forum um interaktive Formate ergänzt wurde. So besteht am zweiten Tagungstag die Wahl zwischen verschiedenen Workshops rund um ein nachhaltigeres Ernährungssystem. Und ein Barcamp in offenen Kleingruppen bietet am dritten Tag die Gelegenheit, Impulse für die eigene Praxis mitzunehmen.

Das können auch all diejenigen, die leider keinen Platz bekommen haben und bei denen es auch über die eingerichtete Warteliste nicht klappt. Denn die Umwandlung des Forums in eine virtuelle Tagung hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Zwar lässt das Format nur halb so viele Teilnehmende zu wie die Foren der vergangenen Jahre. Alle anderen gehen aber keinesfalls leer aus: Am Ende jeden Tages finden sie die Ergebnisse und Impressionen aus Vorträgen, Workshops und Diskussionen in Form ausgewählter Mitschnitte frei verfügbar auf bzfe.de. Von dort gelangt man außerdem zu den Abstracts und Lebensläufen der Referent*innen. Außerdem ist im Anschluss an das Forum eine umfangreiche Nachberichterstattung geplant und es werden sich viele neue Anregungen und Informationen dauerhaft im Netz finden. Das gilt auch für die Sonderausstellung vom BMEL geförderter Forschungsvorhaben, die in zehn Multimediareportagen zu erleben ist.

Alle Teilnehmenden sind herzlich eingeladen, unter dem Hashtag #berta20 Infos, Eindrücke und Anregungen aus dem BZfE-Forum über Twitter oder Facebook zu posten, zu diskutieren  und so alle Interessierten mit ins Boot zu holen.

Titelbild Ernährung im Fokus Sonderausgabe 2 2020
fotokitas/stock.adobe.com / BLE

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Online-Spezial

Mädchen in Decke gehüllt
fizkes / stock.adobe.com

Saisonale Schwankungen des Körpergewichts sind gut belegt: Im Winter sind viele schwerer als im Sommer. Eine neue Studie zeigt, dass sie bei Menschen mit Magersucht umgekehrt zu sein scheinen.

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Aktuell

Onlineumfrage Schlechter riechen und schmecken durch Infekte der Atemwege?

Riech- und Schmeckstörungen scheinen häufige Symptome bei einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus zu sein. Chemosensorische Störungen, deren Unterscheidbarkeit und Auswirkungen werden in der Ausgabe 2 2020 von „Ernährung im Fokus“, die im Juni erscheinen wird, vorgestellt. Obwohl es bereits einige Studien zu Sinnesbeeinträchtigungen im Zusammenhang mit Corona gibt, bedarf es weiterer Datenerhebungen und Forschung. Deshalb führt das Interdisziplinäre Zentrum für Riechen und Schmecken des Universitätsklinikums Dresden unter Leitung von Prof. Dr. med. Thomas Hummel derzeit eine Onlineumfrage „Riech- und Schmeckverlust durch Infekte der oberen Atemwege“ durch.

Die kurze und anonyme Befragung richtet sich nicht nur an Menschen, die einen Infekt haben oder kürzlich hatten, sondern auch an Menschen ohne Infekt. Wer daran teilnimmt, unterstützt die Wissenschaft bei der weiteren Erforschung von Schmeck- und Riechstörungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und anderen grippalen Infekten.

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Grillgemüse auf Rost
Pixabay / Angela Henderson Orr

AKTUELL

Willkommener Zeitvertreib

Grillen – aber sicher!

Gerade jetzt in der Corona-Zeit mit ihren Beschränkungen ist das Grillen mit der Familie daheim eine willkommene Abwechslung. Grillen macht Spaß und ist eine köstliche, nährstoffschonende und fettsparende Art der Zubereitung. Ob Fleisch, Fisch oder Vegetarisches - keiner geht beim Grillen leer aus. Es gilt jedoch, einige Regeln am Grill zu beachten.

