Polyphenole in der Nahrung

Studie: Vermindertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

In einer weißen Schale sind Stachelbeeren, Himbeeren, Blaubeeren und Johannisbeeren mit Walnüssen, Mandeln und Paranüssen als Topping auf Haferflocken. © fotograf-halle.com – stock.adobe.com

(BZfE) – Wer mit der Nahrung reichlich Polyphenole aufnimmt, hat offenbar auf lange Sicht ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bereits kleine Veränderungen können sich positiv auswirken – etwa regelmäßig Tee trinken und Beerenfrüchte, Nüsse sowie Vollkornprodukte in den Speiseplan einbauen. Zu diesem Schluss kommt eine Langzeitstudie unter Leitung des King´s College London, für die Daten von mehr als 3.100 Erwachsenen ausgewertet wurden. 

Polyphenole zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen und kommen in zahlreichen Lebensmitteln und Getränken vor. Es gibt Hinweise auf verschiedene gesundheitsfördernde Effekte wie eine positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel, den Blutdruck und die Funktion der Blutgefäße.

Für die britische Studie wurden die Teilnehmenden zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt und über einen Zeitraum von durchschnittlich elf Jahren begleitet. Anhand von 20 polyphenolreichen Lebensmitteln – darunter Tee, Kaffee, Kakao, Vollkornprodukte, Beeren, Nüsse und Olivenöl – berechneten die Forschenden einen sogenannten Polyphenol-Ernährungsindex. Zusätzlich wurden bei einer Untergruppe von rund 200 Personen Urinproben analysiert, um Abbauprodukte von Polyphenolen als Biomarker zu erfassen. Diese Daten setzten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Bezug zu verschiedenen Parametern des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das Ergebnis: Personen mit einer polyphenolreichen Ernährung hatten unter anderem günstigere Blutdruck- und Cholesterinwerte sowie ein insgesamt geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese Zusammenhänge ließen sich auch anhand der gemessenen Biomarker im Urin bestätigen. 

Die Studienergebnisse lassen vermuten, dass eine ausgewogene polyphenolreiche Kost den altersbedingten Anstieg des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verlangsamen könnte. Allerdings handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, die keine ursächlichen Beziehungen nachweisen kann. Die Ergebnisse müssten noch in weiteren Interventionsstudien bestätigt werden, ist im Fachjournal BMC Medicine zu lesen.

Was heißt das aber für Verbrauchende? „Jeder Nährstoff in der Nahrung hat eine Wirkung im Körper. Und solange man ausgewogen und reichlich Gemüse und Obst isst, muss man sich um seine Nährstoffzufuhr und auch die Risikovorbeugung bezüglich Polyphenolen keine Gedanken machen“, sagt Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler beim Bundeszentrum für Ernährung (BZfE).

Heike Kreutz, bzfe.de

Weitere Informationen:

Studie: Higher adherence to (poly)phenol-rich diet is associated with lower CVD risk in the TwinsUK cohort 

BZfE: Sekundäre Pflanzenstoffe – wichtig für die Pflanzen, gesund für den Menschen

BZfE: Essenszeiten beeinflussen Herz-Kreislauf-Krankheiten - Frühes Abendessen offenbar vorteilhaft