- Kartoffeln aus heimischer Ernte bieten hochwertige Frische und Qualität.
- Für lose und verpackte Kartoffeln gibt es unterschiedliche Kennzeichnungspflichten.
- In kühler, trockener und lichtgeschützter Umgebung können Kartoffeln wochen- bis monatelang lagern.
- Kartoffeln am besten ohne Schale verzehren und grüne Stellen sowie Keimansätze großzügig entfernen.
- Es gibt verschiedene Garmethoden – von Kochen über Dämpfen und Dünsten bis hin zu Braten, Backen und Frittieren.
- Je nach Rezept eignen sich festkochende, teilweise festkochende oder mehligkochende Sorten am besten.
Kartoffeln einkaufen
Heimische Frühkartoffeln sind frisch geerntet ab Juni, spätere Sorten ab August bis Oktober/November erhältlich. Da sich vor allem die späten Sorten sehr gut lagern lassen, bietet der Handel sie bis weit ins Folgejahr hinein an – bis sie dann von der nächsten Frühernte abgelöst werden.
Frische und qualitativ gute Kartoffeln erkennen Sie daran:
- Sie sind gesund, sauber und fest,
- riechen erdig, aber nicht muffig,
- sind trocken und nicht feucht oder glitschig,
- haben keine Druckstellen, Runzeln, Keimansätze oder grüne Stellen.
Tipps für den Einkauf
- Berücksichtigen Sie die Kocheigenschaft: Wählen Sie passend zum Rezept festkochende, vorwiegend festkochende oder mehlige Sorten.
- Nicht alle sind stets perfekt: Kleine Schalenfehler mindern nicht die Qualität.
- Wählen Sie ungewaschene Knollen: Noch leicht erdige Kartoffeln halten länger.
- Bevorzugen Sie regionale Ware: So unterstützen Sie heimische Betriebe und reduzieren die Umweltbelastungen durch kurze Transportwege.
- Greifen Sie zu Bio-Kartoffeln: Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger sind im Öko-Anbau nicht zulässig. Das schont Bodengesundheit und Umwelt und fördert die Artenvielfalt.
Orientierung beim Einkauf: Kennzeichnung
Es gibt keine verbindlichen Handelsklassen bei Kartoffeln. Bei losen und unverpackt angebotenen Kartoffeln reicht ein Schild mit dem Grundpreis in der Nähe der Ware. Wurden noch veraltete Keimhemmungsmittel wie Imazalil, Chlorpropham oder Thiabendazol verwendet, ist zusätzlich der Hinweis „nach der Ernte behandelt“ Pflicht. Sie fallen unter die Rückstands-Höchstmengenverordnung und werden kaum noch verwendet. Bei modernen Mitteln wie Ethylen oder Minzöl entfällt der Hinweis. Weitere Angaben wie Ursprungsland, Sorte oder Kochtyp der Kartoffeln sind freiwillig.
Frische, unverarbeitete Speisekartoffeln in Fertigpackungen wie Netzen oder Folienbeuteln müssen folgende Angaben tragen:
- Bezeichnung (Speisekartoffeln oder Speisefrühkartoffeln)
- Name/Firma und Anschrift des Verantwortlichen (Verpacker oder EU-Importeur)
- Nennfüllmenge (Nettogewicht)
- Losnummer
- bei Einsatz von bestimmten Keimhemmungsmitteln der Hinweis „nach der Ernte behandelt“
- Packungspreis und Grundpreis pro Kilo
Ein Mindesthaltbarkeitsdatum ist nicht vorgeschrieben. Da Kartoffeln ein Monoprodukt sind, entfällt auch eine Nährwertkennzeichnung.
Häufig steht auf Verpackungen der Hinweis „gemäß Berliner Vereinbarungen“. Diese freiwilligen Vereinbarungen regeln den Handel in Deutschland. Sie verankern anstelle des Begriffs „Klasse“ die zwei Qualitätsnormen „Qualität Extra" und „Qualität I gemäß Berliner Vereinbarungen“ – und definieren vor allem Qualität, Größe und Kennzeichnung der Kartoffeln.
Günstige Lagerbedingungen im Haushalt
Kartoffeln lassen sich wochen- oder sogar monatelang lagern. Eine Ausnahme: Speisefrühkartoffeln sind aufgrund ihrer noch unausgereiften Schale nicht lange haltbar. Gute Lagerräume sind kühle, frostfreie, trockene und abgedunkelte Keller oder Vorratsräume mit einer guten Durchlüftung.
Lagern Sie größere Mengen Kartoffeln idealerweise auf Lattenrosten oder hölzernen Horden. Sie können sie dann locker bis zu einer Höhe von rund 40 Zentimeter aufschütten. Liegen zu viele Kartoffeln übereinander, entstehen leicht Druckstellen, und die Kartoffeln verderben schneller.
Kleinere Mengen bewahren Sie am besten in Papiertüten oder Jutesäcken auf: Sie schützen die Knollen gut vorm Schrumpfen durch Vertrocknung und Ergrünen. Folienverpackungen sind ungeeignet, da sich darin leicht Feuchtigkeit und Schimmel bilden.
Küchentipp: Die ideale Lagertemperatur im Haushalt liegt zwischen sieben und zehn Grad Celsius. Daher ist der Kühlschrank kein geeigneter Aufbewahrungsort für Kartoffeln. Durch die Kälte wird die Stärke in Zucker umgewandelt, was den Geschmack und die Textur negativ beeinflusst.
