(BZfE) – Die Internationale Süßwarenmesse, kurz ISM, ist die weltweit führende Fachmesse für Süßwaren und Snacks und findet jährlich in Köln statt. Anfang Februar 2026 verzeichnete die Messe rund 1.600 ausstellende Unternehmen aus 72 Ländern, wobei der Auslandsanteil bei 87 Prozent lag.
Augenfällig war der wachsende Markt für funktionelle Süßwaren. Dem trug der neu geschaffene Themenbereich „ISM Functional Sweets“ Rechnung. Welche funktionellen Zutaten kann man sich hier vorstellen? Zum Beispiel Müsliriegel, angereichert mit Ballaststoffen, Protein oder Koffein. Gummibärchen mit Magnesium oder Calcium und Vitamin D. Außerdem gab es viele weitere Produkte mit Kräutern, Vitaminen, Mineralien, Kollagen oder Pflanzenextrakten. Den Süßwaren wurden also gezielt Inhaltsstoffe zugesetzt, die über den reinen Genuss hinaus zusätzlichen Nutzen für die Gesundheit versprechen.
Ist das aber wirklich so? Dazu sagt Dr. Birgit Jähnig vom Bundeszentrum für Ernährung: „Nein, denn funktionelle Süßigkeiten liefern keinen echten gesundheitlichen Mehrwert.“ Auch wenn sie zusätzlich Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe oder Proteine enthalten, haben sie oft eine unausgewogene Nährstoffbilanz, meist einen hohen Fett- und/oder Zuckergehalt. „Wer sich insgesamt gut ernährt, ist in der Regel ausreichend mit Nährstoffen versorgt und benötigt die Zusätze in Süßwaren nicht. Funktionelle Süßigkeiten sind immer noch Süßigkeiten und liefern keinen Beitrag zu einer gesunden Ernährung“, so Jähnig.
Flankiert wird die ISM traditionell durch eine Reihe von Kurzreferaten von Branchenkennern und -kennerinnen. So referierte beispielsweise Professorin Dr. Andrea Maier-Nöth von der Hochschule in Albstadt-Sigmaringen zu dem Thema „Sweetness and Food Preference in Children“. Sie spricht sich dafür aus, den Zuckergehalt in Lebensmitteln schrittweise zu senken – auch wenn sich der Geschmack dadurch etwas verändert. Denn Kinder würden durch Erfahrung lernen, was ihnen schmeckt. Wenn sie regelmäßig sehr süße Lebensmittel essen, würden sie sich daran gewöhnen – und später ebenfalls gesüßte Speisen bevorzugen. Werde der Zuckergehalt jedoch nach und nach reduziert, könne sich auch der Geschmackssinn an weniger Süße gewöhnen. So lasse sich langfristig die Vorliebe für Süßes verringern – mit positiven Effekten auf Ernährungsverhalten und Gesundheit.
Rüdiger Lobitz, bzfe.de
Weitere Informationen:
BZfE: „Snackification“-Trend – Neues von der Internationalen Süßwarenmesse 2025
BMLEH: Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten
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