So rät der Verein Paulinchen e. V. (Initiative für brandverletzte Kinder), keinen Spiritus oder andere flüssige Brandbeschleuniger zu verwenden. Das kann zu schwerwiegenden Grillunfällen führen. Vor allem Kinder sind aufgrund ihrer Körpergröße gefährdet, großflächige Verbrennungen zu erleiden.

Besser ist es, feste, geprüfte Grillanzünder aus dem Fachhandel zu nutzen. Ein Eimer mit Sand, Feuerlöscher oder Löschdecke zum Löschen des Grillfeuers bereithalten. Kinder auf Sicherheitsabstand von zwei bis drei Metern zum Grill halten!

Auch das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) gibt Tipps zum sicheren und gesunden Grillen.

  • Als Brennmaterial Holzkohle (preiswerter, glüht aber schneller durch) oder Holzkohlebriketts (brauchen länger, aber glühen auch länger und gleichmäßiger) verwenden.
  • Kiefernzapfen, harzreiches Holz, Verpackungen oder Papier gehören nicht in den Grill, denn beim Verbrennen entstehen giftige Gase.
  • Vorsicht: Wenn Fett oder Saft aus dem Grillgut oder der Marinade auf die Glut tropft, entsteht bläulicher Rauch mit gesundheitsschädlichen Stoffen. Deshalb am besten eine Auffangschale oder Grillfolie verwenden.
  • Saure oder gesalzene Produkte nicht auf oder in Aluminium grillen. Es kann in das Grillgut übergehen.
  • Verbrannte Stellen abschneiden, denn auch sie enthalten verschiedene gesundheitsschädliche Stoffe. 

Weitere Informationen:

www.bzfe.de/inhalt/grillen-1578.html

www.paulinchen.de/paulinchen-ev/aktuelles/news-detail/news/wir-grillen-mit-sicherheit/

 

Frau an der Kasse mit Lebensmittel auf Band
benjaminnolte / stock.adobe.com

Aktuell

Haushaltstipps

Einkauf sinnvoll planen

„Stay home!“ lautet der eindringliche Appell in Zeiten von Corona und Kontaktsperre. Jetzt ist es besonders wichtig, unnötige Gänge zum Supermarkt zu vermeiden. Immer gilt: Ein gut organisierter Haushalt erleichtert den Alltag – dazu gehört auch das Einkaufen. 

Der Wocheneinkauf etwa lässt sich auf einen einzigen Tag reduzieren, wenn die Familie für eine Woche im Voraus einen Mahlzeitenplan aufstellt. Diese „Speisekarte“ berücksichtigt natürlich die Vorlieben der Familienmitglieder und bleibt flexibel in der Reihenfolge. Die benötigten Mengen der Zutaten lassen sich anhand von Rezepten pro Person berechnen. Für den Plan die einzelnen Zutaten notieren, andere Haushaltsvorräte wie Wasch- und Reinigungsmittel kontrollieren und die Einkaufsliste vervollständigen. Ein gut geplanter Alltag bringt übrigens auch mehr Zeit für die Familie, z. B. für das gemeinsame Kochen und Genießen. 

Informationen:

Broschüre „Aufgetischt! - Wegweiser für Ernährung, Einkauf & Lebensmittel“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft: www.ble-medienservice.de/6662

Rezepte und Tipps rund ums Kochen mit Kindern vom Bundeszentrum für Ernährung: www.bzfe.de/inhalt

Junge gießt Pflanzen
Phichit Wongsunthi / Pixabay

AKTUELL

Tipps für Familien

Wertschätzen statt Hamstern

Die Corona-Pandemie hat unseren Alltag auf den Kopf gestellt. Dabei können auch unsere Ernährungsgewohnheiten durcheinandergeraten sein – eine gute Gelegenheit neu zu justieren, nachhaltiger zu konsumieren und Lebensmittel mehr wertzuschätzen.