Welche Kartoffelsorte für welches Gericht?
Die verschiedenen Kartoffelsorten unterscheiden sich nicht nur im Aussehen und Geschmack. Sie verhalten sich auch beim Kochen und bei der Verarbeitung unterschiedlich. Damit das Gericht gelingt, ist es wichtig, zur passenden Sorte zu greifen. Die Einteilung in drei Kochtypen hilft bei der Auswahl:
Diese Kartoffeln behalten beim Kochen ihre feste Struktur und fallen nicht auseinander. Ihre Schale bleibt intakt. Nach dem Schneiden zeigt sich eine glatte, leicht feuchte Oberfläche. Sie haben den geringsten Stärkeanteil.
Wofür geeignet? Für Kartoffelsalat, Gratins oder Bratkartoffeln.
Beliebte Sorten: Cilena, Serafina, Nicola, Selma
Diese Kartoffeln haben eine mittlere Festigkeit. Beim Kochen kann die Schale leicht aufplatzen. Sie sind weder zu fest noch zu mehlig und damit echte Alleskönner in der Küche.
Wofür geeignet? Als klassische Beilage zu Fleisch und Fisch, für Aufläufe, Suppen, Salz- oder Pellkartoffeln und auch für Bratkartoffeln.
Beliebte Sorten: Velox, Berber, Marabel, Agria, Solara, Quarta, Satina, Secura, Granola
Diese Sorten enthalten besonders viel Stärke. Sie werden beim Kochen weich und leicht körnig in der Struktur. Die Schale platzt deutlich auf. Genau diese Eigenschaft macht sie perfekt für Gerichte, bei denen die Kartoffeln zerdrückt oder püriert und bei Bedarf anschließend mit Ei und/oder Mehl gebunden werden, zum Beispiel für Reibekuchen.
Wofür geeignet? Für Kartoffelpüree, Kartoffelsuppe, Eintöpfe, Klöße, Knödel, Reibekuchen (Puffer), Kroketten und Ofenkartoffeln.
Beliebte Sorten: Adretta, Afra, Melina, Karlena, Likaria
Garmethoden: Kartoffeln zubereiten
Kartoffeln sind vielseitig in der Zubereitung. Ob Kochen, Backen oder Frittieren: Je nach Garmethode entwicklen Kartoffeln unterschiedliche Aromen, von mild bis intensiv. Roh sollten sie aufgrund des möglichen Solaningehaltes und der ungegart kaum verdaulichen Stärke besser nicht gegessen werden - wenn, nur in sehr kleinen Mengen, um mögliche Beschwerden zu vermeiden.
- Am beliebtesten ist das Kochen in Salzwasser – geschält als Salzkartoffel oder ungeschält als Pellkartoffel. Je nach Größe und Sorte sind die Kartoffeln nach 20 bis 30 Minuten fertig.
- Die schonendsten Garmethoden sind Dünsten (mit wenig Wasser) und Dämpfen (im Wasserdampf mit Dampf- oder Siebeinsatz). Vitamine und Mineralstoffe bleiben dabei bestmöglich erhalten.
- Wer es knusprig mag, brät die Kartoffeln – entweder roh oder vorgekocht – mit einem geeigneten Fett in der Pfanne. Richtig kross werden sie beim Frittieren. In heißem Fett oder in der Heißluftfritteuse bei 170 bis 180 Grad Celsius entstehen knusprige Pommes frites oder Chips. Goldbraun ist zu empfehlen, da mit zunehmend dunklerer Farbe oder gar schwarzen Anteilen schädliche Stoffe entstehen wie Acrylamid.
- Intensiv im Geschmack sind Ofenkartoffeln auf dem Blech. Sie benötigen 45 bis 60 Minuten zum Garen und entwickeln kräftige Röstaromen. Backkartoffeln in Alufolie sind deutlich milder im Geschmack – und besonders beliebt mit Toppings wie Kräuterquark.
Süßkartoffel: keine echte Verwandte
Die Süßkartoffel - auch Batate genannt - ist trotz ihres Namens nicht mit der echten Kartoffel verwandt, sondern gehört zu den Windengewächsen. Optisch besitzt sie zwar eine gewisse Ähnlichkeit, ist aber meist größer und länglicher. Ihr Inneres leuchtet orange-gelb und ist etwas gröber und faseriger in der Textur. In der Küche lässt sie sich jedoch auf ähnliche Weise verwenden – etwa als Püree, Ofengemüse oder Pommes. Mit ihrem dezent süßlichen Geschmack bietet sie daher eine interessante Abwechslung zu klassischen Kartoffelgerichten. Ihr Gehalt von beachtlichen acht Milligramm Beta-Carotin pro 100 Gramm ist auch für die intensive orange-gelbe Farbe verantwortlich, pauschal empfehlenswerter sind sie deshalb aber nicht. Beide Knollen liefern gesunde Vitamine und Mineralstoffe mit etwas unterschiedlichen Mengen, bei denen die Süßkartoffel etwas besser abschneidet. Sie enthalten deutlich mehr Zucker bei den Kohlenhydraten, also auch mehr Energie. Kartoffeln sind entsprechend kalorienärmer, liefern viel hochwertiges Eiweiß und sind als heimische Ackerfrüchte günstiger im Einkauf. Zu beachten bei den Bataten ist vor allem für Nierenpatienten der recht hohe Gehalt an Oxalsäure, der Calcium und Magnesium bindet.





