Schwankende Butterpreise

Vom teuren Aufreger zum Billigprodukt

Eine Hand streicht mit einem Messer Butter auf eine Scheibe Brot. © Vladislav Noseek – stock.adobe.com

(BZfE) – Es ist nicht lange her, da kannte der Butterpreis nur eine Richtung: nach oben. Und gerade ein hoher Butterpreis trübte die Stimmung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Offenbar war er ein Sinnbild für die Teuerungsrate beim täglichen Lebensmitteleinkauf, denn die allgemeine Empörung galt weniger der Preissteigerung bei anderen Lebensmitteln. Nun aber sieht es ganz anders aus: Seit Anfang 2026 ist die Butter im Supermarkt 60 Prozent billiger als noch vor etwa 15 Monaten und man fragt sich: Warum können Preise derart schwanken? 

Es lohnt sich, genauer hinzuschauen. So begann der Butterpreis zu steigen, unter anderem, weil weniger Fett im Ausgangsprodukt Milch war. Normalerweise liegt der Durchschnittswert bei etwa vier Prozent – 2023 und 2024 konnten viele Milchviehbetriebe allerdings nur Milch mit weniger Fett liefern. Ungünstige Wetterbedingungen hatten die Futtermittelqualität gesenkt. Da Butter nun mal vor allem aus Milchfett besteht (82 Prozent), benötigte man also mehr Milch. Normalerweise werden für ein Päckchen Butter mit 250 Gramm ungefähr fünf Liter Milch gebraucht. Aber genau die wurde parallel auch knapper. Und das hatte unter anderem mit der Ausbreitung der Blauzungenkrankheit zu tun, die bei Milchkühen zu einem deutlichen Rückgang der Milchleistung und zu weniger Kälbern führt. Erst seit August 2025 war wieder mehr Milch auf dem Markt. Und es gab auch passendes Futter, so dass der Fettgehalt der Milch wieder stieg. Die Folge: In den Läden begannen die Butterpreise wieder zu sinken.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist das aber nur auf den ersten Blick ein Grund zur Freude. Sicher, wenn sich Preise im Supermarkt ändern, wirkt sich das unmittelbar auf die Geldbörsen der Menschen aus. Aber Landwirtinnen und Landwirte sind im Grunde das schwächste Glied in der Lebensmittel-Kette. Aktuell liegen die Milchpreise für Erzeuger unter den Produktionskosten auf den Höfen. 

Derart niedrige Milch- und Butterpreise können längerfristig durchaus existenzvernichtend für hiesige Milchviehbetriebe sein, wenn Landwirtinnen und Landwirte tatsächlich nichts verdienen oder im schlechtesten Falle sogar zu“buttern“ müssen. So gehen regionale Betriebe und heimische Produkte verloren. Oder die Höfe können zumindest nicht investieren, beispielsweise in eine weiter verbesserte Haltung der Tiere. Wer sich also in Umfragen eine starke regionale Produktion und reichlich Tierwohl wünscht, dürfte eher mit Sorge auf aktuelle Tiefpreise am Butterregal blicken und vielleicht mit Weitblick etwas gelassener sein, wenn die Butterpreise wieder steigen.

Britta Klein, bzfe.de

Weitere Informationen:

BLE: Herstellung von Butter, Milchfett- und Milchstreichfetterzeugnissen in Deutschland nach Kalenderjahren

BZL: Wie viel Milch braucht man für ein Päckchen Butter?

BZfE: Milch – Hochwertig, vielseitig und reich an Nährstoffen

(Bildquelle: © Vladislav Noseek – stock.adobe.com)