Dazu gehört:

  • Planvoll und solidarisch einkaufen. Vor dem Einkaufen einen Überblick über die Vorräte verschaffen und nur das kaufen, was wirklich nötig ist. So ist genug für alle da und nichts muss in der Tonne landen. 
  • Hygiene in der Küche beachten. Wer dieser Tage etwas mehr Zeit zu Hause verbringt, kann z. B. Schubladen und Vorratsschränke auswischen oder den Kühlschrank sauber machen – was wir sonst oft vor uns herschieben. Lebensmittel anschließend wieder nach dem „First-in-first-out-Prinzip“ einräumen, damit Vorräte nicht in Vergessenheit geraten. 
  • Gemeinsam kochen. Viele Menschen arbeiten zurzeit im Home Office und haben flexible Arbeitszeiten. Warum also nicht eine verlängerte Mittagspause einlegen und selbst kochen? Oder gleich für mehrere Tage vorkochen? Kinder können beim Gemüse putzen, schnippeln und garen helfen – das vertreibt mögliche Langeweile. 

Informationen:

www.zugutfuerdietonne.de/aktuelles

www.bzfe.de/inhalt

Hände halten Bohnen in Plastikverpackung und zusammengebunden
Marlon / stock.adobe.com

AKTUELL

Corona-Pandemie

Plastikverpackung – Schutz oder Risiko?

Das Coronavirus hat eine neue Facette in die Debatte über Lebensmittelverpackungen gebracht. Schützen Plastikverpackungen vor der Übertragung des Virus oder sind sie eher kontraproduktiv? Darüber gehen die Meinungen in Wissenschaft und Wirtschaft auseinander.

Laut europäischen und US-amerikanischen Experten gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass Lebensmittel oder Lebensmittelverpackungen zur Übertragung des Coronavirus beitragen. Denkbar ist aber eine Kontamination, etwa wenn ein Verbraucher im Supermarkt auf die Obst- oder Gemüsetheke niest. Wie sich das bei verpackten oder unverpackten Produkten auswirkt, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten.

Einerseits schützen Plastikverpackungen Lebensmittel vor möglichen Kontaminationen und tragen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung bei, indem sie Produkte länger frisch halten. Andererseits kommen aktuelle Laboruntersuchungen einer amerikanischen Arbeitsgruppe zu dem Ergebnis, dass das Coronavirus auf harten Oberflächen wie Kunststoff und Edelstahl bis zu drei Tagen und auf Pappe bis zu 24 Stunden überleben kann (vgl. BfR 2020). Auch könnten in Plastik verpackte Produkte eher überlagert und schließlich doch weggeworfen werden als nicht verpackte.

Ebenfalls uneinheitlich bewerten Experten die Vorzüge von Plastiktüten gegenüber Mehrwegtaschen. Während die einen hygienische Vorteile von Kunststoffhüllen anführen, raten andere, Verbraucher sollten ihre eigenen (Mehrweg-)Taschen verwenden und sich so oft wie möglich die Hände waschen. Denn wenn sich Kassiererin und Kunden nicht regelmäßig und ausreichend die Hände waschen, könnten die Viren auf die Plastiktüten gelangen und dort umso länger überleben.

Derzeit ist die Datenlage zu uneinheitlich, um konkrete Empfehlungen zu geben. Hier bedarf es weiterer Forschung. Abstand halten, Handhygiene sowie die „Husten- und Niesetikette“ sind aber in jedem Fall unabdingbar.

Quelle: www.foodnavigator.com/Article

Aktuell

Diabetes und Corona

Die Blutzuckereinstellung macht's

Sind Diabetiker in Bezug auf Corona gefährdeter als Gesunde? Laut Experten der Deutschen Gesellschaft für Diabetologie (DDG) haben gut eingestellte Diabetespatienten ein vergleichbares Infektionsrisiko wie Gesunde. Anders bei Begleit- und Folgeerkrankungen wie kardiovaskulären Problemen und Organschäden: Hier kann die Erkrankung eher schwere Verläufe nehmen. Ob es einen Unterschied zwischen Typ-2-Diabetes und Typ-1-Diabetes gibt, lässt sich momentan noch nicht sagen.

Erfreulicherweise ist seit Einführung der Diabetes Disease-Management-Programme (DMP) ein deutlicher Rückgang schwerer diabetischer Folgekomplikationen wie Amputation, Erblindung oder Dialysepflicht zu beobachten. Frauen profitieren von den Versorgungsprogrammen stärker als Männer. Sie nehmen die Therapieangebote öfter und über einen längeren Zeitraum wahr.

