- Die Kartoffelpflanze ist ein Nachtschattengewächs und kommt ursprünglich aus Südamerika.
- Seit Anfang des 18. Jahrhunderts hat die Kartoffel sowohl für unsere Ernährung als auch wirtschaftlich eine große Bedeutung.
- Die wärmeliebende Knolle wird in Dämmen angebaut.
- 2024 haben wir pro Kopf rund 63,5 Kilogramm Kartoffeln verzehrt.
- Trotz eines Selbstversorgungsgrades von rund 145 Prozent importiert Deutschland in den Wintermonaten Kartoffeln.
Die Kartoffelpflanze
Die Kartoffel (Solanum tuberosum) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Sie zählt neben den Zucker- und Futterrüben zu den wichtigsten Hackfrüchten in Deutschland. Die einjährige Kartoffelpflanze entwickelt sich aus einer Mutterknolle zu einer bis zu einem Meter hohen, verzweigten Staude mit mehreren Trieben. An ihnen befinden sich gefiederte grüne Blätter. Die sternförmigen Blüten sind weiß oder rötlich bis rotviolett.
Die essbaren Knollen der Kartoffelpflanze sind die verdickten Enden unterirdischer Seitenzweige, der Stolonen, und dienen ihr als Nährstoffspeicher. Je nach Sorte variieren die Knollen in Form (rund, oval, länglich) und Farbe des Fruchtfleisches (zum Beispiel weiß, gelb, blau). Aus einer Mutterknolle können pro Jahr etwa 15 bis 25 neue Knollen geerntet werden.
Kartoffeln stammen ursprünglich aus Südamerika, dem heutigen Peru und Bolivien. Die Ureinwohner pflanzten sie bereits vor 2.000 Jahren an. Im 16. Jahrhundert brachten Seefahrer die Kartoffel zunächst als Zierpflanze nach Europa. Ihr Anbau als Nutzpflanze begann um 1700 in Preußen. Seither ist sie fester Bestandteil im Speiseplan der Deutschen.
Bedeutung des Kartoffelanbaus
Der Kartoffelanbau ist in Deutschland von großer Bedeutung – auch wenn die Anbauflächen tendenziell abnehmen und der Verbrauch sinkt. Etwa 2,6 Prozent der gesamten Ackerfläche sind mit Kartoffeln bepflanzt. Damit liegt Deutschland hinsichtlich der Anbaufläche in der EU auf Platz eins, gefolgt von Frankreich, Polen und den Niederlanden. Auch bei der Erntemenge belegen wir den Spitzenplatz: 2025 ernteten landwirtschafltiche Betriebe bundesweit rund 13,9 Millionen Tonnen Kartoffeln auf 301.800 Hektar. Etwa die Hälfte kommt aus Niedersachsen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Bayern.
Die ökologische Erzeugung ist vergleichsweise gering: Nur auf rund 4,5 Prozent der Anbaufläche, etwa 13.300 Hektar, wachsen Bio-Kartoffeln. Allerdings steigt dieser Anteil kontinuierlich.
Hätten Sie's gewusst? Welche Kartoffelsorten in Deutschland kommerziell angebaut und vermarktet werden dürfen, regelt das Bundessortenamt. Derzeit sind rund 240 Sorten bei uns zugelassen (Stand 2024).
Verbrauch von Kartoffeln
In den letzten Jahrzehnte hat die Kartoffel im Speiseplan der Deutschen an Bedeutung verloren. Um 1950 aßen die Deutschen jährlich fast 200 Kilogramm Kartoffeln pro Kopf. 2024 waren es nur noch rund 63,5 Kilogramm. Das liegt unter anderem an den veränderten Ernährungsweisen und Lebensmittelangeboten sowie dem kontinuierlichen Rückgang der Ackerflächen.
Hohe Erntemengen
Deutschland ist Spitzenreiter im europäischen Anbau und erntet deutlich mehr Kartoffeln, als im Land benötigt werden: Im Wirtschaftsjahr 2024/25 lag der Selbstversorgungsgrad bei 145 Prozent. Die hohen Erträge und die umfangreichen Verarbeitungskapazitäten machen den Export von Kartoffeln und Kartoffelprodukten wirtschaftlich bedeutsam. Ab Dezember bis zur heimischen Frühkartoffelernte gelangen auch Kartoffeln aus Ländern wie Ägypten, Spanien und Israel in den deutschen Handel und konkurrieren mit unserem heimischen Angebot.
Reifezeiten von Kartoffelsorten
Je nach Sorte haben Kartoffeln verschieden lange Vegetationsperioden und sind zu unterschiedlichen Zeitpunkten erntereif. Hier einige Beispiele:
Sehr frühe Sorten: Christa, Atica; Ernte im Juni/Juli
Frühe Sorten: Cilena, Sieglinde; Ernte im Juli/August
Mittelfrühe Sorten: Nicola, Linda; Ernte August/September
Mittelspäte und späte Sorten: Aula, Donella; Ernte im September/Oktober
So kommen Kartoffeln in die Erde
Im April bis Mai, wenn der Boden trocken genug ist, bringen Legemaschinen die Kartoffeln in die Erde. Bei Bodentemperaturen von acht bis zehn Grad keimen sie am besten. Damit sich die Knollen im Boden ausreichend lange entwickeln können, müssen sie möglichst früh im Jahr in den Boden gelangen. Auf einem Hektar wachsen rund 40.000 Pflanzen für Speisekartoffeln. Die wärmeliebenden Kartoffeln gedeihen besonders gut in Dämmen, da sich hier die Erde leicht erwärmt. Die meiste Arbeit auf dem Kartoffelacker erledigen Maschinen. Geerntet wird, wenn die Knollen ausgereift und schalenfest sind.
Um mit einer frühen Ernte höhere Preise zu erzielen, keimen viele Betriebe die Knollen schon im Januar oder Februar durch gezielte Steuerung von Temperatur und Lichtverhältnissen in Kisten vor. Das verschafft den Kartoffeln einen Wachstumsvorsprung von ein bis zwei Wochen bis zur Ernte.
Warum werden Kartoffeln in Dämmen angebaut?
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Mehr Informationen
Beim Legen der Pflanzkartoffeln wird die Erde mit Maschinen so über den Knollen angehäufelt, dass die für ein Kartoffelfeld typischen Dämme entstehen. Das Video zeigt, welche Vorteile die Dammkultur gegenüber dem Anbau in Flachbeeten hat.
Quelle: nach Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL)

