Kresse von der Fensterbank

Würzig, vielseitig und frisch

Kinderhände halten eine blaue Keramikschüssel mit Gartenkresse. © senteliaolga – stock.adobe.com

(BZfE) – Die scharf-würzige Kresse ist genau richtig, wenn man sich frisches Grün auf dem Teller wünscht. Sie keimt rasch, wächst schnell und benötigt kaum Pflege. Bereits nach wenigen Tagen ist das aromatische Kraut erntereif und lässt sich in der Küche vielseitig verwenden.

Die Gartenkresse (Lepidium sativum) ist die am häufigsten verwendete Kresseart und zugleich der bekannteste Vertreter der sogenannten Microgreens. Darunter versteht man junge Pflänzchen, die neben den beiden Keimblättern bereits mindestens zwei grüne Blättchen entwickelt haben. Für besonders Eilige gibt es im Handel vorgezogene Gartenkresse, meist in kleinen Kartons mit Nährboden, auch in Bio-Qualität. Im Kühlschrank hält sie sich etwa drei bis vier Tage lang.

Mehr Spaß bringt jedoch die eigene Anzucht. Die Samen sind in vielen Supermärkten, Bio-Läden, in Gartencentern und online erhältlich. Kresse liebt einen hellen, warmen Platz – ideal ist eine Fensterbank zum Beispiel in der Küche. Ein Teller oder eine flache Schale wird mit Küchenpapier oder Watte aus Bio-Baumwolle ausgelegt, gründlich befeuchtet und anschließend locker mit Samen bestreut. Erde ist nicht nötig, denn die im Samen enthaltenen Nährstoffe reichen für das Wachstum aus.

Generell gilt: Sauberkeit ist das A und O. Die Samen werden regelmäßig mit einer Sprühflasche befeuchtet, sodass sie stets feucht, aber keinesfalls nass sind – sonst kann sich leicht Schimmel bilden und die Anzucht ist nicht mehr nutzbar. Bereits nach etwa vier Tagen zeigen sich die ersten Sprossen, und nach acht bis zehn Tagen ist die Kresse erntereif. Die zarten Pflänzchen werden vorsichtig mit einer sauberen Schere abgeschnitten und möglichst sofort verwendet, da sie rasch an Aroma verlieren. Wer regelmäßig ernten möchte, sät am besten in kurzen Abständen nach. Von Mitte Mai bis September ist die Anzucht auch im Freien möglich.

Klassisch landet Kresse auf dem Butterbrot, doch ihr intensiv-würziges, leicht pfeffriges Aroma peppt viele weitere Gerichte auf: Smoothies und Salate, Eierspeisen, Sandwiches, Kartoffelgerichte und Gemüsepfannen. Auch für eine cremige Kressesuppe, grünes Pesto, Kräuterquark oder eine aromatische Kressebutter eignen sich die feinen Blättchen hervorragend.

Frische Kresse liefert wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamin C, Provitamin A, Eisen, Calcium und Kalium. Ihre charakteristische Würze verdankt sie vor allem den enthaltenen ätherischen Senfölen. Diese sekundären Pflanzenstoffe wirken antimikrobiell und regen die Verdauung an.

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

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(Bildquelle: © senteliaolga – stock.adobe.com)