Informationen: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Geschäftsstelle, Albrechtstraße 9, 10117 Berlin, Tel. +49 30 3116937-55

Internet: www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Frau kauft Gemüse im Hofladen
goodluz / stock.adobe.com

Aktuell

Umfrage der DGQ

Nachhaltigkeit und Qualität gehen Hand in Hand

Verbraucher legen zunehmend Wert auf nachhaltiges Handeln – im Alltag und bei ihrem Konsumverhalten. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) e. V. anlässlich des Weltqualitätstages 2019 unter gut 1.000 Bundesbürgern.

Für 85 Prozent der Deutschen ist Nachhaltigkeit ein klares Qualitätskriterium von Produkten und Services. Insgesamt hat die Bedeutung nachhaltigen Handelns für die meisten der Befragten zugenommen (83 %). Einige Hürden bleiben aber: Zu hohe Kosten, der Mangel an Alternativen sowie Informationslücken erschweren die Entscheidung: Fast zwei Drittel (60 %) sehen in fehlenden Informationen eine der größten Hürden für nachhaltiges Handeln. Trotz Mangel an Zeit versuchen 40 Prozent der Deutschen, sich selbst aktiv über das Thema zu informieren. Hier liegt eine große Chance, “Nachhaltiges Handeln“ in Schule und Beratung aufzugreifen und Verbraucher zu befähigen, nachhaltige Entscheidungen hinsichtlich der Qualität zu treffen.

Informationen: www.dgq.de

Mädchen hält Jungen Hand mit Küken hin
Victoria Borodinova / Pixabay

AKTUELL

IN FORM-Projekt ausgezeichnet

Vom Acker in den Mund!

Das nachhaltige Bildungsangebot „Vom Acker in den Mund!“ der Sarah Wiener-Stiftung ist jetzt Partner der Bundesinitiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung IN FORM.
Kostenfreie Fahrten auf einen Biobauernhof geben Kindern die Möglichkeit, mit allen Sinnen den Ursprung der Lebensmittel und die ökologische Landwirtschaft zu erleben. Dadurch sollen die Kinder praktisch und direkt von den Erzeugern lernen, sich bewusst und vielseitig zu ernähren. Derzeit finden allerdings aufgrund der Corona-Pandemie keine Bauernhoffahrten statt.
Im Rahmen des Nationalen Aktionsplans IN FORM zeichnen die Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft sowie Gesundheit herausragende Projekte aus, die das Ernährungs- und Bewegungsverhalten in Deutschland dauerhaft verbessern.

Informationen: www.sarah-wiener-stiftung.de

Cover Buch Keimarme Ernährung
Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

Lesetipp

Buchrezension von Rüdiger Lobitz, Meckenheim Keimarme Ernährung

Bei Immunschwäche und Immunsuppression, in der Schwangerschaft und im Alter

Die Autoren – ein Mikrobiologe und Dozent für Lebensmittelhygiene sowie eine Oecotrophologin und klinische Ernährungstherapeutin – beschreiben, worauf Personen mit verminderter Immunabwehr bei ihrer Ernährung achten müssen. Einleitend vermitteln sie einen wissenschaftlichen Überbau und erklären die Biologie und Lebensweise von Mikroorganismen, die ja sowohl schädlich als auch nützlich für den Menschen sein können. Der Leser erfährt, welche Abwehrsysteme der Körper gegen Infektionserreger hat und wie diese bei Immunsuppression (Unterdrückung des körpereigenen Abwehrsystems), Immunschwäche und Immundefekten außer Funktion geraten. Im Anschluss erläutern die Autoren die allgemeinen Regeln der Lebensmittelhygiene, von Einkauf über Lagerung und Zubereitung bis zum Verzehr, einschließlich der persönlichen Körperhygiene. Den Hauptteil des Buches nimmt die Beschreibung der mikrobiologisch-hygienischen Eigenschaften und Besonderheiten von Lebensmitteln ein:

  • Obst und Gemüse
  • Nüsse, Samen, Pflanzenöle
  • Getreide und Getreideprodukte
  • Milch und Milchprodukte
  • Fleisch und Fleischerzeugnisse
  • Eier und eierhaltige Produkte
  • Fisch, Fischerzeugnisse und Schalentiere
  • Getränke
  • Süßwaren

Grafiken, übersichtliche Flussdiagramme, Tabellen und Abbildungen erleichtern das Verständnis des durchgängig fachlich geschriebenen Textes. Infokästen mit „Praxistipps“, „Das Wichtigste in Kürze“ sowie „Wissenswert“ helfen bei der schnellen Orientierung.

Insgesamt vermittelt „Keimarme Ernährung“ keine neuen Erkenntnisse, denn die Prinzipien von Produkthygiene, Prozess- und Personalhygiene sind bekannt und in HACCP-Konzepten und diversen DIN-Normen dargelegt. Für Menschen, deren Immunsystem für den Angriff von Infektionserregern besonders empfindlich ist und die das Risiko von Lebensmittelinfektionen reduzieren müssen, kann die Lektüre jedoch sehr hilfreich sein; vor allem dann, wenn sie mit Hygieneprinzipien nicht vertraut sind. Auch Fach- und Pflegekräfte oder Angehörige, die mit der Versorgung von immungeschwächten Personen betraut sind, profitieren davon, wenn sie in punkto Hygiene nicht 100 Prozent sattelfest sind. Ein Praxistipp im Kapitel Geflügelfleisch verweist darauf: „Bereiten Sie selbst kein Geflügelfleisch zu, wenn Sie nicht im hygienischen Umgang mit Lebensmitteln geschult oder erfahren sind.“
Das Buch punktet mit einer umfassenden und dennoch kompakten und praxisnahen Darstellung.

Rüdiger Lobitz, Meckenheim

 

Keimarme Ernährung: bei Immunschwäche und Immunsuppression, in der Schwangerschaft und im Alter

Heribert Keweloh, Uta Reinecke
Broschiert, 186 Seiten
Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2018
ISBN 978-3804736870

Preis: 24,80 Euro

Cover Buch Erfolgreich selbstständig als Ernährungsfachkraft
Thieme Verlag

Lesetipp

Buchrezension von Gabriela Freitag-Ziegler, Bonn Erfolgreich selbstständig als Ernährungsfachkraft

Dieses Buch nimmt Ernährungsfachkräfte auf ihrem Weg in und durch die Selbstständigkeit in quasi allen Lebenslagen an die Hand.

Es ist gleichzeitig ein großartiger Fundus an Informationen sowie ein empathischer Ratgeber für persönliche Probleme, die selbstständiges Arbeiten mit sich bringen kann. Von der ersten Idee, sich selbstständig zu machen, bis zur Erstellung eines Businessplans. Für Neueinsteiger oder für Menschen, die bereits „gegründet“ haben und ihr Marketing verbessern möchten - das Fachbuch für Ernährungsfachkräfte mit Schwerpunkt Ernährungsberatung und/oder -therapie geht gleichzeitig in die Breite und in die Tiefe. Es deckt wirklich alle Themen, die für selbstständige Ernährungsfachkräfte relevant sind, ab. Von Vorüberlegungen zum Leistungsspektrum, möglichen Praxismodellen über finanzielle und rechtliche Aspekte bis hin zum Selbstmanagement und der Bewältigung von Krisen des Unternehmens. Gleichzeitig reißt das Buch nicht nur kurz an, was jeweils zu beachten ist, sondern bietet für jeden Aspekt zahlreiche Informationen, kreative Anregungen oder Lösungsvorschläge.

Dazu enthalten die ohnehin klar gegliederten Kapitel zusätzlich zum Fließtext auf jeder Seite Boxen der Kategorien „Definition“, „Info“, „Praxistipp“, „Übung“ und „Merke“. Sie lockern auf, erleichtern eiligen Zeitgenossen die Orientierung und helfen bei Entscheidungsfindung und Planung. Sehr sympathisch ist der zugewandte und lockere, aber nie oberflächliche Schreibstil. Er motiviert, sich mit trockenen Themen wie Steuern und Versicherungen genauso zu befassen wie mit den Geheimnissen eines professionellen Marketings.

Ein umfangreicher Anhang komplettiert das Werk: Kopiervorlagen für die Beratung, Checklisten, das Wichtigste in Tabellenform und unzählige Adressen und Links, um sich weitere Infos und Hilfen zu holen, sich als Ernährungsfachkraft fortzubilden oder zu vernetzen.

Gabriela Freitag-Ziegler, Bonn

 

Erfolgreich selbstständig als Ernährungsfachkraft

Birgit Blumenschein, Susanne Klein (Hrsg.)
320 Seiten (Hardcover)
Thieme 2019
ISBN: 978-3132426535

Preis: 59,99 Euro

Buchcover Die Nebenbei-Diät
Stiftung Warentest (Hg.)

Lesetipp

Buchrezension von Brigitte Plehn, Krefeld Die Nebenbeidiät - Das Kochbuch

„Diät“ - allein das Aussprechen dieses Wortes kann einen bitteren Nachgeschmack auf der Zunge hinterlassen, denn es erinnert an Hunger, Stress und Frust. Süßer dagegen klingt in den Ohren Abnehmwilliger die Wortneuschöpfung „Nebenbeidiät“, denn das, was nebenbei geschieht, scheint einfach und unkompliziert zu sein.

Die Autorin dieses kleinen Ratgeberkochbuches, Elisabeth Lange, lässt in ihrem Vorwort dann auch keine Zweifel aufkommen, dass sich Abnehmen und Wohlfühlen nicht ausschließen. Ihr Rezept? Anders kochen. Langsames Verringern der gewohnten Verzehrmengen. Keine Verbote. Ergebnis ist eine kalorienarme, mengenmäßig wohldosierte, bedarfsgerechte und stressfreie Ernährung, an die die Autorin behutsam heranführt:

Nach kurzen Erklärungen, welche Art von Küchengerät fettarmes Kochen leicht macht und welche positive Rolle Sport beim Optimieren des Körpergewichtes spielt, gibt Lange einige grundlegende Tipps zur kalorienreduzierten Essenszubereitung. Dann beginnt ihr großer Rezeptteil mit 200 „leichten Rezepten“, die sie nach Mahlzeiten einteilt, also Rezepte fürs Frühstück, für den Mittag oder die Lunchbox und so weiter. Oft genug liefert die Autorin Begründungen mit, warum die Mahlzeiten kalorienschlank sind. Außerdem bietet sie Zubereitungsvarianten und hilfreiche Nährstoffangaben an.

Das, was in diesem Büchlein neu ist, sind die Rezepte heißgeliebter, aber kalorienschwerer Genüsse wie Schoko-Mousse, Sauce Hollandaise, verschiedene Kuchen und fette Braten – aber in der Light-Version! Durch Austausch einzelner Zutaten oder veränderte Garmethoden – so erklärt es die Autorin - specken die Gerichte ab und werden wieder „gesellschaftsfähig“. Aus diesem Grund kommt die Nebenbeidiät auch ohne Verzehrverbote einzelner Lebensmittel aus. So schafft man das Nebenbei-Abspecken durch abgespeckte (Lieblings-)Speisen.

Weniger neu, aber dennoch angenehm sind die vielen schönen Food-Fotos, die zahlreichen erklärenden Hinweise, die unauffällige Schulung in Sachen „Gesunde Ernährung“, die witzige Sprache. Zuletzt – ganz nebenbei - noch ein Argument, das für dieses kleine Buch spricht: Herausgeber ist die Stiftung Warentest.

Brigitte Plehn, Krefeld

Die Nebenbeidiät - Das Kochbuch

Elisabeth Lange
Stiftung Warentest (Hrsg.)
223 Seiten
ISBN 978-3-86851-092-8

Preis: 16,90 Euro

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